Thema: Welche Reiseart würdet ihr empfehlen?  (Gelesen 1118 mal)

travelmusixx

« am: 31. Januar 2017, 13:35 »
Ich mache mir Gedanken über eine Reise zwischen 6 - 12 Monaten.
Reiseziele wären Neuseeland, Australien, Hawaii und Kanada. Dieses sind ja sehr zivilisierte Länder mit ausgezeichneter Infrastruktur. Da ich keine Erfahrung als Backpacker habe und bei früheren Reisen meist mit Auto/Camper unterwegs war, frage ich mich, wie seit ihr so gereist in diesen Ländern?

Aufs Geld brauch ich nicht unbedingt zu schauen, möchte aber auch nicht als Vollzeit-Tourist unterwegs sein nur weil ich es mir gerade nicht vorstellen kann (oder nicht anders kenne).
Sind meine Vorstellungen richtig, dass man sich vor Ort einfach informiert und dann mit Bus/Zug etc. unterwegs ist oder dann eben doch für gewisse Regionen und kürzere Routen ein Auto/Camper mietet?

Ich danke euch jetzt schon für eure Tipps und Erfahrungen :)
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Vombatus

« Antwort #1 am: 31. Januar 2017, 13:52 »
Nun, in den von dir genannten Ländern ist die Infrastruktur des öffentlichen Transport-(Nah/Fern)Verkehrs nicht mit den von Europa vergleichbar. In einigen Städten gibt es gute Bus- und Metrolinien, darüber hinaus wird das Angebot aber immer ausgedünnter oder sehr touristisch. In vielen Ländern SOA und Südamerika kann ich sagen, geh zum Busbahnhof und steige in einen Bus ein. Dort ist das Netz dichter als in Staaten, die schon wegen der Weitläufigkeit aufs Auto setzen.

Wo warst du denn bisher unterwegs?

Letzendlich liegt es auch an deinen Vorhaben/Interessen in den jeweiligen Ländern. Was, wieviel du wo sehen möchtest. Unabhängig von Fahrplänen und Routen unterwegs sein? Durch Nationalparks. Viel (vorwiegend) in Großstädten unterwegs sein. Quer durchs Land zu fahren. Rundreisen oder Oneway?

Ich verstehe auch noch nicht wo genau das Problem liegt. Wenn du genug Geld hast, warum nützt du dann nicht Mietwagen/Camper. Dazwischen (zum Beispiel Nord- Südinsel oder Ost- Westküste) könntest du fliegen oder alternative Transportmiteln nützen. Natürlich auch Nahverkehrsoptionen nutzen.

Oder möchtest du bewusst auf Mietwagen verzichten? Gerade in NZ und AUS werden Busse eher von „jungen Erwachsenen“ genutzt und du wirst ggf. nur von 19-jährigen deutschen umgeben sein. Wer das Geld und Möglichkeiten hat nimmt in diesen Ländern einen Mietwagen/Camper.

Wie hast du dir denn deinen Reisstil vorgestellt? Wann möchtest du wo sein? Jahreszeiten? Übernachtung u.a. auch in Zelten. Hostels, Hotels, Camper? Auto mit Matratze? Preisvorstellungen?
Kannst du schon sagen was du sehen und machen möchtest? Wenn du das genauer schildern kannst bekommst du bessere Tipps und Erfahrungen ...
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travelmusixx

« Antwort #2 am: 31. Januar 2017, 14:20 »
Also gut, ich versuche das etwas konkreter zu schildern.
Es ist nicht so, dass es ein Problem ist, ich habe einfach Respekt davor.
Meine Erfahrungen sind 6 Wochen USA Miami-LA mit Auto, 4 Wochen AUS Brisbane-Sydney mit Auto und etliche Routen in Skandinavien mit Camper und Auto. Erfahrungen und Ländern wie in Südamerika und SOA habe ich nicht, lege ich zur Zeit aber nicht den Fokus.

Mein Hauptinteresse in den Ländern ist Hauptsächlich die Natur zu sehen und  zu erleben. Meine Vorstellungen mögen etwas oberflächlich erscheinen, ich suche nicht unbedingt den sozialen Aspekt und das Interesse an der Kultur. Ich liebe Mutter Natur und bin immer wieder fasziniert von den verschiedensten Naturphänomenen.

