Thema: Erfahrungen mit Hanse Merkur Auslandskrankenversicherung  (Gelesen 4822 mal)

konkretuser

Hallo Forumsmitglieder,

Ich reise seit 10 Monaten durch Südamerika und habe mir vor zwei Wochen das Sprunggelenk gebrochen bei einem unglücklichen Fall.

Die Bearbeitung und Hilfe der Hase Merkur war eine Katastrophe.
Die Kommunikation mit dem Callcenter hat nicht funktioniert. Das Krankenhaus musste ich bestimmen und es wurde mir mehrmals geschrieben ich solle mich zur Behandlung ins Krankenhaus begeben, mit einem
Taxi. Die Hanse Merkur war nicht in der Lage mir einen Krankentransport zu organisieren. Im Krankenhaus wurde ich zweimal abgewiesen, da Unterlagen zur Einweisung fehlten. Ich war die ganze Zeit gestresst, weil nichts voranging.

Jetzt nach der Operation hier in Mendoza Argentinien weigert sich die Hanse Merkur den Krankenrücktransport zu organisieren und ich sitze hier für 1.5 Monate fest, bis ich wieder laufen kann. Die Begründung der Hanse Merkur. Die Rückführung wurd nur übernommen, wenn in Deutschland ein weiterer Krankenhausaufenthalt nötig ist. Ich brauche Reha und natürlich Unterstützung meiner Familie, beim Essen vorbereiten, waschen um die täglichen Probleme des Lebens zu bewältigen. Mit zwei Krücken ist einkaufen eher schwierig. Außerdem muß ich den Fuß hochlegen und ruhigstellen, aber das scheint der Hanse Merkur kein triftiger Grund zu sein.

Habt Ihr Tips, was ich in dieser Situation machen kann? Ich bin ein bisschen am Verzweifeln, da ich mir mehrere Wochen Hotel nicht leisten kann und Business Class auch nicht um den Fiß hochlegen zu können während des Fluges.

VielenDank
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Einmalrundum

« Antwort #1 am: 04. März 2016, 08:54 »
Leider kein Ratschlag. Ich kann hier nur schreiben das ich mich dann auf meiner nachsten Reise nicht bei der Merkur versichern werde. Ich wurde ihnen raten dazu stellung zu nehmen, denn ich finde dieses Vorgehen wirklich untragbar. Eine Versicherung ist nicht da um das Gewissen zu beruhigen sondern um mit Taten bei einem Vorfall zu helfen.
Eventuell hat Mrkur eine facebook seite. Da kannst du dein Vorfall beschreiben. Vielleicht hilfts wenn du die Offentlichkeit aufmerksam machst wie schlacht diese Versicherung ist

Alles gute
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konkretuser

« Antwort #2 am: 04. März 2016, 18:09 »
Danke für  deine Antwort. Ich habe mich auf der Facebook Seite von Hanse Merkur ausgedrückt und Sie schauen sich meinen Fall an.

Im Moment kann ich nur warten.

Kennt von euch jemand eine preiswerte Unterkunft in Mendoza? Oder eine Möglichkeit einer Unterkunft mit einer Art Pflege, welche mir bei den täglichen Aktivitäten des Lebens unter die Arme greifen können?

Kennt Ihr noch weitere Foren in denen ich meine Situation schildern könnte um Aufmerksamkeit zu erzeugen?

Vielen Dank
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Vombatus

« Antwort #3 am: 04. März 2016, 19:29 »
Eventuell kann dir der Honorarkonsul Tipps geben?

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/01-Laender/DeutscheAVen/Argentinien/ArgentinienDeutscheVertretungen.html

"Honorarkonsuln sind an vielen Orten zusätzlich zu den diplomatischen und konsularischen Vertretungen tätig Es handelt sich um ehrenamtlich tätige Personen, die keineswegs deutsche Staatsbürger sein müssen, sondern oft Angehörige des Empfangsstaates sind. Aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung im Gastland haben sie gute Kontakte, sind mit den örtlichen Verhältnissen besonders vertraut und können daher Deutschen in Not wertvolle Hilfe leisten."

Ich würde jetzt auch nicht wild mit "Anschuldigungen" um mich werfen. Wenn du von einem Arzt nicht die Bestätigung erhältst für einen medizinisch notwendigen- oder sinnvollen Rücktransport und zudem fluguntauglich bist, muss wahrscheinlich keine Versicherung etwas machen, was nicht in den Bedingungen steht. Du bist aber bestimmt nicht der Erste, der sich den Fuss gebrochen hat.

