Thema: Indonesiens unbekannteren Inseln  (Gelesen 744 mal)

monaxciii

« am: 06. April 2018, 12:51 »
Hallo liebe Leute,

im Juni geht es für meinen Mann und mich auf Bali und Lombok, unser erstes Mal in Indonesien. Wir haben uns zum Einstieg für die zwei (im Vergleich) kleinen Inseln entschieden, da wir dort während unseres dreiwöchigen Aufenthalts einen Großteil davon sehen und erleben können. Die größeren Inseln sparen wir uns für unsere Langzeitreise nächstes Jahr auf.

Zu Sulawesi, Sumatra, Java, Komodo findet man noch so einiges, dann wird die Luft mit Flores und Kalimantan (Borneo) schon dünner und zum Rest findet man relativ wenig. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen, der sich schon einmal so richtig mit einer der folgenden Destinationen auseinandergesetzt hat oder gar schon dort war und berichten kann  :)

  • Molukken (nur für Taucher/Schnorchler interessant?)
  • Raja Ampat (ebenso nur zum Tauchen oder Schnorcheln gut?)
  • Westpapua (Baliem-Tal?)
  • Sumbawa (hier habe ich gelesen, dass karoshi da war?)
  • Adonara & Pantar & Alor (nichts als Wasser/Strand?)
  • Sumba
  • Raijua & Sawu (nichts, nichts und nochmal nichts?)
  • Roti/Rote (ebenso "nur" Wasser/Strand?)
  • Semau & Timor
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wus

« Antwort #1 am: 17. April 2018, 16:27 »
Ich war zwar schon oft in Indonesien und auch schon auf etlichen der weniger bis kaum je besuchten Inseln (wer war schon mal auf Morotai oder Pulau Rau, dem Ibu oder dem Kiematubo?  8) ), aber natürlich auch noch nicht überall, was bei über 17000 Inseln auch nicht weiter wundert. Immerhin, auf 2 der von Dir angesprochenen Insel(gruppe)n war ich schon:

Alor ist zuallerst ein Taucherparadies. Zwischen Alor und den westlichen Nachbarinseln Pura und Pantar gibt es gewaltige Strömungen, die kaltes und nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche fördern. Daher gibt es dort tolle Korallenriffe und entsprechende Artenvielfalt. Ein oder zwei mal im Jahr wird der Tiefenstrom anscheinend so kalt, das es viele Tropenfische lähmt, so dass sie ein gefundenes Fressen für Delfine sind, die dann dort zu Hauf jagen - wann das ist lässt sich aber anscheinend nicht sicher vorhersagen. Strömungstauchen ist anspruchsvoll - nichts für Anfänger - aber immer spannend. In der Kalabahi Bay gibt es wohl einige typische muck diving spots, dort war ich allerdings nicht selber. Kontakt für weitere Infos: Cedric vom La Petite Kepa auf Alor Kecil.

Im Inselinneren von Alor wird Vanille angebaut, dort bist Du als Bule die absolute Attraktion, dort hin kommen sonst wohl höchstens einmal im Jahr Händler, die die Vanilleernte aufkaufen wollen. Auf Pura kann man den Einheimischen bei der "Ernte" von Palmwein und beim Brennen von Arak zuschauen, und beides dann probieren.

Auch die Molukken sind ein Taucherparadies, speziell - aber nicht nur - die Banda Inseln. Da sie im Mittelalter und eigentlich bis in die jüngste Vergangenheit (2. Weltkrieg) heiß umkämpft waren kommt hier aber noch eine historische Komponente hinzu: viele ältere, z.T. vom Dschungel überwucherte, tlw. auch neuere Forts (u.a. der Blueprint für das Pentagon, Fort Belgica), alte Flughäfen, Bunker, Flaks die noch in der Gegend rumstehen und auch schon halb eingewachsen sind ... und sogar Denkmäler und Bauruinen die an die ethnischen (?) Auseinandersetzungen der letzten 20 Jahre erinnern.

