Thema: Erfahrungen mit Revolut Kreditkarte  (Gelesen 1995 mal)

pad

« am: 14. August 2019, 22:30 »
Liebe Community

Die Revolut-Kreditkarte kam schon ein paar Mal am Rande zur Sprache hier im Forum, nun möchte ich gerne ein eigenes Thema dazu eröffnen. Wer hat eine und was sind eure Erfahrungen damit? Im Internet findet man ja auch schon viele Infos dazu auf Finanzblogs, Vergleichsportalen etc. Mir geht's vor allem um eure Erfahrungen als Reisende.

Meine Erfahrungen sind mit der Karte aus der Schweiz, ggf. gibt's also kleine Unterschiede zu Deutschland bezüglich Funktionsumfang. Tendenziell wird's in Deutschland aber eher mehr Funktionen geben.

Habe die Karte selbst seit ca. vier Monaten im Einsatz, nachdem ich mich mit ein paar Freunden immer mal wieder darüber unterhalten habe. Es ist keine "echte" Kreditkarte, sondern auch ein Prepaid-Modell, sprich man muss erst Geld auf ein Konto überweisen (aber nicht wie z.B. bei der DKB zwei verschiedene Konti). Auch kann man Revolut nicht für all seine Bankgeschäfte einsetzen, z.B. kann man damit nich einfach Rechnungen bezahlen oder den Lohn empfangen. In der Schweiz überweise ich einfach per IBAN einen Festbetrag auf das Revolut Konto, z.B. jeden Monat per Dauerauftrag.

Die Karte eignet sich vor allem für's direkte zahlen (Schweiz Mastercard, , bei den Bargeldbezügen gibt's nur kleine Freibeträge pro Monat (ich glaube aktuell 200€). Die Karte ist an sich völlig kostenfrei, solange man sich nicht für ein Premium-Modell entscheidet. Eignet sich darum m.E. auch sehr gut als Zweitkarte.

Hauptvorteile aus meiner Sicht:
  • Sehr aufgeräumte App, alles via Smartphone steuerbar. Einloggen mit Fingerprint, extrem simpel, übersichtlich und gut erklärt. Support via Chatbot und Chat, was wirklich sehr gut und schnell funktioniert.
  • Echtzeit-Infos in der App. Bezahlt man was mit Karte, wird einem dies sofort angezeigt, sofern man Internet hat. Das betrifft auch Authorisationen (z.B. Buchungsplattformen), Rückerstattungen etc. Finde ich absolut genial. Bei den klassischen Karten dauerts ja oft noch mehrere Tage, bis man mal die Detailinfos sieht. Daher ein deutlich besseres "Bauchgefühl" beim Einsetzen der Karte, weil man immer genau mitkriegt, was läuft. Im Zweifelsfall ist die Karte dann innert Sekunden gesperrt (z.B. temporär).
  • Sehr gute Interbanking-Wechselkurse mit sehr vielen Währungen. Allerdings gibt's ein paar kleine Ausnahmen, z.B. Thai-Baht +1% und am Weekend +0.5% (als Sicherheit, weil dann die Börsen zu sind?)
  • Tolle Steuerungsmöglichkeiten in der App: Man kann die Karte sperren und entsperren, für bestimmte Länder freigeben, die Kontaktlos-Funktion an- und abschalten, Magnetstreifen sperren/entsperren, ATM Bezüge an-abschalten usw.
  • Virtuelle Wegwerf-Kreditkarten erstellen (nur noch in der Premium-Variante?). Wenn man Online was kauft und dem Shop/der Plattform nicht wirklich traut, kann man eine (oder mehrere) virtuelle Kreditkarten erstellen, die man nach dem Einsatz dann wieder sperren kann. Mir kommen mehrere Situationen in den Sinn, wo das auf Reisen schon praktisch gewesen wäre.
  • Sehr tolle Analyse-und Budget-Funktionen. Man sieht genau, wie viel man pro Tag/Monat gebraucht hat, für welche Kategorien, in welchen Ländern etc. Auch kann man zu jedem Einsatz noch eine eigene kleine Notiz machen, was ich auch regelmässig benutze, gerade wenn der Firmenname mal eher unschlüssig ist. Dann schreib ich dann "2x Mojito" oder sowas drunter :)
  • Konti für mehrere Währungen: Man kann Konten in diversen Währungen anlegen und dann Geld hin und her schieben. Praktisch, wenn man denkt, dass nun ein besonders günstiger Zeitpunkt wäre. Möchte hier natürlich nicht zu Währungsspekulationen verleiten. Da die Wechselkurse sehr gut sind (sprich kaum Spread), ist das aber schon spannend.
  • Vaults/Sparfunktionen: Man kann z.B. monatlich in ein Spartopf was überweisen oder jeweils das "Wechselgeld" (aufrunden auf den nächsten Euro) in ein Spartopf werfen. Auf Reisen vielleicht cool für ein spezielles Budget für Touren, Luxus, mal was Ausgefallenes.
  • Revolut verspricht, Ersatzkarten weltweit und schnell zuzustellen, falls das nötig sein soll. Würde mich interessieren, wer hier schon Erfahrungen hat.
  • Anmelden und einrichten war extrem simpel, alles am Smartphone. Denke, das hätte ich von vielen Orten aus der Welt auch unterwegs machen können (sofern mal etwas länger am gleichen Ort).

