Thema: Verloren gegangenes Wissen alter Kulturen … oder Blödsinn? Pyramiden von Gizeh  (Gelesen 10071 mal)

Vombatus

Zur Abwechslung mal etwas polarisierendes … eure Meinung interessiert mich.

Mythen oder Wissenschaft?

Eine (gedachte) Linie verbindet unter anderem die Osterinseln mit Nazca, Machu Picchu, den Pyramiden von Gizeh, Ankor Wat und anderen "Kultstätten". Zudem stehen einige Orte in genauen Verhältnis zu anderen im selben Verhältnis wie die Maße/Größe der Cheops Pyramide. bzw. mit der "goldenen Zahl".

Wer es Kurz haben möchte schaut sich 3 Minuten ab 1:12:12 bis 1:15:10 an.
https://www.youtube.com/watch?v=qnXkgxFC30s

Tatsächlich geht es mir aber um den ganzen Film, der über zwei Stunden geht. Ich fand den ganzen Film, die Grundfrage nach dem Wissen alter Kulturen sehr interessant. Der Schluss des Films ist .. naja … bildet euch eure eigene Meinung.

Der Titel des Films ist sehr reißerisch, davon darf man sich nicht abschrecken lassen. Es geht um die Bedeutung der Pyramiden als Astronomische Uhr und Botschaft von alten Kulturen für "uns", bzw. zukünftige Generationen.

Was haltet ihr davon?
Unterhaltsam?
Interessant?
Glaubhaft?
Blödsinn?


farmerjohn1

Tja. Beurteilen kann ich das nicht.
Aber interessant finde ich das schon. Wer ein bisschen liest und unterwegs war/ist, der kann moeglicherweise kaum anders als sich zu fragen, welche Verbindungen in vorgeschichtlicher und geschichtlicher Zeit zwischen den Bewohnern verschiedener Ecken der Erde bzw. evtl. anderer Planeten bestanden haben koennten, von welchen Kenntnissen oder Unkenntnissen ihre Kulturen gepraegt waren, ob und was wir daraus fuer Gegenwart und Zukunft schliessen koennen.
Zweckmaessig und konkret weiterbringend sind solche Themen nicht - ausser fuer Tourist Guides oder Journalisten als 'tolle story'.

White Fox

Hmm, also ich bin bei so etwas immer sehr skeptisch. Erste Frage die sich mir aufdrängt: Wenn man andere alte Kultstädten rauspickt, lässt sich dann ein solcher "Äquator" auch woanders finden?


Vombatus

Ja, das dachte ich mir auch. Mir erscheint einiges recht konstruiert. Die Thesen werden aber immerhin mathematisch "glaubhaft" dargelegt.

Interessant ist, dass die Bearbeitung und der Transport der "Steine" bis heute nicht vollständig erklärbar ist. Weder bei den Pyramiden noch auf den Osterinseln. Bedeutung und Nutzen ebensowenig.

Nach heutigen Stand der Wissenschafft wurde die Cheops Pyramide in 20 Jahren gebaut. Das heißt, das in dem Zeitraum über zwei Millionen Steine bearbeitet und verbaut werden mussten. Das sind bei einem 12 Stunden Tag ca. 1 Stein alle 2 Minuten. Selbst mit heutiger Technik nahezu unmöglich.

Sebastian81

Da es in der Wüste heiß ist, werden die sicher auch die Nacht durchgearbeitet haben und bei einer Pyramide kannst du ja an allen Seiten gleichzeitig bauen. Noch dazu ein wahrscheinlich bis heute ungebrochener (inoffizieller) Rekord an Menschenrechtsverletzungen und fertig ist die Laube.

White Fox

Zitat
Interessant ist, dass die Bearbeitung und der Transport der "Steine" bis heute nicht vollständig erklärbar ist. Weder bei den Pyramiden noch auf den Osterinseln. Bedeutung und Nutzen ebensowenig.

Nach heutigen Stand der Wissenschafft wurde die Cheops Pyramide in 20 Jahren gebaut. Das heißt, das in dem Zeitraum über zwei Millionen Steine bearbeitet und verbaut werden mussten. Das sind bei einem 12 Stunden Tag ca. 1 Stein alle 2 Minuten. Selbst mit heutigen Technick nahezu unmöglich.

