Thema: Merkwürdige Touristin in Penang  (Gelesen 4374 mal)

jobsti

« am: 06. Mai 2016, 13:40 »
Moin zusammen, ich bin im Moment in Malaysia unterwegs und hatte heute in Georgetown eine ziemlich komische Begegnung.

Ich saß mit einer Bekannten mit der ich gerade zusammen unterwegs bin auf einer Bank um ein kleines Päuschen einzulegen.

Plötzlich kommt eine europaische Frau mit Kind (etwa 3 Jahre) zu uns und fragt wo wir herkommen.
Ich antworte wahrheitsgemäß, das ich aus Deutschland komme, was ihr ganz gut passt, weil sie auch Deutsche ist.

Also fängt sie an mir zu erzählen,  dass sie schon ein paar Wochen hier Urlaub macht und gerade heute der ATM ihre Kreditkarte geschluckt hat, sie nun kein Geld mehr hat und ihre Karte erst am Montag wieder bekommt.
Sie fragt ob ich ihr 20 Euro leihen würde,  die ich am Montag auf jeden Fall wieder bekomme.

Ich muß dazu sagen, das ich eigentlich ein sehr sozialer Mensch bin und ihr warscheinlich das Geld gegeben hätte.....Aber wärend sie mit mir sprach fuhr ein Auto an uns vorbei und als der Fahrer uns sah gab er mir ein Zeichen, das ich nichts geben soll.

Klar hat mich das misstrauisch gemacht. Also hab ich gefragt ob sie nicht in ihrem Hotel nach Geld fragen kann.
ihre Antwort war, das sie wegen dem Kind ein Apartment (oder war es ein Ferienhaus ) am Strand gemietet hat und niemanden hat der ihr Geld leihen kann.
Ihr Mann ist auf Geschäftsreise und sie kennt sonnst niemanden.



Ich hab ihr irgendwann gesagt, das ich kein gutes Gefühl habe einer wildfremden einfach Geld zu borgen und es nicht möchte.
Worauf hin sie ziemlich sauer ihr Kind geschnappt hat und abgezogen ist.


Da mir der Einheimische ein eindeutiges Zeichen gegeben hat bin ich mir recht sicher, daß es richtig war ihr nix zu geben aber Gedanken mache ich mir wegen dem Erlebnis trotzdem.

War es eine Masche?
Hat schon mal jemand etwas ähnliches erlebt?
wie hättet ihr reagiert?
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Degna

« Antwort #1 am: 06. Mai 2016, 15:53 »
Hey,
finde deine Reaktion absolut angemessen und klar verständlich.
Diese Masche läuft leider relativ häufig und ehe ich da Geld geben würde,würde ich mich auch ganz genau erkundigen,ggf mit ins Hotel/Apt gehen,etc.
Hätte genauso reagiert!
Lg Claudia
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Stecki

« Antwort #2 am: 06. Mai 2016, 16:41 »
Die Masche ist in SOA leider weitverbreitet (mit und ohne Kind).
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pad

« Antwort #3 am: 06. Mai 2016, 18:16 »
Du hast richtig gehandelt. Solche Maschen gibt es überall. Beim Thema Geld & Fremden auf Reisen ist sofort Vorsicht geboten. Das betrifft auch Geldwechsel (Fremdwährungen oder splitten in kleinere Scheine), „ich wurde eben ausgeraubt“, „meine Kreditkarte wurde geschluckt / gesperrt / gestohlen / missbraucht“ usw. Bei Müttern mit Kind kommt auch oft der Trick mit dem gemeinsam Milch oder Lebensmittel kaufen zum Zug (der Laden ist eingeweiht, das Produkt überteuert, die Packung wird nicht geöffnet und das Produkt wieder umgetauscht).

Es hilft, sich zu überlegen, was man selbst in einer solchen Situation machen würde, welche Optionen man hätte. Fast überall gibt es eine Touristenpolizei, wie von dir erwähnt die eigene Hotel-Rezeption usw. Praktisch jeder hat eine zweite Geldkarte, einen Notgroschen oder irgendetwas, was sich als Pfand / Depot eignen würde. Wenn man wirklich gezwungen wäre, notfalls Geld von jemandem zu leihen, würde man erstmal Leute fragen, mit denen man schon irgendwie in Kontakt war (gleiches Hostel usw.). Kaum wildfremde auf der Straße ansprechen. Dann würde man sofort anbieten, alle Kontaktinformationen anzugeben,ein Pfand offerieren. Schon gar nicht würde man gereizt oder wütend reagieren, wenn eine Hilfe abgelehnt würde.

