Thema: Reaktionen auf die Nationalität?  (Gelesen 10717 mal)

Jens

« Antwort #15 am: 13. Mai 2010, 17:48 »
Ehrlich gesagt ist es manchmal am schlimmsten mit seltsamen Deutschen, die darauf bestehen aus Gruenden der Internationaelitaet mit mir Englisch zu reden. Wenn man sich zu zweit unterhaelt, ohne dass jemand, der kein Englisch kann, daneben steht und sich komisch fuehlt, sehe ich naemlich keinen Grund fuer den Gebrauch der englischer Sprache.  ???
Das habe ich in der Sprachschule gemerkt. Erst wollten sie nur englisch reden, da wir es ja lernen wollten, aber nach 15 Minuten mit NUR deutschen wurde nur noch deutsch geredet! Es ist halt unsere Muttersprache!!! Und ich sehe da auch nicht schimmes drin. Anderes war es, als ein Nicht-Deutscher dabei war, dann wurde englisch geredet, damit er nicht denkt, die lästern über mich! So finde ich das auch gut!
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Nausikaa

« Antwort #16 am: 03. Oktober 2010, 11:59 »
Super Thema, da mach ich mir auch oft Gedanken drüber!

Ich hab schon einige für mich nervige Erfahrungen gemacht. In den USA gab's die üblichen Fragen nach Haushaltsgeräten, aber auch die dämlichen Statements, dass wir ja sowieso alle Nazis seien. Da ich damals gerade zwischen 11 und 13 war (und die amerikanischen Kinder auch) und mich intensiv mit der NS-Zeit auseinandergesetzt habe (angefangen mit Damals war es Friedrich), fand ich das echt schlimm. Allerdings hätte mich das fast in die örtliche Footballmanschaft gebracht, ich bin nämlich aus lauter Wut weggelaufen, so schnell ich konnte, und hab die Jungs damit geschockt, dass sie mir auf ihren Rädern nicht folgen konnten... :D  :D
Das ist lange her, aber nach den Erzählungen von Freunden hat es sich nicht wesentlich verändert. Siehe oben...


Aber Spaß beiseite, ich hab vor drei Jahren ein Jahr als Assistant Teacher in Irland verbracht und bin oft damit konfrontiert worden. Zum Teil lag es an den üblichen gutmütigen Frotzeleien, die hier halt ein Thema berührt haben, das ich nicht witzig finde. Da hat sich vor allem einer der Geschichtslehrer hervorgetan. Aber am fiesesten fand ich es, wenn ich Leuten als Deutsche vorgestellt wurde und die mich mit "Ah, H H then" begrüßt haben. Es liegt halt nicht nur an der Bildung, sondern auch am Takt... Naja, trotzdem, auch hier gilt: Je weltgewandter die Leute, desto weniger kriegt man blöde Sprüche ab. Die Erfahrung hab ich in ganz Europa und unter Travellern aus aller Welt gemacht. Meistens hab ich's einfach ignoriert. Aus dem Alter des Weglaufens bin ich wohl raus!  ;D
Allerdings hab ich auch oft dumme Sprüche über unsere angebliche Humorlosigkeit gehört. Da hab ich in meiner Schule aber gut mit aufräumen können...  :D

Übrigens hatte ich in Indien auch keine Probleme. Wie oben schon erzählt wurde, finden die Deutschland meistens gut, weil reich und erfolgreich, und wissen alle nichts von der Wiedervereinigung...  :D

Ansonsten gilt wohl, was oben schon jemand geschrieben hat: Es gibt eben immer Idioten, die Dir mit Vorurteilen begegnen, aber die meisten Traveller und Einheimischen sind aufgeschlossen und freundlich. Und ich würde auch zustimmen, dass wir eine Art "Botschafter" sind. Lieber wir als Westerwelle....  ;)







 
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Stecki

« Antwort #17 am: 03. Oktober 2010, 12:13 »
Allerdings hätte mich das fast in die örtliche Footballmanschaft gebracht, ich bin nämlich aus lauter Wut weggelaufen, so schnell ich konnte, und hab die Jungs damit geschockt, dass sie mir auf ihren Rädern nicht folgen konnten... :D  :D

Run Forrest, run! :-)
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Sulawesi

« Antwort #18 am: 03. Oktober 2010, 20:38 »

In SOA nur positive Reaktionen, grade in Kambodscha oder auch Vietnam wurde gesagt: ihr habt ja auch so etwas Schreckliches im Krieg erlebt.