Außerdem gibt es auf den Molukken viele Vulkane, u.a. auch höchst aktive wie den Dukono oder die Ibu, siehe z.B. https://www.wolfgangsphotos.de/blog/2016/03/22/vulkan-ibu/

Raja Ampat war ich noch nicht, plane aber zum Jahresende hinzudüsen und habe mich auch schon einigermaßen schlau gemacht. Am bekanntesten ist es sicherlich als Tauchgebiet mit der weltweit höchsten Artenvielfalt, es gibt einen dieser höchst seltenen Quallenseen, aber es hat auch landschaftliche Reize, und mit etwas Glück und/oder einem kundigen Guide kann man Paradies- und andere exotische Vögel in ihrer natürlichen Umgebung sehen.

Noch etwas weiter im Osten, nämlich in der Cenderawasih Bay in Westpapua, kann man wohl nahezu year-round Walhaie sehen, und muss dazu nicht mal tauchen gehen - schnorcheln reicht. Westpapua selber hat natürlich auch einiges zu bieten ...

Aber für einen ersten Besuch in Indonesien ist Bali und Lombok sicher ein guter Einstieg. Wart ihr denn sonst schon irgendwo in Süd- oder Südostasien? Wie lange habt ihr Zeit?
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monaxciii

« Antwort #2 am: 18. April 2018, 08:03 »
Wow, vielen Dank für deine ausführliche Antwort, wus! In der Zwischenzeit hatte ich bereits bisschen auf einem sehr, sehr großen Indonesien-Blog gestöbert und dich da bei den Kommentaren zum Ibu gefunden. Tolle Bilder auf deinem Blog und das wäre tatsächlich auch mächtig was für mich, die Anreise klingt aber sehr beschwerlich. Gibt es denn auf Halmahera sonst noch Sehenswertes bzw. ist diese "Abgelegenheit" schon das, was es so besonders macht? Wie war Morotai? Auch hier habe ich mir ein, zwei Kleinigkeiten notiert. Wir tauchen nicht bzw. reichen unsere Freitauchkenntnisse gerade mal für's ausgiebige Schnorcheln.

Bzgl. Westpapua: Warst du denn schon mal dort? Und ja, wir hatten Bali/Lombok eigentlich nicht so auf dem Schirm, Indonesien ist allerdings das einzige Land, in dem zu unserem Sommer Trockenzeit herrscht. Und die anderen Inseln waren uns zu groß für 3 Wochen bzw. die Anreise zu lange, dann lieber nächstes Jahr nochmal hin und dafür für 1-2 Monate 1-2 weitere Inseln :) Wir waren bisher nur in Thailand in SOA.
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wus

« Antwort #3 am: 19. April 2018, 08:43 »
Hallo monaxciii, welcher "sehr, sehr große Indonesien-Blog" ist das?

Auf Halmahera gibt es noch weitere Vulkane, der Dukono ist vermutlich der meistbesuchte. Ich habe allerdings noch von niemandem gehört oder gelesen der dort Lava oder diese metergroßen glühenden Gesteinsbrocken gesehen hätte, wie sie die Ibu ständig spuckt.

Man kann auf Halmahera ganz nett schnorcheln, z.B. einige 100m links vom Kupa Kupa Resort (wenn man auf den Strand hinausblickt) oder bei den kleinen Inseln vor Tobelo. Dort sollte man aber schon ein paar Meter abtauchen können, nahe der Oberfläche war es nicht so prickelnd. Ich war auch in der Inselwelt vor Daruba / Morotai schnorcheln, war auch ganz nett, aber nicht so toll dass man deshalb extra genau dort hinfahren müsste. Ansonsten spielten Halmahera und Morotai im 2. Weltkrieg eine Rolle, deshalb gibt es dort alte Flughäfen mit z.T. halb überwachsenen alten Landebahnen (bei Daruba) oder Bunker auf dem Flugfeld und Flaks daneben (Kao), oder in den Berg getriebene Höhlen am Galela-See, die wohl den Japanern als Bunker dienten.

Ternate, Tidore, Halmahera Utara, Morotai und vielleicht noch Rao könnte man in 3 Wochen schon machen, aber für einen ersten Besuch in Indonesien sind Bali, Lombok und vielleicht Nusa Penida sicher besser geeignet.

In West-Papua war ich noch nicht, will aber gegen Ende des Jahres hin und habe mich darüber schon etwas schlau gemacht.
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monaxciii

« Antwort #4 am: 19. April 2018, 11:00 »
Das war Indojunkie.
Ja, auch wenn man die Reise in 3 Wochen schaffen würde, so ist ja immer noch die Anreise etwas beschwerlicher als nach Bali, oder? Also mindestens ein weiterer Zwischenstopp irgendwo.