Schau dir mal das an http://jetztodernie.rtwblog.de

Wie sieht es denn im Moment aus? Du wirst die Reise jetzt sicher abbrechen? Bist du flugtauglich?
Warum ist der Plan nicht, so schnell wie möglich zurück zu fliegen, auch wenn du es eben selbst zahlen musst? Vor Ort kostet jeder Tag auch extra Geld. Warten macht die Situation nicht besser?

Hoffe, dass du schnell Hilfe bekommst. Gute Besserung?
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konkretuser

« Antwort #4 am: 04. März 2016, 23:06 »
Hallo Vombatus,

Die Idee mit dem Generalkonsulat ist sehr gut. Vielen Dank.

Werde Ihn auf jeden Fall kontaktieren.

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konkretuser

« Antwort #5 am: 05. März 2016, 16:02 »
Hallo,

Der Generalkonsul hat mich gestern noch angerufen. Hat mir außer dem Ratschlag zu versuchen bei Bekannten unterzukommen auch nicht weiterhelfen können.

Mein Plan ist es, zwei Wochen Postoperation abzuwarten und dann zurück zu fliegen. Dann sind die Fäden raus und der Knochen ein bisschen mehr zusammengeheilt. Außerdem muß ich noch einige Sachen organisieren hier.

Falls Ihr noch weitere Tips habt, ich nehme Sie gerne an. :-)
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Vombatus

« Antwort #6 am: 05. März 2016, 16:15 »
Falls du den Flug selbst organisieren und in der Holzklasse fliegen musst. Kümmere dich rechtzeitig um einen Platz am Notausgang.

Und erkundige dich wegen einer möglichen "fit to fly“ Bescheinigung". Weiß nicht, ob das bei dir eine Rolle spielt, nach der OP.
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konkretuser

« Antwort #7 am: 06. März 2016, 01:37 »
Holzklasse wird es wahrscheinlich werden.

Fit to fly ist glaube nicht nötig. Die Airline verlangt diese nur wenn die OP weniger als 10 Tage zurückliegt. Ich habe auch keinen Gips mehr.

Ich werde auf jeden Fall der Stiftung Warentest schreiben und denen meine Erfahrungen mit der Hanse Merkur schildern. Es kann nicht sein dass Testurteile ohne zeitliche Begrenzung gültig sind. Für mich war das kein sehr gut, sondern eine glatte Fünf.

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Vombatus

« Antwort #8 am: 06. März 2016, 09:53 »
Evtl. solltest du dich besser an den Ombudsmann wenden?
http://www.versicherungsombudsmann.de/home.html
EDIT: Hier die richtige Adresse: www.pkv-ombudsmann.de

Oder an den Verbraucherschutz? http://verbraucherschutz.de

Ansonsten ist es halt schwer für Aussenstehende zu beurteilen wie dein Fall abgelaufen ist. Wichtig ist, dass du an der Sache dran bleibst und den Fall mit der Versicherung klärst. Daher auch bei Meinungsverschiedenheiten der Ombudsmann.

Mich würde es auch ankotzen, wenn ich extra eine Reisekrankenversicherung abschließe, die mich dann aber in dem entscheidenden Moment im Stich lässt. Manchmal reicht schon ein inkompetenter Mitarbeiter oder Korinthenkacker.

Ich weiß aus Erfahrung, dass sich hier im Forum immer wieder Leute melden, die schlechte Erfahrungen schildern um sich Luft machen. Egal ob Versicherung, Bank, Fluggesellschaft oder Hotel. Gleichzeitig gibt es auch viele andere, die ihre positiven Erfahrungen schildern. Manchmal hilft es, an die Öffentlichkeit zu gehen, und wenn es nur ist, seine Wut und Frust los zu werden. Im Zweifel ist es immer gut ein möglichst breites Meinungs- und Erfahrungsspektrum zu haben. (Abgesehen von eindeutigen Werbelinks natürlich.)

Hoffe, dass nun alles reibungslos läuft, viel Glück und gute Besserung.
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White Fox

« Antwort #9 am: 06. März 2016, 09:59 »
Ombudsmann hilft in diesem Fall leider nicht :( :

Zitat
Der Versicherungsombudsmann kann bei Beschwerden zu Hausrat- und Gebäudeversicherungen ebenso helfen wie bei Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen. Auch die Kfz-, Unfall-, Lebens-, Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen gehören zu seinem Aufgabenbereich, die Krankenversicherungen allerdings nicht.

http://www.versicherungsombudsmann.de/Navigationsbaum/IhreBeschwerde/WichtigeInformationen/index.html
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Vombatus

« Antwort #10 am: 06. März 2016, 10:12 »
Hatte die falsche Webadresse angegeben. Sorry. Hier geht es zum Merkblatt:
http://www.hansemerkur.de/c/document_library/get_file?folderId=2181939&name=DLFE-41704.pdf

Außergerichtliche Schlichtungs- und Beschwerdeverfahren:
Schlichtungsversuche und Beschwerden können – wenn eine Einigung mit der HanseMerkur nicht erzielt werden kann – an folgende Schlichtungs- und Beschwerdestellen gerichtet werden:

Für die Reise-Krankenversicherung: www.pkv-ombudsmann.de
Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung Postfach 06 02 22, 10052 Berlin




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konkretuser

« Antwort #11 am: 06. März 2016, 13:48 »
Vielen Dank für eure Hilfe.


