Thema: al-maghrib und djmuh  (Gelesen 2328 mal)

djmuh

« am: 29. Oktober 2011, 08:37 »
Licht am Ende des Tunnels...

Den wunderschönen Frühlingsmonat März wird djmuh in Marokko verbringen! :D Jippie. Oh ja ja... Ding.
Mein erstes Mal auf dem afrikanischen Kontinent und mein erstes Mal in einem arabischen Land...

Flug von Berlin nach Agadir (und zurück) ist gebucht: 110,- EUR mit easyjet (mein Gott, ich hatte mir geschworen, nie wieder mit dieser Line zu fliegen)

Meine Route wird im Groben wohl so aussehen:
Agadir
Marrakesch
Quarzazate
Draatal
Fes
Rabat
Casablanca
Essaouira
Agadir
 
Da viele von euch schon dort waren... Input gesucht...

Jippie! Oh ja ja. Ding ding!

EDIT: und ja ich weiß, meine reisedauer war schon länger  :-\
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rosabcn

« Antwort #1 am: 29. Oktober 2011, 10:40 »
Hallo,

ich kann al Unterkunft in Fez den Dar Houdou empfehlen. Und einen Abstecher nach Meknès würde ich vielleicht auch noch machen.

Viel Spaß

Rosa
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farmerjohn1

« Antwort #2 am: 29. Oktober 2011, 20:42 »
Nun hat meine Marrokko-Fahrt 1999 stattgefunden, was etwas her ist - aber ich habe sie in eindruecklicher und auch guter Erinnerung: ich habe mich mit der Faehre von Algeciras/Spanien nach Tanger eingeschifft, was an sich schon ein Erlebnis ist mit der Meerenge von Gibraltar, wo man an einigen Stellen sogar die Fensteroeffnungen von einem Kontinent auf dem anderen erkennen kann. Tanger hat eine tolle Lage und eine schoene Altstadt, wo sich arabische, franzoesiche und spanische Einfluesse treffen. In der Naehe gibt es auch  Tetouan, wo an der Uni Arabischkurse angeboten wurden.
Dann bin ich mit dem Zug nach Meknes, von dort per Bus nach Fez (alte Uni, Altstadt, Tore, Palaeste sowie Gerberei besichtigen!), und nocheinmal per Bus nach Marrakech, was eine lange und ermuedende, aber auch interessante Fahrt durch marrokanische und franzoesiche Doerfer und durch karge, von Getreidelandwirtschaft gepraegte Gebiete war. In Marrakech habe ich mir einen Kleinwagen gemietet, und damit ging's durch das Gebirge uber die Kasba von Ait Benhaddou ins Draa-Tal bis M'Hammid, wo damals die asphaltierte Strasse aufhoerte  - eine sehr interessante Fahrt durch ein Gebirge, das hiess glaube ich Anti-Atlas, wo viele Oasen sind und es allgemein etwas mehr Wasser gibt als im Norden. Vor M'hammid (wo man heute lt. Karte durch bis Tata, Tarundant und Agadir wieder Richtung Marrakech durchkann) kam ein kleiner Ort - ich meine mit Namen Tamgroute - da gab's eine Bibliothek mit mittelalterlichen arabischen Uebersetzungen einiger Werke altgriechischer Philosophie. Dieser Teil zwischen Marakech und der Sahara ist etwas abenteuerlich gewesen, aber landschaftlich unvergleichlich und kulkturgeografisch aufschlussreich.
Auf dem Rueckweg nach Marrakech habe ich noch zwei Naechte an einem Stausee gecampt und die 'Cascades D'Ouzoud' und einen Canyon (Gorges du Tandon oder so aehnlich) besucht, sowie eine Runde ueber Azilal und Beni-Melal gedreht, diese Stationen fand ich aber nicht so besonders.
Was ich noch gerne gesehen haette und wegen Zeitmangel nicht machen konnte: ein Abstecher nach Port Safi, wo Thor Heyerdahl mit seinem aegytpischen Schilfboot Richtung Mittelamerika losgesegelt ist, um zu beweisen, dass die Pyramiden auf diesem Wege nach Amerika gelangt sein koennten; und dann gibt es noch roemische Ruinen mit Namen 'Volubilis', die Reste der roemischen Verwaltungshauptstadt des ehemaligen Mauretania Tingitania vor Tanger.
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mace

« Antwort #3 am: 30. Oktober 2011, 11:32 »
Moin,

ich bin vor einer Woche aus Marokko zurück gekommen, meine Route war Agadir-Essouria-Marakesch-Ouarzazate-Zagora-Agadir.