Derartige Sprüche sind mir völig fremd in Südostasien. Kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen dass ein kambodschaner sowas sagen würde. Da kommt nach wie vor gern "Heil Hitler", aber eher als unpolitische Äuserung.

In vielen islamischen Ländern überwiegt jedoch eine positve Grundstimmung zum dritten Reich.



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Flynn

« Antwort #19 am: 03. Oktober 2010, 21:59 »
Wir haben in Südafrika eine nette Unterhaltung mi vier Jungs aus Jo'burg gehabt. Die hatten ein super positives Bild von Deutschland und zeigten sich milde entsetzt, als wir ihnen nicht die neusten Modelle von Mercedes Benz, Audi und Porsche nennen konnten :D

Dass wir nichts davon wussten, dass unsere U17-Nationalmannschaft Weltmeister wurden (glaube aber da haben sie uns mit der Schweiz verwechselt :D), verwirrte sie noch etwas mehr. Es kamen auch so Fragen wie "Is there really a city called Wolfsburg in Germany?", "Are there hard crime-laws in Germany?",...

Aber das dominierende Thema war Fußball und jeder hier scheint den FC Bayern München zu kennen. Natürlich gibts auch Vorurteile gegenüber Deutschen. Als wir im Hostel die Schilder gelesen hatten und die Kaution für den Zimmerschlüssel direkt beim Buchen auf den Tresen gelegt haben, schaute uns die Hostelbesitzern mit großen Augen an und kommentierte es mit "Ahhh...Germany. Read the sign, didn't you?" :D

Da kam ich dann schon ins Grübeln. Sind wir deutsche (im Durchschnitt) wirklich so? Schwere Frage...

In England habe ich dagegen negative Erfahrungen gemacht. Gerade junge Leute mit (subjektiv) geringer Bildung lassen im Hallenbad gerne mal Sprüche wie "Fucking Hitlers" & Co ab. Prügeleien kommen bei 80% unserer Jugendreisen über 2 Wochen nach England vor - aufgrund solcher Sprüche meist. Aber das liegt meiner Meinung nach an den allgemeinen sozialen Problemen mit denen England aktuell zu kämpfen hat. Die Welt ist für viele englische Familien sehr hart...
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Niels

« Antwort #20 am: 04. Oktober 2010, 05:33 »
Na da will ich gerade wegen meiner Erfahrung hier in NZ auch mal was dazu sagen...

Ich selber bin als Deutscher bisher ueberall sehr freundlich aufgenommen wurden und musste mir in 8 Monaten bisher keine duemmlichen Kommentare zum WW2 oder Nazis anhoeren. Wenn jmd darueber redet oder witzelt bin das meistens ich selber (meine Meinung ist lieber nen schwarzhumorigen Scherz draus machen, als die Vergangenheit zu vergessen, oder zu ignorieren. Gibt natuerlich Grenzen hierfuer, aber das ist n anderes Thema)

Was mir allerdings hier in NZ aufgefallen ist, ist das sich EINIGE Deutsche die ich getroffen habe sich in meinen Augen unhoeflich und ausgrenzend verhalten. Sprich: Sie sprechen nonstop deutsch, auch wenn nicht-deutschsprachige Reisende/locals mit am Tisch oder im Dorm sitzen und machen keinerlei Anstalten ins Englische zu wechseln um andere Mitmenschen die Moeglichkeit zu geben der Diskussion beizutreten. Aus diesem Grund habe ich fuer mich irgendwann mal beschlossen nur noch Englisch auf der Reise zu reden, no matter wer um mich herum ist.

greetz,
Niels
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Sulawesi

« Antwort #21 am: 04. Oktober 2010, 07:38 »


In England habe ich dagegen negative Erfahrungen gemacht. Gerade junge Leute mit (subjektiv) geringer Bildung lassen im Hallenbad gerne mal Sprüche wie "Fucking Hitlers" & Co ab. Prügeleien kommen bei 80% unserer Jugendreisen über 2 Wochen nach England vor - aufgrund solcher Sprüche meist.

