Thema: Anregungen für Reise mit Kleinkindern Winter 2016  (Gelesen 960 mal)

roland-7

« am: 26. August 2016, 02:32 »
Hallo Reisefreunde,
ich würde mir gerne ein paar Anregungen und Ideen für eine anstehende Reise einholen:

Wir (vier) planen mit unserer kleinen Familie dieses Jahr im Rahmen unserer Elternzeit ca. 3 Monate zu reisen. Als Reisezeitraum wäre Mitte November bis Ende Februar möglich. Nun suchen wir das passende Reiseziel außerhalb Europas, da wir insbesondere in Südeuropa  schon viel rumgekommen sind. Wie das mit kleinen Kindern so ist, soll es halbwegs sicher sein und die medizinische Versorgung vor Ort nicht allzu deutlich unter den europäischen Standards liegen.  Gemäßigtes Klima wäre perfekt, ein Wechsel zwischen warm und kalt wäre auch o.k., nur kein bitterkalter Winter  ::)

Mit unserer Tochter (4 Jahre) waren wir in den letzten Jahren per Rucksack in Mexiko, Panama, sowie als PKW-Rundreise in Südeuropa und USA unterwegs. Meist für einen Monat, mit verschiedenen Stationen, aber auch mal 1-2 Wochen an einem Ort. Ich selbst war/bin öfter in Südamerika unterwegs, sprich wir sind denke ich halbwegs reiseerfahren und wissen vom Prinzip her auf was man achten muß. Da unser Sohn dann erst ein halbes Jahr alt sein wird, wünschen wir uns jedoch ein wenig Infrastruktur.

Momentan kommen bei unseren ganzen Ausschlusskriterien am ehesten der Süden der USA oder Neuseeland in Frage. Wobei ich mir bei letzterem wegen der langen Anreise mit den kleinen zumindest unsicher bin. Gleiches gilt wohl für Chile und Argentinien, welche ich aus meiner persönlichen Erfahrung mit Kindern als gut zu bereisen empfehlen würde.
Vielleicht ist hier jemand, der/die über entsprechende Erfahrungen verfügt und noch die eine oder andere Alternative kennt?

Wie gesagt wir sind für alles offen, für (fast) jeden Spaß zu haben und freuen uns über Anregungen  :D
Grüße
Roland & Vanessa mit Lotte & Otto
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jukian (ejurgal)

« Antwort #1 am: 26. August 2016, 11:22 »
Ich nehme an, Südaustralien wäre euch zu warm? Ansonsten wäre auch eine Tour durch Südaustralien und Tasmanien empfehlenswert... Die Infrastruktur ist gut und in Tasmanien ist das Wetter im Hochsommer angenehm warm und gemäßigt. In Südaustralien kann es natürlich schon recht heiß werden im Sommer, aber auch im Sommer haben wir Abends oft Pullover getragen im südlichen South und Western Australia.

Neuseeland ist natürlich auch ganz hervorragend. Und wenn ihr mit Air New Zealand fliegt, könnt ihr auch mehrere kurze Flüge unternehmen. Zum Beispiel fliegt Air New Zealand die Route Auckland - Rarotonga, Cook Islands - Los Angeles - London.
Also ein 1-wöchiger Zwischenstopp auf Rarotonga und ein Wochenende in LA lassen so eine große Distanz doch viel kurzweiliger erscheinen. :)


Hier ist noch eine Klimatabelle zu Tasmanien:
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Vombatus

« Antwort #2 am: 26. August 2016, 11:56 »
Puh ... finde auch, OZ und die ganzen langen Flüge + Kosten für eine Familie sind schon recht krass oder?

In Südamerika müsst ihr ja nicht sofort ganz in den Süden fliegen, nach Brasilien (Fortaleza) gibt es preiswerte Flüge und im Hinterland + Küste (Salvador etc. Richtung Sao Paulo oder weiter) gibt es unterschiedliche Natur und Klimaverhältnisse. Zudem sind alle sehr kinderlieb.

In SOA ist die Luftfeuchtigkeit halt recht hoch, wenn ihr aber eher im Norden (höher) unterwegs seid. Thailand / Malaysia / Laos /Vietnam gibt es auch angenehmere Klimazonen. Und generell ist es preiswert.