Die Verbindung zwischen den Städten funktioniert sehr gut, neben den großen Busunternehmen SCM und Supratours gibt es noch diverse regionale Anbieter so dass man auch kurzfristig gut von Stadt zu Stadt kommt. Auch per Collectivo Taxi alter Mercedes bestückt mit 6 Reisenden + Fahrer kann man sich günstig fortbewegen. Die Menschen sind im allgemeinen sehr freundlich und Hilfsbereit, in Touristen Städten und Vierteln fand ich das ganze deutlich zu aufdringlich (ich wurde fast in Läden geschoben/gezogen). Wichtig ist dass man die "Abwimmelhaltung" außerhalb der Touristenstädte schnell ablegt da man (ich) ansonsten die Leute die es gut meinen vor den Kopf stößt. Aufgrund der sehr hohen Arbeitslosigkeit versuchen immer mehr Menschen Ihr Glück im Geschäft mit Touristen, was dazu führt das sich Leute mit Uni Abschluss für 30 Dirham (ca. 3 Euro) als Führer anbieten. Das erklärt aber auch den einen oder anderen der eventuell etwas zu aufdringlich wird, er muss nunmal irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten, wenn dann ein "reicher" Europäer der sogar genügend Geld hat um zu Reisen vorbeikommt kann der ruhig mal etwas mehr kaufen/bezahlen. Sprachlich wäre es sehr gut wenn man französisch kann, da dies dort von fast allen Menschen als Zweitsprache gesprochen wird. Alle Leute die etwas mit touristen zu tun haben können aber auch mehr oder weniger gutes Englisch, so dass man sich damit durchschlagen kann.

Agadir:
Für Strandurlaub und als Startpunkt okay, ansonsten fand ich es hier nicht so interessant. Die Altstadt / Medina, wurde in den 60ern (glaube ich) durch ein Erdbeben zerstört. Dadurch hat Agadir keine wirkliche Altstadt mehr, als Sehenswürdigkeit wird die Kashba auf einem Hügel in der Nähe genannt, als sehenswert würde ich das aber nicht bezeichnen. Von dort oben hat man allerdings einen guten Ausblick über die Stadt. Die Taxifahrer sind nicht einfach von einem fairen Preis zu überzeugen, sind halt sehr sehr viele Pauschaltouristen da, die den Preis nach oben ziehen. Ich habe in Agadir lediglich 2 Tage Pool/Strand Leseurlaub gemacht, ohne mir groß was angesehen zu haben.

Essouria
Burtür ging auf 20! Leute standen da und haben drei sprachig (Arabisch, Französisch, Englisch) versucht mich von Ihrem Hotel zu überzeugen, es waren einige nos / la shukrans notwendig um "die Meute" abzuschütteln. Die Stadt an sich hat mir sehr gefallen, die Kombination aus Fischerhafen, den Festungsbauten und orientalischer Altstadt war für mich etwas sehr einzigartiges. Wobei die Stadt schon sehr touristisch geprägt ist, man kann kaum durch die Gassen laufen ohne ständig mit (Mon ami / my friend) begrüßt und in den jeweiligen Tourishop "gedrängt" zu werden. Das Hotel Smara (oder so ähnlich) ist hier empfehlenswert, insbesondere die Dachterasse mit Ausblick auf Meer und Festungsanlagen), der Besitzer spricht sehr gut Deutsch da sein Neffe in Düsseldorf wohnt.

Marakesch
Ich hatte befürchtet das die Stadt meinen hohen Erwartungen gar nicht gerecht werden kann, dem war aber nicht so, der Markt hat mit Schlangenbeschwörern und Geschichtenerzählern durchaus etwas von 1001 Nacht feeling. Zusätzlich die Artistengruppe die sich radschlagend und pyramidenbauend über den Platz bewegt. Das spektakel unbedingt auch mal von einer der umliegenden Dachterassen aus bewundern! Negativ anzumerken ist dass man nach Einbruch der Dunkelheit während der Darbietung sehr deutlich auf eine "Spende" hingewiesen (Nur Touristen) wird mit sehr hohen Betragswünschen (habe ich einmal selbst erlebt als auch erzählt bekommen), sofern man nicht wie gewünscht bezahlt werden die "Kassierer" sehr unfreundlich und man wird gebeten zu gehen.
Neben dem Marktplatz gibt es auch noch diverse andere Sehenswürdigkeiten, ich denke 3 Tage sollte man hier mindestens einplanen. Ich kann das Hotel Essouria empfehlen, Dusche und Toilette zwar nich im Zimmer aber super lage (3 Minuten vom Marktplatz), sehr sauber + Dachterrasse).

