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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 23:03 »
Donnerstag, 21.08.2025

Ich muss sagen, dass ich Dänemark als Reiseland bisher sträflich vernachlässigt habe. Århus war wirklich schön. Jetzt geht es allerdings schon wieder weiter...

Umsteigen in Fredericia, Flensburg und Hamburg. Bis jetzt ist alles pünktlich, das darf gerne so weitergehen.
Den letzten Abschnitt fahre ich aber nicht direkt nach Berlin, denn die Strecke wird seit einigen Tagen generalüberholt. Das kann eine Weile dauern. Tja - und ich hätte nicht unken sollen, zum Schluss fährt die gute DB 25' Verspätung zusammen. Und auch schön: Kaum ist wieder Vegetation um einen rum, meldet sich die pollensensible Nase. Na toll...

Aber ich sollte nicht so viel meckern, denn es geht eine wirklich schöne Zeit zu Ende. Eine Zeit in einer für mich doch recht ungewohnten Ecke.


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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 23:00 »
Mittwoch, 20.08.2025

Da öffnungszeitenbedingt mein Tag erst um zehn startet, konnte ich gemütlich ausschlafen und frühstücken.
Gleich neben dem Hotel besuche ich den Dom zu Århus. Die Backsteingotik und der Spitze Turm erinnern mich sehr an meine Zeit in Rostock. Der Innenraum der Kirche ist beeindruckend ursprünglich war er einmal voller Fresken. Dann kam die bilderstürmende Reformation. Zum Glück haben es einige Fresken trotzdem überstanden.



Mein großes Ziel für heute ist Den Gamle By, die alte Stadt. Es ist eines der größten Freilichtmuseen der Welt und ähnlich, wie ich es schon in Oslo gesehen habe, wurden Häuser aus verschiedenen Ecken Dänemarks zusammen getragen, aus verschiedenen Epochen, mit Liebe zum Detail und voller Leben.
Die Werbung sagt, man soll etwa einen ganzen Tag einplanen. Ich habe nicht damit gerechnet, aber es ist wirklich so.
Ich starte mit einer kleinen Zeitreise durch die Stadtgeschichte von Århus und bewege mich dann langsam in der Zeit zurück, besuche eine Regenbogenfamilie von 2014, ein Hippiepärchen aus den 70ern, eine Schulrektorin, eine Studenten-WG, türkische Gastarbeiter, stöbere durch die Geschäfte, die Praxis einer Gynäkologin und die Werkstätten im Hinterhof.
Überall kann man die Häuser und Wohnungen betreten, es ist wirklich spannend. Die Telefone sind übrigens auch alle miteinander verbunden und man kann sich anrufen.
Und Wahnsinn, wie viel früher geraucht wurde.

Der Abschnitt 1900-1927 nennt sich "moderne Zeiten". Wenn man das nun aber alles rückwärts abläuft, fällt das gar nicht so auf.
Es gibt aber immerhin ein Autohaus, Zapfsäulen und eine Telefonzentrale, wo die Leitungen manuell umgestöpselt werden müssen.
Rings um den Marktplatz stehen etliche Fachwerkhäuser. Das prunkvollste ist das des Münzmeisters.
Gleich daneben ist der Bürgermeisterhof, in dem Zimmer aus Renaissance, Barock, bis hin zum Biedermeier vertreten sind.




Zum Glück sind die Geschäfte nicht nur zum Anschauen da. Da der kleine Hunger kommt, gehe ich zum Bäcker, der mit Rezepten aus dem 19. Jh. arbeitet. Nebenbei klappert immer Mal wieder eine Kutsche übers Pflaster und der Leierkastenmann spielt sein Lied. Schließlich geht es weiter, durch allerlei Geschäfte und Werkstätten, vorbei an Festplatz und durch die Gärtnerei.
Darauf, beim Sargschreiner probe zu liegen, verzichte ich dankend.




Gleich hinterm Gamle By ragt das Kontrastprogramm empor: die weiße Kuppel des botanischen Gartens. Da noch ein paar Minuten Zeit ist, bis er schließt, schaue ich rein. Im Tropenhaus herrscht eine tolle Atmosphäre mit dem ganzen feuchten Grün.



Århus ist kunterbunt. Die Street-Art-Szene scheint recht aktiv zu sein.
Das es direkt ein Projekt mit tieferem Sinn dahinter gibt, habe ich leider erst zu spät gelesen, sonst hätte ich mich auf die Suche nach allen 17 Murals gemacht.

https://aarhusinside.dk/17-walls-street-art/  Oplev 17 Walls: Aarhus' nye street art i 2024



Abendessen spare ich mir, im Gamle By gab es dicke Smørrebrød.
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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 22:58 »
Dienstag, 19.08.2025

Noch fix was Süßes zum Frühstück im Skagerrak und schon erreiche ich Hirtshals. Von hier aus geht's mit der Bahn nach Ålborg - schnell und unkompliziert. Aber ganz ungewohnt: so viele Bäume entlang der Strecke 😁



Weil in Ålborg aber umsteigen angesagt ist, kann ich noch einen kurzen Spaziergang durchs Zentrum machen. Hübsche Stadt, viel Architektur um die Jahrhundertwende und ein wenig älteres.
In der Jomfru Ane Gade reiht sich ein Lokal ans andere, abends ist hier sicher einiges los. Hübsch ist auch der St.-Budolfi-Dom, so ganz in weiß.



