Thema: Weltreise oder Jahresurlaub  (Gelesen 4592 mal)

Vombatus

« Antwort #15 am: 12. Februar 2017, 21:32 »
Diese Frau hat ihr Reisetempo nicht gefunden, sie hat ihren für sich guttuenden Reisestil nicht gefunden, sie hat sich an anderen orientiert und Dinge gemacht, die ihr nicht gefallen haben anstatt ihre eigene Reise zu reisen. Sie hat wohl alles falsch gemacht (inkl. falsche Erwartungen gehabt) was geht und gibt nun anderen oder dem Langzeitreisen die Schuld dafür.

Was ich dazu sage? Selbst Schuld!

Sie hätte auf sich und ihr Gefühl hören sollen, nicht schnell, schnell, nicht ungemütlich, nicht billig, billig, nicht das machen was andere machen, nicht Augen zu und durch, nicht hinnehmen und leiden … Sondern hätte sich (ihre) Zeit nehmen müssen und ihren Gefühl folgen sollen.

Und noch dazu. Nicht jeder mag Langzeitreisen, fühlt sich dabei nicht wohl, hat andere Bedürfnisse. Das ist doch okay. Am besten selbst ausprobieren welcher Typ man ist und dann damit glücklich werden. Ob auf Etappen oder auf Langzeitreise.

Nach und vor einer Welt-, oder Langzeitreisen gibt es doch auch (wieder) Kurz- und Etappenreisen. Es ist ja nicht so, dass wir jedes Jahr eine Weltreise machen … leider.

Wie du selbst sagst, man sollte sein benötigtes Komfortlevel kennen und wissen was es einem Wert ist.

Dazu noch was. Wenn sie schreibt:
"Irgendwann empfand ich das Reisen nur noch als anstrengend, sehnte mich nach Sauberkeit, Ruhe, einem Rückzugsort und meinem eigenen sauberen, kuscheligen Bett. Ich war es so leid, mich immer wieder auf neue Umstände einrichten zu müssen" und "Ich will die wahre Seele eines Landes erkunden, die Plätze, die am Rande liegen und die Menschen, die diese Orte durch ihre Kultur und Lebensweise prägen"

Dann muss man halt auch mal in lokalen Bussen fahren, Ameisen im Zucker haben, mit kaltem Wasser duschen und auf ein Plumsklo sitzen. So wie die Einheimischen.

Je mehr ich von ihr lese, desto mehr tut sie mir leid … nein Sorry, das ist mir zu viel am Sonntagabend. Schon alleine dieser Satz:
"Für mich ist nach all den langen Monaten in Südamerika klar geworden, dass ich nicht Urlaub aufsparen und nur auf diesen 1-Jahres-Welttrip hinarbeiten möchte. Wozu auch. Nach dem Jahr geht das Leben weiter und wenn man schon alles gesehen und erlebt hat, was bleiben einem denn dann noch für Ziele? Ich erspare mir das tiefe Loch, was nach nem Welttrip droht."
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GschamsterDiener

« Antwort #16 am: 12. Februar 2017, 23:29 »
Gerade noch einen Contra Blog-Artikel dazu gefunden:
http://www.couchabenteurer.de/weltreise-nein-danke-warum-ich-etappenweise-reisen-empfehle/

Was sagt ihr dazu?

Klar ist, dass man sein benötigtes Komfortlevel kennen sollte und mit diesem auch preislich seine Reise kalkulieren sollte.....

Dieser Eintrag ist doch ein einziges Missverständnis.
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Kama aina

« Antwort #17 am: 13. Februar 2017, 09:05 »
Tatsächlich alles sehr verstörend!
Sie wirkt auf mich als ob sie eine Weltreise wie ein Wochenendtrip angegangen ist. Dazu wohl in Teilen auch noch unvorbereitet.
Da wundert es mich nicht, dass sie fertig und enttäuscht ist! Logisch das man über Monate so eine Taktung gar nicht durchhalten kann. Und irgendwie auch seltsam wie sie sich widerspricht!
Denke diese Meinung sollte man nicht allgemein als Gegenposition zu einer Weltreise sehen!
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Marla

« Antwort #18 am: 13. Februar 2017, 17:54 »
Ich kann mich nur anschließen, ich finde auch, dass sie sich in vielen Punkten widerspricht. Einerseits Land und Leute richtig intensiv kennenlernen, aber bitte mit allem Komfort, den man von Zuhause gewöhnt ist, kein Lärm, kein Dreck. Schrecklich.