Wir werden erst 2 Tage Bali machen, dann ein paar Tage Lombok bzw. hauptsächlich den Rinjani und ein paar kleinere Gilis (nicht die 3 im Nordwesten) und dann wieder Bali und zum Abschluss Nusa Penida ein paar Tage :-)

Halmahera und Morotai klingen wirklich sehr spannend! Ein Mix aus Vulkan, Schnorcheln und Lost Places, das muss ich sehen! Kann man dort auch vieles mit dem Roller selbstständig machen oder wie darf ich mir dort die Straßenverhältnisse bzw. die Infrastruktur generell vorstellen?
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wus

« Antwort #5 am: 19. April 2018, 23:44 »
Mit Rollern ist das so eine Sache in Halmahera... offizielle Verleiher gibt es nicht. Also muss man jemand suchen der einem seinen leiht, gegen entsprechende Zahlung. Die sind in diesen entlegenen Gegenden häufig weitaus höher als in Bali, wo man einen Roller für 50 oder 60k Rupien pro Tag kriegt, und wo mit "Tag" meistens 24 h gemeint sind. Ich habe teilweise schon 200k bezahlt, und als "Tag" galt nur von früh bis abends, nicht etwa noch die Nacht und der nächste Tag bis um die gleiche Uhrzeit. Die besten Chancen auf einen Roller hast Du bei Deiner Unterkunft, ich hatte z.B. einen vom Kupa Kupa mit dem ich die Gegend um Tobelo erkundete. Mancherorts muss man einfach umherziehen und fragen, was schon eine gewisse Challenge darstellt wenn man kaum indonesisch kann. Da muss man u.U. einige Zeit dafür einkalkulieren.

Die Straßen sind überwiegend gut, wenn auch tlw. sehr eng. Aber viel Verkehr ist da nirgends. Im Inselinneren gibt's allerdings kaum Straßen, die meisten gehen entlang der Küsten. Weiter im Norden, jenseits vom Galela-See, hört die Teerdecke auf; da ich dort erst relativ spät am Nachmittag hingekommen bin und am Abend im Kupa Kupa zurück sein wollte habe ich das nördliche Ende von Halmahera dann nicht gesehen.
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monaxciii

« Antwort #6 am: 23. April 2018, 10:24 »
Und wie kommt man dann am besten von Halmahera nach Morotai? Bzw. wie bist du generell so auf den Inseln herumgekommen, wenn das Rollerfahren so teuer war? Wie lange würdest du einplanen für die zwei Inseln (und evtl. kleinere umliegende zum Entspannen?), was hat die besonders gut gefallen?

Gerne ansonsten auch per PN, wenn das jetzt zu ausführlich werden sollte.
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wus

« Antwort #7 am: 19. Mai 2018, 18:02 »
Tut mir leid dass ich jetzt erst wieder schreibe, scheinbar ist mir entgangen dass es hier eine Antwort gab.

Die größeren Strecken auf Halmahera bin ich Sammeltaxi gefahren. Roller sind zwar erheblich teuerer als auf Bali, nach europäischen Maßstäben aber immer noch günstig. Man muss halt nur jemand auftreiben der einem seinen leiht.

Wenn Du ganz Halmahera, Morotai und vielleicht noch Ternate und Tidore sehen willst werden 3 Wochen schon recht knapp... allerdings weiß ich nicht ob sich der südliche und südöstliche Arm überhaupt lohnen, ich war dort nicht.

Nach Morotai kommst Du mit einer Fähre von Tobelo nach Daruba. Das ist für indon. Verhältnisse relativ komfortabel. Spannender wird es wenn Du auch nach P. Rau willst... dazu fährt man an die absolute Westspitze von Morotai, die sich genau gegenüber Posiposi / Rau befindet. Dort legen kleine Boote ab. Mach Dich gefasst darauf auf der Überfahrt nass zu werden... zumindest als ich fuhr blies es in dem Kanal zw. Morotai und Rau ordentlich, so dass die Brandung ständig über das Boot hinweg wehte.

2 Tage sind für Bali definitiv zu wenig. Entweder länger bleiben oder gleich weiterreisen...
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