Das ist ja mal was. Da spaziert man durch den Park und plötzlich trällert was los. Aber nicht etwa Amsel, Drossel oder Fink, sondern ganz viele Stars - sondern Elton John, Shakira, die Wiener Philharmoniker... Im Syngende Træer, dem musikalischen Park haben die verschiedensten Künstler Bäume gepflanzt und neben jedem Baum eine eigene Jukebox bekommen.



Nach dem Ständchen geht es noch einmal kurz auf die Schiene. Die Zugfahrt macht aber regelrecht müde. Nach den letzten Tagen einfach nur sitzen und nichts tun ist anstrengend. Aber ich darf mich ja gleich wieder bewegen. Und es ist so ungewohnt sommerlich warm, als ich Århus erreiche!

Århus macht einen richtig netten Eindruck! Es ist ein Mix aus Modern, Jahrhundertwende und dazwischen auch Mal ein bisschen Fachwerk.
Vorbei am Toldboden, dem Zollhaus, komme ich zum Hafen bis hin zum DOKK1, der Bibliothek und Kulturzentrum. Nicht nur für die geistige Erbauung ist gesorgt, ringsrum sind außerdem lauter Spielplätze.



Jetzt habe ich doch tatsächlich einen Garten gefunden - hoch über den Dächern von Århus! Seit acht Jahren gibt es auf dem Dach des Kaufhauses Salling einen wunderbaren Dachgarten. Hier lässt es sich schön in der Sonne sitzen. Sogar einen Eisverkäufer haben die aufs Dach gehievt. Leider schon geschlossen...
Aber ich wollte heute ja eh fasten 😅



Århus hat noch einen zweiten Skywalk: auf dem Dach des Kunstmuseums ARoS. Da kommt man wohl aber nur mit einem kompletten Ausstellungsbesuch hin. Picasso und Miró sind spannend, aber dafür fehlt mir heute die Muse. Und 27€ für ein Ticket sind schon happig.



Jetzt habe ich aber doch Huuunger. Es gab ja heute früh nur das kleine Teilchen auf dem Schiff. Da darf ich jetzt. Glücklicherweise mach das Restaurant seinem Namen keine Ehre. Es sieht alles recht deliziös aus.

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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 22:55 »
Montag, 18.08.2025

Tage auf See ziehen sich immer ein bisschen. Und zu berichten gibt es auch nicht so viel. Eigentlich ist man ja immer nur am Essen.

Eisberg... ! Ach Quatsch, das ist ja nicht die Titanic.
Vielmehr tauchen beim Frühstück langsam die Shetlands am Horizont auf.



Eigentlich bin ich ja nicht so der Biertrinker, aber die Flasche des Färöischen Gebräus hat schon was. Dazu gibt es zum Mittag leckere Smyrjibreyð.
In der Zwischenzeit biege ich von der Norwegischen See in die Nordsee ab.



Direkt Mal Zeit für ein Nickerchen. Etwas Sonne wäre jetzt noch schön. Ein bisschen schaukelt es, aber es ist bei weitem keine stürmische See. Ab und zu kommen Möwen vorbei, der ein oder andere Delphin hüpft und in der Ferne sind einige Bohrinseln zu sehen.

Das Schiffsrestaurant Munkastova ist nach dem ältesten Haus in Tórshavn benannt. Ich bin bestimmt dran vorbei gelaufen. Hier hatte früher die Hanse ihren Sitz, die das Handelsmonopol auf den Färöern hatte. 1673 überstand das Haus einen großen Stadtbrand. Man munkelt, es war Brandstiftung, um Unregelmäßigkeiten in den Konten zu vertuschen. Das ging wohl schief, das Haus blieb erhalten.

Ganz weit hinten sieht man jetzt auch schon die norwegische Küste.


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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 22:54 »
Sonntag, 17.08.2025

Sonne im Gesicht, Sprühnebel im Nacken - so richtig sicher ist sich das Wetter noch nicht. Egal erstmal Auto abgeben und was kleines zum Frühstück holen. Es gibt Berlinari und Spandauer 😅
Dann ab zum Busbahnhof und weiter nach Klaksvík.



