Thema: Reiseziel Israel - Update  (Gelesen 3177 mal)

Eka

« am: 22. September 2017, 01:12 »
Da die Informationen zu Israel hier im Forum schon sehr alt sind, werde ich von meinen Erfahrungen und Erlebnissen dort berichten.
Um eines klar zustellen, politische Diskussionen zu diesem Land sollte man besten zuhause lassen, wenn man vor hat es zu bereisen. Jeder, der aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Israel reist, sollte sich bewusst machen, dass man aufgrund der Geschichte auf den Holocaust angesprochen wird. Und diese Begegnung ist/war für manche(n) Reisende(n) nicht einfach.

Ich hatte Anfang September 2017 das Vergnügen 7 Tage durch Israel zu reisen. Meine Ziele waren Jerusalem, Tel Aviv, Haifa, Akko, Totes Meer, Massada, En Geidi und die Golan Höhen. Im Vorfeld habe ich mich bereits mit anderen Reiseblogs zum Thema Reise nach Israel auseinander gesetzt, mit diesem Grundwissen hatte ich einen guten Start. Aber, vor Reiseantritt sollten die Zielorte schon festgelegt sein und sicher gestellt sein, ob dies mit dem Mietwagen oder dem öffentlichen Nahverkehrsmittel bereist werden kann.

Einreise und Ausreise:
Um lästige Fragen schon am Abflughafen zu vermeiden, ist es empfehlenswert mit Lufthansa, easyJet oder Turkish Airlines zu fliegen. Aber, derjenige der Lust und viel Zeit (ca. 3h vor Abflug )hat, darf gerne einen Flug bei El Al (israelische Fluggesellschaft mit dem weltweit, besten, integrierten Raketenabwehrsystem am Flugzeug) buchen, um ein paar interessante Fragen wahrheitsgetreu zu beantworten wie z.B.

•   Wer hat Ihren Koffer gepackt?
•   Wurde der Koffer zwischendurch irgendwo abgestellt?
•   Was befindet sich im Koffer? (Waffen? Drogen?)
•   Kennen Sie jemanden in Israel?
•   Stehen Sie zu jemanden dort in Kontakt?
•   Sind Sie das erste Mal in Israel?
•   Was ist der Zweck Ihrer Reise nach Israel?
•   Welche Orte besuchen Sie in Israel?
•   Welche Hotels besuchen Sie?
•   Reisen Sie alleine oder in der Gruppe?
•   Reisen Sie danach in ein anderes Land weiter?

Zur Einreise und Ausreise sollten folgende Regeln beachtet werden:
Um lästige und weitere Fragerunden zu vermeiden bitte die Fragen wahrheitsgetreu beantworten, da die Sicherheitsbehörden intensiv geschult sind und Lügner automatisch enttarnen. Seid entspannt, freundlich und pünktlich am Flughafen und nicht hektisch (dies führt zu weiteren unbequemen Fragen).

Die Einreise am Ben Gurion Flughafen, war total unspektakulär: Was ist der Zweck ihrer Reise nach Israel? Und nach nur einer Frage erhielt ich den blauen Einreisezettel (Achtung dieser muss bei sich im Reisepass aufbewahrt werden und nicht verloren gehen, ansonsten kann ein neuer Einreisezettel bei einer Behörde erneut beantragt werden. Erst nach Ausreise aus Israel darf man diesen weg werfen.

Wenn man Israel wieder verlässt muss man 3h vor Abflug am Flughafen sein, denn dann passiert man 3 Sicherheitsschleusen, bevor es zu abschließenden Passkontrolle geht, erst dort erhält man den blauen Ausreisezettel, um zur Abflughalle zu gelangen. Ja, und in der Tat gibt es Passagiere die Ihre Flüge verpasst haben wegen der Befragung. Die Fragen bei der Ausreise sind spannender als bei der Einreise, besonders wenn interessante arabische Stempel im Reisepass sind (Malaysia, Indonesien etc.). Die Lösung des Problems heißt Beantragung eines Zweitpasses.
Mehr zu den Fragen:
•   Wo waren Sie in Israel?
•   Sind sie hier zum ersten Mal?
•   Haben Sie Freunde/Familie hier?
•   Wie lange waren Sie hier?
•   Wer hat Ihren Koffer gepackt?
•   Wurde der Koffer zwischendurch irgendwo abgestellt?
•   In welchen Hotels haben Sie übernachtet (Das Gedächtnis lässt nach, wenn Fragen zu Urlaubsreisen z.B. nach Indonesien/Malaysia  vor 6-10 Jahren gestellt werden!)
Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack, da nicht jedem dieselben Fragen gestellt werden.

