Thema: Maximale Betriebshöhe 3000 Meter bei Festplatten  (Gelesen 5540 mal)

Oli

« am: 01. Dezember 2011, 20:56 »
Hallo,

viele Hersteller von Festplatten verweißen auf eine Maximale Betriebshöhe von 3048 Meter (10.000 feet), da sich zwischen dem Schreib-/Lesekopf und der schnell rotierenden Platteroberfläche sich aufgrund des Bernoullischen Gesetzes sich ein dünnes Luftpolster (Mindestdruck zum Betrieb einer Festplatte) befindet. Welches offenbar bei einer Verwendung über 3000 Höhenmeter abfällt und zu einem sogenannten "Head-Crash" und dem damit verbundenen Totalverlust der Festplatte führt.

Jetzt bin ich allerdings ein wenig beunruhigt, da ich plane mein Netbook mit auf Reise (u.a. in die Bolivianischen Anden) zu nehmen.

Leider finde ich hierzu in Internet relativ wenig, was vielleicht auch daran liegt das sich Nerds nur selten im Freien und dann schon gar nicht im Hochgebirge aufhalten  :D

Daher wollte ich wissen ob schon jemand ein Netbook, Notebook, Camcorder oder ein sonstiges Technisches Gerät mit Festplatte in einer Höhe über 3000 Meter verwendet hat und sagen kann ob es zu Problemen an seinem Gerät geführt hat?

Gruß Oli

Martini

« Antwort #1 am: 01. Dezember 2011, 21:22 »
Ich hatte mein Netbook mit in La Paz (3200 bis 4100) und es gab überhaupt keine Probleme. Ich frage mich eh, ob das wirklich so ein großes Problem ist, immerhin leben doch ein paar mehr Menschen über 3000 Meter und die haben auch ganz normal Computer und Internet...
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tetsi

« Antwort #2 am: 01. Dezember 2011, 23:48 »
Mit solchen Angaben sichern sich die Hersteller einfach nur ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass auf solchen Höhen was passiert ist einfach größer als unten und von daher wollen sie da die Funktionsfähigkeit nichtmehr garantieren.

AlpenCheGuevara

« Antwort #3 am: 02. Dezember 2011, 02:52 »
ich hab mir über vieles sorgen gemacht
über seeeeeeeeeeeeeeeeeehr vieles
über seeeeeeeeeeeeeeehr seeeeeeeeehr vieles.
PLUS ich bin software-entwickler

aber... über diese angabe hab ich noch niemals gehört.
ich kann dich nur beruhigen. ich war mit meinem netbook inklusive externer festplatte, MP3 player, USB stick,...
auf knapp 4800m, habe auf 4500m in einem auto im bolivianischen hochland mit den ganzen sachen übernachtet. netbook benutzt usw.

ich würd mir sorgen machen über: kälte, wärme uuuuuuuund STAUB, STAUB, STAUB ;-)

lg aus rio gallegos
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Meersburger01

« Antwort #4 am: 02. Dezember 2011, 04:21 »
ich kann dich nur beruhigen. ich war mit meinem netbook inklusive externer festplatte, MP3 player, USB stick,...
auf knapp 4800m, habe auf 4500m in einem auto im bolivianischen hochland mit den ganzen sachen übernachtet. netbook benutzt usw.

Also, mein mp3 player hat auf 3.500 Metern Höhe nicht mehr funktioniert, der hat sich nicht mehr aufladen lassen und war ständig leer. Dachte schon, er sei kaputt, aber als ich wieder "runter ins Tal" auf 3.000 Meter kam, ging wieder alles wie gewohnt. Die Höhe hat also schon irgendwie Auswirkungen auf die Geräte. Würde bei Festplatten davor halt sicherheitshalber eine DVD mit den Daten brennen. Wär doch schade, wenn all die Fotos weg wären, nur weil man ggf. der Einzige hier im Forum ist, bei dem wirklich die Festplatte in der Höhe versagt ;o)

Aber wie perner123 schon schreibt, sind Staub, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen, Erschütterung etc. ein größeres Risiko für all die technischen Geräte auf Reisen.

Grüße,

Sabine
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sommerjogurth

« Antwort #5 am: 03. Dezember 2011, 20:48 »
Also, mein mp3 player hat auf 3.500 Metern Höhe nicht mehr funktioniert, der hat sich nicht mehr aufladen lassen und war ständig leer. Dachte schon, er sei kaputt, aber als ich wieder "runter ins Tal" auf 3.000 Meter kam, ging wieder alles wie gewohnt.

