Thema: 4 Wochen Myanmar - Route, Geheimtipps, Fortbewegung  (Gelesen 2305 mal)

goneforgood

« am: 20. Oktober 2016, 08:40 »
Heyhey,

ich werde in ca. einem Monat nach SOA fliegen und die ersten 4 Wochen in Myanmar verbringen. Ankommen werde ich in Mandalay und mein Weiterflug geht von Yangon, alles andere ist eigentlich noch offen.. daher wollte ich mal fragen, was ihr so an Empfehlungen habt?

Auf der Liste der offensichtlichen Dinge stehen
* Mandalay + Umgebung
* Bagan
* Inle
* Hpa An

Randnotiz zu mir: Ich fotografiere sehr (!) viel und arbeite auch gelegentlich mit Getty & Co. zusammen - ich wollte den Fokus in den Wochen ein bisschen auf "environmental Portraits" setzen, d.h. ich kann auch mal ein paar Tage lange an einem Fleck rumhängen und den Leuten einfach beim Alltag zusehen, wo es für den "normalen" Besucher gar nicht so viel zu sehen oder zumindest keine Pagoden, Brücken, Felsen oder sonstwas gibt :)

Freue mich über ein paar Tipps!
Danke
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goneforgood

« Antwort #1 am: 24. Oktober 2016, 18:45 »
Ich erweitere meine Frage mal noch um einen etwas spezielleren Aspekt: Hat von euch jemand in den letzten Monaten eine Videodrohne ala Phantom oder so nach Myanmar mitgenommen? Wie lief das ab? Irgendwelche Anträge vorher ausgefüllt? Die Informationslage im Netz ist echt sehr unklar..
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GschamsterDiener

« Antwort #2 am: 25. Oktober 2016, 08:41 »
Ich würde bei solchen speziellen Fragen eher auf die größeren Fotoforen ausweichen wie das dslr-forum. de
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tanoil

« Antwort #3 am: 25. Oktober 2016, 11:13 »

Auf der Liste der offensichtlichen Dinge stehen
* Mandalay + Umgebung
Das fand ich eigentl nicht so toll hinsichtlich der offenen Dinge. Die Stadt ist weniger schön als erwartet. Und insbesondere hat mir Yangon insgesamt besser gefallen. Umgebung habe ich mir jedoch nicht angesehen. Es gibt ein paar Manufakturen in Maderley, die wohl ganz gut sein sollen, z.B. Herstellung von Goldblättchen.

Zitat
* Bagan
Das ist wirklich der Hammer. Ich empfehle die Balongfahrt. Aber auch mit dem Moped in Eigenregie herumfahren macht Laune.
Zitat
* Inle
Diese Bohtsfahrt fand ich grauenvoll. Aber muss man wohl machen. Und man kann auch ein paar gute Fotos machen. Ansonsten wäre eher mal nach alternativen Ausflugsmöglichkeiten zu schauen. Der Ort hat leider ansonsten schon deutlich unter dem Tourismus gelitten.
Zitat
* Hpa An
Hier war ich zwar nicht, aber ich habe nur schlechtes gehört.

Insgesamt gilt es anzuerkennen, dass Myanmar schon ziemlich touristisch ist bzw. deutlich touristischer als ich angenommen hatte. Sehr gut ist es vom touristischen Trampfelfad abzuweichen. Ich war z.B. in den Bärgen von §$"$ wandern. Das war eine der besten Erfahrungen. Dann gibt es noch so eine Art Bagan für Arme, wenig besuchte Landstriche und Strände im Südosten. Dabei ist zu beachten, das der allergrößte Teil des Landes (inkl. etwa auch 98% der Mandalay Tempelanlage) ist weiterhin miltärisches Sperrgebiet.
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karoshi

« Antwort #4 am: 25. Oktober 2016, 18:19 »
* Mandalay + Umgebung
Das fand ich eigentl nicht so toll hinsichtlich der offenen Dinge. Die Stadt ist weniger schön als erwartet. Und insbesondere hat mir Yangon insgesamt besser gefallen. Umgebung habe ich mir jedoch nicht angesehen. Es gibt ein paar Manufakturen in Maderley, die wohl ganz gut sein sollen, z.B. Herstellung von Goldblättchen.