Anmache in Israel:
Die Sonnenbrille ist ein guter Schutz davor und einfach die Leute ignorieren und weiter gehen. Es bringt einem nichts, wenn man höflich ist. Vergesst eure gute Erziehung und lasst diese zuhause!

Bazar - Handeln nicht vergessen!
Und ignoriert die Bazar-Besitzer wenn Ihr nichts dort kaufen wollt. Falls, man doch etwas kaufen möchte, handelt einfach den Preis um 1/3-1/5 nach unten, damit beide Parteien ein gutes Geschäft machen und dadurch ein Gesichtsverlust vermieden wird. Denn niemanden würde eine überhöhte Summe zahlen, wenn er die Chance hat Geld zu sparen. Erst wenn ihr mit dem Preis zu einverstanden seid, dann könnt Ihr dem Bazar-Besitzer die Hand geben. Dann gilt der Preis als fix. Zum handeln, gehört auch, dass die Brieftasche nicht voller Geldscheinen ist und am besten, die Geldscheine gut verteilt am Körper zu deponieren und dem Bazar-Besitzer notfalls nur wenig Geld zu zeigen, dass in der einen Hosentasche drinnen ist und die andere Hosentasche sollte dann leer sein. Dann kann man sich am besten am Preis den man bereit ist zu zahlen, ran tasten.

Kleiderordnung an religiösen Stätten
Die Kleiderordnung (lang, Schulter bedeckt und am besten langen Rock bis zu den Knöchel oder lange Hose) sollte bei religiösen heiligen Stätten eingehalten werden, denn sonst wird der Zugang zur Klagemauer und zum Tempelberg verweigert.
Die Soldaten kontrollieren diejenigen die zum Tempelberg gehen wollen und unpassend gekleidet sind und werden dann dazu genötigt lange Kleidung / Kopftücher zu kaufen. Außerdem ist es verboten, I-Pads, Zeitungen, Bibel und sonstige religiöse Symbole mit zunehmen, um damit den Unmut/Wut/Aggressionsbereitschaft der Moslems zu verhindern.

Eine schlechte Idee ist es den Tempelberg Freitags zu besuchen, dann ist besonders viel los und die Strassen in der Altstadt wie z.B. beim Damaskur-Tor sind überlaufen mit religiösen Moslems, die zum Tempelberg strömen. Freitags ist ein hoher Polizei-Einsatz notwendig, da hier die meisten Eskalationen stattfinden. Touristen sollten den Tempelberg Freitags unter allen Umständen meiden. Nur Moslems dürfen die Al-Aqsa-Mosche betreten, die Andersgläubigen dürfen sie nur von außen bewundern.

Ja, Israel ist ein teures Reiseland!
Aber zum Glück herrscht dort mittlerweile ein Konkurrenzkampf. Es gibt dort eine Supermarktkette Cofix bei der fast alles für 5 Schekel zu kaufen gibt. Alles außer Obst und Gemüse wird importiert, deswegen ist alles so teuer.
z.B. „Trinke deinen Kaffee bei Cofix. Hier kostet alles nur fünf Shekel (1,20 Euro): Kuchen, Kekse, Getränke und Kaffee. Cofix betreibt auch sechs Supermärkte in Tel Aviv, in denen alle Produkte fünf Shekel kosten.“

http://www.cofix.co.il/en/
http://www.cofix.co.il/en/supercofix/

Spartipps:
•   Obst und Gemüse auf den Märkten kaufen, frisch und günstiger als im Supermarkt.
•   Gut ausgebautes Free-Wifi-Netz, besorgt euch eine israelische Sim-Karte um dort erreichbar zu sein.
•   Streetfood wie Falafel, Hummus und Sabich essen. Eine Portion kostet um die 18 Schekel (ca. 5 Euro).
•   Business-Lunch und Happy Hours in den Restaurants.

