Thema: Sunny - 44, ledig, keine Kinder, Fernweh :)  (Gelesen 482 mal)

Sunny77

« am: 27. Februar 2022, 08:38 »
Liebe Mit-Fernweh-Community,

ich bin Sunny, demnächst 45 Jahre jung, ledig, keine Kinder. Ich bin schon immer gerne gereist (immer 3-4 Wochen) 2006 das erste Mal alleine mit Rucksack durch Thailand, 2009 Sprachkurs und Reiten alleine in Andalusien, 2013 Roadtrip mittlerer Westen und Westen USA mit Freundin, dann 2x nur 2 Wochen Korsika (FeWo) und Karibik (Hotel) mit Freundin, 2020 3 Roadtrip Neuseeland mit Freundin plus 3 Wochen LockDown und Rückflug mit dem Auswärtigen Amt. Danach dachte ich, ich wäre bedient mit Fernreisen, vor allem, weil auch gesundheitlich nicht alles 100% ist - aber weit gefehlt. Ich will wieder weg! Corona und der ätzende Winter tun ihr Übriges dazu.
Ich bin seit 15 Jahren IT Beraterin und habe seit etwa 8 Jahren ein Haus mit kleinem Garten. Manche wissen vielleicht, was heutzutage auf dem Immobilienmarkt los ist. Dazu kommt, dass ich gerade ernsthaft darüber nachdenke meinen Job zu wechseln (aus verschiedenen Gründen).
Ausgelöst durch einen Freund, der mit 47 noch einmal alles hinter sich läßt und für ein Jahr nach Australien geht, bin ich nun schwer ins Grübeln geraten. Verkaufe ich mein Haus „jetzt“ (also 2022), dann hätte ich ein fettes Plus auf dem Konto. Kündige ich dazu meinen Job (oder nehme ein Sabbath-Jahr) wäre ich frei zu reisen. Und es gibt unendlich viele Orte auf der Welt, die ich noch sehen möchte! Zu 99,9% Natur und ein paar kulturhistorische HotSpots, Großstädte können mir meist gestohlen bleiben.
Ich habe mich schon viel mit dem Thema auseinander gesetzt. Länder, Packlisten, Sicherheit, Budget… ich werde eher zu den Flashpackern gehören und in Einzelzimmern nächtigen, wenn möglich. Durch das Wanderreiten mit Pferd bin ich Reisen mit wenig Gepäck gewöhnt. Ich habe auch überlegt, ob ich von unterwegs arbeiten kann/soll. Ich übersetze zb heute schon nebenberuflich Bücher und Online-Plattformen und Videos im Pferdesport-Bereich von und in 3 Sprachen (Deutsch, Englisch, Niederländisch). Ein paar Brocken Spanisch spreche ich auch. Ich könnte mir auch vorstellen wwoof oder workaway zu machen, sofern das mit meinen Visa geht. Ich freue mich auf den Austausch mit dieser Community!

Surfy

« Antwort #1 am: 28. Februar 2022, 12:34 »

Herzlich willkommen!

Du hast spannende Themen vor Dir, und schöne Möglichkeiten!

Mir fehlt es immer schwer zu raten, denn die Abwägungen sind so individuell dass einem nur bleibt - zu prüfen ob die Argumente und Zeilen anderer für Dich auch passen, bezehungsweise im Diskurs auch die eigene Haltung zu prüfen und zu verfeinern.

Die Opportunitätskosten des Reiselebens / Sabbaticals variieren auch mit dem Alter, ein Thema wo ich mal einen Blogartikel erstellt hatte. Nicht nur die Kosten variieren, auch dass was man auf dem Reisen erleben kann, wird je Altersabschnitt sich verändern.

Voll auf das Rentnerleben hinarbeiten, dass geht oft auch gründlich schief, weil man gesundheitliche Einschränkungen oder Beispieksweise auch andere Interessen entwickeln könnte, oder durch die Familiäre Situation nicht mehr ganz so unabhängig ist wie in jüngen/mittleren Jahren eigentlich erhofft.

Andere arbeiten viel, aber zu schlechter entlohnung und finden sich rüstig in einem Renterleben wieder, wo der erhoffte Reisekomfort im Alter (Einzelzimmer in Hostels, oder Hotel) dann plötzlich nur noch kleine Trips erlauben.

