Thema: Wann habt ihr es Freunden gesagt?  (Gelesen 1648 mal)

Jennerle

« am: 05. August 2017, 18:06 »
Hallo,

mich würde mal interessieren, wie lange im Voraus ihr es eurem Umfeld gesagt habt.

Hintergrund zu mir: Ich verstehe mich mit meiner Chefin (Niederlassungsleitung) sehr gut, ich war auf ihrem 30. Geburtstag, wir unternehmen ab und an etwas in der Freizeit zusammen usw.

Geplant habe ich gegen Mitte/Ende nächstes Jahr für ein Jahr durch Asien zu tingeln. Ich habe einen Monat Kündigungsfrist, was ja sehr kurz ist. Daher würde ich ihr schon gerne vorher sagen, dass ich plane abzudüsen, da ich die einzige Angestellte im Büro bin. Leider weiß ich, dass sie es ihrer Chefin (Inhaberin der Firma) direkt sagt bzw. sagen muss, da sie ja Ausschreibungen in der Zeitung mit ihr besprechen muss.

Leider ist diese sehr spontan, wenn es um Kündigungen geht. Sie haut direkt jemanden raus, wenn sie spitz kriegt, dass er gehen will. Bin jetzt also am Überlegen wann ich meiner Chefin Bescheid gebe, da ich sie nicht in die Bredouille bringen will, wenn ich kurzerhand sage ich gehe (da die Arbeit ziemlich komplex ist dauert auch die Einarbeit relativ lange, ausserdem leidet die Freundschaft, und man weiß ja nie wann man sich wieder sieht). Auf der anderen Seite will ich nicht riskieren, dass sie mich kündigt und mir dann am Ende Geld fehlt mit dem ich gerechnet habe.

Dem Rest meiner Freunde will es sagen, sobald ich den Flug gebucht habe. Am liebsten würde ich es ja erst sagen, wenn ich die Arbeit gekündigt habe so a la "also, morge flieg ich für ein Jahr weg" :D so einen richtigen Schocker machen  ;D

LG
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Herri Mojo

« Antwort #1 am: 05. August 2017, 23:54 »
Freundschaften mit Personen in vorgesetzten Stellen gelangen immer wieder mal an Punkte, an denen es problematisch wird. Stichwort Rollenkonflikt. So wie sich Deine Schilderung anhört, fühlst Du Dich privat verpflichtet, andererseits hast Du Angst davor, durch Deine Offenheit gekündigt zu werden. Obwohl theoretisch ja gar kein Kündigungsgrund vorliegt. Aber Du würdest Dein Recht wohl nicht einklagen wollen...!?
Also: In so einem Fall wär ich mir selbst am nächsten und würd mit der befreundeten und vorgesetzten Person ein klärendes Gespräch kurz vor Einreichung der Kündigung suchen. Wahrscheinlich wird sie's verstehen.
PS: So ein richtiger "Schocker" ist wohl nur halb so romantisch wie Du ihn dir vorstellst.  ;)
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Jennerle

« Antwort #2 am: 06. August 2017, 11:42 »
Hallo Herri Mojo,

leider weiß ich von der Vorgängerin dass sie ebenfalls rausgeschmissen wurde, ohne Grund. Naja meine Chefin konnte sie halt nicht ausstehen  :-\

Als sie vor Gericht gegangen ist, wurde ihr die Wiedereinstellung angeboten. Aber wer wir da dann schon wieder arbeiten. Gut, wär bei mir was anderes, da ich ja eh nicht plane langfristig dort zu bleiben sondern es sich dann eh nur noch um Monate handelt...
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Degna

« Antwort #3 am: 06. August 2017, 12:49 »
@Jennerle
sorry,also,ich wäre mir da,wie eben bereits erwähnt,auch selbst der Nächste.
Falls die Inhaberin so unsozial ist,Leute rauszuschmeißen,die sowieso gehen wollen,würde ich kein Sterbenswort sagen und das letztmögliche Datum nutzen,um zu kündigen.
Wenn das bekannt ist,müssen die halt auch mit sowas rechnen. Wie man in den Wald hereinruft so schallt es zurück.
Und deiner direkten Vorgesetzten,mit der du befreundet bist,würde ich keinen Ton sagen,.....klar das die es weiter gibt.
Müssen dann halt sehen,wie sie kurzfristig Ersatz für dich bekommen,.....würde in meiner Kündigung von einer "kurzfristig aufgetretenen Chance" sprechen,.......und leugnen,das ich es länger geplant habe.

LG Degna
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Sulawesi

« Antwort #4 am: 06. August 2017, 21:58 »
Leider ist diese sehr spontan, wenn es um Kündigungen geht. Sie haut direkt jemanden raus, wenn sie spitz kriegt, dass er gehen will.

Das ist in Deutschland nicht möglich. Oder wohnst du in CH wo es keinerlei Kündigungsschutz gibt.