In jedem Fall ist es eine ganz unglaubliche Leistung, da gebe ich dir absolute recht!

Zitat
Da es in der Wüste heiß ist, werden die sicher auch die Nacht durchgearbeitet haben

Theoretisch ist es möglich, dass auch nachts gearbeitet wurde, aber:

1) dann ist es halt alle 4 Minuten ein Stein, dass ist immer noch der Wahnsinn
2) Nachts ist es in der Wüste sehr kalt
3) Licht?

ORANGPHILOSOPHICUS

Die Thesen werden aber immerhin mathematisch "glaubhaft" dargelegt.

für so einen unterhaltungsfilm ist das vielleicht "glaubhaft"

- ohne, dass ich da mal einen faktencheck bekomme, würde ich so etwas mal als groben unsinn und scharlatanerei bezeichnen!
(die zahlen möchte ich nachgemessen haben + eine begründung der auswahl der messpunkte)

- die annahmen und ableitungen rufen bei mir tlw einfach nur noch mitleid hervor....

- trotz der aufwendigen produktion bleibt die desinformation und ein manipulatives element darin noch peinlich im vordergrund.

eigentlich schau ich mir ja gerne so verschwörungstheorie filmchen an und lese auch ab und zu in den foren darüber, aber bei dieser bin ich komischerweise zwischendurch richtig aggressiv geworden aufgrund der dargebotenen plumpheit.

 

DaniP


Eine (gedachte) Linie verbindet unter anderem die Osterinseln mit Nazca, Machu Picchu, den Pyramiden von Gizeh, Ankor Wat und anderen "Kultstätten". Zudem stehen einige Orte in genauen Verhältnis zu anderen im selben Verhältnis wie die Maße/Größe der Cheops Pyramide. bzw. mit der "goldenen Zahl".

Wer es Kurz haben möchte schaut sich 3 Minuten ab 1:12:12 bis 1:15:10 an.
https://www.youtube.com/watch?v=qnXkgxFC30s

Ich hab mir nur die paar Minuten angesehen aber...
Im Film steht bei 1:11:46:

3,1416-2,618=0,5236

Soll das gleiche sein wie:

pi - phi^2 = irgendein Verhältnis in der Pyramide.

Wenn ich jetzt auf Wikipedia schau, dann ist phi (goldene Zahl?) = 1.618 und damit das Quadrat davon weit entfernt von 2.618. Also entweder ich versteh nur deren 'Logik' nicht, oder der 'Informant' hat sich vertippt.

Ich find auch die Argumentation mit dem 'Wenn man dem Kreisdurchmesser den Wert 1 zuordnet erhält man alle Verhältnisse so, als wenn es sich um einen Meter handeln würde' (wtf^^?). Die Verhältnisse treten auch auf, wenn ich dem Kreisdurchmesser den Wert 1Yard, 1Elle oder sonst was zuordne. Daraus kann man nix 'magisches' aus dem metrischen System ableiten. Beim metrischen System ging man einfach her, legte eine bestimmte Länge auf 1m fest (ich könnt genauso gut 87.563cm auf einen 'neuen' 1m festlegen). Da ist ja nix außergewöhnliches daran - außer dass wir es halt jetzt seit 200 Jahren verwenden.

Also die paar Dinge die ich mir angesehen hab find ich lächerlich - ich werd mir aber den ganzen Film später mal ansehen und was konstruktiveres beitragen :).

Also die Thesen wirden mathematisch keineswegs glaubhaft dargelegt. Ich könnte genausogut die Finger von meiner rechten Hand vermessen und würd sicher auch auf ein Zahlenverhältnis kommen, dass dem genannten der Pyramiden entspricht. Aber wer weiss, vl. bin ich ja deren Gottheit und die gesamte Menschheitsgeschichte läuft allein auf mich hinaus. 8)

Ansonsten find ich es schon eine Meisterleistung solche Bauwerke überhaupt errichten zu können. ich glaube auch, dass diese alten Hochkulturen bereits über immenses Wissen verfügt haben!


koller74

Zitat
Ansonsten find ich es schon eine Meisterleistung solche Bauwerke überhaupt errichten zu können. ich glaube auch, dass diese alten Hochkulturen bereits über immenses Wissen verfügt haben!