Wobei ich bei einigen Punkten schon verstehen kann, worauf sie hinaus will. Mir persönlich sind auch viele Menschen „zu schnell“ unterwegs, ich habe auch das Gefühl, dass sie nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mitnehmen, jedoch nicht viel von der Kultur des Landes, den Menschen und Gebräuchen mitbekommen. Und dann wundert mich auch nicht, warum sie nach einiger Zeit einen Reisekoller kriegen. Aber das ist nun mal Geschmackssache, und jeder darf sich zum Glück selber aussuchen, wie er/sie reist. Deswegen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, warum die Frau genau das gemacht hat, "im Schnitt zwei Tage an einem Ort", das hält doch keiner über einen längeren Zeitraum aus. Gerade wenn man viel Zeit hat, muss man sich das doch nicht antun, sondern kann auch mal länger an einem Ort bleiben, der einem gefällt. Das spricht doch alles für die Langzeitreise und nicht die Kurztrips.

Was das Budget angeht, sollte man sich einfach mal vorher überlegen, was man braucht. Ich habe auf meinen Reisen Leute kennengelernt, die extrem sparsam unterwegs waren, also Trampen statt Bus, draußen Schlafen statt Hostel (und nicht mal die haben den Müll durchwühlt...). Würde ich selber nicht machen, aber ich finde es spannend davon zu hören. Wenn man mehr Komfort möchte und z.B. einem ein Rückzugsort wichtig ist (mir reicht es z.B., wenn ich einen Tag alleine wandern gehe), dann sollte halt zwischen drin mal ein Einzelzimmer drin sein. Um Geld zu sparen, dann länger an einem Ort bleiben, das reduziert die Kosten.

Das sind alles Gedanken, die man sich als vernünftiger Mensch vor der Reise macht. Das sagt sie ja auch selber in einer Antwort zu einem Kommentar "Nur viele starten blauäugig und genau diese Menschen wollte ich mit meinen Gedanken erreichen.". Ansonsten, wenn man vorher nicht gut einschätzen kann, wie viel Zeit/Geld man wo braucht, hilft es nicht zu viel vorher zu buchen, d.h. Rückflug oder Flüge zwischendurch. Dann hat man wirklich alle Freiheit so zu reisen wie man will.

Noch eine Anmerkung dazu:
Nach einer solchen Reise würde man sicher wieder von ganz von vorne anfangen (in finanzieller Sicht).

Ich habe einige Leute getroffen, die 1-2 Jahre unterwegs waren oder so lange, wie das Geld gereicht hat. Meins ist das nicht. Ich möchte nicht finanziell bei Null anfangen, wenn ich zurückkomme. Ich möchte nicht ein ganzes Jahr oder länger auf meine Lieben verzichten, und so seltsam das klingt, auch nicht auf meine Arbeit. Und so wie die Dame aus dem Blog mache ich auch jedes Jahr brav meine Steuererklärung und alle ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen mit :) Aber wer sagt denn, dass man wirklich so lange unterwegs sein muss? Für mich persönlich sind wohl 3-6 Monate ideal, das denke ich im Moment zumindest. Auch hier gilt, dass sich das jeder selber aussuchen kann. Nur weil einem ein ganzes Jahr abschreckend lang oder teuer vorkommt, muss man doch nicht ganz auf die Langzeitreise verzichten und sein restliches Leben nur wochenweise Urlaub machen.
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zzipp

« Antwort #19 am: 14. Februar 2017, 20:40 »
Der Blog-Artikel hat auch mich nach dem ersten Durchlesen nicht sonderlich überzeugt, dennoch wollte ich die Meinung hier aufzeigen. Das Feedback scheint jedoch einstimmig und zum Teil wohl durchaus berechtigt zu sein.


Noch eine Anmerkung dazu:
Nach einer solchen Reise würde man sicher wieder von ganz von vorne anfangen (in finanzieller Sicht).