Ich Beispielsweise, ich arbeite immer bis ich mir wieder eine längere Reise leisten kann, breche aber die Zelte zuhause nie ganz ab - und habe so höhere Fixkosten (Miete, Versicherungen) - und erlebe das Reiseleben ganz sicher auch anders, als wenn ich die Zelte jeweils komplett hinter mir abgebrochen hätte.

Für mich ergibt sich so eine recht gute Balance, es hat mir auch erlaubt meine Reiseträume nach meinen Vorstellungen auszuleben, dh auch jenseits von Budgetrestriktionen oder Gedanken darüber was mich der Spass denn kosten wird. Jemand anderes würde vermutlich auf meine Entscheidungen schauen und den Kopf schütteln wieso ich nicht auf ein Haus hingearbeitet habe oder auf eine frühere Rente..

Surfy

Sunny77

« Antwort #2 am: 28. Februar 2022, 13:46 »
Hallo Surfy :)

Danke für Deine Antwort. Raten (zu einem konkreten Thema) musst Du ja in der Vorstellung auch noch nicht. Ich sehe es genau wie Du, es ergeben sich einfach schöne Möglichkeiten die nächsten 2 bis 3 Jahre völlig flexibel zu leben, ob hier oder wo anders ist egal. Viele Leute sagen mir auch "Vermiete das Haus doch", aber a) kann ich keine so hohe Miete erzielen, dass da noch ernsthaft Geld abfällt, das heißt b) ich müsste für meinen Lebensunterhalt unterwegs sorgen plus genug für Instandhaltung weglegen und c) wenn wirklich was am Haus wäre, müsste ich mich aus der Ferne kümmern - oder einen Verwalter beauftragen, was wieder mehr Geld kostet. Und wenn ich diesen Weg gehe, dann möchte ich mich nicht belasten mit dem Zwang, unterwegs Geld verdienen zu müssen. Die Grundlage ist also der Hausverkauf.

Dein Blogartikel ist auf jeden Fall sehr spannend, danke dafür :D
Mit Familienplanung und Co habe ich ja zum Glück keinen Stress, das Thema Karriere/Wechsel steht sowieso auf der Agenda und ich glaube auch nicht, dass das in meinem Lebenslauf einen "Knick" geben würde. Mit dem Hausverkauf hätte ich auch die Grundlage für eine weitere, freiwillige Einzahlung in die Rentenkasse und eine Anwartschaft, damit die GKV mich am Ende wieder aufnimmt (bin freiwillig versichert). Natürlich braucht man noch ne Auslandskrankenversicherung (in meinem Alter wahrscheinlich das "Rundum-Glücklich-Paket" inkl. Schutzbrief für Rückholung) und ich habe mir so einen GPS-Tracker angeschaut, mit dem man auch weltweit SMS an seine Notfallkontakte senden kann, wenn etwas ist. Ich besitze noch ein Pony, aber selbst das bekäme ich ohne größeren Stress ein Jahr unter. Ich denke zudem noch über ein Storage nach, da ich wahrscheinlich nicht ALLES wegwerfen oder verkaufen kann/will. Womit wir beim Thema "loslassen" sind... DAS wird mir schon schwer fallen.
Das war es dann aber auch an "Opportunitätskosten". Alles machbar. ;)

Zitat
Die Kunst des Lebens ist es sein Glück und Frieden zu finden mit den im Leben getroffenen Entscheidungen und der damit eingeschlagenen und ausgeschlagenen Wege.
Dieser Satz in Deinem Artikel trifft es extrem gut. Tatsächlich blicke ich auf mein bisheriges Leben zurück und sage "ich bereue nichts"... aber ich sage auch "es ist noch alles offen". Mit Mitte 40 ist das Leben noch lange nicht zu Ende. Ich bin noch fit genug auf Langzeitreise zu gehen und es genießen zu können. Ich bin halt sehr gespannt, ob ich mich dabei einsam fühlen würde, denn wie Du schon schreibst würde ich mich selbst nicht mehr in einem Hostel mit feierwütigen Anfang-20ern integrieren. Die Themen Sicherheit, Stress und Klima beschäftigen mich natürlich auch sehr und ich behaupte, NOCH könnte ich es. Aber wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich es nie erfahren. Und ich denke mir auch: Ich kann ja jederzeit einfach zurückkommen, wenn ich die Nase voll habe. :D

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