Eine gute Lektüre zum Thema ist der „common scams“ Artikel auf Wiktravel: http://wikitravel.org/en/Common_scams
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Fanki

« Antwort #4 am: 06. Mai 2016, 19:28 »
Ich hatte letzte Woche das selbe in Amsterdam erlebt. Er hatte zwar kein Kind dabei aber der Rest war gleich. Keine Kärtchen, AirBnb und deswegen kein Geld vom Hotel...

Habe schluss endlich auch nichts gegeben, da ich ihm nicht traute...
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Vombatus

« Antwort #5 am: 06. Mai 2016, 19:35 »
Ja, das gibt es überall.
Hier ein alter Bericht aus Argentinien (von GPS): http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=3411.15
Thailand (Post von Felix89): http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=3411.150
Kambodscha: http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=3411.msg66026#msg66026
Hatte sowas auch schon erlebt, in Cartagena (Kolumbien).
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tanoil

« Antwort #6 am: 16. Mai 2016, 20:59 »
Wobei es diese Masche wohl seit ewigen Jahren überall auf der Welt ist. Einem Bekannten ist das hier in Deutschland passiert. Ja, wenn Leute einfach so Geld verlangen, werde ich immer höchst hellhörig.
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Maxontour

« Antwort #7 am: 04. November 2018, 12:33 »
Hey, bin gerade in Penang (Malaysia) unterwegs, mit meiner Freundin. Und mir ist gerade genau das gleiche passiert! Uns kam das sehr suspekt vor und eigentlich sind wir auch sehr sozial aber in dieser Situation waren wir uns ziemlich unsicher. Haben dann mit einem schlechten Gefühl verneint und in einem Restaurant nachgefragt und diesen Chat gefunden. Uns wurde gesagt, dass das hier ein Trick ist und wir kein Geld geben sollen... was ist bei den Leuten los... dachte schon bin der schlechteste Mensch der Welt aber nun...

Naja auf jeden Fall hört auf euer Bauchgefühl, wenn ihr in Asien unterwegs seit.
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KoerberBasil

« Antwort #8 am: 06. Dezember 2018, 12:27 »
Ähnliches hatte ich auch mal erlebt. Nur das die Frau ein Baby im Arm hatte und Geld für den Milchkauf in einer Apotheke (?) wollte. Sehr unangenehm das Ganze....
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philanDUMMthrop

« Antwort #9 am: 01. Februar 2019, 16:46 »
NEEEEEEIIIIIN ICH GUTGLÄUBIGER DEPP...

Oh Mann O Mann...

Gerade angekommen in George Town. Bin unterwegs was zu Essen zu finden. Da kommt mir diese Frau mit Kind entgegen. Schwarze glatte lange Haare, durchschnittliche Figur (nicht dünn, nicht dick), ca. 170 groß. Nur ne Bauchtasche und erzählt mir was von Kreditkarte eingezogen, Bank zu, Macht erst in nen paar Tagen auf... Kein Ausweis, kein nix. Nur ne Hotlink Prepaid Telefonkarte... Wohnt in nem Serviced Apartment in Batu Ferringhi. Brauchen Geld um heim zu kommen... Der Junge ca. 7 oder 8. hörte auf den Namen Lukas. Meine dreijährige Tochter tauschte noch ein paar Worte mit ihm. Sie angeblich Samantha Bennett. Kommt aus Hannover, Mainzer Str. 5. E-mail sammy.bennett86@gmx.de

Ich dachte noch damn, wenn mir das mit meiner Tochter passiert... Gutgläubiger Depp... Wie auch immer. Hab ihr 200 Muscheln in die Hand gedrückt und wir haben nen Date zu Rückzahlung aus gemacht... Werd ich wohl lange warten...

Wollte noch nen Bild machen, habs aber gelassen. Wenn mir die noch mal übern Weg läuft...

Werde mal die Touristenpolizei aufsuchen.