Ich habe einige Leute getroffen, die 1-2 Jahre unterwegs waren oder so lange, wie das Geld gereicht hat. Meins ist das nicht. Ich möchte nicht finanziell bei Null anfangen, wenn ich zurückkomme. Ich möchte nicht ein ganzes Jahr oder länger auf meine Lieben verzichten, und so seltsam das klingt, auch nicht auf meine Arbeit. Und so wie die Dame aus dem Blog mache ich auch jedes Jahr brav meine Steuererklärung und alle ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen mit :) Aber wer sagt denn, dass man wirklich so lange unterwegs sein muss? Für mich persönlich sind wohl 3-6 Monate ideal, das denke ich im Moment zumindest. Auch hier gilt, dass sich das jeder selber aussuchen kann. Nur weil einem ein ganzes Jahr abschreckend lang oder teuer vorkommt, muss man doch nicht ganz auf die Langzeitreise verzichten und sein restliches Leben nur wochenweise Urlaub machen.

Ultra Budget wäre auch für mich nichts und man sollte sich auf reisen das eine oder andere ohne große Zweifel leisten können.  Ich glaube auch nicht das ich Hungertuch nagen würde nach meiner Rückkehr, jedoch wäre der für die Rente zurückgelegte Betrag deutlich geschrumpft - ähnlich wie die Situation nach dem Studium.

Kürzere Reisen <6 Monate müsste auch der Arbeitgeber mitmachen. Ich glaube hier gibt es bei meinem Arbeitgeber keine Regelung. Zudem der Stress mit Wohnung und sonstigen Angelegenheit würden mich hier von zurückschrecken lassen. Daher gilt für mich "Ganz oder gar nicht" mit dem Minimum 12 Monate. Am Freitag werde ich wohl das Gespräch mit meinem Chef suchen, ich bin gespannt...
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michelaufreise

« Antwort #20 am: 15. Februar 2017, 00:21 »
Ich hab zig Monats reisen gemacht. Einmal eine drei Monatigen Tour und einmal 18 Monate.
Finanziell ging es mir bei allen reisen gut.
Ich glaube ihr größtes Problem war das sie ihre Finanzen falsch geplant hat.
Die allgemeine Aussage Monats reisen zu machen statt langen Touren würde ich so fast unterschreiben.
Ich fand es einfach teilweise anstrengend sich ständig Gedanken machen zu müssen wo es hin geht. Die ersten acht Monate musste ich für zwei Leute den Reise Leiter spielen die restliche Zeit War ich mein eigener Reiseleiter.
Ich genieße einfach bei einer 1 Monats Reise die Vorbereitung , das schmöckern in Büchern , das schauen von Reportagen , das auswendig lernen des Reiseführers das planen der Route usw. .

Bei meiner 18 Monats Tour war das zeitlich gar nicht möglich. Erstens arbeite ich viel. Zweitens bin ich sehr spontan los gefahren und drittens Ist es auch schwierig sein Weg über 3 Kontinente zu planen.
Meine Reise ging von Thailand bis Neuseeland und von Mexiko bis Chile Brasilien.
Eins steht aber fest ich werde sicherlich noch eine -zwei Weltreisen machen bevor ich danach wenn es klappt in vor Ruhestand gehe.
Was ich aber heute dazu denke ich werde sicherlich nicht von einem Kontinent zum nächsten springen wie bei der 18 Monats Tour.
Für mich käme nur noch eine Tour wie beispielsweise von Kuba über alle Karbik Inseln bis nach Venezuela.
Oder von China Indonesien ( kleine Teile Asiens )nach Australien in Betracht. Und dies in einem Jahr.

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Styles78

« Antwort #21 am: 26. März 2018, 16:06 »
Ich bin aktuell in den Anfängen meiner Planung für eine einjährige Weltreise und hab schon einiges darüber gelesen.
Ich bin jetzt schon im einem Anfangsstadium beim Lesen des Artikels regelmäßig zusammen gezuckt.
Aus meiner jetzigen Sicht hat sie viel falsch gemacht....und ist ohne sonderlich gute Planung bzw. Vorbereitung los gegangen.
Deswegen würde ich den Bericht...mal als "kann weg" markieren!
Ich meine ich schreib ja auch keine Rezession für ein Porsche und mach den dann schlecht weil er viel Benzin verbraucht oder? :-)
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