Finde ich auch.

(Heutzutage scheitert man ja schon an einer Belüftungsanlage...  ;D)

Grüße, Jürgen.

farmerjohn1

Wie gesagt, die Argumentationen des Berichts kann und will ich nicht beurteilen. Aber wie hier schon gesagt wurde, die tatsaechliche Existenz der genannten Bauten ist gegeben, und die meisten davon bedeuten auch ungeheure Leistungen in jeder Hinsicht, insbesondnere dann wenn man annehmen muss, dass es zur Entstehungszeit keine grossen Hilfsmittel wie Motoren, ausreichende Transportmittel, Kraene, Steinschneidmaschinen, etc. gab.
Wer ein paar dieser Bauten aus der Vergangenheit besucht hat, fragt sich schon nach dem einen oder anderen Zusammenhang; die 'Wahrheit' darueber kann man, vermute ich jedenfalls, sowieso nicht herausfinden.

ORANGPHILOSOPHICUS

ganz grob formuliert.... erst seit 30, 40 oder 50 jahren wird halbwegs ernstzunehmende wissenschaft auf breiter basis betrieben. davor hat es auch wissenschaft gegeben, diese hat auch großartige ergebnisse gebracht. aber wissenschaft als ein halbwegs vorurteilsfreies system das ziemlich unabhängig arbeiten kann, gibt es noch gar nicht soooo lange als man vielleicht erst mal glauben möchte.
vor allem geschichtsschreibung ist da natürlich extrem betroffen. sie wurde lange zeit nur von einer seite geschrieben, hat subjektive interessen verfolgt und war ideologisch geprägt.
dementsprechen sollte man erkenntnisse, die schon viel früher gewonnen wurde auch immer kritisch bertrachten. klar gibt es da widersprüche, heute wird halt auch nicht mehr viel aufwand betrieben diese zu beseitigen. wer finanziert denn heut zu tage noch großangelegte archäologische ausgrabungen wenn eh überall die mittel fehlen. ein guter nährboden für alle möglichen theorien...

die tatsaechliche, sogar physische Existenz der genannten Bauten ist gegeben

was ist für dich der unterschied von einer tatsächlichen und einer physischen existenz?