Die Sonne hat sich entschieden zu bleiben. Zumindest in diesem Teil des Archipels. Ich mache also einen kleinen Spaziergang zum Klakkur. Herrliche Aussichten! Für den ganzen Wanderweg bis zum Gipfel reicht die Zeit nicht. Von dort aus hätte man einen wunderbaren Rundblick auf die umliegenden Inseln.
Aber eigentlich bin ich hierher gekommen, um wieder weg zu fahren...



... bzw. weg zu fliegen.
Auf den Färöern gibt es ein stark subventioniertes Helikopternetz. Das muss ich unbedingt ausprobieren für den Rückweg nach Tórshavn. Die Aussicht ist atemberaubend!






Leider hat es nur zehn Minuten gedauert. Aber da der Heli ja eigentlich dazu da ist, den Transport der Einheimischen zu erleichtern, und nicht, um Touristen zu bespaßen, ist das natürlich okay - und wenn ich die zehn Minuten den 90 Minuten für die Hinfahrt entgegenstelle, natürlich umso mehr.

Genau genommen dauert das Erlebnis "Helikopter" sogar noch zehn weitere Minuten. Erst dann lässt das Summen in den Ohren nach 🫨

Einmal geht es noch über die Tinganes. Es ist einfach zu schön hier...





Nach einem Abend Schmalhans darf ich jetzt wieder. Der Restaurantbesuch stand auch schon im Reiseplan. Das beste Restaurant der Färöer war das KOKS. Das gibt's nicht mehr. Im Gegensatz zum Schwesterrestaurant ROKS. Wie vorgestern gibt es nur zwei feste Menüs. Die haben es aber immerhin in den Guide Michelin geschafft. Man merkt, dass die Färöer eine Inselnation sind und Fisch eine wichtige Rolle spielt.
Es ist auch beeindruckend, was die Kellner über die Gerichte und die Weine erzählen. Auch wenn ich Cretin ohne die Erklärung wahrscheinlich weder Erdbeere noch getrocknete Tomaten rausgeschmeckt hätte.

Alles in allem ein mehr als würdiger Abschluss dieser Inseltour.

- Seeigeltoast
- gebratener Kabeljau mit Chimichurri
- Jakobsmuschel mit Vanilleschaum
- Langustine mit schwarzem Sesam
- Lachs-Kobujime mit Gurkensorbet
- Grönlandische Schneekrabbe mit gerösteter Zwiebelbutter
- Miesmuschel mit 'Nduja
- Makrele
- Saibling mit Knoblauchschaum und Erbspüree
- Zitronensorbet mit Wermut
- Käsekuchen und Schokoladensorbet

Aber Achtung, der Preis (plus Weinbegleitung) ist nicht jedermanns Geschmack  ;)





Oje, soll ich operieren???



Diese Reise bin ich nun genug geflogen. Jetzt geht's aufs Wasser. Zwischen Island und Dänemark pendelt die MS Norröna. Für Island müsste ich noch eine Woche anhängen, also geht's in die andere Richtung.
Die Färöer waren wirklich schön. Die torfgedeckten Holzhäuser, der spezielle Geruch, das satte Grün...

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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 22:51 »
Samstag, 16.08.2025

Die Sonne geht nicht nur spät unter, sondern auch zeitig auf. 05:35 Uhr, um genau zu sein. Die Badesaison scheint auch noch nicht vorbei zu sein. Mich zieht es aber bei 8°C Wassertemperatur nicht rein ?

Heute wird aber nicht noch einmal Rad gefahren - nach 50km tut mir der Hintern immer noch weh. Heute gibt's ein Auto. Gebucht habe ich aus Kostengründen eins in der Mini-Kategorie, mit Gangschaltung. Bekommen habe ich einen Automatik Nissan Qashqai. Wenn's für den gleichen Preis ist, beschwere ich mich nicht.
Jetzt nicht viel Zeit verlieren: Frühstück gibt's an der Tankstelle.



Ich bin ganz dankbar über das Auto. So wie es über die Berge geht, hätte ich das nicht mit dem Rad machen wollen - selbst elektrisch.
Die Landschaft ist wirklich großartig. Hinter jeder Ecke kommt ein anderer toller Blick, jeder Fjord ist eine Augenweide. Alles ist so saftig grün.
Natürlich fahre ich die Touristenrouten ab. Man trifft immer wieder auf die gleichen Reisebusse. Aber das lässt sich bei der kleinen Insel wahrscheinlich nicht vermeiden. Los geht es am Múlafossur, wahrscheinlich einem der schönsten Wasserfälle auf den Färöern, der sich direkt ins Meer ergießt.



Danach ist Zeit für eine kleine Wanderung: es geht zur Trælanípa, der Sklavenklippe. Die heißt so, weil hier früher nicht mehr arbeitsfähige irische Sklaven hinab gestoßen wurden. Macht man heute zum Glück nicht mehr :)
Trotzdem sollte ich nicht so nah an die Kante gehen. Es weht eine ziemlich steife Briese und mich würde es nicht wundern, wenn hier schon der ein oder andere Tourist runter geweht wurde.
Der Blick von der Klippe auf die Insel ist aber auch großartig. Der See Leitisvatn scheint regelrecht über dem Meer zu schweben.