Am liebsten möchte ich z.B. in Australien und Kanada möglichst tief ins Land, weg von der Zivilisation. Eigentlich ist mir klar, dass Auto/Camper am sinnvollsten ist. Klar, auch wenn ich das Geld habe, muss ich es nicht unbedingt ausgeben. Der Gedanke, dass ich dann alleine mit einem Van unterwegs bin, kommt mir schon etwas komisch vor :-\ Ansonsten habe ich keine Ansprüche, ich schlafe auch ohne Probleme in einem Zelt, Hostel etc.

Nov-Dez in NZ
Jan-Mrz in AUS
Apr in Hawaii
Mai-Aug in CAN
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Vombatus

« Antwort #3 am: 31. Januar 2017, 14:27 »
Das sind doch super Informationen. Und eigentlich, wenn du ein offener Mensch bist, solltest/könntest du auch (temporäre) Mitreisende finden. Das würde sich positiv auf das Budget auch sozialleben auswirken. Und hey, du bist schon von Florida nach Californien gefahren. Alleine?
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Kama aina

« Antwort #4 am: 31. Januar 2017, 14:34 »
Wenn es nicht wirklich ums Geld geht, dann kannst du auch wirklich die ganze Zeit mit Mietwagen unterwegs sein! Du bist frei und recht flexibel!
Und wie Vombatus schon sagt: Mitreisende findet man eigentlich immer, wenn man offen ist und danach sucht!
So habe ich zum Beispiel in L.A. zwei Mädels kennengelernt, sie waren noch unschlüssig wohin sie sollten und so haben wir die nächsten Tage bis S.F. zusammen verbracht!
Oder auf ner Inseltour in Australien haben wir bei nem Mädel festgestellt, dass sie ca. die selbe Route wie wir hat nur auf Öffentliche angewiesen war. So hat sie sich entschieden die nächsten Tage mit uns zu fahren!
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Worldsafari

« Antwort #5 am: 31. Januar 2017, 15:12 »
Ich bin in Neuseeland, Australien und Kanada bis jetzt hauptsächlich mit gekauften Autos, oder mit Mietwagen herum gereist. Nur ab und zu, um weite Strecken oder um zu bestimmten Städte zu reisen, nahm ich Bus oder Flugzeug. Geschlafen hatte ich im Auto oder im Zelt, manchmal auch in einem günstigen Motel/Hotel.

Wenn das Geld für dich keine grosse Rolle spielt, dann empfehle ich dir wärmstens, dein eigenes Fahrzeug zu mieten/kaufen. So bist du viel flexibler. Oftmals ist es eben auch so, dass man an die wirklich schönen Orte (in der Wildnis) gar nicht ran kommt mit den öffentlichen Verkehrsmittel (oder wenn, dann nur mit Touren).

Dass heisst du wärst mit ÖV's und vielleicht Touren wohl eher ein Vollzeit-Tourist, als mit dem eigenen Fahrzeug. Das eigene Fahrzeug bringt dich zu viel individuelleren Orten, als ausgelatschte Touristenpfade. Oder wie meinst du das mit dem nicht als Vollzeit-Tourist unterwegs sein zu wollen?

Wie bereits von Vombatus erwähnt, ist die Infrastruktur in diesen Ländern was die ÖV's betifft deutlich beschränkter, als wir es uns gewohnt sind.
Um einfach mal von Stadt zu Stadt zu kommen, ist der Bus, Zug, oder das Flugzeug aber eine gute Alternative zum eigenen Fahrzeug.

Und wegen dem komischen Gefühl, alleine zu sein: Probier es aus. Ansonsten kannst du dir immer noch einen Kumpanen suchen. Ich hatte mir letzten Sommer ein Auto in San Francisco gekauft und bin damit alleine für 6 Monate durch ganz Nordamerika gefahren, bis zum arktischen Meer. Ich kenne es also, alleine in der Wildnis Kanadas zu sein und fand es einfach eine unglaublich tolle Erfahrung.
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travelmusixx