Main Cons, die ich bisher sehe:
- Eignet sich nicht gut für Bargeldbezüge (grössere Beträge), für kleine Beträge aber schon spannend, da keine Pauschalgebühr. Also noch weniger für Länder, wo praktisch alles via Bargeld läuft oder das Hotel selbst noch einen Aufschlag bei KK-Zahlung verrechnet.
- Keine Einlagensicherung, sprich ich würde mir hier jetzt nicht das ganze Reisebudget für ein Jahr draufpacken. Ist also keine vollwertige Bank. Soweit kein Ding.

Ich habe die Karte bisher viel in der Schweiz eingesetzt sowie meine zweiwöchige Reise (Niederlande, Belgien, UK, Irland) komplett damit bezahlt, bis auf ca. 20 Euro und 20 Pfund komplett bargeldlos. Das hat sich wunderbar bewährt, wobei mir vor allem auch die Analyse-Funktionen sehr gefallen haben. Ansonsten kam die Karte noch in Äthiopien zum Einsatz sowie auf ein paar kurzen Städtereisen. Ging eigentlich immer alles super, bis auf 2x in Deutschland am Flughafen (Frankfurt), wo die Kontaktlos-Funktion nicht geklappt hat. Warum auch immer.

Mein Hauptgrund waren eigentlich die guten Wechselkurse, da es hier in der Schweiz dafür nicht viele Alternativen gibt und wir sonst im Euro-Raum immer schon was drauflegen. Inzwischen sehe ich den Hauptvorteil aber in der tollen App / absoluten Transparenz / Echtzeitnachrichten.

Was sind eure Erfahrungen, Pros und Cons?
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Beate

« Antwort #1 am: 14. August 2019, 23:30 »
Dazu eine Frage:
Da dies keine "normale" Kreditkarte ist, kannst Du sie also auch nicht für Hotel-Buchungen (im voraus) oder, vor allem, nicht für Mietwagen-Buchungen nutzen. Richtig???

Du erwähnst den guten Wechselkurs. Mag sein, aber den habe ich bei jeder Barabhebung mit Bank-Card und bei jeder Bezahlung mit jeder Kreditkarte auch.

Wieviel kostet diese beworbene Karte als Jahresgebühr?

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pad

« Antwort #2 am: 15. August 2019, 00:00 »
Es ist schon eine richtige KK, wie die DKB Karte z.B. auch. Du musst aber das Geld auch auf dem Konto haben und hast halt keinen echten Kredit, also nix auf Pump und dafür auch keine horrenden Zinsen, Mahngebühren etc. In DE ist das Modell meines Wissens recht üblich, in der Schweiz ist es aber oft so, das man eine Kreditlimite von ein paar Tausend hat, wenn man ein Jahreseinkommen angibt, was dazu passt. Man möge mich korrigieren, falls ich hier falsch liege.