Der unmittelbare Innenstadtbereich ist wirklich nicht so prall, und auch der Königspalast ist überbewertet. Aber es gibt sehr viele schöne Ecken, die man am besten mit dem Fahrrad erkunden kann. Das scheint angesichts des Autoverkehrs in der Stadt zunächst keine gute Idee zu sein, aber sobald man ein paar Blocks nach Süden raus kommt, wird es ruhig. Dort finden sich u.a. die sehr interessanten Zunftstraßen, vor allem die der Blattgoldklopfer und der Steinmetze. (Letztere ist in der Nähe der Mahamuni-Pagode.) Und für Fotografen gibt es nichts besseres, als nachmittags zum Fluss raus zu fahren, sich in das Restaurant direkt am Ufer zu setzen (südlich der Mingun Jetty) und den Hafenarbeitern beim Entladen der Boote zuzusehen, bis die Sonne über dem Irrawaddy untergeht. Hach!

Zitat
* Inle
Diese Bohtsfahrt fand ich grauenvoll. Aber muss man wohl machen. Und man kann auch ein paar gute Fotos machen. Ansonsten wäre eher mal nach alternativen Ausflugsmöglichkeiten zu schauen. Der Ort hat leider ansonsten schon deutlich unter dem Tourismus gelitten.
Man darf halt nicht vergessen, dass die Preise für diese Touren dadurch niedrig gehalten werden, dass die Bootsführer bzw. Guides in allen angefahrenen Shops Provision bekommen. Einen Kaufzwang oder auch nur Kaufdruck habe ich allerdings nicht erlebt. Ich fand viele der Läden auch ganz interessant, immerhin produzieren die da wirklich vor Ort. Wer auf die Kunsthandwerk-Werkstätten keinen Wert legt, kann im Vorfeld aber auch ein individuelles Programm vereinbaren, muss allerdings damit rechnen, dass es mehr kostet. Ein Tipp sind die Touren, die das Smiling Moon Restaurant anbietet. Am Inle Lake gilt übrigens in besonderem Maße: früh aufstehen lohnt sich.
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pawl

« Antwort #5 am: 25. Oktober 2016, 20:25 »
Pyin U Lwin war doch auch schön gerade mit der Busfahrt nach Hispaw. Hispaw ist ja "relativ" voll, aber auf dem Weg dorthin hat uns jemand an der Zugstation angesprochen mit ihm auszusteigen. Dort gab es sonst niemanden.

Trekking in Hpa An ist sehr anstrengend, aber lohnenswert. Nicht umbedingt wegen der Natur, aber die Dörfer in den Bergen sind einfach nur super!

Die Tour in Hpa An fanden wir auch sehr schön, aber die Anfahrt ist sehr anstengend. Ob sich das lohnt, wenn man den ganzen Weg wieder zurück muss nach Yangon?

Wir haben jendefalls die ganze Tour in 4 Wochen locker gemacht und ich war 5 Tage krank am Inle Lake (was auch unser letzter Platz war von all den schönen Orten in Myanmar!)

Grüße
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GschamsterDiener

« Antwort #6 am: 26. Oktober 2016, 08:48 »
Die Tour in Hpa An fanden wir auch sehr schön, aber die Anfahrt ist sehr anstengend. Ob sich das lohnt, wenn man den ganzen Weg wieder zurück muss nach Yangon?

Man kann ja Hpa An mit dem Besuch von Bagó und Mawlamyaing, dann ergibt das eine gute Runde.

Generell gibt Myanmar photographisch sehr viel her, ist diesbezüglich aber schon ziemlich "abgegriffen". Ich habe von keinem anderen Land so viel "professionelle" Photos gesehen, die findet man überall.