Von der Insel Vágar geht es jetzt wieder zurück auf die Insel Streymoy. Fähre und Brücke wird nicht benötigt, die Färöer haben einige schicke Unterseetunnel. Ziel ist das Dörfchen Saksun. Und mit Verkleinerungsformen zu arbeiten, ist auf den Färöern vollkommen legitim. In Saksun leben nur 11 Einwohner. Mit den Sachsen hat der Ort allerdings nichts zu tun, auch wenn die sonst immer überall zu finden sind (beim Magnusdom gestern stand vor mir ein Paar aus Dresden im Gästebuch).
Am Ende einer schmalen Straße - zum Glück gibt es ausreichend Ausweichstellen - ist ein Gehöft aus dem 17. Jh. der hiesige Königsbauernhof. Wiedermal absolut malerisch mit den Grasdächern. Das haben leider auch die ganzen Instagrammer entdeckt und sich in den letzten Jahren nicht so vorbildlich verhalten. Daher sind Kirche und Friedhof nun für Besucher gesperrt.



Die Fjorde und die steilen Hänge haben den Nachteil, dass man kilometerweit fahren muss und in der Luftlinie eigentlich gar nicht so weit gekommen ist. Allerdings ist es eine aufregende Landschaft. In Tjørnuvík bin ich (nach 5 Minuten an einer roten Ampel) am Ende des Straßennetzes angekommen. Der Ort hat einen schwarzen Strand und ein Kaffee. Auf den Kuchen muss ich leider verzichten, da es gerade schließt. Aber ein Coffee to go ist noch möglich.



Ich hab es ja schon gesagt, die Färöer werden auch The Islands of Maybe genannt. Das Wetter ist unberechenbar. Von Tal zu Tal kann es sich unterscheiden, schönster Sonnenschein, dicker Nebel - nur 5 Minuten voneinander entfernt und auch schnell die Plätze tauschend.



Noch ein kurzer Abstecher nach Gjógv und Gøta und unterwegs ein Abendessen. Das fällt etwas spartanischer aus als gestern. Und dann geht es auch schon durch den Eysturoyartunnilin zurück nach Tórshavn. Es gibt zwar Fähren auf den Färöern und auch ein paar Brücken, doch seit neuestem beschreitet man hier ganz neue Wege. Mehrere Unterseetunnel verbinden einige der Inseln miteinander. Der spektakulärste ist wohl der Eysturoyartunnilin, denn 72m unter der Wasseroberfläche befindet sich ein Kreisverkehr. Zum Zeitpunkt der Eröffnung weltweit einmalig.




https://www.youtube.com/watch?v=ObCCwBBekMg&lc=Ugzk4jiwA1E5R0EXqKB4AaABAg

Wenn ich schon einmal dran vorbei komme, schaue ich noch im Skansin vorbei. 1629 wurden die Färöer von türkischen Piraten überfallen. Die kamen tatsächlich so weit hoch in den Norden. Daraufhin wurde zum Schutz der dänischen Handelsniederlassung eine kleine Festung errichtet, die von den einheimischen auch die friedlichste Festung der Welt genannt, da wenn von hier geschossen wurde, es höchstens Salutschüsse waren.
Und so wie ich den Tag beginne, mit einem Aufgang, so beende ich ihn auch. Gleiche Blickrichtung, allerdings anderes Gestirn und 22:05 Uhr.

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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 22:46 »
Freitag, 15.08.2025

Der Sonnenaufgang über der Bucht weckt mich - perfektes Wetter heute.
Eigentlich nennt man die Färöer ja, the islands of maybe - weil das Wetter extrem unbeständig ist. Ich habe aber offenbar Glück. Das kleine Städtchen Tórshavn ist heute auch erstaunlich international. Man hört Englisch, Portugiesisch, Schwizerdütsch... Zwei Kreuzfahrtschiffe liegen vor Anker. Da habe ich Glück noch ein Plätzchen im Café zu bekommen, denn Frühstück gibts im Airbnb leider nicht.



Die Färöer sind teuer, da verzichte ich darauf, über die komplette Zeit ein Auto zu haben.
Um aber trotzdem ein bisschen rum zu kommen, gönne ich mir ein Fahrrad. Und damit ich auch über die Berge komme, ist es elektrisch.
Weit fahre ich erstmal nicht. Gleich um die Ecke ist der alte Friedhof von Tórshavn. Mir sind die ganzen Hansen und Johansen unbekannt, aber die Gräber sind zum Großteil noch aus dem 19. und frühen 20. Jh.
Ansonsten ist die Hauptstadt der Färöer herzallerliebst und mit ihren 14.000 Einwohnern auch recht überschaubar.