Schulklassen wird nach wie vor geraten bei der Frage nach der nationalität zu lügen. Es kommt eigentlich in jeder Klasse vor dass Buben übelst zusammengschlagen werden, weil sie Deutsche sind.

Zur Verteidigung der Inselbewohner muss man allerdings sagen dass es auch in Deutschland ständig vorkommt dass Deutsche aufgrund ihrer Nationalität ("was gucksch mich an du Kartoffel") zusammengeschlagen werden.
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Nina-und-Kim

« Antwort #22 am: 11. Oktober 2010, 18:10 »
ich kann zu dem Thema was über die Japaner beitragen:

In Japan kam NIE (obwohl ich 1 Jahr dort gelebt habe und mit meinen blonden Haaren auch immer identifiziert wurde *g*) etwas negatives!!! Nochnichtmal in der Mimik :D

Nur Fragen über Hitler etc. kamen des Öfteren - wenn man sich dann besser kannte. 1x oder 2x hatte ich es auch das ich tatsächlich gefragt wurde wie es ihm (hitler) denn so geht  :o

Naja, also in Japan wird man keine Probleme als Deutscher haben ;) Die denken echt das jedes Klischee voll zutrifft - Pünktlich, Fleißig etc.  :D (war glaub ich ein kleiner shock für die das ich noch kein japanisch konnte obwohl ich doch ein halbes jahr vorher wusste das ich fliege  ;D)
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ChristophB

« Antwort #23 am: 12. Oktober 2010, 22:58 »
Mal was ganz aktuelles von heute frueh beim Auto auf einem bewachten Parkplatz in Kapstadt-Innenstadt abstellen:

Der Parkwaechter, ausgestattet mit Deutschland-Schal und -Muetze, fragt woher ich komme. Die Reaktion auf meine Antwort: "Geeermany?!?!?! Oh, no, Germany? I love Germany, love football. Oh, you're from Germany. My brother is in Germany as Pastor." Gegenfrage, wo da? "I dont know. I phone him. In the evening I tell you. Oh, Germany, I want to go there..."

Hoffentlich faehrt dieser nette junge Mann nicht irgendwann mal dorthin und wird bitter enttaeuscht.

Generell nur gute Erfahrungen mit meiner Nationalitaetsangabe. Hin und wieder Diskussionen mit Englaendern ueber Fussball, Hollaendern ueber das allgemein etwas gespannte Verhaeltnis. Ganz, ganz seltene Erfahrungen wo Israelis oder Juden anderer Nationalitaet merkwuerdig reagiert haben. Dazu kommen dann noch seltene Pro-Adolf-Bekundungen, auffallend haeufig in Indien, die meist mit wuesten Beschimpfungen meinerseits beendet wurden.

Ein Englaender hat mich mal gefragt, warum wir eigentlich so ein verkrampftes Verhaeltnis zu unserem Nationalstolz haben, ist aber schon was her. Ich glaube, seit der WM 2006 hat sich viel zum Guten entwickelt.
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AMimi

« Antwort #24 am: 26. November 2010, 23:46 »
Bin schweizerin aber hatte natürlich immer wieder freude meine fast muttersprache mit Deutschen mal wieder anzuwenden....
Hab insegesammt wirklich voll nette Deutsche kennengelernt.
Bei mir war die "where are you from? "frage immer ganz schwierig zu beantworten, da ich halb schweizerin und halb peruanerin bin und schon fast indisch aussehe.... der mix ist aber immer positiv rübergekommen weil man halt kein vorurteil über schweizerperuanerinen hat!!
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Tallarie