Mir geht es primär nicht darum die Hanse Merkur schlecht zu machen, sondern mehr auf meine Situation aufmerksam zu machen und natürlich andere zu warnen, dass die Erfahrungen mit Auslandskrankenversicherungen sehr unterschiedlich ausfallen können.

Ich bin über die Wutphase schon lange weg und gerade nur verzweifelt.

Ich bin nur mit einem kleinen Handy unterwegs, deshalb kann ich nicht alles ausführlich schildern, was ich jedoch vorhabr wenn ich wieder zurück in Deutschland bin.

Im Moment sind mir Ratschläge wichtig, wie ich die Situation hier am Besten meistern kann und Ihr habt mir schon sehr geholfen.

Der Lebensalltag hier mit den Krücken ist sehr schwierig zu meistern aber es gibt hier Menschen die einem ein bisschen helfen.
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Brausefee

« Antwort #12 am: 22. Mai 2016, 07:47 »
Hallo,

wie geht es Dir mittlerweile?
Wie ist der Stand der Dinge?

Hoffe Dir geht es gut!?

LG
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konkretuser

« Antwort #13 am: 02. Juni 2016, 16:14 »
Ich bin zurück nach Deutschland auf meine eigenen Kosten geflogen und jetzt drei Monate später noch auf dem Weg der Genesung.

Ich rate allen die ins Ausland gehen, sich genau mit der Versicherungspolice zu beschäftigen. Ich denke auf den Facebookseiten der einzelnen Anbieter sich anschauen, was Kunden für Feedback geben kann schon ein erster guter Schritt sein. Den man kann man gängigen Bewertungsportalen nicht trauen.

Der Service der Hanse Merkur war katastrophal. Wenn du dich nicht in deiner schon schwierigen Lage nicht um alles selber kümmerst, dann passiert nicht viel. Wenn man eine Auslandskrankenversicherung abschließt, dann denkt man in guten Händen zu sein, mit einem verlässlichen Partner an seiner Seite, welcher sich um alles kümmert im Fall der Fälle damit man sich Voll und Ganz auf die Genesung konzentrieren kann. Das genaue Gegenteil war eingetreten.


Die Dienstleister sitzen in einem Call Center weit weg von dir und dein Fall ist einer von vielen. Die Sachbearbeiter geben dir überhaupt nicht das Gefühl gut aufgehoben zu sein.  Du mußt ständig den Sachbearbeiter selber kontaktieren um nachzufragen, was der letzte Stand der Dinge ist. Die Bearbeiter deines Falles wechseln ständig, da diese im Schichtsystem arbeiten und natürlich deinen Fall nicht unbedingt sehr gut kennen. Meistens sind Sie nur da um zu beschwichtigen und de-eskalieren. Emails werden mit großer Verzögerung und erst nach mehrmaligen Nachfragen beantwortet. Auch Anrufe werden oft nicht angenommen.

Alles was die Abwicklung der medizinischen Versorgung betrifft, wurde von der Hanse Merkur an die Roland Gruppe outgesourct. Das heißt man bezahlt zwar Hanse Merkur, bekommt aber den Service der Roland Gruppe. Auf meine Beschwerdebriefe wurden nie geantwortet.

Ich habe auch meine ganzen Arztrechnungen welche ich angehäuft habe schon vor über einem Monat bei denen eingereicht und bis jetzt immer noch keine Rückmeldung bekommen.
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LuE

« Antwort #14 am: 02. Juni 2016, 16:54 »
Das ist ja wirklich unglaublich. Mein Freund hatte vor einer Woche auch eine kleine OP in Buenos Aires. Wir sind auch bei der Hanse Merkur. Es geht jetzt hauptsächlich um die Kostenerstattung. Da sind wir mal gespannt wie lange sich das Ganze hinzieht.
Wir haben so viele Reisende getroffen die ohne Versicherung unterwegs sind. Haben uns immer sicher gefühlt mit der Versicherung. Wenn man da aber so enttäuscht wird wie du fängt man echt an zu zweifeln.
Wünschen dir weiterhin gute Besserung!
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