Mein kleiner Ipod will auch nicht mehr, Ipod Touch und Netbook gehen. Dachte schon er wäre defekt. So habe ich noch Hoffnung. Ich bin übrigens gerade "nur" auf 2827 Meter.
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farmerjohn1

« Antwort #6 am: 03. Dezember 2011, 22:26 »
Ich weiss nicht, ob das mit Luftdruck oder eher mit schlechten Strassen/Schlaege durch Holpern bem Transport zusammenhaengt - aber ich habe bei 2 Rechnern (Laptops) bisher auf 1700, bzw. 1900m Hoehe je ein Mal pro Jahr die Festplatte auswechseln muessen. Einmal davon waren allerdings die Ursache Stromschwankungen im Netz, weil mein Ueberspannungsschutz vom Blitz getroffen worden war und der Computer zwei Wochen direkt am Netz war...
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Kailash

« Antwort #7 am: 01. März 2012, 09:45 »
Ich weiß nicht, ob Du schon unterwegs bist... hab die Seite eben erst gefunden.
Waren in Nord - und Südperu inkl. La Paz, Titi.see usw unterwegs und mein LENOVO hat immer 100% funktioniert - bis 5000m!
Es war im Norden bequemer, da auch in primitiven Unterkünften kostenlos WLAN vorhanden war - spät ins Bett gehen, Rechner auf die Knie und kurz mit daheim mailen, die gerade aufgestanden sind.
Im Süden wollte man dafür zum Teil unverschämtes Geld!!! Man zockt eben die Touristen ab. In La Paz und den Bergen ringsrum war alles bestens!
Also mach Dir keine Sorgen und eine gute Tour!
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Flynn

« Antwort #8 am: 01. März 2012, 10:28 »
aber... über diese angabe hab ich noch niemals gehört.
Echt? Diese Angaben sind auf jedem Server zu finden...
Aber damit hat ja meist mehr der Admin zu tun als der Entwickler.

Aber das ist eine Art Garantie der Hardwarehersteller - vergleichbar mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmittel. Die garantieren dir Wahrscheinlichkeiten für Ausfälle. Da gibts auch noch Angaben zu Mittlerer Zeit bis zum Fehlerfall und und und. Wirklich wichtig ist das nur für Fail-Safe-Strategien oder Verfügbarkeitsstrategien, also quasi "Wenn x Komponenten ausfallen muss der Service weiterhin funktionsfähig sein. Wie stellen wir das sicher?". Da rechnet man Wahrscheinlichkeiten aus und da spielen diese Angaben eine Rolle. Für die Praxis heißen diese Angaben: es sagt nur etwas über die Wahrscheinlichkeit des Ausfalls aus - trotzdem kann natürlich eine 99,9999% Wahrscheinlichkeit der Funktionsfähigkeit niemanden davor bewahren in der ersten Minute nen Ausfall zu bekommen. Das überblicken leider auch viele Informatiker nicht :D

Für Reisende bedeutet das: die Wahrscheinlichkeit eines Problems steigt bei Überschreitung dieser Angaben natürlich, muss aber nicht automatisch eintreten. Da spielen zu viele Faktoren mit rein um zu sagen "Ab 3500 Metern geht nix mehr". Diese Angaben sind in der Regel auch sehr konservativ gemacht, denn da hängt in der Tat die Garantie des Herstellers dran - aber das ist nur für Firmen interessant, die können ihr Geld dann zurückbekommen (bei ner Serverfarm von Facebook geht sowas dann locker in die Millionen beispielsweise). Wer auf Nummer sicher gehen will lässt sein Notebook eben aus - in der Ruhestellung kann kein Lesekopf mehr auf die Platte fallen, die sind mechanisch gesichert.