« Antwort #6 am: 31. Januar 2017, 15:47 »
Ja war FL - CA alleine unterwegs und kenne bereits die Erfahrung alleine unterwegs zu sein. Einerseits liebe ich es, das zu tun was ich möchte, frei zu sein und zu entscheiden. Ich hätte aber auch bestimmt nichts dagegen mit ein paar Leuten zu reisen. Ich denke auch, dass der Respekt vor der Reise eh viel grösser ist und man sich dann vor Ort schnell daran gewöhnt und in den Tag lebt und sich damit auseinander setzt. Meine Erfahrung war auf jeden Fall nicht negativ :)

Der Ansatz von dir Worldsafari finde ich super! Genau das möchte ich verhindern, dass ich dann an bestimmte Orte nicht hinkomme oder schlecht bereisen kann. Ich denke es ist zwar überall möglich ein Auto zu mieten wenn man vor Ort ist aber ich glaube schon, dass es generell einfacher ist mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs zu sein. Auch die Sache mit dem Gepäck stelle ich mir da etwas handlicher vor. Danke für deine Info's! Kannst du mir evtl. noch angeben wo du dein Auto gekauft hast?

Ich danke euch allen für eure Inputs :)
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Kama aina

« Antwort #7 am: 31. Januar 2017, 16:19 »
Fällt mir gerade noch ein!
Auf Hawaii gibt es zum Beispiel einen öffentlichen Bus der die ganze Insel Oahu umrundet! Aber selbst da fehlt dir die Freiheit irgendwo anzuhalten wo du willst! Musst dann zu den Orten wo du hin willst trotzdem laufen.
Von daher bin ich in den meisten Ländern ein sehr großer Freund von Mietwagen!
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Worldsafari

« Antwort #8 am: 31. Januar 2017, 19:36 »
Ich kaufte das Auto in Los Gatos, CA von einer Privatperson (https://worldsafari.info/2016/05/24/mein-autokauf-in-kalifornien/).

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie lange du in den USA/Kanada bleiben möchtest. Ich denke, dass sich ein Kauf ab einem Aufenthalt von 4 Monaten lohnt. Schliesslich dauert es auch eine Weile, bis man ein passendes Auto gefunden und registriert hat. Aber je nördlicher du fährst, desto bescheidener können die Strassenverhältnisse werden. Ich bin mir nicht sicher, ob du mit Mietwagen auf gewissen Strassen überhaupt fahren dürftest. Mit dem eigenen (gekauften) Auto stellt sich diese Frage nicht.
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Vombatus

« Antwort #9 am: 31. Januar 2017, 20:33 »
Apr in Hawaii
Mai-Aug in CAN

Hier sollte man noch klären, wie das mit dem Weiter-/Rückreiseticket aussieht. Weil du zuerst in die USA einreist und dann nochmal 4 Monate nach Kanada möchtest. Kanada aber nicht als Ausreiseland gilt, du aber nur 90 Tage (3 Monate) in den USA sein darfst. Entweder musst du Kanada auf 2 Monate kürzen oder du machst einen Umweg in ein nicht NAFTA Land. Oder du besorgst dir ein US-Visum ?

Du brauchst ein Ausreisenachweis, welches zeigt, dass du innerhalb von 90 Tagen (nach Einreise in die USA) aus den USA ausreisen wirst. (ohne Kanada, Mexiko oder Karibik)

Sehe ich das so richtig oder habe ich einen Denkfehler?
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Mooni

« Antwort #10 am: 31. Januar 2017, 21:06 »
Jap, Vombatus hat das schon sehr gut erklärt. Die Planung so geht nicht ohne Ausreisenachweis oder B2 Visum.

Ist aber auch ein Thema bei dem man allgemein die Augen offen halten sollte, wer weiß was sich Mr. Trump in den nächsten Monaten noch so ausdenkt..
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travelmusixx

« Antwort #11 am: 01. Februar 2017, 06:57 »
Stimmt, danke für den Hinweis, ist sicherlich auch zu berücksichtigen wenn ich bis nach Alaska hoch möchte.

Aber dazu trotzdem noch eine Frage, vielleicht weiss das gleich jemand.