ORANGPHILOSOPHICUS

Einige punkte noch schnell von mir…

„Jede ähnlichkeit mit fiktionalen stoffen, wäre rein zufällig“ wird ganz am anfang eingeblendet :D
kurz darauf behauptet, dass wissenschaft fakten ignoriert. . erster satz schön im konjunktiv, zweiter bestimmt und besorgt. Man weiß also schon, in welche richtung das ganze gehen wird. ;)
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Die mathematischen sachen wurden eh auch schon angesprochen… allein bei den dazugehörigen skizzen… da werden kreise über ein bild gelegt, die tlw gar keine aussage haben. Da braucht man auch gar nichts berechnen.
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 „Als strenggläubiger Archäologie sollte man wohl umgehend einen erholungsurlaub antreten“
Weil steine in ägypten und auf den osterinseln ähnlich übereinander verbaut sind. Bei den milliarden steinen die irgendwo verbaut sind is es doch eher wahrscheinlich, dass man irgendwo gleiche muster finden wird, wenn man danach ausschau hält. Allein schon durch physikalische eigenheiten ist gibt es einschränkungen, wie man überhaupt etwas verbauen kann, das längerfristig halten soll.
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Zu den osterinseln… da nennen sie zuerst zahlen zur größe der insel und dann kommt der satz: „wer eine felsige ödnis erwartet, wird überrascht.  Blabla.. pferde blabla.. Die insel ist tropisch grün.“
das wird so getan, dass es überraschend wäre, dass  es dort grün ist und es süßwasser gibt. Einfach nur WTF…. In so einer gegend ist das vollkommen normal.
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Cusco: „ich habe keine erklärung dafür, dass die distanzen auf den m, hundert m oder kilometer genau übereinstimmen.“ Also das dreieck von dem der spricht. Da kann man aber super schummeln und einfach dort den theodoliten dort aufstellen, wo es einem am besten passt. Bei der beschreibung der einzelnen orte ist ja einiges an spielraum: bilden „diese festung“ – „cusco“ – „heilige ort qenqo“ ein perfektes dreieck.  In cusco meinen sie anscheinend den plaza de armas. Die festung soll Sacsayhuaman sein. Die ist so groß, da kann man schon gut kreativ sein. Auf google earth bringe ich es nicht wirklich zusammen mit einem perfekten dreieck wenn ich seine angaben von 1,25 km nehme. Und dass genau der mittelpunkt des platzes (der ja stark überbaut wurde über die jahrhunderte) auch schon für die inka punktgenau diese bedeutung gehabt hat, muss man mir auch mal hinreichend erklären.
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Die auswahl der experten ist auch schon mal hinterfragenswert. Den ersten den ich mir nähen angesehen habe… Dr arlan Andrews „ ingenieur / wissenschaftlicher berater des weißen hauses“
macht natürlich in da diskussion eindruck. oh, okay... der weiß es ja bestimmt. dann informiert ma sich über den und findet heraus, dass er hauptsächlich science fiction bücher schreibt und nur des militär in den usa mit kreativen ideen zur terrorbekämpfung versorgt.
den „titel“ ingenieur könnte ich zb auch in ein paar monaten… ich könnte also  auch also solch einer auftreten in der öffentlichkeit. Haha :D
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Dieser weltumspannende korridor… warum genau 100km breit? Warum nicht 1 km bzw 350km?
wie kam es zur auswahl der besonderen stätten? Ich mein… dass ein antiker ort dabei ist, an dem angäblich schauplatz der geburt einer symbolfigur war die dann 175 jahre alt wurde (Ur – Abraham).  Sehr, sehr dünn
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mit etwas zeit findet man sicher andere korridore auch. DA kann man bestimmt was schönes basteln aus gewissen Naturwundern. Je nach definition fallen da ja sehr subjektive sachen rein.
oder man macht einen 666km breiten korridor mit zb der elbphilharmonie und einem indonesischen vulkan und sucht dann die restliche strecke nach weiteren schrecklichkeiten ab um ihn dann den „teuflischen korridor des verderbens“ zu nennen. Irgendjemand kippt da bestimmt rein ;)
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Das internet… unser aller freund und helfer. Nur kann halt dort auch jeder depp seine defizite in vielerlei gestalt an die öffentlichkeit bringen.  Anonym. Konsequenzlos.
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Ganz kurz zusammengefasst, was ich mir so denke. Da gibt’s ja in jeder minute sovieles,,,,,…….

farmerjohn1

Sehr geehrter philosophischer Orang: Mir faellt zwar kein Beispiel ein wo physische Gegenstaende keine Tatsachen sind - aber nicht alle Tatsachen sind als solche physisch vorhanden: Ist dir schon mal eine Sozialnorm, eine mathematische Kurve, ein geometrischer Koerper, ein muendlicher Vertrag, eine wissenschaftliche oder von mir aus auch vorwissenschaftliche Modellvorstellung,  als anfassbarer oder durch physikalische genau nachweisbarer Gegenstand begegnet? Und ist z.B. geltendes Recht (oder auch nur eine eingespielter Gebrauch) keine Tatsache?

ORANGPHILOSOPHICUS

got it und gilt! ;)


Vombatus

hier ist ja was los … finde ich gut.
Schade, dass man in dem Board keine "erhobene Daumen" verteilen kann. ORANGPHILOSOPHICUS Beiträge hätte ich gerne positiv bewertet.

Nachdem ich heute auch etwas recherchiert hatte, merkte ich erst, dass viele der Thesen bereits aus dem 19. Jahrhundert entstammen. Stichwort: Pyramidologie und Zahlenmystik.

Bin noch gespannt auf andere Meinigen.

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