Sicherheit in Israel:
Bahnhöfe, Einkaufszentren werden von bewaffneten Sicherheitskräften bewacht. Gepäck darf niemals unbeaufsichtigt abgestellt werden. Beim Betreten wird das Gepäck in einem Scanner untersucht oder wird von einem Wachmann durchsucht und jede Person passiert einen einfachen Körperscanner (dies gilt auch für Einkaufszentren, Kinos, Hotels und Clubs).
Erstaunt haben mich die Soldaten (männlich wie weiblich) die Ihren Militärdienst leisten. Männer müssen 2 Jahre 8 Monate dienen und Frauen 2 Jahre und 4 Monate. Nicht alle Soldaten tragen Waffen, aber auch in Ihrer Freizeit-Kleidung tragen sie ihre Waffe.

Unterkunft in Israel
Hotels sind in Israel sehr teuer und halten nicht mit dem gewohnten europäischen Standard mit.
Empfehlenswerte Hostels in Tel Aviv sind das Florentine House, Abraham Hostel und in Jerusalem z.B. Abraham Hostel, The Post Hostel Jerusalem und das Austrian Hospice (österreichische Zivildienstleistende arbeiten hier in Jerusalem). Das Austrian Hospice bietet eine sehr gute Aussicht auf Jerusalem, außerdem gibts es dort leckere österreiche Speisen/Kuchen und für Gäste ist die Aussichtsplattform kostenlos und bietet einen Garten der Ruhe in all der Hektik im religiösen Jerusalem.

Kostenlos in Israel
Jerusalem: Besichtigung von Yad Vashem
Tel Aviv: Die 9 Strände

 Strände in Tel Aviv
In Tel Aviv gibt es 9 Strände, zu den besten gehört Gordon Beach und der Frishman Beach.

Öffentlicher Nahverkehr:
Einen Mietwagen auszuleihen ist besser, da der öffentliche Nahverkehr zu einigen religiösen Stätten schlecht ausgebaut ist und die Parkplatzgebühren in Tel Aviv und Jerusalem mit New York mithalten können. Vom Flughafen in Tel Aviv kommt man für ca. 16 Schekel (ca. 4€) mit Bus Nr. 485 nach Jerusalem, die Fahrtzeit beträgt ca. 1h. Busverbindung von Jerusalem nach Tel Aviv mit Bus Nr. 405 oder Nr. 480 kostet auch nur 16 Schekel.
Von Tel Aviv kommt man am besten mit dem Zug zum Flughafen Ben Gurion ca. 13 Schekel.
Für den öffentlichen Nahverkehr besorgt man sich am besten die RAV-KAV Karte, damit spart man bei Bus-und Zugfahrten.
http://www.egged.co.il/Article-786-Rav-Kav-Card.aspx
http://www.israelmagazin.de/rav-kav-jerusalem-bus-bahn
Am Shabbat von Freitag nach Sonnenuntergang bis Samstag nach Sonnenuntergang fährt kein öffentlicher Nahverkehr. Aber Taxis und der Sherut, die beiden fahren immer. Zug- und Busfahrpläne beachten, da nicht alle Verbindungen mehrmals täglich gefahren werden.


Free Walking Tours und Tagestouren
Für den Preis eines Trinkgeldes eignen sich Free Walking Touren in Jerusalem und Tel Aviv. Es gibt gute Touranbieter wie Bein Harim Tours und Abraham Tours, die Touren zu den Golan Höhen anbieten und die mich wirklich interessierten. Aufgrund Zeitmangels buchte ich bei Abraham Tours die Massada, En Geidi und Dead Sea Tour. Vorteil und zeitgleich Nachteil an dieser Tour war die strikte Zeitvorgabe, ab wann der Bus abfährt.
Die Hotels/Hostels gewähren bei Direktbuchung auch Rabatte auf die Touren.

Am Toten Meer wird darauf hingewiesen, dass sich viele „sink holes“ (Erdfall/Krater) gebildet haben und dies führt zum Einsturz. Beim Betreten des Toten Meeres muss man acht geben, dass das 33%-salzhaltige Wasser nicht verschluckt wird und Spritzer nicht in die Augen kommen.

