Thema: Interrail-Trip Benelux-UK-Irland  (Gelesen 808 mal)

pad

« am: 30. Juli 2019, 21:31 »
Liebe Reise-Community

Ich habe mir einen Interrail-Pass geholt, in wenigen Tagen geht's los. Ab der Schweiz habe ich grob folgende Route im Kopf (ca. 15 Tage):

- Köln (eine Stadt in Deutschland, die mir immer noch fehlt). Ggf. noch eine weitere Stadt in der Umgebung?
- Rotterdam und/oder Den Haag
- Antwerpen-Gent-Brügge
- Irgendwie rüber nach England, wohl durch den Tunnel. Ggf vorher noch Lille
- Ein paar Städte in England (ohne London). Hab mir hier vieles rausgeschrieben, weiss aber noch nicht so recht, wie priorisieren. Beispiele wären Oxford, Bath&Bristol, alternativ Cambridge ... oder an der Südküste Brighton, Portsmouth
- Manchester, ggf. auch Liverpool
- Edinburgh und Glasglow
- Rüber nach Belfast (Fähre?)
- Dublin
- Ca. 3 zusätzliche Tage in Irland, Reisen mit dem Zug. Bevorzugt landschaftlich schöne Strecken.

Je nach Zeitdbudget: Rückreise per Zug oder alternativ einen One-Way Flug ab Dublin nach Zürich, München oder dgl.
Aufenthalt für ein paar Tage in der Schweiz (Termine), dann weiter gen Süden (neues Thema).

Zeitliche Aufteilung grob: Je 5d Benelux, England/Südschottland und Irland/Nordirland. Klar ist, dass man überall auch die doppelte bis dreifache Zeit bleiben könnte :)

Natürlich sind das noch zu viele Ziele und ich werde nicht jede erwähnte Stadt besuchen. Ein Must sind für mich nur Edinburgh und Dublin, 1-2 weitere Ziele in den UK. Hauptstädte (z.B. Amsterdam, Brüssel, Paris ...) habe ich nicht drin, weil ich da jeweils schon ein oder mehrere Male war.

Ich möchte eher "schnell" unterwegs sein, kann mir auch vorstellen, in einer kleineren Stadt mit zentralem Bahnhof einfach mal für 2-3h reinzuschauen und dann weiter zu gehen (sprich mal 2 oder 3 Orte an einem Tag zu haben). Muss auch definitiv nicht jede Sehenswürdigkeit mitnehmen, weil ich auch schon viel in Europa gereist bin und noch viel werde. Durch den Interrail-Pass hat man hier ja sehr viel Flexibilität, reservationspflichte Strecken sind m.W. sehr wenige dabei. Ich werde voraussichtlich keine Nachtzüge nehmen und eher Tagsüber bzw. mal bis in den späten Abend rein unterwegs sein.

Hätte gerne eine tolle Mischung aus Historischen Orten und Moderne, Städte und auch mal eine landschaftlich schöne Strecke oder Kurzwanderung. Bin auch sehr gerne immer mal wieder am Waser.

Was denkt ihr so von der Route, irgendwelche Tipps zur Streckenführung, Fähren, tollen Orten am Weg? Wo sollte man länger bleiben, wo nur kurz? UK kenne ich nur wenig, Irland gar nicht.
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Kama aina

« Antwort #1 am: 30. Juli 2019, 22:14 »
Klingt auf jeden Fall nicht schlecht! Hab ich noch nie gemacht und denke das könnte sicherlich lustig werden.

Die Route klingt auch gut, weil du ja schnell unterwegs sein willst und so kleine Orte auf Nebenstrecken wohl ehr nicht ins Zeitbudget passen oder?

Also für meine Heimat Köln, so sehr ich sie auch liebe, musst du nicht viel Zeit einplanen! Im Grund ist es die Altstadt um den Dom herum und ein bisschen über die Brücken gehen und das Stadtpanorama genießen. Aber der 2. Weltkrieg hat zuviel kaputt gemacht und unsere Großeltern wollten es irgendwie nur schnell und zweckmäßig wieder aufbauen.
Es gibt das ein oder andere Museum was sich lohnt!
Also wenn du da mehr Infos und Tipps braucht, dann melde dich gerne. Auch zu Brauhäusern die nicht so touristisch überlaufen sind und Co.!