Wieder was gelernt...
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Fx

« Antwort #10 am: 15. Februar 2019, 16:38 »
Mir ist in George Town heute Abend diese Frau mit der exakt gleichen Story begegnet. Wollte sie nicht anpöbeln, da so etwas ja durchaus passieren kann. Auf meine sehr deutlich ablehnende Reaktion hin, war sie noch schneller weg als sie gekommen war. VORSICHT wer ihr begegnet: im Hintergrund hat sie männliche Unterstützung dabei. Einfach nichts geben und nichts wie weg.
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Dear New York

« Antwort #11 am: 16. Februar 2019, 05:40 »
Jetzt wo ich das lese fällt mir ein, dass ich die Frau vor 2 Jahren auch schon getroffen habe. Mir kam das damals sehr komisch vor, da sie zwar fragte "Woher kommst du?; Was machst du hier?" etc., aber meine Antworten komplett desinteressiert kaum abwartete. Ich hab ihr dann glaub ich 20 Ringgit gegeben (mich hat sie nur nach Geld für Essen gefragt) und sie war dann sogar dreist genug mehr zu verlangen. Zum Glück hab ich auf mein Gefühl gehört und bin nicht darauf eingegangen. Zum Schluss sagte sie dann "Ja das muss ich dir eh nicht wieder zurückzahlen, oder?" Da merkt man mal wieder, dass die Mitreisenden oft schlimmer sind.
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Neo17

« Antwort #12 am: 18. Februar 2019, 13:20 »
Hallo zusammen,

Genau dieselbe Story ist uns auch passiert. Wir haben ihr 100RM ~ 20 EUR überlassen. Die Beschreibung von "philanDUMMthrop" passt perfekt.
Wir hatten dabei auch ein komisches Gefühl, jedoch passieren immer wieder die unmöglichsten Dinge. Keiner kann sich freisprechen in ähnlich geschilderte Situation zu kommen. Daher ist es umso dreister und verwerflicher, dies zum Missbrauch Hilfsbereiter zu verwenden.

Das verrückte dabei ist, dass wir sie ein zweites Mal gesehen haben und auf die verpasste Übergabe angesprochen haben. Erneute Erklärungsversuche & Verstrickungen. 20 RM konnte ich zurückbekommen. Jedoch habe ich ein Foto von ihr gemacht was ich keinem vorenthalten möchte. So kann ich Fremde warnen ebenso auf diese Person / Betrugsmasche hereinzufallen. (Bild ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar)

Bezüglich Datenschutz habe ich den Jungen verfremdet. Des Weiteren habe ich ihre Zusage erhalten ein Foto von ihr zu machen und zu verbreiten im Falle der Nichteinhaltung. Dies ist eingetroffen.

Zwischen beiden Vorfällen lagen etwas mehr als zwei Wochen (1.Treffen Ca. Mitte Januar, 2. Treffen Anfang Februar 2019). Jeweils an touristisch belebten Orten (Penang Street Art und Kek Lok Si Tempel). Zusammen mit den anderen Informationen ist stark davon auszugehen, dass sie in Penang wohnt.

Ich kann nur hoffen das sich diese Information verbreitet und geteilt wird um diese Person auffliegen zu lassen.
Ein Kind in diese Art der Geldbeschaffung mit einzubeziehen ist noch ein weiterer Grund das dies schnell ein Ende findet.

EDIT: Ich habe das Bild entfernt. So sehr ich den Wunsch verstehe, andere zu warnen und dieser Betrugsmasche ein Ende zu setzen, ist die Veröffentlichung in dieser Form doch unzulässig. Das geht sowohl in den Bereich Datenschutz und Persönlichkeitsrechte (eine mündliche Einverständniserklärung ist nicht ausreichend) als in den Bereich des Strafrechts (auch wenn die Anschuldigungen plausibel klingen: ohne gerichtsfeste Beweise sind wir da ganz schnell bei übler Nachrede). LG Karoshi
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Fx

« Antwort #13 am: 18. Februar 2019, 15:07 »
Kann bestätigen, dass das die Frau ist. Fest steht, dass sie auf Kosten der Hilfsbereiten lebt. Ihr Sohn kann einem Leid tun... Schulpflicht???
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