Ich bin ganz dankbar über die motorisierte Unterstützung, denn ich steigere mich. Waren die Orkneys noch relativ flach und die Shetlands hügelig, sind die Färöer jetzt eine ganz andere Hausnummer. Sie besitzen mit dem Kap Enniberg gar das höchste lotrechte aus dem Meer ragende Kliff der Welt (754m). Da werde ich allerdings nicht vorbeikommen.



Das nette Tier ist ein Färöerpony. Von denen gibt es keine 100 Exemplare mehr.

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Färöer (zumindest abseits der Landschaft) ist Kirkjubøur. Einst war der kleine Ort geistiges und kulturellen Zentrum der Inselgruppe. Ab 1100 war es der Sitz des Bistums der Färöer, kurzzeitig gar dem Erzbistum Hamburg-Bremen unterstellt.
Sverri Sigurdsson, der bedeutendste norwegische König des Mittelalters stammt aus Kirkjubøur. Aber keine Sorge, ich musste auch nachlesen, wer das überhaupt ist.

Was ich nicht nachlesen muss ist, wer Magnus war, nach dem die hiesige Kathedrale benannt ist - nämlich genau der gleiche wie in Kirkwall.
Für eine Kathedrale ist der Bau ziemlich klein, aber das ist natürlich der Einwohnerzahl der Inseln geschuldet. Mittlerweile ist die Kirche eine Ruine - mache sagen, sie sei nie fertig gestellt worden.

Gleich daneben befindet sich die Sankt-Olaf-Kirche aus dem Jahr 1250. Die ist die älteste Kirche der Färöer. Ihr ehemaliges Innenleben schaue ich mir heute Nachmittag im Museum näher an.

Was ich mir jetzt gleich ansehe, ist der Königsbauernhof. Der stammt aus dem 11. Jh. und ist damit das älteste noch bewohnte Holzhaus Europas. Neben dem bewohnten Teil ist auch ein weiterer als Museum zurecht gemacht. Ich sehe die Roykstova, die Rauchstube, den zentralen Raum, in dem sich quasi das kulturelle Leben des Hofes abgespielt hat, sowie die Loftstovan (Dachstube), das Büro der färöischen Bischöfe, in dem u.a. am 24.06.1298 der Schafsbrief verfasst wurde, das älteste erhaltene Dokument der Färöer.
Der Hof ist seit 17 Generationen in Besitz der Familie Patursson, die seit 1550 den königlichen Pachtbrief besitzt.

Gleich hinterm Hof befindet sich eine Pferdekoppel mit eben jenem Tierchen von den vorhergehenden Bildern, von denen mir ein Anwohnern berichtet, dass es sich um Färöerponys handelt.



Eigentlich wollte ich noch zum Tyggjara Wasserfall - noch dazu über die Bergstraße. Ich entscheide mich auf halber Strecke um. Zum einen sehe ich ihn schon eine ganze Weile von der anderen Seite des Fjordes und zum anderen habe ich keine Lust auf zweieinhalb Kilometer Tunnel. Es gibt auch schon entlang meiner Strecke einige Wasserfälle.



Es ist eine spontane Entscheidung, doch schon heute ins Nationalmuseum zu gehen. Ursprünglich hatte ich dies für Sonntag auf dem Plan, aber das wäre eventuell zu knapp geworden.
Ich lerne viel über Geologie und Tierwelt der Färöer, über die Geschichte und Kultur. Ein Highlight ist jedoch das hier ausgestellte Kirchengestühl von Kirkjubøur, der größte nationale Kunstschatz der Färöer. Die Gestühlwangen stammen aus der Olafskirche und sind über 600 Jahre alt. Eventuell sollten sie ursprünglich sogar im Magnusdom installiert werden.




Auch in Hoyvik, dem Nachbarort Tórshavns, gab es einen Königsbauernhof. Der ist mittlerweile ein kleines Freilichtmuseum. Neben den unterschiedlichen Lagerhäusern für Fleisch, Kartoffeln u.ä., gibt es auch eine Schmiede und natürlich das Wohnhaus des Landvogts. Das ist erstaunlich geräumig und im Vergleich zum Croft House auf den Shetlands regelrecht luxuriös.



Die Färöer gehören ja eigentlich zu Dänemark. Aber erst 1874 hat ein dänischer König die Inseln besucht - Christian IX. zu dessen Ehren 1882 diese Säule mit tollem Blick über die Stadt errichtet wurde. Der Besuch war nicht ganz unproblematisch. Während der Willkommensrede des Königs fiel der Bürgermeister von Tórshavn in Ohnmacht und verstarb.

Über der Stadt liegt ein unerwarteter Rosenduft. An zahlreichen Orten türmen sich Heckenrosenberge auf. Das hätte ich hier nicht erwartet.