Ähnliche Zerstörungen und moderner Aufbau wirst du in Rotterdam und Den Haag finden, wobei in Den Haag Schevenigen  ganz nett ist! Trotzdem denke ich kann man es sich anschauen.

Mit Antwerpen, Gent und Brügge hast du natürlich 3 Prachtstädte in Belgien. Da kannst wirklich locker jeweils einen Tag verbringen. :)

England habe ich bisher nicht wirklich viel besucht, kann daher nicht viel drüber sagen.

Edinburgh ist der Hammer! Eine ganz tolle Stadt. Die wird dir bestimmt gefallen und natürlich musst du dich da mit Whisky beschäftigen! ;) Also falls er dir schmeckt! ;)

Belfast ist auch eine ganz besondere Stadt, genauso wie Dublin! ;) Die Städte leben von ihrem Flair, da sie nicht vergleichbar schön sind wie mitteleuropäische Städte. Aber lass dich davon nicht abschrecken! Du wirst trotzdem viele tolle Orte entdecken.

Und landschaftlich ist Irland schon der Hammer!

Bin gespannt was du zu berichten haben wirst! :)
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Eka

« Antwort #2 am: 31. Juli 2019, 06:12 »
Irland:

Landschaftlich schön ist die Westküsste rund um Galway, Ring of Kerry, Shannon und Cliffs of Moher.
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Chri

« Antwort #3 am: 31. Juli 2019, 07:02 »
Die Zugstrecke von Glasgow nach Mallaig dürfte landschaftlich sehr schön sein (u.a. befährt man den Glenfinnan Viadukt, bekannt aus Harry Potter...), auch Oban ist ein toller Ort. Wird aber zeitlich vermutlich eng werden, die Gegend bietet genug für einen weiteren Urlaub.
Howth ist von Dublin aus schnell zu erreichen und sehr nett für kleine Wanderungen.
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Derevaja

« Antwort #4 am: 31. Juli 2019, 12:29 »
Ich war schon in einigen der von dir genannten Städten in UK und würde wohl die Route Oxford - Liverpool - Edinburgh - Glasgow vorschlagen. Oxford ist okay für einen Tag (Christchurch und Magdalen College, Radcliffe Camera, Punting, Covered Market etc) und Stonehenge ist auch nicht zu weit entfernt (ob es sich lohnt ist eine andere Frage). In Liverpool gibt es viel Popkultur bzgl Beatles, Anfield, Nachtleben und eine nette Seepromenade. Edinburgh ist sowieso super spannend. Glasgow fand ich eigentlich erst nach Sonnenuntergang wirklich gut. Für einen Abstecher in die genialen Highlands wird es wohl zeitlich zu eng. Danach dann nach Belfast übersetzen und in Irland die schon genannten Cliffs of Moher und Galway mitnehmen bevor es nach Dublin geht. Am besten wäre wenn du noch fünf Tage mehr hättest und die Isle of Skye und die schon erwähnte Zugfahrt nach Mallaig mitnehmen könntest.

Bath ist relativ klein und die Südküste ist jetzt auch nicht der Knaller. Cornwall ist traumhaft schön, ist allerdings relativ weit im Südwesten.
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pad

« Antwort #5 am: 01. August 2019, 09:47 »
Vielen Dank für eure super Tipps! Wie immer sehr hilfreich.