Die richtig gute medizinische Versorgung ist natürlich nur in großen Städten (Thailand/Malaysia) gegeben. In Laos überall relativ schwach.

Was ist mit Südafrika/Namibia ... Rundreise?
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jukian (ejurgal)

« Antwort #3 am: 26. August 2016, 13:12 »
Ja, das stimm. Die Kosten sind in meine Überlegungen nicht so richtig mit eingeflossen.
Ich kenne mich damit gar nicht aus, aber wie sieht es mit Mexiko aus? Oder eine Kombi aus Mexiko und den USA?
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traveldey

« Antwort #4 am: 26. August 2016, 15:49 »
Mir faellt (ausser da wo gerade massiv gebombt wird, vielleicht einigen Orte in Indien wegen der hygienischen Verhaeltnisse, dem tropischen Tiefland wegen der Stechmuecken und langen Roadtrips in Laendern mit Sicherheitsdefizieten im Strassenverkehr) eigentlich kein Ort ein, der mit Babies und Kleinkindern nicht bereist werden koennte oder sollte. Vielleicht noch brasilianische oder vergleichbare Favelas, bzw. davon unsicher gemachte Stadtteile.
Nach meiner Erfahrung mit Kindern und persoenlichen Auffassung sind Staedte sowieso nicht so toll geeignet fuer Kinder. Gut, das eine oder andere Kind liebt vielleicht das eine oder andere gemalte Bild oder Skulptur in einer Kunstausstellung; Huepfburgen aus Gummiboot-Material in diversen Shopping-Malls sind klasse; und auch ein Besuch im Zoo oder Gross-Aquarium ist ganz toll, jedenfalls solange die Kinder sich nicht darueber bewusst werden dass die Tiere ja eingesperrt sind.
Aber  ein um 1890 geborener US-Amerikanischer Forstwissenschaftler hat einmal - wohl im Zusammenhang mit der Fertigstellung von Hoover-Dam und Powell-Stausee - sinngemaess gesagt: 'Ich bin froh dass ich alt bin, denn ich moechte nicht jung sein muessen in einer Welt in der es keine unberuehrte Wildnis mehr gibt!'

Ich fand so ein ganz kleines Baby sogar noch einfacher auf Reisen als eins was schon krabbelt bzw. laeuft, bei letzteren muss man ganz erheblich mehr aufpassen.
Richtig anstrengend wird es erst, wenn beide laufen, und das Grosse dem Kleineren alles zeigen will was es schon kennt bzw. wofuer es sich schon interessiert.  Das ist aber bei Euch dieses Mal noch nicht einschlaegig.

Ich empfehle den Norden Suedamerikas/Mittelamerika; Peru, Ekuador, Kolumbien; Panama, Costa Rica, Guatemala, Suedmexiko. Fliegst 8 bis max. zwoelf Stunden, genau die Zeit die Kinder sowieso im Bett liegen, mit guenstigen Flugzeiten merken sie den Jetlag nicht einmal.
Das Tropisches Klima mit gemaessigten Hoehenlagen (1000 bis 2500m ueber NN  moeglichst nahe am Aequator) ist glaube ich fuer Euch das Beste: der Tagesrhythmus ist so gleichmaesig: 6 Uhr frueh Sonne auf, Tageslauf, 6 Uhr abends Nachteinbruch. Wenn man den Tag mit ausreichend Aktivitaeten fuellt sodass man abends gesund muede ist und nicht das Schlafzimmer mit Computer- oder Fernsehbildschirmen erhellt, ist das fuer den menschlichen Biothythmus und besonders fuer Kinder ein grosser Segen: keine Heizungsluft, fast kein kuenstliches Licht, keine Klimaanlagen, keine taghellen Stunden am spaeten Abend, keine Mitternachtstimmung am mittleren Morgen.  Mit dem Abebben des Vogelgezwitschers einschlafen und mit den Huehnern aufwachen. Wetter tagsueber bewoelkt bis sonnig mit Tagestiefstwerten um 22, Tagesheochstwerten um 35 Grad, nachts minimum 12, normal 15-18 Grad, mit Baumwoll-Laken und Wolldecke. Meist heiter bis bewoelkt, kein Sonnenbrand, mit Kopfschutz sind auch mittelllange Sonneneinstrahlungen gut ueberstehbar, auch fuer die Kleinen.  Es ist absolut herrlich, so wie Spanien im Mai oder September, aber das ganze Jahr, so auch November bis Februar.
Unberuehrte Wildnis gibt es zwar auch dort nicht mehr viel, aber man ist naeher dran als anderswo.






