Thema: Südamerika + Pazifikinseln  (Gelesen 1366 mal)

Dope

« am: 06. Oktober 2017, 10:29 »
Hallo Zusammen

Ich und meine Frau planen ab Juli 2018 wieder für ca. 8 Monate zu verreisen. 5-6 Monate davon würden wir gerne in Südamerika mit einem eigenen Auto von Kolumbien bis nach Argentinien fahren, die letzten 2-3 Monate sind wir noch nicht wirklich sicher wohin es gehen soll. Eine "Insel-Hopping" Tour auf einer der vielen Inseln im Südpazifik ist angedacht, da ich selber schon länger auf den Fijis (Yasawas) war und so etwa sehr gerne nochmal erleben würde. wenn wir schon dort in der "Nähe" sind, würden wir evtl auch wieder (zum xten mal...) nach Australien fahren um Freunde zu besuchen.

Das mal zur ganz groben Zeit und Routenplanung. Ich bin schon fleissig am Recherchieren, würde aber gerne schon hier mal ein paar Rückmeldungen einholen:

Lohnt es sich überhaupt, sich für 5-6 Monate ein eigenes Auto in Kolumbien zu kaufen? Wettertechnisch ist es wohl am sinnvollsten, im Juli in Kolumbien zu starten und von dort aus langsam in den Süden zu tuckern. Ich denke Mietwagen oder Camper die auch zum Schlafen geeignet sind, sind für eine solche Dauer und "one-way" kaum zu bezahlen, auch stelle ich mir das auch an Grenzübertritten schwierig vor.

Reichen 5-6 Monate überhaupt für eine Solche Tour ohne dass man extremst hetzen muss? Kolumbien, Ecuador (Galapagos), Peru, Bolivien, Argentinien wären ganz grob ungefähr die Stationen. Wir wollen aber möglichst spontan unterwegs sein, d.h nur den Flug nach Kolumbien und dann 6 Monate später weiter von Argentinien im voraus buchen. Mit mehrstündigen Fahrten am Stück etc. haben wir keine Probleme.

Können wir überhaupt nach Kolumbien einreisen mit nur einem Ausreiseticket von Argentinien aus? Nach meinen bisherigen Recherchen sollte das kein Problem sein, im Notfall wird ein 100% stornierbares Ticket gebucht oder so was...

Gibt es bezahlbare Flugrouten von Argentinien oder allgemein Südamerika aus auf die Inseln im Südpazifik? Nach meinen Recherchen geht das alles leider nur mit einem kleinen Umweg über LA oder wenn man zuerst nach Sydney oder Auckland fliegt, stimmt das so oder habe ich etwas übersehen?

Sonstiges Feedback zu unserer geplanten Reise?

Noch kurz zu uns: Wir sind verheiratet, 28/29 Jahre Alt, beide sehr reise erfahren (Australien, ganz Südostasien, Neuseeland, USA etc.) aber waren noch nie in Südamerika und wir haben gerade mit dem Spanisch-Grundkurs begonnen. Budgetmässig sind wir relativ flexibel, wollen und müssen aber natürlich schon sparsam unterwegs sein und uns höchstens mal jeden Monat etwas luxus gönnen und natürlich möglichst günstige flugrouten wählen.

Vielen Dank für eure Rückmeldungen


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farmerjohn1

« Antwort #1 am: 06. Oktober 2017, 12:26 »
Tolle Reise-Idee, tolle Laenderwahl.

Nur eines ist nicht zu empfehlen:
in Kolumbien ein Auto zu kaufen, und auch das Selbstfahren ist nur eingeschraenkt zu empfehlen. Hoechstens vielleicht mit einem eigenen Camper zur Durchreise, der aus dem Ausland mitgefuehrt wird und nach Durchquerung das Land wieder verlaesst.

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Dope

« Antwort #2 am: 06. Oktober 2017, 13:01 »
Tolle Reise-Idee, tolle Laenderwahl.

Nur eines ist nicht zu empfehlen:
in Kolumbien ein Auto zu kaufen, und auch das Selbstfahren ist nur eingeschraenkt zu empfehlen. Hoechstens vielleicht mit einem eigenen Camper zur Durchreise, der aus dem Ausland mitgefuehrt wird und nach Durchquerung das Land wieder verlaesst.

