Thema: BIWAK im Regenwald im Freien  (Gelesen 1196 mal)

traveldey

« am: 06. März 2016, 18:20 »
Mich interessiert folgendes Thema: welche Erfahrungen habt Ihr weltweit in tropischem Klima mit Uebernachtungen unter freiem Himmel gemacht?
Also entweder einfach auf dem Boden, oder in der Haengematte unter freiem Himmel oder mit selbsgemachtem Survival-Blaetterdach, oder von mir aus auch noch in einem 1 odeer 2-Mann-Zelt, aber wirklich mitten in der Wildnis, ohne Campingplatz, ohne Sanitaeranlagen, ohne Berghuette. Weit ab von jeder Strasse. Mitten im tropischen Wald, kann im heissen  tropischen Flachland oder in den kuehleren, hoeher gelegenen Berg-, Regen- oder Nebelwaeldern der Tropen gewsesen sein, in Asien, Afrika oder Mittel- bzw- Suedamerika.
 
Ich habe z.B. im Zelt und ein paar Mal in Gruppe (mit Nachtwache und Lagerfeuer) sogar einfach nur im Schlafsack unter freiem Himmel uebernachtet (Nordamerika, Autralien, Europa, Nordafrika). Auch in Mittel- und Suedamerika in abgelegenen, einfachen Huetten; zweimal sogar in Haengematte auf wellblechueberdachten Terrassen.

Aber mich wirklich alleine mit Fahrtenmesser und Taschenlampe, mit Hund oder auch mit ein, zwei Begleitern  im tropischen Regenwald einfach ins Laub packen oder zwischen zwei Baeumen in einem Regenwaldstueck eine Haengematte aufspannen und da einfach abends schlafen gehen - das habe ich mich noch nicht getraut, wuerde das gerne mal machen, aber fuerchte mich etwas.
Hat das jemand von Euch schon mal gemacht, und wie war das? Andere Tiere? Z.B. Nachtjaeger wie Schlangen, Skorpione, Taranteln, Raubkatzen, Fledermaeuse? Sieht man tagaktive Tiere schlafen? Z.B. Affen, Voegel? Feucht? Kalt? Geraeusche? Insekten/Muecken/Ameisen? Abfallende Aeste oder Laub? Mikroklima im Regenwald zu den verschiedenen Uhrzeiten? Ist es eher still und einsam, oder laut (Grillenzirpen, dauerndes Knacken im Gebuesch, evtl. fremde Leute, etc.)? War die Erfahrung angenehm und beruhigend oder doch eher so dass man sagt: nein danke, nicht noch mal?
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Vombatus

« Antwort #1 am: 06. März 2016, 18:57 »
Habe bis jetzt nur im Rahmen von Trekkingtouren unter freien Himmel geschlafen. Jeweils in einem Nationalpark, nicht so irgendwo in der Wildnis.

Wasser gab es nur aus kleinen Quellen, waschen im Fluss, Toilette irgendwo, das "Geschäft" und selbst Zahnpasterwasser musste man vergraben.

In Brasilien "Chapada da Diamantina" drei Nächte mit Schlafsack auf dünner Isomatte auf einem großen Felsen am Fluss. Tolles Erlebnis, Sternenhimmel, Natur- und Tiergeräusche, Fledermäuse, …. Am zweiten Tag, wieder neben einem Fluss übernachtet, als es anfing zu regnen unter einen kleinen Felsvorsprung gelegt, gleich neben einer Ameisenstraße. Am dritten Tag wegen Regen in eine Höhle, da war alles drin was fleucht und kräucht. Fand ich schon grenzwertig, weil man mitten drin lag. Spinnen, Käfer, Mücken, Fliegen, Asseln …

Der Proviant musste immer gut geschützt sein und an Bäumen hängen wegen den Mäusen und Ratten.

In Sumatra (Bukit Lawang) eine Nacht im Freien übernachtet, wobei es auch anfing zu regnen, dann musste sich die ganze Gruppe (inkl. Guide 7 Leute) unter einer Plane drängen. An Schlaf war nicht zu denken, unglaublicher tropischer Regen, sehr viel, sehr laut, Donner und Blitz.

Im Regenwald regnet es nunmal. Darauf sollte man gefasst sein und einen halbwegs trockenen Plan B haben.

Wichtig war trockene Kleidung zum wechseln, weil man halt schon am Tag alles durchschwitzte und man in den Sachen nicht schlafen wollte. Anti-Mückenspray benützen. Am nächsten Morgen aufpassen was ggf. in den Schuhen ist.

Ansonsten habe ich in den Subtropen und Pantanal auch halboffen übernachtet. Es waren immer Geräusche zu hören, teils recht laut. Einmal kam mitten in der Nacht, stockfinster bis auf den Sternenhimmel, ein riesen Viech in den Verschlag, bin erschrocken wie Sau, dann war es aber nur der Hund vom Camp.

Tiere von Fröschen, Schlangen, Ratten, Mäuse, Gekos und Eidechsen bis hin zu einem giftigen Tausendfüsser und handgroßen Spinnen hatte ich auch schon alles in meinen Hütten. Und wer weiß, was dort war und ich nicht bemerkt habe? Möchte das auch gar nicht wissen. Könnte mir vorstellen, dass Hütten und Höhlen mehr Tiere anziehen als eine Hängematte im freien, über diese eine Plane gespannt ist?

Hier im Forum, bzw. einem Blog las ich von einer Übernachtung im peruanischen Regenwald mit unendlich vielen Schaben, wohin man auch trat. Vielleicht finde ich den Bericht noch, werde ihn dann anfügen. EDIT: frag mal "tanileha". Leider ist ihr Blog offline.
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traveldey

« Antwort #2 am: 06. März 2016, 19:45 »
Klasse, Vombatus. Danke schon mal fuer die Antwort.
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traveldey

« Antwort #3 am: 08. März 2016, 01:56 »
...was aber nicht heisst dass ich nicht noch gerne weitere Kommentare und Erfahrungen lesen wuerde...
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