Tipp für die Besichtigung Petra (Jordanien) von Eilat/Jerusalem:
Falls jemanden Petra (Jordanien) von Israel für einen 1-Tagesausflug besuchen wollt, entscheidet euch lieber für eine 3-Tagestour, diese ist kostengünstiger als die teure 1-Tagestour. Da ihr sowohl für Israel als auch für Jordanien eine Einreise/Ausreisegebühr plus das Jordanien-Visum bezahlen müsst. Vergleicht die Preise und die Dauer und Inhalte der Touranbieter.

Fazit:
In Israel kann man mit einem Tagesbudget von ca. 60€/Tag rechnen, wenn man sparsam ist. Da selbst Hostels ca. 20€ bis 30€/Nacht inkl. Frühstück kosten und hinzu kommen noch die hohen Lebenshaltungskosten z.B. Lebensmittel. Im Restaurant bekommt der Kellner 10%-13% Trinkgeld. Auf dem Mahane Yehuda Market in Jerusalem sind die die Preise fest und auf dem Carmel Market (Shuk Ha'Carmel)in Tel Aviv sind nicht alle Preise festgelegt, an manchen Ständen muss man handeln und achten, dass man nicht über den Tisch gezogen wird. Empfehlenswert ist es Sonnencreme von zuhause mitzubringen, da es dort sehr teuer ist.

Empfehlenswerte Reiseblogs für die Reiseplanung und Information zu Israel:
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/
https://viel-unterwegs.de/israel-rundreise/
http://www.unterwegsunddaheim.de/portfolio/israel/
https://movingroovin.de/asien/israel/
https://www.telavivnotes.com/
https://flashpacker-travelguide.de/reiseziele/asien/israel-reise-laenderinfos/

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n_rtw

« Antwort #1 am: 22. September 2017, 06:59 »
Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag. Hatte Israel eigentlich für nächstes Jahr angedacht - ein Freund wohnt in Tel Aviv -, aber nach deiner Bschreibung sollte ich mir wohl noch einen neuen Pass besorgen...
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Eka

« Antwort #2 am: 22. September 2017, 10:08 »
Das Problem bei der Beantragung des Zweitpass ist folgendes: Nicht jede Behörde ist so freigiebig und gibt freiwillig jedem Bundesbürger einen Zweitpass. Du musst gute Gründe vorlegen und am besten ein Firmenschreiben für die Notwendigkeit eines Zweitpass es.
Es ist auch abhängig vom Sachbearbeiter, ob er deinem Wunsch zu stimmt.

Der Zweitpass gilt 5 Jahre. Den benutzt man  besten für die nicht koscheren arabischen Ländern und sollte nicht für die USA Einreise benutzt werden. Denn dann werden zu viele Fragen gestellt!

Jedem Einreisende in Israel werden verschiedene Fragen gestellt, z
B.  allein reisenden, jungen Frauen andere Fragen als einem aelteren Rentnerpaar.

Bleib locker bei der Befragung sowohl bei der Einreise wie auch Ausreise!

Im Vorfeld sollte man sicherheitshalber seine im Reisepass befindlichen Stempel kennen. Der israelische Geheimdienst hat seine Mitarbeiter sehr gut geschult, selbst US-Amerikaner wären froh, wenn sie dieses Racial Profiling bei der USA-Einreise anwenden würden.

Das beste zum Schluss: Wasser kann direkt zur Sicherheitskontrolle mitgenommen werden und muss nicht mehr entsorgt werden. Es kam mit ins Flugzeug. Das geht nur in Israel!

Also Israel ist ein sehr sicheres Reiseland, was ich von Europa seit 2015 nicht mehr sagen kann und darf.

Wie bei jedem Land auf dieser Welt, gibt es mit Sicherheit, keine 100% Sicherheit.

Nachtrag:

https://aliyahsurvivalblog.com/home/the-men/

http://blogs.timesofisrael.com/nine-funny-responses-to-tips-for-dating-israeli-men/

https://psimonmyway.com/dating-israeli-men-2/

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dirtsA

« Antwort #3 am: 22. September 2017, 10:46 »
Anstatt einem Zweitpass könnte man auch einfach einen neuen Reisepass beantragen. Macht natürlich nur Sinn, wenn der jetzige eh schon relativ voll ist oder bald ablaufen würde.

