Thema: Südbrasilien - wie findet ihr meinen Plan?  (Gelesen 3143 mal)

Jef Costello

« am: 08. September 2021, 21:33 »
Ich fliege Ende Oktober für drei Wochen nach Brasilien. Dieses Mal will ich den Süden kennenlernen. In São Paulo war ich 2016 schon mal kurz für vier Tage. Gibt noch ein paar Sehenswürdigkeiten, die ich gerne besuchen möchte. Danach nehme ich einen kurzen Flug nach Curitiba und habe zwei Tage, um mir die Stadt anzusehen. Hauptgrund für den Besuch ist das Oscar-Niemeyer-Museum und der botanische Garten. Der Serra Verde Express und der Vila Velha Park sind zwei schöne Tagesausflüge. Mit einem brasilianischen Freund würde ich gerne den höchsten Berg in Südbrasilien besteigen. Im Anschluss dann auf die Ilha do Mel und danach nach Florianopolis. Von Florianopolis ist man schnell in Urubici, wo es schöne Wanderungen und Wasserfälle gibt. Da würde ich dann wieder von Florianopolis nach São Paulo fliegen und zurück nach Hause.

Sieht dann als vorläufiger Plan folgendermaßen aus:

29/10 - Flug von München nach SP
30/10 - SP
31/10 - SP
01/11 - SP
02/11 - SP -> Curitiba: Flug in der Früh
03/11 - Curitiba
04/11 - Serra Verde Express
05/11 - Parque Vilha Vela mit der Kolonie Witmarsum: wird als Tour angeboten, sicherlich ganz interessant
06/11 - Pico Parana
07/11 - Pico Parana: die Besteigung ist in zwei Tagen ganz angenehm zu machen. Am Mittag könnte ich zur Ilha do Mel
08/11 - Ilha do Mel
09/11 - Ilha do Mel
10/11 - Ilha do Mel -> Florianopolis
11/11 - Floripa
12/11 - Floripa
13/11 - Floripa
14/11 - Floripa
15/11 - Floripa
16/11 - Floripa -> Urubici
17/11 - Urubici
18/11 - Urubici
19/11 - Urubici -> Floripa -> SP (entweder Flug am Abend oder am nächsten Tag in der Früh)
20/11 - SP -> München

Unsicher bin ich mir noch bei der Ilha do Mel, ist dann doch einiges Hin- und Hergefahre. Strand, auch mit tollen Wanderungen, hat man auch in Florianopolis. Das könnte ich mit Blumenau und Pomerode ersetzen. Oder vielleicht 1-2 Tage Porto Alegre reinmogeln.

Was haltet ihr insgesamt davon, bzw. würdet ihr etwas ändern? Bei den Iguazu-Wasserfällen war ich schon. Gramado will ich nicht machen, schaut für mich wie eine Tourifalle aus.
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Jef Costello

« Antwort #1 am: 11. Oktober 2021, 19:43 »
Hat niemand Input?  :D

Ich denke mittlerweile, dass ich die Ilha do Mel auslassen werde. Wäre mir zu viel Strand. Von Balneário Camboriú kann man Blumenau und auch Bombinhas als Tagestrip machen.
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Marla

« Antwort #2 am: 17. Oktober 2021, 10:30 »
Wenn sonst keiner was schreibt, dann kann ich ja mal meinen Senf dazugeben :) Ich gebe aber zu bedenken, dass du in der Vergangenheit schon ein paar Mal hinterher genau das Gegenteil von meinen Tipps vertreten hast, von Museen in Vilnius bis hin zu Bootstouren in Nicaragua :D Was ich natürlich völlig ok finde, Geschmäcker sind nun mal verschieben, und je mehr man gereist ist, umso kritischer wird man und umso individueller und differenzierter die Einschätzungen zu einzelnen Zielen und Aktivitäten.

Curitiba hat mich als Stadt nicht so begeistert, außer dem Niemeyer-Museum. 1 Tag nur für die Stadt reicht daher aus meiner Sicht. Porto Alegre hat m.E. mehr zu bieten vom Stadtbild, der Lage und den Sehenswürdigkeiten/Museen. Andererseits ist es auch keine Stadt, die man in Südamerika unbedingt gesehen haben muss, also wenn es nicht auf dem Weg liegt...