Weniger stark besucht, da schwieriger zu erreichen, ist Mrauk U. Gilt als Alternative zu Bagan, habe ich aber nicht besucht.
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goneforgood

« Antwort #7 am: 26. Oktober 2016, 11:46 »
Danke erstmal für eure zahlreichen Beiträge.

Zum Thema Drohnen findet man einfach nirgendwo ein klares Statement. Das von mir vielbesuchte DSLR-Forum thematisiert Drohnen bewusst gar nicht.

Diese Handwerkszünfte sind ein guter Punkt, sowas finde ich immer toll zu sehen und ist auch vor meinem fotografischen Fokus sehr interessant je nach Setting.

Balloon in Bagan.. da bin ich noch am hadern, finanziell wäre es machbar, aber werde es mir erstmal vom Boden anschauen ;) Die Ballons gibt es mittlerweile auch am Inle See, könnte auch interessant sein aus der Vogelperspektive (wenn ich die Drohne nicht mitnehme zmd :D)

Mrauk U sieht echt cool aus, recherchiere mal etwas zur Route.. wollte mir die 28 Tage nicht zu voll laden und das ist eben schon etwas ab vom Schuss.

Wie gesagt, vielen Dank nochmal. Ich werde euch über meine Pläne auf dem Laufenden halten und - falls es dazu kommt - wie/ob die Einreise mit der Drohne lief :D
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serenity

« Antwort #8 am: 26. Oktober 2016, 11:52 »
Wenn du den Leuten beim Alltag zusehen willst -
Mandalay - fahr zur U Bein Brücke, geh komplett über die Brücke in das kleine Dorf. Dort kommen so gut wie keine Touristen hin, weil ihnen der Weg über die Brücke (ca. 1,5 km) zu lang ist. Setz dich auf dem Rückweg einfach auf eine der kleinen Bänke auf der Brücke und guck den Leuten zu. Die schönste Stimmung ist natürlich kurz vor Sonnenuntergang - aber wenn du so gegen 16:30-17 Uhr hinkommst, hast du beides - die Leute und die Stimmung.
Zweiter Tipp - Uferbereich des Irrawaddy, in der Nähe des Jettys, wo die Boote nach Mingun ablegen - dort kannst du stundenlang den Leuten dabei zusehen, wie sie Boote be- und entladen, Wäsche waschen usw.
Auch wunderschön - die Kuthodaw Pagode (größtes Buch der Welt) am Fuß des Mandalay Hills. Wenig besucht, am schönsten am späten Nachmittag. Kleiner Foodmarket direkt in der Nähe, da wird ab dem späten Nachmittag gekocht und gegrillt.
Inle See - geh auf einen der kleineren Märkte (die finden im 5-Tage-Rythmus rings um den See statt) oder auf den Markt in Nyaungshwe oder Heho. Nicht viele Touristen, weil die überwiegend die gängigen größeren Märkte besuchen. Trotz Touristen unglaublich farbenfroh ist allerdings der Markt in Indein.
Du kannst jedem Bootsführer detailliert sagen, wo du hin willst und was du sehen willst - ich bin bei insgesamt vier Besuchen nur dann in einer Manufaktur gelandet, wenn ich das auch selbst wollt, z.B., weil ich eine handgeschmiedete Schere kaufen wollte (die sind echt scharf und sehr billig!).
Und in der Morgendämmerung über den See fahren, die Einbein-Ruderer aus dem Frühnebel auftauchen sehen .... einfach unglaublich schön (aber auch ziemlich kalt am frühen Morgen - zieh dich warm an!!!)
Ebenfalls schön - einfach mal mit dem Fahrrad in und um Nyaungshwe herum fahren, am Kanal entlang und den Leuten zusehen.
Bagan - lass das mit dem Motorroller oder dem E-Bike und nimm dir stattdessen eine der kleinen Pferdekutschen. Erstens unterstützt du damit auch die kleinen Leute - denn von so einer Kutsche hängen oft ganze Großfamilien ab - und zweitens kennen sich die Kutscher wirklich gut aus.
Bagan ist ziemlich unübersichtlich, in die kleinen Dörfer kommst du normalerweise als Tourist eher nicht - aber so ein Kutscher bringt dich evtl. sogar zu seiner Familie. Man nimmt die Kutsche normalerweise für einen ganzen Tag, zahlt eine Pauschale und wird dann überall dorthin gefahren, wo man hin will oder folgt den Empfehlungen des Kutschers, wenn man nicht genau weiß, was man will.
Die Ballonfahrten sind sicher ganz nett - aber absolut extrem überteuert!
Hpa An - ist eigentlich kein Trekking-Ort, insofern bin ich etwas überrascht, was Pawl da schreibt. Dort gibt es eigentlich nur einen einzigen Berg, den Mount Zwekabin - ok, wer da hoch will, muss sich schon etwas anstrengen - aber ansonsten gibt es da meines Wissens keine Bergvölker.
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goneforgood