Hotels gingen immer, Mietwagen hab ich noch nicht probiert. Denke, der Betrag der Kaution wird dann einfach abgebucht und wieder erstattet. Musste kürzlich in Nordirland mal 150 Pfund Kaution für ein Appartment zahlen, da war das so.

Bezüglich Wechselkurse: Viele Kreditkarten haben eine Fremdwährungsgebühr, in der Schweiz gerne mal 1.75%, in DE generell etwas tiefer. In Deutschland gibts auch mehr (vorwiegend Direkt-und Online-) Banken, die kaum oder keine haben, bei uns ist die Auswahl dazu deutlich geringer. Aber auch dann muss man noch aufpassen, welcher Wechselkurs denn nun wirklich als Referenz genommen wird. Macht den die Bank? Ist der Echtzeit oder wird nur einmal pro Tag gemacht, dann sicher noch mit etwas Reserve etc. Viel Intransparenz im Spiel m.E. Vergleichsportale schlüsseln das teils sehr detailliert auf.

Nebenbemerkung: Ganz schlecht sind natürlich vor allem die Umrechnungen, die teilweise von ATMs oder Terminals angeboten werden, das sollte m.E. schon fast strafbar sein (10% und solche Spässe). Das ist aber ein anderes Thema und den meisten hier bekannt.

Die Karte kostet in der Basivariante nix. Premium-Modelle haben zusätzliche Goodies, die man aber nicht wirklich braucht in den meisten Fällen.
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Knud65

« Antwort #3 am: 15. August 2019, 05:23 »
Ich habe mir die Revolut-Karte vor dem Beginn meiner Weltreise auch zugelegt und nutze sie nun seit gut 18 Monaten. Ich habe die Karte als Mastercard ausstellen lassen, geht aber auch als VISA. Nun kann ich nur positiv berichten, mit der Einschränkung, dass es meine Zweitkarte ist mit der ich bargeldlos bezahle. Eine weitere Einschränkung ist, dass es sich um eine „normale“ Mastercard handelt und so nicht um eine Mastercard Secure, die bei manchen Internet-Bezahlungen benötigt wird. Hier habe ich neulich lange verzweifelt bei einer Flugbuchung, da ich nur das Mastercard-Logo gesehen habe, ohne den Zusat „Secure“.

Die ganzen Vorteil sind schon genannt und ich kann es nur bestätigen. Bei Bezahlungen habe ich oft eher eine Nachricht auf dem Handy bevor der Beleg aus dem Terminal beim Bezahlen ausgedruckt wurde. Dieses gibt mir ein gutes Gefühl in den Ländern, denn so bekomme ich jede Bewegung sofort mit und sollte mal Schindluder damit getrieben werden, bekomme ich es sofort mit und kann die Zahlung verhindern. Auch kann man über die App verschiedene Sicherheitseinstellungen innerhalb von Sekunden ändern, so habe ich die karte nicht für Internetbestellungen freigeschaltet, sollte ich aber was darüber bezahlen wollen, kann ich es kurz freischalten, kaufen und wieder sperren.
Hotelbuchungen gehen problemlos, solange Geld auf der Karte ist insofern gehe ich davon aus, dass es mit Mietwagen genauso geht.
Die Karte habe ich bisher in Afrika, Süd-/Zentralamerika, Südpazifik und Südostasien im Einsatz und zu 95 % wurde sie auch akzeptiert. Wenn Dein Mitreisender die Karte auch hat, kann man Geld hin und herschieben, Rechnungen splitten, etc.
Ich möchte die Karte nicht mehr missen.
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Beate

« Antwort #4 am: 15. August 2019, 10:05 »
OK, Danke Euch.

Beate
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pad

« Antwort #5 am: 15. August 2019, 11:53 »
Das Hin- und Herschieben von Beträgen und Splitten von Rechnungen etc. hab ich noch nicht probiert, möchte ich demnächst auch mal noch machen. Auf jeden Fall praktischer als die Buchführung im Gedächnis oder via Notizheft :)
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