Ourzazate - Zagora - M'hamid:
Kashba, Kashba, Kashba um es abzukürzen hier stehen unglaublich viele der alten Kashbas die besichtigt werden können angefangen bei Aid Benhadou bis Tafaroute, eventuell kann das im Mietwagen oder mit gemietetem Taxi gemacht werden, um sich auch mal was am Wegesrand anschauen zu können. MIr war das nach der vierten Kashba allerdings zuviel, während ich anfangs noch stunden damit verbracht habe die Lehmbauten / Dörfer zu erkunden wiederholt es sich dann eigentlich nur noch. Eine sehr schöne Erfahrung die ich nicht missen möchte war der Aufenthalt in der Wüste ich bin (aus zeitgründen) mit ein Jeep in die Wüste gefahrten (worden) wo ich dann eine Nacht im Zelt verbracht habe. Zum Glück war das Camp (und die Nachbarcamps) so gut wie leer. Als ich bei der Anfahrt 5 camps mit jeweils 20-40 Zelten in kleinem Umkreis vor den Dünen von Erg-Chigaga gesehen habe, habe ich mit dem schlimmsten gerechnet. Aber in meinem Camp war ich der einzige Gast und insgesamt habe ich 4 andere Menschen in den Dünen gesehen. Damit war genug Einsamkeit vorhanden um die stille und weite der Dünen zu genießen. Dass es in der Wüste für jedes Camp Toiletten mit Wasserspülung und Duschen gab fand ich unter Wassersparsamkeits Gesichtspunkten sehr grenzwertig.

Falls du irgendwelche Konkreten Fragen hast kannst du dich gerne an mich wenden.
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djmuh

« Antwort #4 am: 03. November 2011, 22:59 »
Hallo zusammen,

vielen Dank euch Dreien für eure Rückmeldungen und die ausführlichen Antworten. Das sind schöne Inspirationen. Wenn ich meinen Reiseplan aufgrund des knappen Zeitrahmens dieses Mal etwas detailierter aufstelle, komme ich sicherlich noch auf die Fragen zurück... ;)

Zwei Fragen schon jetzt:
1. Könntet ihr vielleicht etwas zum allgemeinen Preisniveau für Unterkunft, Verpflegung und Transport sagen?
2. Wie verhält es sich mit den Reisezeiten? Gibts auch Nachtbusse?

Vielen Dank im voraus!

LG

djmuh
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djmuh

« Antwort #5 am: 09. März 2012, 10:19 »
So,

jetzt gehts los. Wünscht mir Spaß und haltet die Stellung ;-)

LG, djmuh
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WhiteWidow

« Antwort #6 am: 09. März 2012, 13:39 »
Schade, dass ich diesen Thread erst jetzt sehe... Ich würde nämlich gerne noch zwei, drei Dinge anfügen, welche ich als sehr sehenswert empfunden habe:
- Todra- und Dades-Schlucht in der Nähe von Tinerhir: Zwei sehr schöne Schluchten mit ausgefallenen Felsformationen, schönen "Berg"Dörfern und vielen Palmgärten...Allerdings aus meiner Sicht nur empfehlenswert, wenn du einen Mietwagen hast, da du ansonsten per "grossem" Taxi (Langstrecke) fahren musst. Solltest du sogar einen Geländewagen mieten, kannst du die eine Schlucht hoch und die andere wieder runter fahren, nachdem du einen Pass überquert hast. Geht zwar auch mit gewissen Kleinwagen (haben wir auch gemacht), ist dann aber nicht ganz ungefährlich, da die "Passstrasse" eigentlich ein (ausgetrocknetes) Flussbett ist...
- Fés und Meknes sind aus meiner Sicht sehenswerter als Marrakech und Rabat. Ausserdem waren die Händler und "Guides" dort etwas weniger aufdringlich. Ist aber natürlich Ansichtssache...
- Nördlich des Atlas würde ich (wo möglich) mit dem Zug fahren. Ist zwar auch nicht pünktlicher als die Busse, dafür aber deutlich stressfreier und mit mehr Beinfreiheit
- Agadir lohnt sich nicht wirklich und ist verhältnismässig teuer
- Falls du die Gelegenheit hast, im Atlas bei Berbern zu übernachten (betreiben da teilweise Kasbahs als Guesthouses), unbedingt machen! Berber und Araber sind völlig unterschiedlich, was ich als sehr faszinierend empfand!

Ach ja, noch ein Sprachtipp: Wenn du "la shoukran" (nein danke) noch mit "ana mish ais" (das möchte ich nicht) ergänzt, ist es ziemlich viel wirkungsvoller, da der Durchschnittstouri eben nur ersteres beherrscht.

Solltest du noch weitere sprachliche Tipps wünschen (auch die etwas unanständigeren), kannst du dich gerne per PM an mich wenden. Ich habe während 7 Monaten in Ägypten gearbeitet und mein Alltagsarabisch ist ganz passabel, ich möchte hier aber keine Kraftausdrücke oder ähnliches posten...
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Tags: marokko 
 

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