Der Akku ist leer, passenderweise direkt in Tórshavn. Also geb ich das Rad wieder ab und ziehe wieder zu Fuß los. Auf den Tinganes hätte ich das Rad eh nicht mitnehmen können. Das ist die Halbinsel, die in den Hafen von Tórshavn ragt, der älteste Teil der Stadt, in dem seit ungefähr dem Jahr 900 der Thing stattfindet, also eines der ältesten noch existierenden Parlamente der Welt.
Die Gassen mit den roten und pechschwarzen Holzhäusern sind urig. Besonders die begrünten Dächer haben es mir angetan.



Nach den gestrigen Sandwiches darf ich heute mal wieder essen gehen - bei Katrina Christiansen. Aber oje, wo bin ich denn hier gelandet. Nur zwei Dinge auf der Speisekarte - ein großes Menü und ein kleines Menü... Ich hätte mich mal vorher informieren sollen. Naja, Augen zu und durch. Obwohl, nein! Augen auf. Denn es ist wirklich alles ein Fest für Augen und Gaumen.
Morgen werde ich wohl wieder auf Sandwiches ausweichen müssen.

- Garnelentoast
- in Soja marinierter Lachs auf Seegrassalat
- Lammkeule mit Linsen, Kartoffeln und Wurzelgemüse auf Paprikasauce
- Salat von Kohl, Birnen und Nüssen auf Frischkäse mit Senfvinaigrette
- Lemon Curd mit Crumble, Buttermilchmousse und Meringue

Jeder Gang begleitet von einem passenden Wein. Da muss ich aufpassen, auf dem Heimweg nicht im Hafenbecken zu landen.

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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 22:44 »
Donnerstag, 14.08.2025

Zeitig aufstehen... hilft nix, der Bus wartet nicht. Das Auto hatte ich schon gestern Abend in Lerwick abgegeben und irgendwie muss ich ja zum Flughafen kommen. Immerhin entpuppt sich die Regenwolke vom Satellitenbild nur als dicker Nebel, der sich dann auch stellenweise lichtet. Es wird langsam Zeit, dass ich die Inseln wieder verlasse. Ich könnte zwar auch den Space Port nutzen, der im Norden der Shetlands eröffnet wurde, aber ich bleibe dann doch lieber konventionell beim Flugzeug.



Dass Sumburgh ein kleiner Flughafen ist, sieht man sehr schön am Gate :smiley_grinsen:

In Edinburgh gelandet, sieht das Wetter schon besser aus. Die Zeit reicht auch für einen kurzen Spaziergang durch Schottlands Hauptstadt. Die Unmengen an Menschen im Vergleich zu den letzten Tagen erschlagen mich fast... Die Altstadt ist außerdem voll mit Straßenkünstlern.





Wofür die Zeit gerade noch so reicht, ist die St. Giles Kathedrale. Danach muss ich mich aber sputen. Mit dem Bus geht's gleich wieder zurück zum Flughafen. Der fährt neben dem Scott Monument ab, den zweitgrößten Denkmal der Welt für einen Autor. Sir Walter Scott ist sowas wie der schottische Nationalschriftsteller. Von ihm stammen Werke, wie z.B. Ivanhoe.



Was ist eigentlich typisch britisch? Tee, die Que... äh der King, Doppelstockbusse, rote Telefonzellen...
Und die roten Briefkästen.
Bei denen gibt es eine erstaunliche Vielfalt. Eingeführt wurden sie in den 1850er Jahren, kurz nach der ersten Briefmarke. Anfangs wurden die Briefe direkt bei Relaisstationen aufgegeben und abgeholt. Aber gerade auf den Kanalinseln (Jersey, Guernsey, ...) war das ein Problem, weil der Postschiffverkehr nur unregelmäßig und unvorhersehbar kam. Die Idee war also, eine Sammelstelle zu erfinden, eine "letter-receiving pillar". Das hat man sich in Paris abgeschaut. Die Pillar Box war geboren. Die älteste noch in Benutzung befindliche Pillar Box ist von 1856.
Seitdem hat sich das Design ein kleinwenig verändert. Es gibt sie in sechseckig, in rund, eckig, in die Wand installiert... Mit den Monogrammen aller Monarchen seit Queen Victoria (ausgenommen Charles... Für ihn wurden noch keine produziert). In Schottland gibt es auch viele ohne Monogramm, dafür mit Krone.

Gemein ist allen: sie sind rot.
Es gibt nur einige wenige Ausnahmen, zur Ehrung der Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2012 - die wurden gold gestrichen. Und in den ehemaligen britischen Kolonien nutzt man auch meist andere Farben.