Ich kenne ein paar Leute, die Selbstfahrer waren und praktisch keine Probleme hatten, Kannst du mir deine Gründe dafür sagen, wegen der Sicherheit? Wir beide machen sehr gerne tolle Roadtrips, die Flexibilität und Unabhängigkeit  ist halt schon ein riesen Vorteil...
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farmerjohn1

« Antwort #3 am: 06. Oktober 2017, 13:53 »
Die Sicherheit ist vielleicht sogar das geringste Problem; auch kleinere und mittlere technische Schaeden am KFZ werden selbst in abgelegenen Gegenden schnell und (fuer europaeische Einkommensverhaeltnisse) relativ gut bezahlbar repariert; was die Mechaniker-Fertigkeiten zur Reperatur von einzelnen Motor- und Getriebeteilen anbelangt, ist man ohne komplizierte Bordtechnik heute bei einem (gutwilligen) kolumbiansichen Dorfmechaniker vieleicht sogar besser aufgehoben als beim durchschnittlichen deutschen KFZ-Mechtroniker-Gesellen.

Das Problem ist politisch-gesellschaftlicher Art. Gesetzeslage, Administration und Instandhaltungsmoeglichkeiten sind nach wie vor darauf eingestellt, dass Autos (wie technische Hilfsmittel allgemein) ausschliesslich als Prestigeobjekte zu sehen sind und nur von Mitgliedern der Elite genutzt zu werden haben - und nicht etwa von Ottonormalverbraucher, und schon gar nicht von der Fellachen-Unterschicht. Es gibt (ausser dem zusammenbasteln importierter Teile von Renaults und Chevrolets keine eigene Autoindustrie, KFZ-Importe sind aberwitzig teuer (100 bis 300% ueber dem Preis z.B. in Deutschland) , Ersatzteile selbst oberer Kategorie sind oft derartig schlecht, dass sie Einbau plus zehn km vorsichtige Fahrt nicht ueberleben, (praeventive) Wartungsanweisungen werden mechaniker- und elektrikerseits meist mit Arroganz und gesteigerter Betrugsbereitschaft beantwortet,  Versicherungen decken nur einen kleinen Teil von Unfallschaeden ab, selbst bei fremdverschuldeten Unfaellen ist die juristische Situation kaum ueberschaubar und es ist u.U. mit Clan-Selbstjustiz zu rechnen, Informationen ueber vom KFZ- Eigner und Fahrer einzuhaltende Gesetze werden nicht benutzerfreundlich zugaenglich gemacht, Qualitaetsanforderungen an Fahrzeuge sind nach dem Gesetz enorm hoch und Sanktionen teilweise drakonisch.
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Dope

« Antwort #4 am: 06. Oktober 2017, 14:00 »

Das Problem ist politisch-gesellschaftlicher Art. Gesetzeslage, Administration und Instandhaltungsmoeglichkeiten sind nach wie vor darauf eingestellt, dass Autos (wie technische Hilfsmittel allgemein) ausschliesslich als Prestigeobjekte zu sehen sind und nur von Mitgliedern der Elite genutzt zu werden haben - und nicht etwa von Ottonormalverbraucher, und schon gar nicht von der Fellachen-Unterschicht. Es gibt (ausser dem zusammenbasteln importierter Teile von Renaults und Chevrolets keine eigene Autoindustrie, KFZ-Importe sind aberwitzig teuer (100 bis 300% ueber dem Preis z.B. in Deutschland) , Ersatzteile selbst oberer Kategorie sind oft derartig schlecht, dass sie Einbau plus zehn km vorsichtige Fahrt nicht ueberleben, (praeventive) Wartungsanweisungen werden mechaniker- und elektrikerseits meist mit Arroganz und gesteigerter Betrugsbereitschaft beantwortet,  Versicherungen decken nur einen kleinen Teil von Unfallschaeden ab, selbst bei fremdverschuldeten Unfaellen ist die juristische Situation kaum ueberschaubar und es ist u.U. mit Clan-Selbstjustiz zu rechnen, Informationen ueber vom KFZ- Eigner und Fahrer einzuhaltende Gesetze werden nicht benutzerfreundlich zugaenglich gemacht, Qualitaetsanforderungen an Fahrzeuge sind nach dem Gesetz enorm hoch und Sanktionen teilweise drakonisch.


Redest du jetzt speziell von Kolumbien oder generell Südamerika? Hab noch nie so negatives darüber ghört in SA als selbstfahrer unterwegs zu sein... bin doch ziemlich überrascht.
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dirtsA

« Antwort #5 am: 06. Oktober 2017, 14:46 »
Hey Dope,

ich kann zum Selbstfahren deiner Route zwar nichts sagen - aber schau mal auf umdiewelt.de nach Reiseberichten, da findest du einige von Selbstfahrern, die in den letzten Jahren live von unterwegs geschrieben haben. Hab da ein paar mitgelesen und es klang eigentlich durchwegs positiv.