Die Umgebung von Curitiba hat natürlich einiges zu bieten. Sierra Verde Express bis Morretes hat sehr beeindruckende Aussichten. Aber bei mir gab es damals technische Probleme, so dass es sich ewig gezogen hat und ich etwas enttäuscht war. Und wenn ich mir aktuelle Google-Rezensionen anschaue, scheint das auch 8 Jahre später immer noch so zu sein ("No meio do caminho o trem ficou parado mais de 2h."). Natürlich trotzdem machen und für den Notfall nette Leute (ich hatte komische Gesellschaft) oder was zur Unterhaltung mitnehmen. Vilha Vela wollte ich damals auch gerne machen, aber entweder gab es die Tour noch nicht oder ich hab sie nicht gefunden. Und individuell schien es schwierig zu sein.

Gramado und Canela haben mir super gefallen, aber ich steh auch auf leichten Kitsch, und ich hab schöne Wanderungen in der Umgebung gemacht, u.a. im Caracol, der damals sehr wenig besucht war. Vermutlich ist inzwischen alles touristischer geworden, von daher verstehe ich auch deine Bedenken bzgl. Tourifalle. Blumenau fand ich mindestens genauso touristisch, aber ich war auch nur einen Abend da fürs Oktoberfest.

Zu Floripa: Ich war 3 Wochen dort für einen Sprachkurs und hab die Insel (Santa Catarina) geliebt. Aber deswegen kann ich schwer einschätzen, ob 5 Tage passen, kommt mir fast ein bisschen viel vor(?). Vielleicht kann jemand anders noch was dazu sagen? Die Stadt Floripa selber ist hübsch, aber auch schnell gesehen. Zu Ilha do Mel kann ich gar nichts sagen, die hatte ich damals gar nicht auf dem Schirm.

Dann schon mal viel Spaß auf deiner Tour, bin ein bisschen neidisch :)
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Jef Costello

« Antwort #3 am: 17. Oktober 2021, 16:17 »
Ja, es war irgendwie ein spontane Entscheidung mit Brasilien. Ich hatte nur im Radio gehört, dass Brasilien kein Virusvariantengebiet mehr ist und dann gleich günstige Tickets nach São Paulo gefunden.

In Curitiba hätte mich auch vor allem das Niemeyer-Museum interessiert. Ansonsten wollte ich diesen deutschen Park besuchen und das Museum für Sicherheit im ÖPNV und das WW2-Museum sehen auch ganz nett aus. Den Serra Verde Express habe ich bereits gebucht. Man kann bei der Standard-Klasse nicht auswählen, wo man am Ende sitzt. Macht das einen großen Unterschied? Ich will jetzt nicht 3 Stunden lang die Bergseite ansehen  :D wobei ich denke, dass mit Pandemie und unter der Woche der Zug nicht ausgebucht sein sollte. Für diesen Vila-Velha-Park bietet die Zugfirma auch Ausflüge an (mit Besuch der Wittmarsum-Kolonie), ich werde mir dafür aber (und auch den Pico Parana) ein Auto mieten.

Bei Florianopolis habe ich noch nicht weiter recherchiert. Ich denke mal, dass es schon einige Wanderungen und schöne Strände gibt. Oft stand in Reiseblogs, dass man da eine Woche verbringen kann.

Ich habe jetzt gestern Abend noch mal lange überlegt und insgesamt noch mal an der Route rumgebastelt und es würde für mich dann folgendermaßen passen:

Sao Paulo -> Curitiba -> (Blumenau) -> Florianopolis -> Gramado, Canela -> Porto Alegre

Dieses Urubici sieht schon ganz nett aus, allerdings kann ich sowas ähnliches eben auch in dem Parque Caracol sehen und Wasserfälle habe ich in Brasilien schon dutzende gesehen. Vorteil ist auch, dass man von Floripa nach Gramado per Nachtbus kommt und dann nicht wieder so ein hin und her ist. @Marla ich denke auch, dass jetzt wegen COVID weniger los sein wird. Hab mir auch schon ein paar Videos angesehen und es gibt schon mehr als nur solche nachgemachten Fachwerkhäuser.  :D

Auf Porto Alegre hätte ich schon Lust.  :D An dem Wochenende ist auch ein Fußballspiel und das wäre die einzige Großstadt in dem Südkegel, die ich nicht gesehen hätte! Also habe ich mir ein Ticket mit GOL gekauft, die fliegen ja für 25€ nach Sao Paulo.