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roland-7

« Antwort #5 am: 30. August 2016, 12:58 »
Hallo,
erstmal vielen Dank für die Tipps und ausführlichen Texte!

Tasmanien klingt interessant, da werde ich mich mal informieren. Würde mit meinem persönlichen Favoriten Neuseeland auch als Kombi noch passen. Allerdings hatte ich ja schon geschrieben, dass wir, bzw. eher meine Partnerin mit den langen Flügen Bedenken haben, da die Kleinen doch beschäftigt werden wollen. Nachtflüge sind zwar gut, aber ich habe es auch schon erlebt, dass meine Tochter nachts den halben Flieger unterhalten hat weil das Licht um elf nochmal anging und sie dachte es sei Morgen :)

Kosten spielen natürlich auch eine entscheidende Rolle, aber ich sehe es momentan so, dass ich "nur" für 3 Personen zahlen muß und der kleine noch (fast) umsonst reisen kann. Bei den meisten Unterkünften wurde bisher auch nie ein Aufschlag wegen der Kinder erhoben.

Die Kombination Mexiko / USA hatte ich auch schon im Kopf. Wobei ich für die USA ein Mietwagen nehmen würde, der wahrscheinlich nicht nach Mexiko fahren darf. Ich muß aber zugeben, dass ich mich hier noch nicht so tiefgehend informiert habe. Ist der komplette Süden der USA (entlang der Grenze zu Mexiko) gut zu bereisen, oder muß im Jan./Feb. irgendwo mit Schnee gerechnet werden?

Südafrika  bzw. generell Afrika ist für mich noch ein unbeschriebenes Blatt. Madagaskar hat mir ein Bekannter vorgeschlagen. Hat jemand da ein paar Infos für unsere Konstellation? Also auch für andere afrikanische Staaten.

Südamerika ist "mein Kontinent". Bin auch am überlegen wieder rüberzufliegen, da mir Mentalität und Sprache am meisten zusagt. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass die gesundheitliche Versorgung in einigen Regionen doch recht dürftig ist. Ich durfte mal in einem Hospital im Norden Perus "zu Gast sein", war eine interessante Zeitreise aber empfehlen würde ich es weder für jung noch alt. In Lima dagegen waren die Ärzte und Kliniken top.

Als Alternative zum Fliegen haben ich mich bei den Kreuzfahrtlinien umgesehen und eine 19-tägige Reise von Italien, über Spanien, Marokko, Kanaren nach Brasilien (5 Stopps entlang der Küste) gefunden. Für sage und schreibe 350,-€ pro Person, inkl. Trinkgelder für uns 4 dann ca. 2200,- €. Dachte mir dann der Gabelflug (Frankfurt-Genua / Sao Paulo-Frankfurt) wird wahrscheinlich extrem teuer, aber den gibt es für 294,- € p.P. bei einer Reisezeit von Mitte Nov. - Mitte Febr. Die Suchmaschienen teilen halt immer durch 4, also Gesamt 1200,- €. Rein von den Flügen hatte ich ca. 2000,- € veranschlagt. So hätte man 3 Wochen Unterkunft und Verpflegung für 73,- € am Tag, oder besser 18,- € pro Person. So günstig habe ich bisher nur in Bolivien gelebt  :D Allerdings auf anderem Niveau... Allgemein bin ich als überzeugter Rucksackreisender vom Kreuzfahrttourismus nicht so begeistert, aber der Zweck (Transportmittel) heiligt dann doch die Mittel. Hab mir gedacht die Info ist für andere Eltern vielleicht auch interessant, die auf diesen Beitrag stoßen, daher habe ich es erwähnt.

Wer noch weitere Anregungen hat, immer her damit  8)
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