Wenn ich ein Kanadisches Visum beantrage (6 Monate gültig) bevor ich auf Hawaii reise, wird dies dann zum Beispiel erst gültig bei Einreise von Hawaii nach Vancouver und das US-Visum läuft unabhängig weiter oder ist dass Kanadische Visum dann für nichts beantragt? ...oder was wisst/denkt ihr darüber?
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Vombatus

« Antwort #12 am: 01. Februar 2017, 08:56 »
Für Kanada brauchst du bis zu einen Aufenthalt von 6 Monaten KEIN Visum, sondern nur das eTA-Verfahren (Electronic Travel Authorization), welches man vor der Einreise beantragen und bezahlen muss.

Siehe:
http://www.cic.gc.ca/english/visit/eta-facts-de.asp

„Die Genehmigung ist elektronisch mit Ihrem Reisepass verlinkt und gilt für einen Zeitraum von maximal fünf Jahren oder bis zum Ablaufdatum Ihres Reisepasses.“

Wie immer:
"Reisende sollten beachten, dass auch eine erteilte Genehmigung keinen Anspruch auf Einreise nach Kanada begründet. Die endgültige Entscheidung obliegt weiterhin dem zuständigen kanadischen Grenzpersonal."

Ich weiß nicht ob bei Einreise in die USA nach einen Weiterreiseticket gefragt wird, also ein Ticket, dass zeigt, dass du die USA/Kanada/Mexiko innerhalb von 90 Tagen verlässt. Vielleicht kommst du auch gar nicht erst in die USA weil du kein Weiterreiseticket hast? Das könnte schon in NZ beim Check-In verlangt werden. Vielleicht klappt alles gut und irgendwann, wenn du wieder in die USA willst, darfst du wegen Verstoß gegen die Einreisevorschriften nie wieder in die USA?

Saublödes Thema. Gibt es da Erfahrungen von Leuten, die in den USA waren und danach für Monate in Kanada?

Hier etwas zu dem US B2-Visum
https://www.americandream.de/us-visum/touristenvisa-geschaeftsvisa/b1-b2-visum/
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Worldsafari

« Antwort #13 am: 01. Februar 2017, 09:35 »
Bei der Einreise in die USA und auch bei der Einreise nach Kanada werden einem immer diverse Fragen gestellt. Die Beamten wollen wissen, wie deine Reisepläne aussehen (da wird immer nach dem Ausreiseticket gefragt), wie du deine Reise finanzierst und wie deine Arbeitssituation zu Hause aussieht. Beide Länder wollen sich bei der Einreise von Leuten, die als Touristen einreisen, sicher sein, dass sie das Land auch garantiert wieder verlassen und nicht irgend wo untertauchen und sich auf illegale Weise Arbeit beschaffen.

Nach meiner Erfahrung ist es den Kanadier/Amerikanern aber egal, ob du ein Ausreiseticket in den USA oder in Kanada hast, hauptasache du gehst wieder.

Da könne die Grenzbeamten auch mal ziemlich hartnäckig nachfragen und dann ist es immer gut, wenn man notfalls auch Beweise, wie z.B. Weiterflugticket, Kontoauszug, etc. vorlegen kann.

Wenn du in Kanada einreist und in Alaska wieder ausreist, geht das gut mit den eTA und ESTA Papieren. So kannst du 6 Monate in Kanada sein und anschliessend 3 in Alaska.
Falls du aber von weiter Unten nach Alaska fahren wills (also USA-Kanada-Alaska/USA) dann musst du die ganze Reise in 3 Monate reinpacken, da das ESTA für die USA nur 3 Monate gültig ist und Kanada nicht als Ausreiseland gilt. In diesem Fall empfehle ich, ein B2-Visum für die USA zu beantragen. Damit kannst du nämlich 6 Monate in den USA bleiben und hast genügend Zeit, um über Kanada nach Alaska zu fahren.
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Kama aina

« Antwort #14 am: 01. Februar 2017, 10:47 »
Da hatte ich bei meinen Ein- und Weiterreisen echt immer Glück. Die berühmten Fragen wurden mir nie gestellt und keiner wollte irgendwas von mir sehen! Wo wollen sie hin, wie lange bleiben sie, was machen sie von Beruf! Danke! Willkommen!
Allerdings hab ich tatsächlich mal schlechte Erfahrung mit nem Grenzer gehabt, der mir tatsächlich anstelle der 90 Tage nur exakt die Tage meines angegeben Aufenthalts in den Pass geschrieben hat!
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