Nachdem Israel ja den Pass selbst nicht mehr stempelt, würde ich persönlich mir die Sache mit nem Zweipass nicht antun. Befragt wird man doch sowieso, und so oder so sollte man nicht zu knapp am Flughafen sein beim Rückflug. Wenn's jetzt ein paar mehr Fragen sind wegen ein paar muslimischen Ländern...so what!? Nur deshalb Kosten und Stress für nen Zweitpass? Nee, sicher nicht.
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Eka

« Antwort #4 am: 22. September 2017, 11:20 »
Laut Informationen von anderen Reisenden wird in Eilat (im Süden) wohl doch noch gestempelt.

Es ist erstaunlich, wie viele Touristen nach Israel kommen und seit Monaten steigen die Touristenzahlen an.
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echidna

« Antwort #5 am: 22. September 2017, 12:48 »
Die Frage wäre für mich, wie detailliert und wie weit in die Vergangenheit zurückreichend die Befragungen sein werden. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr in Einzelnen an jedes Reisedetail, jedes Hotel, jeden getroffenen Menschen der letzten Jahre erinnern. Und hinterher heißt es dann, man würde etwas verschweigen wollen...
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Eka

« Antwort #6 am: 22. September 2017, 13:31 »

Die Frage wäre für mich, wie detailliert und wie weit in die Vergangenheit zurückreichend die Befragungen sein werden. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr in Einzelnen an jedes Reisedetail, jedes Hotel, jeden getroffenen Menschen der letzten Jahre erinnern. Und hinterher heißt es dann, man würde etwas verschweigen wollen...

Diese Fragen wird dir kein Forum weltweit beantworten können. Was die Konsequenzen aus deinen Antworten sein werden, dass wird dir niemanden mitteilen. Das kann dir in jedem Land (selbst zuhause, ist wohl mittlerweile auch keine Ausnahme mehr) der Welt passieren.

Aber, vermeide Begriffe wie "Arbeit in Israel", "NGO - wird besonders kritisch in Israel gesehen". Überstrapaziere deine Aufenthaltsgenehmigung von ca. 3 Monaten nicht. Klar, es gibt genügend Berichte, die nicht gut endeten.  Relevant ist dort ob man Freunde und Familie hat und dann wollen Sie alle Details wissen inkl. Adresse und Telefon-Nr. 
Ich meine, Freunde (die man seit Jahren kennt), nicht irgendwelche Zufallsbekanntschaften von irgendwelchen Touren, Bars oder wenn man sich verlaufen hat, und irgendwelche wildfremde Menschen auf der Strasse angesprochen hat.

Und was man in den entsprechenden Ländern gemacht hat: "Urlaub, was sonst!. Wichtig ist ruhig zu bleiben und unter keinen Umständen Gegenfragen zu stellen. Nur du alleine weißt, was du dort gemacht hast!

Und überhaupt, jeder Mensch wird doch überwacht. Eine kleine Aufzählung gefälligst: Facebook, Online-Banking, Kreditkarten-Zahlung alles abgewickelt über amerikanische Server, Aufhebung des Bankgeheimnisses, Foren-Einträge, Whats App, Email-Verkehr, freiwillige und kostenlose Preisgabe von persönlichen Daten an Großkonzerne ($$$$-Zeichen in den Augen).

Du musst selbst entscheiden, welche Länder für dich infrage kommen, aber wenn du beruflich weltweit unterwegs bist, dann lässt du dich am besten von deiner Firma beraten.

Viele europäische Regierungen lassen sich in Israel zum Thema Umgang mit Terrorismus beraten.
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echidna

« Antwort #7 am: 22. September 2017, 13:48 »
Und überhaupt, jeder Mensch wird doch überwacht. Eine kleine Aufzählung gefälligst: Facebook, Online-Banking, Kreditkarten-Zahlung alles abgewickelt über amerikanische Server, Aufhebung des Bankgeheimnisses, Foren-Einträge, Whats App, Email-Verkehr, freiwillige und kostenlose Preisgabe von persönlichen Daten an Großkonzerne ($$$$-Zeichen in den Augen).