Ja, mehr Zeit wäre natürlich immer super, aber ich werde sicherlich auch später mal wieder die Chance haben, nach England, Schottland und Irland zu kommen. Sehe das somit ein bisschen als "Erkundungstripp" an. Grundsätzlich bin ich in der Planung sehr frei und flexibel, könnte also schon auch noch ein paar Abstecher einschieben.
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Claudia-to-go

« Antwort #6 am: 02. August 2019, 13:15 »
Wenn du sowieso die Fähre nach Belfast nimmt, würde ich dir empfehlen, für die paar Tage gleich im Norden Irlands zu bleiben. Die Küste zwischen Castlerock und Ballycastle ist wunderschön (siehe z.B. Giants Causeway), man kann dort fantastisch wandern. Oder du reist weiter Richtung Westen ins grandiose County Donegal. Dort gibt es ebenfalls wunderschöne Klippen (Slieve League) und sie sind lange nicht so überlaufen, wie die Cliffs of Moher.
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pad

« Antwort #7 am: 13. August 2019, 18:23 »
So, meine Reise ist fast rum, daher mal ein kurzes Feedback. Hab folgende Route gemacht (ab Zürich):
Köln, Rotterdam, Den Haag, Breda (ganz kurz), Antwerpen, Gent, Brügge, via Eurotunnel (über Brüssel, London) nach Cambridge, York, Manchester, Liverpool, Chester, Edinburgh, Glasgow. Dann mit der Fähre nach Belfast, noch hoch in den Norden (Portrush, Wanderungm entlang der Küste, Giant's Causeway) und schliesslich nach Dublin. Ist für zwei Wochen natürlich ein ordentliches Programm, manche Orte hatte ich allerdings nur für einen Stadtspaziergang von so 2h besucht (z.B. Chester, Breda, Gent). Man könnte das problemlos auf 3-4 Wochen ausdehnen, wenn man z.B. noch in Brüssel und London bleiben würde oder in Schottland und Irland mehr vom Land mitnimmt.

Fast alles mit dem Zug, bloss für die Fähre nach Irland war die Busreise dann doch einfacher und schneller und zwischen Belfast und Dublin gab's Ersatzbusse wegen Bauarbeiten. Der Interrailpass hat sich gut bewährt. Wollte mir was gönnen und habe darum den Pass 1. Klasse gekauft (Aufpreis ca. 30%), was sich aus meiner Sicht recht gelohnt hat. Immer sehr viel Platz und Ruhe im Zug, teilweise konnte man auch noch Bahnhoflounges nutzen und in UK gab's sogar sehr oft noch Getränke und Snacks oder gar vollwertige Mahlzeiten im Zug. Natürlich lernt man dabei aber eher weniger andere Interrailer kennen, was auch nicht mein Fokus war. Auch muss man dazu sagen, dass es nicht auf jeder Strecke und auch nicht in jedem Land eine erste Klasse gibt - da muss man sich vorher also ein wenig informieren.

Grosser Vorteil beim Pass ist aus meiner Sicht die Flexibilität. Gerade in UK sind die Bahnpreise sehr variabel, am gleichen Tag buchen wird dann sehr teuer, weit im Voraus dafür sehr bezahlbar. Reservieren musste ich nur den Eurotunnel sowie die Fähre nach Irland. Aus Preisgründen wäre man aber wahrscheinlich besser beraten, Fernbusse mit Spar-Tickets etc. zu kombinieren, dann kommt man sicher billiger weg. Ich habe lange Zugfahrten teilweise noch zum Arbeiten genutzt, daher war das für mich ein super Kombi.

Das Bahnreisen war in allen Ländern sehr angenehm, wobei ich es bei den Briten etwas unübersichtlich fand. Sehr viele einzelne Bahnunternehmen die nicht wirklich für den passenden Anschluss sorgen, umständliche Bahnhöfe mit seltsamer Beschilderung/Gleiseinteilung, fast nie Schliessfächer an den Bahnhöfen. Insgesamt wird man das Gefühl nicht los, dass die Briten lieber den ganzen Banhof und Zug mit Warnschildern für allerlei Gefahren zupflastern, als einfach anzuschreiben, wohin der Zug denn nun fährt. Schlussendlich aber alles halb so wild. Mit dem Interrail Pass praktisch ist, dass man doch immer in jeden Zug einsteigen kann, ohne sich über den Ticket-Dschungel Gedanken zu machen.

