Thema: Sicherheit in Brasilien 2018  (Gelesen 3012 mal)

Jef Costello

« am: 22. Mai 2018, 21:20 »
Hallo,
ich bin seit geraumer Zeit überlegen diesen Sommer für ein paar Monate nach Brasilien zu reisen. Jetzt war ich 2016 in Brasilien und mir ist nichts besonderes aufgefallen. War eigentlich klar aufgeteilt in die Gebiete wo man sich als Tourist bewegen konnte und wo nicht.

Aber seit ich da war hat sich ja einiges in dem Land getan und anscheinend ist die Kriminalitätsrate explodiert und viele brasilianische Städte sind jetzt unter den gefährlichsten der Welt.

Vor allem Städte wie Fortaleza, Recife, Belem, Natal scheinen extrem hohe Mordraten zu haben. Meine Frage an euch: ist das auf die Favelas beschränkt und kann man sich in den touristischen Vierteln problemlos bewegen? Oder sollte man auf eine Reise dahin verzichten.
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Jef Costello

« Antwort #1 am: 25. Mai 2018, 15:29 »
Niemand?  :D
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echidna

« Antwort #2 am: 25. Mai 2018, 15:37 »
Meine Erfahrungen sind auch bereits von 2016, daher kann ich über die aktuellen Veränderungen der Sicherheitslage nichts berichten....
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Jef Costello

« Antwort #3 am: 25. Mai 2018, 15:49 »
Warst du im Nordosten? Da wurde es ja schon ab 2016 "gefährlicher".

Ich kann das Ganze halt schlecht einschätzen, weil Brasilianer im Internet oft übertreiben und ich schon 2016 gelesen habe dass man in Rio mit einem Fuß aus dem Hostel schon sein Leben aufs Spiel setzt.

In Tripadvisor Argentinien/Brasilien berichten viele über problemlose Besuche von Natal und Fortaleza.

In Zeitungsberichten scheint in einigen Städten die Gewalt schon wieder abzunehmen und vereinzelt habe ich auch gelesen, dass der Großteil der Ermordeten mit dem Drogenhandel zusammenhängt.

Was mir eben wichtig wäre ist zu wissen, dass die "Touristenzonen" sicher sind. Ansonsten würde ich glaube ich einen Bogen um Natal machen.

Als ich 2016 in Cali war, stand das als 10. gefährlichste Stadt der Welt in den Statistiken. Erlebt habe ich davon in den fünf Tagen nichts und fand meinen Besuch schön.
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echidna

« Antwort #4 am: 25. Mai 2018, 15:57 »

Ich kann das Ganze halt schlecht einschätzen, weil Brasilianer im Internet oft übertreiben und ich schon 2016 gelesen habe dass man in Rio mit einem Fuß aus dem Hostel schon sein Leben aufs Spiel setzt.


Stimmt, solche Schreckensgeschichten habe ich auch immer wieder gehört und gelesen. Als wir dann tatsächlich in Rio gewesen waren, ist uns gar nichts passiert, und ich persönlich habe auch nicht beobachtet, dass jemand anderer zu Schaden gekommen wäre. Aber vielleicht war das auch nur Glück?

Über den Nordosten kann ich nichts sagen, weil wir uns im vergleichsweise ruhigen Süden aufgehalten hatten (Rio, Iguazu-Fälle, Curitiba, Florianopolis, etc.).
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Vombatus

« Antwort #5 am: 25. Mai 2018, 19:42 »
Sollten nicht die „normalen“ Sicherheitsregeln ausreichen? Also nachts nicht in dunkle Straßen. Keine sichtbaren Wertsachen mitnehmen. Vorort erkundigen welche Gegenden zu meiden sind, mit offenen Augen, gesunden Menschenverstand und Bauchgefühl wird das schon gut gehen. Du hast ja auch schon Reiseefahrung. Keiner wird mit gezoger Waffe nur auf dich warten.

Ich war 2005 in Nordosten und wurde blöderweise in Olinda „abgezogen“. Keine Ahnung ob das damals eine sichere Phase war oder nicht.
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Jef Costello

« Antwort #6 am: 25. Mai 2018, 20:31 »
Ja also das Problem für mich ist dass ich halt nicht einschätzen kann woran das liegt. Zum Beispiel Natal steht auf Wikivoyage

Zitat
Natal gilt traditionell als eine der sichersten Städte im Nordosten und ist damit vergleichbar sicher, wie etwa die großen Städte im Süden und Südosten. Das bedeutet, dass man als Tourist wachsamer sein sollte, als z. B. in Europa. Daher gilt es auch hier für Brasilien übliche Gepflogenheiten einzuhalten. Teurer Schmuck und technische Gadgets sollten nicht offen sichtbar getragen werden. Auch sollte man nicht mehr Bargeld als nötig mit sich herumtragen.