Sie kann dich nicht entlassen, du könntest jederzeit klagen und dann noch eine ordentliche Abfindung + ALG1 kassieren, wäre also das beste was dir passieren kann.
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karoshi

« Antwort #5 am: 07. August 2017, 00:26 »
Selbst wenn man rein formal im Recht ist, kann die Situation doch auf einer persönlichen Ebene sehr unangenehm werden. Und einen Arbeitsgerichtsprozess kurz vor der Reise wollen auch nicht alle haben. Ich würde daher auch unterstützen, was Herri Mojo geschrieben hat: die Kündigung so spät einreichen, dass persönliche Nachteile ausgeschlossen sind, und der Niederlassungsleiterin unmittelbar vorher persönlich erklären, warum Du das so machen musstest. Es ist nicht Deine Schuld.
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Marla

« Antwort #6 am: 07. August 2017, 09:50 »
Ich würde mich auch meinen Vorrednern anschließen und dir dazu raten, nicht zu früh zu kündigen (z.B. ca. 6 Wochen vorher, wenn du dann nicht mehr selber gekündigt werden kannst). Normalerweise bin ich zwar dafür, als Arbeitnehmer sich seinem Arbeitgeber gegenüber auch fair zu verhalten - unabhängig von irgendwelchen bestehenden Freundschaften - und nicht die Kündigungsfrist bis zuletzt auszureizen. Aber da du selber schon mitgekommen hast, dass deine Chefin sich unfair gegenüber anderen Kollegen verhalten hat, würde ich mich an deiner Stelle nicht mehr zu Fairness verpflichtet fühlen. Trotzdem finde ich es einen sehr guten Zug von dir, dass du dir darüber Gedanken machst.

Etwas anderes ist es gegenüber Freunden außerhalb der Firma. Hier verstehe ich deinen Wunsch, die Leute zu "schocken" :), nicht ganz. Ich wäre sehr sauer, wenn ich von guten Freunden so etwas erst kurz vor der Abreise erfahren würde. Für mich wäre das ein richtiger Vertrauensbruch. Kommt natürlich auf die Freundschaft drauf an. Du kannst das ja mit Leuten machen, mit denen du nicht richtig befreundet bist. Dann hast du immer noch ein paar "Schockeffekte", aber riskierst nicht, deine richtigen Freunde gegen dich aufzubringen.
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dirtsA

« Antwort #7 am: 07. August 2017, 09:55 »
Zu deiner Chef-Freundin auf der Arbeit stimme ich dem allgemeinen Tenor hier zu. Du kannst das einfach nicht riskieren in dem Fall, und wenn du dich mit deiner Chefin freundschaftlich gut verstehst, dann wird sie das auch verstehen können. Wie schon vorgeschlagen wurde, kannst du ja einfach zum frühest möglichen Zeitpunkt kündigen, an dem es dir nicht mehr schaden kann.

Vor anderen Freunden eine Langzeitreise so lange geheim zu halten und dann als "Schocker" zu verkaufen, würde ich schon allein wegen der Vorfreude nicht schaffen! ;) Bzw. irgendwann dreht sich dann ja immer mehr um die Reise: Diverse Ausrüstungs-Einkäufe, Impfungen, Wohnung kündigen/auflösen,.... Das alles im Geheimen zu machen fände ich etwas komisch. Aber jeder, wie er mag ;D

Um zur eigentlichen Thread-Frage eine Antwort zu geben: Meinen Freunden habe ich es schon sehr früh gesagt. Man will ja schliesslich die Vorfreude teilen! ;) Freunden auf der Arbeit habe ich es je nachdem, wie weit ich ihnen vertrauen konnte, schon vor der Kündigung oder auch nicht gesagt. Bei mir waren das aber auch 3 Monate, also ein um einiges längerer Zeitraum als bei dir und keine der Arbeits-Freundinnen war meine Chefin. Ich fand es irgendwann extrem schwierig, es vor bestimmten Leuten noch zu verheimlichen, weil man doch sehr viel damit beschäftigt ist und in Gedanken bei irgendwas ist, das mit der Reise zu tun hat. Manchmal schon tricky, dass man sich dann in Gesprächen nicht auf einmal verplappert ;D
Am Anfang habe ich die Idee halt vage gehalten (weil auch für mich selbst Start und Route noch nicht ganz klar waren) und dann kommt das Thema eh immer öfter auf und es wird immer präziser...
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Marla

« Antwort #8 am: 07. August 2017, 13:32 »
Vor anderen Freunden eine Langzeitreise so lange geheim zu halten und dann als "Schocker" zu verkaufen, würde ich schon allein wegen der Vorfreude nicht schaffen! ;) Bzw. irgendwann dreht sich dann ja immer mehr um die Reise: Diverse Ausrüstungs-Einkäufe, Impfungen, Wohnung kündigen/auflösen,.... Das alles im Geheimen zu machen fände ich etwas komisch. Aber jeder, wie er mag ;D