Ich finde, genau ab min 5-6 Monaten macht ein Autokauf Sinn, darunter eher nicht. Ist natürlich persönliches Empfinden, ich bin auch nicht sehr erfahren mit Autokauf etc.

5-6 Monate halte ich für eine gute Zeit für die angedachte Route, natürlich geht immer mehr, aber es gibt auch Leute, die die Strecke in kürzerer Zeit abreissen (was ich nicht empfehlen würde). Gibt es einen Grund, dass ihr Chile nicht auf der Liste habt? Würde sich natürlich v.a. in Patagonien anbieten - viele schöne Orte sind ja criss-cross über die Grenze verteilt und man ist mal ein paar Tage in Chile, mal ein paar Tage in Argentinien.

Den Weiterflug von Argentinien müsst ihr ja auch noch nicht unbedingt schon 6 Monate vorher buchen. Reist doch erst mal 2-3 Monate mit dem Auto, und dann seht ihr besser, wie schnell ihr unterwegs seid und wann ihr den Weiterflug buchen möchtet. Und seid dann immer noch früh genug dran für Tickets.

Du hast Recht, der Weiterflug von SA in den Südpazifik ist nicht so einfach. Eine andere Möglichkeit gäbe es noch, und zwar von Chile auf die Osterinsel, dann weiter nach Franz. Polynesien etc. etc. So (in umgekehrter Richtung) haben wir es zumindest vor.

Zwecks Einreise in Kolumbien ohne Rückflugticket, sucht mal hier im Forum nach "Ticket mieten" oder so. Da gibt's mittlerweile einige Anbieter, wo das einfach funktioniert.
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echidna

« Antwort #6 am: 06. Oktober 2017, 17:21 »


Redest du jetzt speziell von Kolumbien oder generell Südamerika?

Das würde mich auch interessieren. Wir sind bisher als Selbstfahrer in Chile und Brasilien (mit Mietwägen) unterwegs gewesen und hatten eigentlich keine schwerwiegenden Probleme. Eines der in Chile gemieteten Autos hat zwar nur 100 km geschafft und dann den Dienst quittiert, aber der Service hat gut funktioniert (ein Ersatzwagen wurde innerhalb weniger Stunden angeliefert). Wichtig war nur zu wissen, dass in Chile viele Straßen nicht geteert und auch sonst in eher bescheidenem Zustand sind. Ein geländegängiges Fahrzeug kann also nicht schaden, wenn man sich abseits der Hauptstraßen bewegt (und in Südchile sind sogar die Hauptstraßen geschottert).

Das Fahren in Brasilien war etwas mühsamer, weil der Verkehr oft etwas unberechenbar war (z.B. Fahrräder in Gegenrichtung auf der Autobahn, unerwartet querschießende Mopeds, etc.)
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Vombatus

« Antwort #7 am: 06. Oktober 2017, 17:45 »
Surfy aus dem Forum ist auch mal in Südamerka herumgekurvt. Hier seine Homepage, ansonsten nach seinen Beiträgen im Forum suchen.

http://adventure-overland.blogspot.de
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farmerjohn1

« Antwort #8 am: 07. Oktober 2017, 00:12 »
Hallo Dope,

bezueglich Strassenverkehrssituation spreche ich speziell von Kolumbien, zudem noch von eigenen Erfahrungen zwischen 2009 und heute. Ausgenommen sind evtl. Medelllin, Pereira, Cartagena und Teile von Bogota. Ueberrascht war ich auch und bin es noch heute - besonders nach einem laengeren Brasilienaufenthalt, wo Autos auch ausserhalb der Megastaedte zum Alltag der meisten Buerger gehoeren und allein schon durch die Fabrikationen mehrerer KFZ-Hersteller ein grosses Angebot an Mietwagen besteht. Chile kann ich heute nicht beurteilen, es soll dort mittlerweile eher europaeisch
 zugehen - da war die Strassenverkehrs-Situation Anfang der 1990er Jahre aehnlich wie heute in Kolumbien.
Von Mietwagen und Zustaenden vieler Strassen habe ich dabei noch gar nicht gesprochen.