« Antwort #25 am: 27. November 2010, 00:23 »
da fällt mir auch eine super lustige Situation ein :D
Ich war 2004 mit meiner Handballmannschaft in Japan unterwegs und wir mussten dann auch unheimlich viele Schule besuchen (da deren Sportmannschaften den selben Sponsor hatten wie wir).
Wir sind dann durch die Gänge gegangen und die Japaner hatten normalen Unterricht...denkste....du hast immer wieder Köpfe hinter den Türen und aus den Räumen gesehen, die total neugierig waren und uns die ganze Zeit gewunkten haben :D
Und sobald du soetwas wie "Hello everybody, nice to see you" o.ä. gesagt hast fingen die an zu kreischen als würde Tokio Hotel vor denen stehen ^^
Selbst "in der Öffentlichkeit" machten die Leute Fotos von uns, sodass dir vom Lachen die Wangen richtig wehtaten ;D

.....also eine Abneigung haben wir überhaupt nicht gespürt =)
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Sony

« Antwort #26 am: 30. November 2010, 03:19 »
Mmmmmmh, hinsichtlich meiner Deutschen Nationalität hatte ich noch keine "Schwierigkeiten". Vielleicht liegt es auch daran, dass wir mit einem Auto mit schweizem Kennzeichen unterwegs sind (Mein Man ist Schweizer, und wir leben auch dort). Aber was man uns immer hinterher ruft ist "Gringo". Tausendmal müssen wir sagen, nein, wir sind nicht aus der USA. Aber im Endeffekt sind alle Ausländer ja "Gringos", allerdings ist es in meinen Augen ein Schimpfwort und daher reagiere ich nach einem guten Jahr in Lateinamerika empfindlich drauf. Naja, trotzdem lasse ich mir die Laune nicht verderben.

Grüsse aus Guayaquil
Sony
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Mooni

« Antwort #27 am: 30. November 2010, 09:43 »
Finde Gringo/a auch auf jedenfall beleidigend.
Wenn mich jemand hier in Mexico diesbzgl dumm anmacht, ist es meiner Meinung nach am Besten darauf mit Äußerungen wie Cállate (nett formuliert:Halt den Mund) zu reagieren - damit zeigt man immerhin, dass man die Beleidigung verstanden hat und sich auf Spanisch wehren kann. Ist mir aber ganz selten passiert, und meistens reagieren dann Umstehende (vor allem junge Herren :D ) hilfsbereit.


Die aller aller meisten haben aber ein super positives Bild von Deutschland, wuerden da gerne mal hinreisen usw.
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AMimi

« Antwort #28 am: 30. November 2010, 22:35 »
Also finde gringo überhaupt nicht beleidigend...
es hat nicht mehr wirklich mit Amerikanern zu tun wie früher....
man nennt zum teil auch einfach blonde oder "weisse" gringos... auch wenn sie peruaner sind
bin selbst halb peruanerin....

In asien wird ja immer barrang (Kambotscha) und Fallang (Thailand und andere) verwendet...
dabei stresste es mich in Thailand auch immer weil es mir so negativ rüberkam, in Kambotscha allerdings überhaupt nich
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Xenia

« Antwort #29 am: 01. Dezember 2010, 08:58 »
Also als Schweizer kriegt man kaum irgendwelche negativen Dinge zu hören. Was mich aber nervt ist, das alle immer denken dass wir Schweizer super reich sind. Das passiert aber nicht nur in Asien oder in ärmeren Ländern sondern auch in den Staaten und in Europa. Klar wir verdienen sicherlich mehr als in den meisten Ländern, aber wir haben auch viel höhere Ausgaben hier als anderswo.

Einzig die Israelis sind nicht so gut auf uns zu sprechen, weil wir nicht gegen Palästina sind usw. aber damit hats sich auch. Amis denken eh immer wir seien Schweden und kapieren es auch nach x-mal erklären nicht was der Unterschied ist. Find ich ziemlich merkwürdig denn ausser den ersten zwei Buchstaben im Landesnahmen haben wir nun ja wirklich nichts gemeinsam mit den Schweden haha.
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