Dann steht es aber auf Wikipedia bei den "most violent cities" auf Platz 4 mit einer Mordrate von 102 pro 100.000 Einwohner.

Das hat mich halt mulmig gemacht.

Betrifft das nur den Drogenkrieg und der normale Tourist sieht nichts davon? Davon habe ich eben nichts online lesen können.

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Knud65

« Antwort #7 am: 27. Mai 2018, 00:12 »
Hallo,

Ich bin gerade aktuell seit vier Wochen in Brasilien unterwegs; gestartet in Rio und komme Morgen nach Recife. Auch ich hatte die Sachen gelesen und war auch unsicher, ob ich nach Brasilien gehen soll. Doch bisher habe ich mich überall sicher gefüllt, wobei ich auch Nachts durch die Städte gelaufen bin. Doch habe ich um die Favelas auch einen Bogen gemacht und diese gemieden. Auch die Sicherheitshinweise bzgl. des Tragens von Wertsachen und Geld habe ich immer bevolkt und schließlich auf mein Bauchgefühl gehört.

Wie es weiter im Norden aussieht, werde ich in den nächsten Tagen/Wochen sehen, denn ich will hoch bis nach Belem und dann nach Manaus rüber. Dachte immer im Norden wäre es sicherer als in Rio oder Salvador, aber wenn ich das hier lese, scheint es anders zu sein. Doch ich lasse mich nicht Bange machen und werde meine Reise fortführen und dabei lokal immer wieder hören, wie die Lage ist und meinem Bauchgefühl weiter folgen.

Habe auch gerade eben erst über die Probleme in der Versorgung durch die Streiks der LKW-Fahrer gehört, aber Vorort habe ich davon noch nichts gemerkt. Mal schauen, wann es mich erwischt.

Hoffe, das hilft ein wenig.
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Jef Costello

« Antwort #8 am: 27. Mai 2018, 16:50 »
Hey, danke für deine Antwort. Das beruhigt mich doch schon.  ;D Ich denke nächste Woche werde ich meinen Flug buchen.

Warst du schon in Salvador?

Ja, das mit dem Streik in Brasilien muss der Wahnsinn sein. Mich hat eine Freundin aus Sao Paulo gerade angeschrieben, dass dort ein totales Chaos ist. 
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Knud65

« Antwort #9 am: 27. Mai 2018, 22:32 »
Ja, in Salvador war ich auch schon und habe dort in der Nähe vom Strand im Stadtteil Barra gewohnt. Brauchst Du dort noch eine Unterkunft, weil die die ich dort hatte war total nett. Zwar ohne Frühstück aber gut, sauber, zentral etc. Kostete 70 Real die Nacht.

In Salvador habe ich mich mit dem Sonnenuntergang allerdings auch aus dem historischen Zentrum verabschiedet, da dort immer wieder gewarnt wurde nicht von den touristischen Bereichen abzuweichen. Diese haben mich aber Abends auch nicht mehr gereizt. Was ich empfehlen kann, ist zum Sonnenuntergang am Leuchtturm zu sein. Das war total schön, denn es hatte sich auch eine kleine „Band“ eingefunden und ein wenig brasilianische Musik gespielt, wo die Teilnehmer total mitgegangen sind. Toll!

Heute bin ich nach Recife gefahren und habe die Autoschlangen an den Tankstellen und die LKW‘s auf der Straße gesehen. Dabei habe ich gefragt, wie lange das wohl gut geht, bis die Versorgung zusammenbricht und wielange die wohl brauchen, um alles wieder in Gang zu bringen, wenn man sich erstmal geeinigt hat. Das wird sicherlich dauern. Bin mal gespannt, wann ich es merken werde, weil mein Bus oder Flugzeug mehr geht.
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Jef Costello

« Antwort #10 am: 28. Mai 2018, 13:36 »
Also wenn sich dir Regierung mit den Truckern nicht einigt ist von massiven Protesten bis zum Militärputsch alles möglich.
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