Um zur eigentlichen Thread-Frage eine Antwort zu geben: Meinen Freunden habe ich es schon sehr früh gesagt. Man will ja schliesslich die Vorfreude teilen! ;) Freunden auf der Arbeit habe ich es je nachdem, wie weit ich ihnen vertrauen konnte, schon vor der Kündigung oder auch nicht gesagt. Bei mir waren das aber auch 3 Monate, also ein um einiges längerer Zeitraum als bei dir und keine der Arbeits-Freundinnen war meine Chefin. Ich fand es irgendwann extrem schwierig, es vor bestimmten Leuten noch zu verheimlichen, weil man doch sehr viel damit beschäftigt ist und in Gedanken bei irgendwas ist, das mit der Reise zu tun hat. Manchmal schon tricky, dass man sich dann in Gesprächen nicht auf einmal verplappert ;D
Am Anfang habe ich die Idee halt vage gehalten (weil auch für mich selbst Start und Route noch nicht ganz klar waren) und dann kommt das Thema eh immer öfter auf und es wird immer präziser...
Grundsätzlich war das bei mir genauso. Sobald die Idee Formen annahm, habe ich es meinen Freunden erzählt, einfach weil es für mich zur Freundschaft dazugehört, sich gegenseitig wichtige Sachen zu erzählen. Ist ja auch total schön, sich für einander zu freuen. Das war bei mir beide Male mindestens 1 Jahr vorher.

Wobei es mir auch nicht schwer fallen würde, es nicht zu erzählen. Bei mir ist es nicht so, dass sich in den Monaten davor fast alles darum dreht. Das läuft eher so nebenher. Und gefühlsmäßig beschäftige ich mich mit der Reise erst, wenn ich im Flugzeug sitze :)

Hinzukommt, dass nicht alle von meinen Freunden so richtig viel mit dem Thema anfangen können, und selbst die, die selber schon lange gereist sind, sind ja nicht jetzt gerade in der Vorbereitung. Ich finde, das ist so wie mit größeren Anschaffungen, die man tätigt. Mit allen Leuten, die sich auch gerade Wohnung/Auto/Handy oder was immer kaufen wollen bzw. gekauft haben oder sich allgemein total für die Sache interessieren, kann man sich wunderbar und ausgiebig darüber austauschen :) Bei allen anderen gebe ich gerne auf Nachfrage Infos zum Stand, aber mehr nicht.

Daher denk ich, dass das von Person zu Person sehr verschieden sein kann, zum einen wie intensiv man sich vorher mit der Reise(vorbereitung) beschäftigt, zum anderen, ob und wieviel man andere daran teilhaben lassen möchte. Nur überhaupt von der Reise zu erzählen, dass würde ich nicht erst kurz vor Abflug machen.
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Vali_CR

« Antwort #9 am: 17. August 2017, 09:22 »
Ich plane meine Weltreise nun seit etwa einem Jahr. Meinen Freunden habe ich es bereits gesagt als der Plan stand. Also ca. ein Jahr vorher. Die Reaktionen waren damals nicht so heftig, da alle dachten "Jaja das geht ja noch so lange und vlt. gehst du ja dann doch nicht, vlt ist es nur eine doofe Idee von dir". Jetzt wo es aber gegen ende zu geht (4. Januar 18 geht's los) werden alle nachdenklicher und sind sehr traurig.

Zu meiner Chefin habe ich ein super Verhältnis. Eigentlich wollte ich es ihr so 4 Monate vorher sagen (habe 3 Monate Kündigungsfrist). Habe es dann aber bereits mitte Juli getan. Ihre Reaktion war super und sie war froh, dass sie es früher wusste und nicht erst so quasi auf den letzten Termin. Denke wenn man ein gutes Verhältnis hat, hat man auch nichts zu befürchten und finde es nur fair, früh genug zu sagen. Es erleichtert auch extrem!
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Jennerle

« Antwort #10 am: 27. August 2017, 17:26 »
Oh man ich hab eure ganzen Nachrichten jetzt erst gesehen  :'(

Zum Thema Freunden sagen: ich habe schon viel machen wollen. Ich wollte mal als Au Pair ins Ausland, ich wollte eine Umschulung machen und und und. Das alles hab ich letzten Endes nicht gemacht bzw. noch nicht durchgezogen. Ich will nicht blöd dastehen, wenn ich das jetzt doch nicht machen sollte. Eigentlich weiß ich ja das ich es mache, aber trotzdem  ::) Ich will nicht alle verrückt machen und dann doch nicht gehen.  :(

Sie würden es auch überhaupt nicht verstehen leider  :-[

LG
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Vali_CR

« Antwort #11 am: 28. August 2017, 09:09 »
Naja also wenn du dir nicht sicher bist, dass du es machst, dann sag besser mal nichts.
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