Nun bin ich aber schon wieder am Flughafen. Aber wo geht's hin? Weiter nach Norden! Atlantic Airways bringt mich nach Vágar, den Flughafen der Färöer. Ich habe Glück: ich bin etwas vor der Zeit gelandet und erreiche noch den Shuttlebus nach Torshavn. Eigentlich sollte ich 16.30 landen und der Bus 16.35 abfahren - der nächste erst 18.30.
Früher gab es auch einmal eine Fähre von den Shetlands zu den Färöer. Leider wurde sie eingestellt und so musste ich den umständlichen Weg über Edinburgh nehmen.



Von Torshavn laufe ich noch eine dreiviertel Stunde nach Argir. Öffis hätte genau so lange gedauert... Hier befindet sich mein Airbnb bei Berit. Ein schönes großes Zimmer mit Meerblick. Zum Abendessen gibt's dann aufgesparte Flughafensandwiches, denn nochmal nach Torshavn zurück laufen mag ich heute nicht mehr.
Und ich merke, wie hoch im Norden ich mittlerweile bin. Es ist halb 11 und immer noch relativ hell.

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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 22:42 »
Mittwoch, 13.08.2025

Das Frühstück ist verhältnismäßig einfach. Von dem gehaltvollen Zeug, was sich die Briten sonst auf den Teller laden, gibt es nur Spiegelei und Bacon. Aber die Shetlands gehören halt zu Schottland und den Schotten sagt man ja nach, geizig zu sein...

Mein erster Stopp heute ist noch einmal direkt in Lerwick: Fort Charlotte sollte die Inseln erst im englisch-niederländischen Krieg in den 1650er Jahren und später gegen Napoleon verteidigen.
Und weil damals ja alles irgendwie mit dem deutschen Adel verbandelt war, ist es nach Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannt, der damaligen englischen Königin.
Aber direkt in Lerwick kann ich noch ein paar tausend Jahre tiefer in die Geschichte eintauchen. Vor den Stadttoren liegt ein See, in dessen Mitte sich ein Inselchen befindet, auf dem schon vor 2.700 Jahren gesiedelt wurde. Der Clickimin Broch ist aber erst knapp 2.000 Jahre alt.



Wenn ich sagen würde, heute gibt es Mal keine alten Steine, würde ich zwar lügen, aber im großen und ganzen fahre ich heute bloß ein bisschen rum, genieße Landschaft, Sonne und Wärme. Es gibt unglaublich viele frei laufende Schafe, aber Shetland Ponys sehe ich keine.



Mitten im Nirgendwo finde ich dann den Stanydale Tempel, den ältesten vorgeschichtlichen Bau auf den Shetlands. Er wurde wohl von der Jungsteinzeit bis zur Bronzezeit genutzt. Das Gebäude liegt etwas abseits und es geht auf einem Trampelpfad durch die Heide.
Jetzt wären Gummistiefel nett gewesen. Die Heide ist nämlich vielmehr eine Feuchtwiese...



Die Schuhe sind schon wieder fast trocken, das Autogebläse wirkt Wunder. Da kann ich doch gleich wieder über eine Weide stiefeln. In Huxter stehen zum einen einige alte Wassermühlen (wieder so ein Horizontalrad, wie auf den Orkneys) und ein Broch. Jetzt kommt auch die Sonne raus, da laden die Klippen und ein Wasserfall doch gleich zu einem Mittagspäuschen ein.



Mittlerweile komme ich schon fast ins schwitzen. Hier am Esha Ness gets es noch einmal eine anderthalb Stunden spazieren, immer neugierig von unzähligen Schafen beäugt. Die Wiese ist hier auch trockener. Es gibt wieder Mal einen Broch, eine eingestürzte Meereshöhle, brütende Möwen und traumhafte Klippen. Man kann sich gar nicht entscheiden, was man alles fotografieren soll.
Und jetzt die große Frage: Welche ist die schönste Klippe? Natürlich immer die nächste... 😁




Noch fix Abendessen. Der Tisch ist diesmal wohlweißlich reserviert. Dummerweise ist mein Essenswunsch bereits aus... Also schon wieder F'n'C
Zum Glück ist das bald vorbei 😅

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Reiseberichte / Antw:Nordatlantik - Orkney, Shetland, Färöer
« Letzter Beitrag von Kaamos am 27. August 2025, 22:40 »
Dienstag, 12.08.2025

Da hab ich doch glatt etwas anzuschauen vergessen. Ganz in der Nähe der Stones of Stennes gibt es noch die neolithische Siedlung Barnhouse vom Ende des 4. Jahrtausends vor Christus. Ungewöhnlich ist, dass nach Ende der Nutzung die Gebäude wohl abgerissen wurden.