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dirtsA

« Antwort #4 am: 22. Oktober 2021, 16:15 »
Zu Florianopolis kann ich sogar was beitragen. Wir haben in Barra de Lagoa gewohnt, was ein netter Touri-Ort war. Eigentlich wollten wir einige Wanderungen machen, aber es hatte um die 40 Grad und war einfach nicht zu machen. Außerdem hat uns das Bus-System auf der Insel ziemlich genervt. Man hätte glaub ich immer zu einem zentralen Ort zum Umsteigen zurück gemusst und für die doch nicht so großen Distanzen hätte es alles sehr lange gedauert. Wenn ich du wäre, würde ich mir lieber ein Mietauto nehmen für die Tage dort - wir haben es bereut keines zu haben. Für eine der coolsten Wanderungen hätten wir z.B. über 3h im Bus verbracht (hin und retour zusammen), mit 2mal Umsteigen oder so. Da hatten wir dann einfach keinen Bock drauf. Mit Auto hätten wir uns sicher mehr angeschaut, aber so sind wir v.a. in Barra und Umgebung geblieben... Ich glaube, dass die Insel Santa Catarina einiges an Potential hat, aber wir sind das falsch angegangen und zur falschen Jahreszeit.
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Jef Costello

« Antwort #5 am: 22. Oktober 2021, 16:53 »
Fandest du Barra da Lagoa dann einen guten Ort? Ich bin mir bei Florianopolis noch unsicher, wo ich bleiben werde. Muss mir dieses Wochenende mal mehr dazu durchlesen.  :) Das mit den Bussen habe ich auch schon gehört! Irgendwo hab ich auch was davon gelesen, dass Autos auch ein bisschen kritisch sind, weil einiges an Verkehr auf der Ringstraße herrschen soll. Auf einer brasilianischen Seite war Uber empfohlen und preislich schaut das OK aus, z.B. zu dem Trailhead zur Wanderung zu dem berühmten Strand kostet es 6,50€.
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Marla

« Antwort #6 am: 22. Oktober 2021, 18:55 »
Ja, das hatte ich auch in Erinnerung, dass du auch schon dort warst, Astrid :)

Das mit den Bussen kann ich bestätigen. Hab auch sehr viel Zeit in denen verbracht. Da ich mit dem Sprachkurs insgesamt 3 Wochen dort war und ich auf Langzeitreise war, hat es mich nicht sooo gestört. Und 1-2 Mal lag es auch daran, dass ich mich blöd angestellt hatte und in den falschen Bus eingestiegen war :) Aber ich denk auch, Mietwagen wäre eine gute Option. An viel Verkehr kann ich mich nicht erinnern. Aber ich war auch Anfang Oktober dort, also Vorsaison. Temperatur war tagsüber schön warm, abends eher kühl. Von daher glaube ich, dass du, Jef, das sehr gut getimet hast mit November.

Ich hatte auch in Barra da Lagoa meine Unterkunft für die ganze Zeit und fand den Ort richtig nett, damals noch eher untouristisch, aber das hat sich bestimmt geändert. Wenn ich mich recht erinnere, gab es zu der Zeit nur in einem anderen Ort Hostels, das war Lagoa da Conceição. Auch nicht schlecht, aber Barra hatte mir deutlich besser gefallen.
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Jef Costello

« Antwort #7 am: 23. Oktober 2021, 14:20 »
Ich glaube dann bleibe ich auch in Barra da Lagoa. Hab gestern mal ein bisschen mit Uber rumgespielt und damit kommt man eigentlich überall günstig hin. Vielleicht reicht das als Alternative zum Auto.