Das ist schon klar. Problematisch wird es, wenn ich befragt werde, und meine Antworten mit irgendwelchen Smartphone-Protokollen abgeglichen werden. Da mein Gedächtnis erwartungsgemäß weniger exakt funktioniert, wird es vermutlich zu Diskrepanzen kommen.
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Eka

« Antwort #8 am: 22. September 2017, 14:30 »
Menschen denken, dass Technik ist ein gutes Hilfsmittel (Hotelbuchung, Flugbuchung, kostenloses Online-Banking, Tratsch & Klatsch etc.) ist. Es hat ja auch Vorteile und dazu, zu viele Nachteile. Viele Menschen geben zu viel preis, aber mit der Logik "man lebt ja im hier und jetzt" und "was schert mich mein Geschwätz von gestern" kommt man nicht weit. Das Denken setzt dann ein, wenn es schon zu spät ist.

Das absurde ist aber, dass das Internet nichts vergisst. Und trotz PR-GAG vorgeschlagenem "elektronischen Radiergummi" für das Internet.

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein

Mit solchen Problemen kannst du überall rechnen, auch zuhause und im privaten Bereich.
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GschamsterDiener

« Antwort #9 am: 23. September 2017, 16:30 »
Ich war im Winter in Israel und habe ein paar Dinge anders erlebt. Wurde nie auf den Holocaust angesprochen und hatte bei mehreren Grenzübergängen nie die geringsten Probleme mit den Beamten, obwohl ich im Iran war und das auch gleich gesagt habe, als ich gefragt wurde.

Ich würde mir jetzt wegen ein paar Stempeln muslimischer Länder nicht in die Hosen machen. Und wenn Fragen gestellt werden, die ihr nicht beantworten könnt? Dann sagt einfach, dass ihr die Fragen nicht beantworten könnt, weil ihr euch nicht erinnert. Bleibt entspannt und werdet nicht bockig. Die Israelis sind sehr straight, aber sie haben kein Interesse daran, harmlose Touristen zu ärgern. Die überwiegende Mehrzahl macht keine schlechten Erfahrungen.
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Eka

« Antwort #10 am: 23. September 2017, 18:36 »
Ein besonderer Höhepunkt hatte ich auf meiner Reise, dabei muss ich immer noch schmunzeln.  Ich war auf einer gebuchten 1-Tagestour und da war ein junges Paar dabei, dieses sprach untereinander die ganze Zeit deutsch miteinander und hatte keinen Kontakt mit den 8 Personen im Reisebus. Sie waren immer zu spät bei unseren vereinbarten Bushaltestelle, da meinte ich zum israelischen Reiseleiter: "Sie suchen doch nach dem deutschen Paar!"

Bei unserem Mittags-Rast in einem Imbiss, sprach er die beiden an: "Ihr beiden kommt doch aus Deutschland, das hat mir ein Gast verraten!"
Den Gesichtsausdruck hätte man mal selbst erleben sollen, so versteinert waren Ihre beiden Gesichter. Beide habens abgestritten:

Sie: "No, I am from Poland!" (Mit schwäbischem Dialekt)

Er: " No, I am from America!"

Also, dann gings am Mittagstisch das Gespräch auf deutsch weiter, als sich der Reiseleiter ein paar Stühle weiter zu den anderen richtigen Amerikanern gesetzt hat. Als ich Sie noch auf deutsch wegen einem Foto angesprochen habe, tat Sie noch so als würde sie mich nicht verstehen.

Man erkennt doch aus welchem Land, wer stammt anhand der Kleidung und Gestik, bevor man noch den Mund aufmacht.


Ja, manche Israelis waren geschockt, als man ihre Frage beantwortete "aus welchem Land man kommt?", beantwortet hat mit "Deutschland". Da war das Gespräch vorbei, der Schock saß selbst bei der jungen Generation noch zu tief in den Knochen. Aber das waren nur ein paar Ausnahmen, und zum Glück nicht die Mehrheit. 


@GschamsterDiener
Bevor ich meine Reise gebucht habe, habe ich mir auch deinen Forumsbeitrag dazu durchgelesen und gemerkt, dass ich aktiv meine Reise planen muss, ansonsten hätte ich nicht gewusst, was ich dort sehen oder nicht sehen möchte. Danke dir, für deinen Israel-Beitrag und deine sonstigen Beiträge in diesem Forum!