Meine Miet-Erfahrungen liegen einige Zeit zurueck (2009 und 2011), ich habe zwei Mal versucht, in Kolumbien ein Auto zu mieten, einmal in Cartagena und ein zweites Mal am Internationalen Flughafen von Bogota. Beide Male verlangten die jeweils einzigen Anbieter  bei Vorlage eines gueltigen EU-Fuehrerscheins Kreditkarte (Visa), Reisepass, Fuehrerschein - nebst: Steuererklaerung und Bankauszug aus dem europaeischen Herkunftsland. Und zwar fuer mittelmaessig gepflegt aussehende kleine Kisten, Hyundai Atos und so. Ich hab's gelassen.

Solange die Zustaende sich nicht bessern, sollte man oeffentliche Verkehrsmittel benutzen oder Motorrad fahren. Ist wirklich meine Meinung.
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karoshi

« Antwort #9 am: 07. Oktober 2017, 14:53 »
Gibt es bezahlbare Flugrouten von Argentinien oder allgemein Südamerika aus auf die Inseln im Südpazifik? Nach meinen Recherchen geht das alles leider nur mit einem kleinen Umweg über LA oder wenn man zuerst nach Sydney oder Auckland fliegt, stimmt das so oder habe ich etwas übersehen?
Die Einzige Route von Südamerika auf die Inseln im Südpazifik, die nicht über Nordamerika, Sydney oder Auckland geht, ist die Verbindung mit LATAM Chile (früher LANChile) von Santiago über die Osterinsel nach Papeete in Französisch Polynesien. Allerdings hattest Du nach bezahlbaren Flugrouten gefragt, und da scheidet diese wohl aus. Besonders weil der Weiterflug von Papeete in Richtung Westen auch noch mal lang und teuer ist.

Du musst Dich also auf einen Umweg über Nordamerika oder Auckland einstellen. Die erste Variante bietet die eine oder andere Stopover-Möglichkeit zwischen den USA und Australien, aber nicht alle Inselgruppen lassen sich so einbauen (am ehesten noch Fiji oder die Cooks, eine interessante Alternative ist die Route Hawaii->Amerikanisch Samoa->Samoa->Australien). Von Auckland aus gibt es mehr Möglichkeiten, dafür müssen dann aber noch Extra-Flüge bezahlt werden.
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Dope

« Antwort #10 am: 10. Oktober 2017, 10:36 »
Vielen vielen Dank für euren Input!

Wir sind noch am überlegen und recherchieren. Evtl. fliegen wir auch einfach mal nach Kolumbien und schauen dann spontan wie wir weiterreisen. Evtl eine Kombination aus Bussen & Mietwagen pro Land oder so.

Ich werde aufjedenfall weiter berichten wenn unsere Planung voranschreitet
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karoshi

« Antwort #11 am: 10. Oktober 2017, 11:09 »
Noch als Ergänzung zu meinem letzten Post:
Die Route Santiago-Osterinsel-Papeete-Sydney kann meines Wissens am günstigsten in Rahmen eines RTW-Tickets geflogen werden, und zwar konkret des oneworld Global Explorer. LATAM Chile ist oneworld-Mitglied. Und für den Weiterflug ab PPT kann der Flug von Air Niugini im Codeshare mit Qantas genommen werden.
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Dope

« Antwort #12 am: 20. März 2018, 13:06 »
Vielen Dank nochmal für eure Rückmeldungen.

Wir sind nun ein wenig weiter und haben schonmal den Flug one-way nach Bogota gebucht, am 17.7.18 gehts los!  8) Wegen Miet-Camper etc. sind wir noch nicht wirklich weiter, wir werden spontan vor Ort schauen und dann wahrscheinlich eher nur in Peru/Chile/Argentinien jeweils für ein paar Wochen oder Tage ein Auto oder Camper mieten und den Rest mit dem Bus machen, mal sehen!

Eine andere Frage: wir wollen sehr wahrscheinlich Anfang/Mitte Dezember von voraussichtlich Buenos Aires nach Auckland fliegen um dort mit Freunden die Feiertage zu verbringen. Dann weiter auf eine der vielen Pazifikinseln und auch noch einen Monat auf die Philippinen.  Weiss hier wann es preislich am besten ist die Flüge von Buenos Aires nach Auckland zu buchen? Wenn wir jetzt buchen würden, würden wir ein Ticket für ca. 850.- CHF kriegen, was ich nicht soo übel finde. Wird das eher teurer oder billiger wenn wir z.B im September oder Oktober buchen? Dezember ist ja immer so eine Sache mit den Feiertagen...

Vielen Dank für eure Hilfe
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karoshi

« Antwort #13 am: 20. März 2018, 16:12 »
Das kann nur teurer werden.
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