@Marla: Mit dem Wetter bin ich noch gespannt, im Oktober sind da einige Kaltfronten durch Brasilien gezogen.  ;D

So sieht meine Route jetzt aus:

29/10 – München nach São Paulo
30/10 – Ankunft in São Paulo um 05:25 Uhr, Free Walking Tour Ibirapuera Park
31/10 – São Paulo – SPFC Fußballspiel
01/11 – São Paulo
02/11 – São Paulo → Curitiba, Flug mit LATAM um 06:40 Uhr
03/11 – Curitiba
04/11 – Curitiba – Tagesausflug nach Morretes, Rückfahrt mit Serra Verde Express
05/11 – Curitiba – Parque Vila Velha oder Lapa
06/11 – Pico Parana
07/11 – Pico Parana → Blumenau, Bus fährt um 18:00 Uhr ab (Catarinense)
08/11 – Blumenau
09/11 – Pomerode → Florianopolis, Bus fährt um 18:30 Uhr ab (Catarinense)
10/11 – Florianopolis – Litoral Norte
11/11 – Florianopolis – Sul da Ilha
12/11 – Florianopolis – Trilha e Praia da Lagoinha do Leste
13/11 – Florianopolis – Litoral Leste
14/11 – Florianopolis – Centro → Gramado, Bus fährt um 22:20 Uhr (Viasul)
15/11 – Gramado, Ankunft um 07:05 Uhr
16/11 – Canela - Parque Caracol
17/11 – Gramado → Porto Alegre, Bus fährt um 08:15 Uhr ab
18/11 – Porto Alegre
19/11 – Porto Alegre →  São Paulo, Flug mit GOL um 20:15 Uhr
20/11 – São Paulo, Flug am Nachmittag
21/11 – Ankunft in München
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Jef Costello

« Antwort #8 am: 04. November 2021, 13:14 »
Da ich nun schon ein Paar Tage in Brasilien bin, kann ich den Thread mal updaten. Warte gerade auf das Boarding zum Serra Verde Express.

Der Flug mit AirEuropa war sehr komfortabel, aber leider bekommt man nur einmal eine sehr kärgliche Mahlzeit.

Das Migrationsprozedere am Flughafen in São Paulo hat rund eine Stunde gedauert, die Schlangen sind ziemlich lang.

Ich hatte mit über die Firma TravSim eine SIM-Karte gekauft, die mir in Brasilien 20GB Datenvolumen bieten soll. Hat natürlich nicht funktioniert, also Warnung. Hab mir dann für das gleiche Geld einen Chip von TIM gekauft, mit 50GB.

Bisher war ich dann in São Paulo und Curitiba.

Zum Thema COVID: die Brasilianer tragen außen zu 100% Maske, in Innenräumen wird aber so viel gefüllt wie geht und das ohne jegliche Form der Kontaktnachverfolgung. Aber viel wichtiger: man muss fast jedes Museum und jede Aktivität online buchen. Nur geht das manchmal ohne eine brasilianische Steuerodentifikationsnummer nicht! Das heißt, ohne brasilianische Freunde ist man aufgeschmissen, wenn man ein Fußballspiel besuchen möchte o.ä.

São Paulo hat mir sehr gut gefallen, insbesondere der Ibirapuera-Park. Als Aussichtspunkte kann ich das Sesc an der Avenida Paulista und das Edifício Italia empfehlen. Ich war auch bei zwei Fußballspielen: SPFC und Corinthians. Interessant fand ich den Unterschied zwischen den beiden Stadien. Die Corinthians-Arena war super modern. Und auch deren Fans waren toll, trotz der bequemen Sitzen waren alle am Stehen und haben 90 Minuten lang angefeuert (was dann auch mit dem Siegtor belohnt wurde).