Deiner Aussage stimme ich voll und ganz zu. Für die Mehrheit der Reisenden trifft dies zu und natürlich gibts auch Ausnahmen. Aber das ist garantiert kein Grund Israel nicht zu besuchen, wenn man Lust hat das Land und die Kultur kennen zu lernen. Ich merke, dieses Land ist eine gute Diskussionsbasis.
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Jessy83

« Antwort #11 am: 24. September 2017, 15:24 »
Haben denn andere, die in letzter Zeit in Israel waren ähnliche Tagesbudgets (wie die 60 Euro hier) benötigt?
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GschamsterDiener

« Antwort #12 am: 24. September 2017, 17:42 »
Haben denn andere, die in letzter Zeit in Israel waren ähnliche Tagesbudgets (wie die 60 Euro hier) benötigt?

Israel ist sehr teuer. Du kannst natürlich durch Couchsurfing und einseitige Diät viel sparen.
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Eka

« Antwort #13 am: 24. September 2017, 18:44 »
Ein kleiner Auszug von den Lebensmittelpreise von den Märkten in Jerusalem und Tel Aviv:

1€ entspricht momentan 4,17 Schekel.

Äpfel:  7,9-12 Schekel/kg

Trauben   8-19 Schekel/kg

Pfirsiche  10,9 Schekel/kg

Baby-Ananas 25 Schekel

Ritter Sport Schokolade ca. 12 Schekel

Lindt-Schokolade ca. 16 Schekel

kleines Nutella ca. 24 Schekel

1 Honigmelone 3,5-6 Schekel/kg ( das wird nicht als Stückpreis sondern als Kilogramm-Preis verkauft)

einfaches Weißbrot ab 10 Schekel

Mc Donalds-Menü: Schweizer Preisniveau

frisch gepresste Säfte (Granatapfel, Orangensaft etc.)   ca. 12-25 Schekel (abhängig ob es auf einem Markt oder in der Touristengegend ist). Da dort nicht immer eine Preisliste angegeben ist, vorm bestellen nach dem Preis fragen.

Alkohol: Preise wie in Skandinavien

1 Busfahrt/Tramfahrt innerhalb Jerusalem: 5,9 Schekel

1 Fahrt von Tel Aviv nach Jerusalem: 16 Schekel

Schawarma, Falafel (Fast Food aus dem Mittleren Osten), Pita, Shnitzel :   ab 16 Schekel (je nachdem wo man bestellt)

Die Preise für die Touren, abhängig vom Zielort, beginnen ab 60€  aufwärts.

Hostels von 20 -30 €/Nacht, klar gibt es dort auch günstigere. Aber bitte auch die Bewertungen dazu durchlesen.

Ja, die Märkte sind ein bisschen günstiger als die kleinen zentralen, teuren Minimärkte  (z.B. am:pm). Aber günstig ist vielleicht nur der Nahverkehr.

Selbst für die Israelis sind die Lebenshaltungskosten sehr hoch.

Ich hoffe, dieser Link beantwortet dir deine Frage:

http://www.travelingisrael.com/cost-travel-israel/
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Marla

« Antwort #14 am: 02. Oktober 2017, 13:03 »
Auch von meiner Seite vielen lieben Dank für den ausführlichen Bericht und die vielen Tipps!!! Bei mir geht's in knapp zwei Wochen nach Jordanien und Israel, und du hast mich auf einiges aufmerksam gemacht, was ich nicht auf dem Schirm hatte, dass man z.B. bei der Ausreise so früh am Flughafen sein muss. Und es kann sicher nicht schaden, sich mental gut vorzubereiten auf Fragen bei der Ein- und Ausreise.

Aber noch mal hierzu:
Anmache in Israel:
Die Sonnenbrille ist ein guter Schutz davor und einfach die Leute ignorieren und weiter gehen. Es bringt einem nichts, wenn man höflich ist. Vergesst eure gute Erziehung und lasst diese zuhause!
Ich muss sagen, das überrascht ich doch ziemlich. War das wirklich so krass bei dir? Was waren das denn für Situationen? Ich hätte es jetzt nicht anders erwartet als in Südeuropa z.B. Durch Mittel- und Südamerika bin ich einigermaßen abgehärtet, hätte aber gedacht, dass man in Israel eher weniger angemacht wird. Aber unsicher hast du dich nirgends gefühlt, oder? Wäre super, wenn du das kurz ausführen könntest. Für mich ist es immer hilfreich, wenn ich mich vorher darauf einstellen kann.
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