Ich fand alle Städte sehenswert, auch wenn ich jetzt natürlich nicht überall extra hinreisen würde. Mancherorts ist man schon ziemlich schnell durch. Den Haag und Rotterdam sind eher modern, haben mir aber doch für einen kürzeren Besuch gut gefallen. Die Städte in Belgien waren allesamt sehr schön, sind sich m.E. aber auch recht ähnlich - spielt also nicht so eine Rolle, welche und wie viele man besichtigt. Dazu muss ich aber sagen, dass ich hier auch keine Museen oder dgl. angeschaut habe.

Cambridge hat mich auch gut gefallen, war spannend, die verschiedenen Colleges zu besuchen. Auch die Grünflächen und der Botanische Garten fand ich toll. York war eine tolle mittelarterliche Stadt und eine Übernachtung wert. Manchester und Liverpool sind beide eher modern, haben mir aber gut gefallen. In Liverpool ist man noch etwas mehr am Wasser und hat etwas mehr freie Sicht auf die Architektur. Chester kann man auf jeden Fall noch einbauen, wenn man in dieser Gegend ist, zumal ganz einfach erreichbar von Liverpool oder Manchester aus.

Auf Edinburgh habe ich mich sehr gefreut, hatte aber etwas den falschen Zeitpunkt erwischt bzw. nicht recherchiert. Da gerade das Military Tattoo war (geht jeweils fast den ganzen August), war die ganze Stadt ausgebucht, sehr voll mit Touristen und leider auch viele Flächen/Parks etc. abgesperrt oder zuparkiert. Die Atmosphäre ging darum schon etwas verloren - will hier nochmals zu einer ruhigeren Zeit hin. Fürs Tattoo habe ich dann so kurzfristig keinen Platz mehr gekriegt, hätte aber noch zwei Tage warten können. Wäre sicher einen Besuch wert. Nur eben, für eine Stadtbesichtigung ist das nicht so die beste Zeit, zumindest nicht für meinen Geschmack. Natürlich waren dann auch die Hotelpreise empfindlich hoch. Glasgow fand ich dann ganz nett und auch etwas ruhiger :)

Belfast ist eine recht tolle Stadt ohne grosse Highlights. Gibt sicherlich viele Pubs, allerdings fand ich sonst, dass erstaunlich wenig los war auf den Strassen etc. Mehr als 24h muss man da aus meiner Sicht nicht unbedingt bleiben. Ansonsten alles nett und freundlich - auch hier die Unterkünfte eher teuer, war halt wohl voll in der Hochsaison. Sehr gefallen hat mir die Nordküste von Nordirland. Giant's Causeway ist natürlich etwas touristisch, allerdings ist die Küstenwanderung davor / dannach dann recht ruhig und landschaftlich sehr schön und wenn man zu einer Randzeit kommt, hat man auch am Causeway noch viel Platz für sich.

Dublin gefällt mir sehr gut, wobei es hier vor allem ums Flair geht - aus Sicht Sehenswürdigkeiten/Architektur ist hier auch nicht all zu viel. Passt aber ganz gut soweit für mich im Moment. Es waren schon viele Städte, dann repetiert sich natürlich auch alles ein wenig mit der Zeit.

Preislich war der ganze Spass kein Schnäppchen, was aber vor allem den Unterkünften und der Saison zuzuschreiben ist. Ich habe immer sehr zentral übernachtet, meist in einem Mittelklassehotel. Für Einzelreisende ist das natürlich nicht so toll, als Paar kommt man da schon bessser weg pro Kopf. Allerdings hätte es in jeder Stadt auch immer gute Hostels mit modernen Dorms gegeben, auch immer mit guter Verfügbarkeit. Wollte ich halt einfach nicht.

Im Bereich der Gastronomie kommt man durch das schwache Pfund preislich nicht all zu schlecht weg, in Belgien war es etwas teurer.

Für Schottland und Irland möchte ich mir auf jeden Fall später mal noch mehr Zeit nehmen, dann allerdings eher als Roadtrip oder sonst mit ausreichend Zeit für Landschaften und Natur.
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