Curitiba finde ich bisher ebenfalls sehr schön. Vielleicht die Stadt mit der höchsten Lebensqualität, die ich bisher in Brasilien gesehen habe. Viele Parks, die sich mit der europäischen Migration beschäftigen. Und die Innenstadt kann sich echt sehen lassen mit einer Mischung aus unterschiedlichen Architekturstilen der reichen Einwandererfamilien. Man kann auch gut deutsch essen gehen. Mein Hauptinteresse an Curitiba war das Oscar-Niemeyer-Museum und es war so umwerfend, wie erwartet. Einfach eine tolle Architektur. Die nächsten Tage werde ich dann mehr von der Natur kennenlernen.
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Marla

« Antwort #9 am: 04. November 2021, 17:33 »
Ach cool, dass es dir bisher so gut gefällt. Und erstaunlich, dass du die gleichen Sachen mochtest wie ich :) Ich hab ein Bild vom Ibirapuera-Park in meinem Wohnzimmer hängen :) Und in Curitiba fand ich auch die Parks über die Einwanderung gut, kann mich z.B. an den polnischen erinnern. Na ja gut, Curitiba hätte ich jetzt nicht als sehr schön bezeichnet im Vergleich zu anderen brasilianischen Städten (vielleicht hat sie sich aber auch gemacht in den letzten 8 Jahren?). Aber Stadt mit sehr hoher Lebensqualität trifft es für mich wieder sehr gut.

Dann bin ich gespannt, was du von den Tagestouren von Curitiba aus berichten wirst. Viel Spaß noch!
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Jef Costello

« Antwort #10 am: 04. November 2021, 22:36 »
@Marla: laut meinem Guide wurden in den letzten Jahren sehr viele der alten Gebäude im historischen Zentrum wieder restauriert.

Habe gerade den Serra-Verde-Express abgeschlossen. Die Zugfahrt war schon beeindruckend mit tollen Aussichten und vielen Pflanzen. Morretes hat nicht so viel zu bieten, ist eben eine hübsche Altstadt, in der man gut essen kann. Das Barreado fand ich sehr schmackhaft! Bin dann auch mit dem Zug zurückgefahren. Das geht etwas schneller als die Hochfahrt. Kann man aber auch mit dem Bus machen.
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Jef Costello

« Antwort #11 am: 09. November 2021, 19:54 »
Neben Morretes habe ich noch den Parque Vila Velha mit der Witmarsum-Kolonie besucht. Der Park wird von der gleichen Firma betrieben, die auch die Iguazu-Wasserfälle verwaltet. Die Steinformationen habe ich so noch nicht gesehen und auch die tiefen Wasserlöcher sind cool anzusehen. In der Witmarsum-Kolonie kann man gut deutsch essen gehen. Den Ausflug macht man entweder mit der Serra-Verde-Express Firma oder auf eine Faust per Auto.

Mein absolutes Highlight und eines meiner schönsten Erlebnisse in Lateinamerika war jedoch die Besteigung des Pico Paraná. Körperlich sehr anstrengend. Wir haben 9 Stunden bis zum Gipfelzeltplatz benötigt und 6 Stunden für den Abstieg. Der Regenwald ist quasi unberührt und voll mit Orchideen und anderen spannenden Pflanzen. Zum Sonnenaufgang hatten wir dann eine spektakuläre Sicht über ein unendliches Wolkenmeer.

Am gleichen Abend bin ich dann nach Blumenau gefahren. Die vielen Fachwerkhäuser sind schon witzig anzusehen. Auch der Ausflug nach Pomerode lohnt sich, wo viele Menschen Deutsch sprechen. War mir unsicher, ob es sich lohnt - aber es ist doch cool zu sehen, wie hier deutsche Kultur lebt und interpretiert wird. Das ist schon was anderes als diese Touridörfer in Argentinien.