Danach geht es schon wieder zum Flughafen, Auto abgeben und darauf warten, dass Loganair angebraust kommt. Eigentlich hätte ich auch liebend gern noch einen Abstecher zur Orkney-Insel Papa Westray gemacht. Hier wird nämlich der kürzeste Linienflug der Welt betrieben - von Papa Westray nach Westray (bzw. umgekehrt). Der ganze Spaß dauert je nach Windlage 1-2 Minuten. Jetzt aber werde ich mich für sage und schreibe 25 Minuten in die Lüfte erheben. Ziel ist Sumburgh auf den Shetlandinseln. Empfangen werde ich genauso verregnet wie auf den Orkneys ein paar Tage zuvor. Na hoffentlich verzieht sich das noch...



Naja, fast... ein paar Tropfen kommen noch, aber ich bin ja nicht aus Zucker. Und im Vergleich zu den Orkneys ist es hier allerdings nahezu windstill. Das hat natürlich den Nachteil, dass es hier die schottischen Midges gibt ?
Ich fahre erst einmal zur südlichen Spitze der Shetlands (die etwas abseits liegende Fair Isle Mal ausgenommen). Auf dem Sumburgh Head gibt's im Leuchtturm eine kleine Ausstellung zu den tierischen Küstenbewohnern und zum Leben der Leuchtturmwärter. Man kann auch das Nebelhorn tuten lassen.
Auch 'ne spannende Bierdose steht am Leuchtturm...




https://www.cgsphotos.com/shetlandinacan Shetland in a Can | Chris G Smith Photos

Die Sonne kommt raus, passend zum nächsten prähistorischen Kleinod. Der Jarlshof wurde von 2.500 v. Chr. bis ins 17. Jh. besiedelt. Eisenzeit, Pikten, Nordmänner - alle waren sie wieder hier vertreten. Es gibt einen schönen Broch, mehrere Wheelhäuser und Souterrains. Von den Langhäusern der Wikinger sind nur noch die Fundamente zu sehen.



Na sowas... Als ich weiterfahren will, ist die Schranke zu? Hier gibt's doch gar keine Eisenbahn. Ach nein, ich muss erst einen Flieger durch lassen. Die Straße geht quer über die Landebahn des Flughafens.



Aber es geht ganz fix und ich kann meine Fahrt schon bald fortsetzen. Nächstes Ziel: das Croft House Museum. Ein Croft ist eine schottische Form der Pacht, kleine Höfe, die wahrscheinlich auch nicht so viel abgeworfen haben.



Die Shetlands bilden die Grenze zwischen Nordsee und Atlantik. Hier an der Westküste geht's nur noch nach Canada weiter. Die Landschaft ist ähnlich und doch ganz anders als auf den Orkneys. Es ist deutlich bergiger und noch ein bisschen karger. Es erinnert mich an Norwegen. Auch die neueren Häuser wirken oftmals eher nordisch als britisch.



Auch auf den Shetlands besuche ich eine Gezeiteninsel, die St. Ninian's Isle. Diese wird von einem Tombolo, einem Dünenstreifen mit dem Festland verbunden, dem größten der britischen Inseln. Da lässt es sich schön spazieren gehen. Das Wasser ist ziemlich frisch, was aber trotzdem einige nicht vom baden abhält. Es gibt auch eine Sauna direkt am Strand.
Auf der St. Ninian's Isle gab es früher auch eine Siedlung nebst Kirche. Von letzter sind noch Mauerreste erhalten. 1958 hat ein Schuljunge hier einen beträchtlichen Schatz gefunden: Silberne Fibeln, Messer, Schalen aus dem 8. Jh.





Meine Unterkunft befindet sich in Lerwick, dem Hauptort der Shetland Inseln. Da es mir allerdings noch zu früh fürs Abendessen ist, fahre ich nach dem Einchecken noch einmal los. In Scalloway treffe ich einen alten Bekannten: Patrick Stewart. Der war nicht nur Earl von Orkney, sondern auch Lord der Shetlands. Auch hier ließ er sich einen Palast errichten und auch hier war er in der Bevölkerung verhasst.

Scalloway hatte aber auch in jüngerer Geschichte eine interessante Rolle. Von hier aus operierte im Zweiten Weltkrieg der sogenannte Shetland Bus. Das waren Seeleute, die mit einfachen Fischerbooten den norwegischen Widerstand unterstützen.



Zurück in Lerwick habe ich kullinarisches Pech. Wieder kein Tisch frei... Hier ist alles so gut besucht, man muss reservieren. Also gibt's wieder was beim örtlichen Chippy.
Lerwick macht auch einen ganz netten Eindruck, auch wenn um die Zeit schon die Bürgersteige hoch geklappt sind. Aber hier darf ich halt keine mediterranen Verhältnisse erwarten.




Die Shetlands betonen noch viel mehr als die Orkneys ihr nordisches Erbe. Auf den Ortseingangsschildern beispielsweise steht zusätzlich, was die Ortsnamen auf altnordisch bedeuten. zB Lerwick = Leirvík, Old Norse: Muddy Bay
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