Eine andere Alternative wäre sich SSD Platten anzuschaffen - die haben keinen Schreib/Lesekopf und das Problem erst gar nicht.
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Einmalrundum

« Antwort #9 am: 01. März 2012, 10:32 »
Also auch ich hab mir gedacht was für ein Blödsinn, doch meine super tolle und stabile Festplatte hat über 3500m den geist aufgegeben, ich musste diese dann neu formatieren. Auch ein alter Ipod mit festplatte lief über 3500m nicht mehr. Die Festplatte im PC hats überstanden, glücklicherweise. Ich glaub das Problem war so zwischen 3500 und4000m. Grüsse
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gerhard4310

« Antwort #10 am: 27. August 2012, 22:39 »
Handelsübliche Festplatten sind zwar staubdicht jedoch nicht luftdicht verschlossen. Die Lese- und Schreibköpfe benötigen jedoch einen Luftpolster um nicht auf den Magnetscheiben anzustossen. Durch zunehmende Höhe verändert sich natürlich der Luftdruck wodurch auch der Widerstand des Lufpolsters abnimmt und in gewissen Höhen ganz verschwindet. Die Temperatur spielt dabei natürlich auch eine grosse Rolle. Somit kann es durchaus vorkommen dass Festplatten dadurch einen Deffekt erleiden. In den meisten Fällen jedoch ist es mit einer Neuformatierung möglich die Festplatte wieder in Betrieb zu nehmen allerdings eine gute Datensicherheit ist nicht mehr gewährleistet.
Die Lösung für diese Problem sind sogenannte Industrie Festplatten die sind dann auch Luftdicht verschlossen und halten auch einiges mehr an mechanischen und klimatischen Einflüßen aus.

Das selbe ist auch bei MP3 Playern, Digicams und dgl. welche ab einer gewissen Höhe nicht mehr funktionieren können. Die Begründung liegt meist in der Bauart der einzelnen Microchips die im Gerät verbaut sind. Die Veränderung der Luftdichte hat zur Folge dass sich Materialen mit denen die Bauteile gefertigt wurden physikalisch verändern (Ausdehnung, Kälte Hitze etc.) und es dadurch zu Verbindungsunterbrechungen in den Schaltkreisen kommen kann. Da die Verbindungen sich µM Bereich abspielen braucht es keine großen Einwirkungen.
Auch dafür gibt es Lösungen in dem man auf hochwertige Geräte zurückgreift in denen Bauteile verwendet werden die auch in der Raumfahrt sowie im Mil. Bereich eingestzt werden.

Leider sind Industrie Festplatten und auch E Geräte für den Extremensatz entsprechend teuer.

LG
Gerhard
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sgropper

« Antwort #11 am: 28. August 2012, 09:40 »
Cool! Der Beitrag rettet mir meinen vormittag :-) Nimm einfach eine Festplatte mit, du wirst damit keine Probleme haben. Wir waren ebenfalls in La Paz, ohne Probleme, wir haben 5000m Pässe überquert, ohne Probleme. Übrigens, ich hab bei t-online über Nacht meine Bilder gesichert (Mediathek) war kein Problem, die Verbindung war oft gut. Auf diese Weise hab ich mehr als 6.000 Bilder gesichert. Mir ist meine externe Festplatte die ich als Sicherung dabei hatte kaputt gegangen, nachdem man sie im Betrieb hochgehoben und verschoben hat.

Viel Spaß auf der Reise
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tetsi

« Antwort #12 am: 13. September 2012, 15:53 »
Auch ich bin mittlerweile seit ein paar Monaten immer wieder über 3000m unterwegs (Ecuador, Peru, demnächst Bolivien). Keine Probleme mit keiner Festplatte, mein iPod funzt auch, mein Handy macht keine Mucken etc. Ich habe auch keinen getroffen, der solche Probleme hatte - der geklaute Laptop war dafür garnicht so selten. Wie hier jetzt schon so oft geschrieben, es kann was passieren, die Wahrscheinlichkeit ist auch höher, aber euch wird nicht gleich der Laptop explodieren, sobald ihr die 3000m Marke durchschreitet. Denkt über n vernünftiges Backup nach und alles wird gut :)

Kailash

« Antwort #13 am: 18. September 2012, 13:23 »
Aus Nepal/Tibet zurück kann ich berichten, daß mein Lenovo E520 und auch die netbooks und verschd. Telefone der Mitreisenden durchweg gut funktionierten (durchschnittliche Höhe über mehrere Wochen > 4300 m)!
Auch die digitalen Fotos hieleten gut durch. Eher das Problem war die Stromversorgung. Alle selbstgebastelten Arten von Solar waren eigentlich unbrauchbar. Ich hatte genügend eneloops dabei und die waren im Bedarfsfall im Auto gut zu laden!
Wünsche allen anderen auch soviel Glück!
LG Kailash

PS: Übrigens war in Westtibet das Funknetz hervorragend ausgebaut (an allen mgl. und unmgl. Stellen steht ein Funkmast) und somit ging das Hochladen von Bildern bestens!
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