« Antwort #9 am: 27. Oktober 2016, 19:07 »
Wenn du den Leuten beim Alltag zusehen willst -

Sehr cool, vielen Dank auch an dich für deinen strukturierten Beitrag. Meine Vorfreude steigt .. :)
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pawl

« Antwort #10 am: 27. Oktober 2016, 21:44 »
Ich korregiere für Trekking waren wir in Hispaw... Hpa An ist natürlich kein Trekking ich korregiere den Text... :_)

Edit:
OK ich kann nicht mehr meinen alten Eintrag editieren.... Also nochmal:

"Trekking in Hispaw ist sehr anstrengend, aber lohnenswert. Nicht umbedingt wegen der Natur, aber die Dörfer in den Bergen sind einfach nur super!"
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Taemaera

« Antwort #11 am: 31. Oktober 2016, 10:43 »
Hallo goneforgood,
Die Gegend um MraukU und um Hpa an haben mir gut gefallen und waren weniger touristisch als z.B. Bagan. 
Allerdings ist die Anreise auch etwas aufwendiger!
Wenn du ne Alternative zum Inle-Lake suchst, dann wäre vielleicht der Indawgyi-See was für dich?? Allerdings auch hierfür längere Anreise nötig! Ich war an keinem der beiden Orte, aber am Inle-Lake waren 98% Prozent der Reisenden, die ich getroffen habe! Ob da noch viel "Ursprünglichkeit" zu finden ist??
Ich wünsche dir auf jeden Fall ne tolle Reise! Und genieße die Herzlichkeit der Menschen dort!
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serenity

« Antwort #12 am: 06. November 2016, 16:34 »
Falls du es nicht selbst bereits gesehen hast - ein wunderbarer Film über Myanmar kam kürzlich auf Arte und ist noch in der Mediathek abrufbar http://www.arte.tv/guide/de/056821-025-A/360-geo-reportage?country=DE.Da bekommst du garantiert einiges an Anregungen für deine Reise - es dreht sich im Grunde nur am Rande um die Zugfahrt, Menschen und Orte nehmen einen wesentlich größeren Raum ein.
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goneforgood

« Antwort #13 am: 08. November 2016, 08:57 »
Falls du es nicht selbst bereits gesehen hast ..


Sehr, sehr cool - hatte ich nicht gesehen / mitbekommen, Abendprogramm für heute steht also :-)
Danke
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Fanki

« Antwort #14 am: 09. November 2016, 10:35 »
Falls du es nicht selbst bereits gesehen hast - ein wunderbarer Film über Myanmar kam kürzlich auf Arte und ist noch in der Mediathek abrufbar http://www.arte.tv/guide/de/056821-025-A/360-geo-reportage?country=DE.Da bekommst du garantiert einiges an Anregungen für deine Reise - es dreht sich im Grunde nur am Rande um die Zugfahrt, Menschen und Orte nehmen einen wesentlich größeren Raum ein.

Vielen Dank für den Link! Wir fliegen am 17.11 nach Myanmar. Als Zugfan finde ich die Doku besonders schön  :)
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