Jetzt sitze ich gerade im Omnibus nach Florianópolis. Wettermäßig passt es bisher, das Klima ist sehr angenehm zwischen 20 und 25 Grad. Wolken und Sonne wechseln sich ab. Scheinbar ist es aber im Winter am schönsten, wenn man nicht ins Wasser will, denn da regnet es kaum und der Himmel bleibt größtenteils  blau. Floripa werde ich mal für einen Tag mit Uber ausprobieren. Wenn das nicht funktionieren sollte, hole ich mir ein Auto.
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Jef Costello

« Antwort #12 am: 10. November 2021, 23:22 »
Florianópolis geht super easy mit Uber, ein Auto benötigt man nicht! Hab mir in der Früh ein Uber zu dem Lagoinha-do-Leste Wanderweg gerufen und am Nachmittag eines aus Armação zurück nach Barra da Lagoa. Musste in beiden Fällen weniger als fünf Minuten warten. Kosten insgesamt: 13€! Laut den Uber-Fahrern ist vor allem der Norden der Insel gut abgedeckt, im Süden muss man vielleicht auch mal eine viertel Stunde warten.
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Jef Costello

« Antwort #13 am: 14. November 2021, 23:45 »
Jetzt bin ich dann auch mit Florianópolis fertig. Die Insel ist eine Reise wert! Bis auf einen sehr wolkigen und windigen Tag war es recht angenehm. Ich habe folgende Wanderungen gemacht:

- Lagoinha do Leste
- Trilha da Galheta
- Morro das Aranhas
- Trilha do Santinho

Außerdem war ich einen Nachmittag in der Stadt. Von dem Morro da Cruz hat man eine tolle Aussicht. Als einzigen bezahlten Ausflug habe ich die Ilha do Campeche besucht, dir einen sehr schönen Sandstrand und einige Felsenmalereien/gravuren zu bieten hat.

In der Barra da Lagoa war ich im Duque Hostel, das ich zu 100% weiterempfehlen kann.

Uber hat gut geklappt, ich musste kaum warten und konnte die Hauptpunkte problemlos bereisen. Heute war der Verkehr allerdings absoluter Horror! Ich bin über 1,5 Stunden im Uber zum Busterminal gesessen.

Auto lohnt sich also nur, wenn mit Freunden unterwegs ist.
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Jef Costello

« Antwort #14 am: 17. November 2021, 13:35 »
Und schon sitze ich im Terminal von Gramado und warte auf meinen Bus nach Porto Alegre.

Gramado ist ein witziges Städtchen, das 100% für brasilianische Touristen hergerichtet ist. Die Straßen sind blitzblank sauber und selbst die Autofahrer lassen einen den Zebrastreifen passieren. Es gibt gefühlt hunderte kleine Theme Parks, die zum Teil hohe Eintrittspreise verlangen. Und essen kann man auch sehr gut.

Ich war zwei Nächte im “Britânico Suítes e Hostel”. Ein qualitativ hochwertiger Hotel/Hostel-Mix.

Am ersten Tag habe ich den Caracol-Wasserfall besucht. Den würde ich zu einen der schönsten Wasserfällen zählen, die ich je gesehen habe. Danach war ich in Canela, von dem Kirchturm hat man eine Aussicht über die Stadt. Im Anschluss habe ich mir Gramado angesehen. Die Stadt ist voll mit Weihnachtsdeko und riesigen Figuren, die nachts auch entsprechend beleuchtet werden. Also fast an jeder Straßenecke und an jedem Kreisverkehr stehen Weihnachtsmänner, Tannenbäume, Christbaumkugeln.

Mehr Zeit als einen Tag braucht man für Gramado/Canela eigentlich nicht.

Am nächsten Tag habe ich mir dann ein Auto gemietet und bin zum Cânion do Itaimbezinho durch die menschenleere Serra Gaúcha gefahren. Es gibt dort einige Canyons und Wasserfälle. Der Itaimbezinho ist die Hauptattraktion und er ist wirklich atemberaubend. Steht dem Colca Canyon in nichts nach! Ich glaube in Zukunft werde ich auf jeden Fall noch mal eine Reise in diese Region unternehmen.

Gestern Abend hat es dann aus allen Eimern geschüttet und bis heute Früh durchgeregnet. Man kann auch gerade kaum 10m sehen, so dicht ist der Nebel. Grund dafür ist eine Kaltluftfront, die sich gestern über der Region entwickelt hat.
 
Jetzt habe ich noch zwei Nächte in Porto Alegre und eine Nacht in São Paulo, bevor es wieder nach Hause geht.
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