Thema: Zwei Wochen Ghana - ohne Mietwagen?  (Gelesen 1899 mal)

Ovian

« am: 01. März 2016, 09:27 »
Hallo, ich würde gerne im August und September (27.08 bis ca. 10.09) nach Ghana. Wir wollten anfangs dort einen Mietwagen nehmen, sind aber etwas recherieren auf die Idee gekommen es sein zu lassen und mit Bussen/ Trotros durch Ghana zu reisen um dort einfach verbundener mit den Menschen zu sein.

Es gibt leider keine Direktflüge von Deutschland nach Ghana, deshalb nehmen wir die Flugroute Frankfurt Main - Istanbul - Accra
für 530€ Hin- und Rückflug (12 Stunden dauer.. aber es ist auszuhalten)

War einer schon einmal in Ghana und weiß ob es möglich ist mit dem Öffentlichen durch Ghana zu reisen in 2 Wochen?
Unsere Route bis jetzt:

Ankunft Accra (ca. 2 Tage) und mit dem Bus/ Trotro oder was auch immer Richtung Cape Coast
Cape Coast (3-4 Tage) -> Monkey Forest Animal Sanctuary und Kakum (Canopy Walk) und die Sklavenburg besuchen
Wenn möglich weiter bis Mole und dort den Nationalpark ansehen (dafür bräuchte man wohl Mietwagen, weil es ein Stück ist.. oder was meint ihr)?  Von da an haben wir noch nicht weiter geplant

Edit: Was würdet ihr schätzen was so eine Reise kostet? Also Aktivitäten standen im Internet bei ca. 30 Cedi, das sind ja 15€ p. P. also eigentlich nicht viel. Ich schätze Ghana relativ günstig ein (nicht so günstig wie Thailand und nicht so teuer wie Australien..)
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Binarina

« Antwort #1 am: 18. März 2016, 11:04 »
Hi,

die 12 Stunden Flugzeit könnt ihr schon mal als Eingewöhnung für Ghana sehen. Denn in Ghana lebt man nach keiner Uhr. Hier gilt wirklich „komm ich heute nicht, komm ich morgen“.
Ich war schon zwei Mal in Ghana (4 Monate + 1Monat).
Ich persönlich würde euch von einem Mietwagen abraten. Man kommt überall sehr gut mit den TroTros  hin. Es gibt auch richtige Reisebusse, die dann klimatisiert sind. Kosten dann entsprechend mehr.
Sharing Taxis sind auch recht beliebt.

Habt ihr für Accra schon ein Hotel? Bzw. wisst ihr schon in welchen Stadtteil ihr möchtet?

Zwei Wochen sind knapp. Ich würde euch raten, über Cape Coast weiter in den Westen zu reisen. Haltet euch nicht zu lange in Cape Coast auf, denn umso westlicher ihr fahrt, umso schöner wird es!
Kakum und Elmina würde ich in Cape Coast aber schon mitnehmen. Ich würde sagen zwei Tage genügen dafür.

An der Küsten Richtung Westen kann ich folgendes empfehlen:
Busua – ist ein kleiner Ort, wo sich viele Backpacker treffen. Wenn ihr einen Surfkurs machen möchtet, seid ihr hier an der richtigen Adresse. Mr. Bright’s Surfschule ist super!
Butre – Fußweg ca. 2-3 Stunden von Busua, am Strand entlang laufen, über einen Berg, kann man nicht übersehen. Toller Strand, nette Menschen.
Cape 3 Points – Wir waren mehrmals in dieser Lodge: http://www.escape3points.com/de/home/ Man übernachtet hier in Bambushütten. Das Personal ist sehr gut. Man trifft tolle Menschen und es ist einfach super dort.
Zudem kann man einen Ausflug zum Leuchtturm machen, auf den man auch hinauf kann. Man hat einen super Ausblick und vielleicht kann man auch Wale entdecken :)
MieMia – mein absoluter Favorit wenn es um Strände in Ghana geht. Wir waren in dieser Lodge http://www.kedaslodge.com/en/arrival_and_onward_journey.html. Die Strandhäuser sind unmittelbar am Strand.
Das kleine Fischerdorf MieMia ist einfach super. Die Menschen dort wahnsinnig toll und herzlich.
Beyin – liegt ca. 40 km von der Elfenbeinküste weg. Der Ort an sich hat nichts zu bieten, aber die Tour ins Stelzendorf Nzulenzu lohnt sich absolut.

Wie gesagt, 2 Wochen sind knapp, weil gerade im Westen, die Straßen nicht ausgebaut sind. Es gibt zwar eine große Straße, die ausgebaut ist, aber um in die Küstendörfer zu kommen, kann es teilweise Stunden dauern.
So haben wir z.B. für einen Weg an der Küste von ca. 6 km Luftlinie, 6 Stunden gebraucht. Aber „there is no hurry in life” ;)

Auch die Fahrt in den Norden dauert Stunden. Meist ist das eine Nachtfahrt. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man schon ca. 5-6 Tage im Norden einplanen muss. Einfach weil die Wege weit sind und man dann nicht immer so weg kommt, wie man sich das vorstellt.
Die TroTros fahren auch immer erst los, wenn sie voll sind und das kann, je nach Zielort, auch mal 4-6 Stunden dauern. Für unsere Nordentour haben wir damals ca. 3 Wochen gebraucht.

Von der Küste aus könntet ihr über Kumasi in den Norden (Tamale) fahren. Wir sind damals nach Bolgatanga gefahren, aber das würde ich euch aus Zeitgründen nicht empfehlen.
Fahrt auf jeden Fall in den Mole Park um Elefanten zu sehen (hier reichen auch 1-2 Übernachtungen). Seid schon mal vorgewarnt… Vormittags tauchen plötzlich Paviane auf um euch zu ärgern.  :D
Von Tamale kommt man auch mit den TroTros überall gut hin. Wenn ihr schon im Norden seid, dann könntet ihr noch zu den Hippos nach Wechiau http://www.ghanahippos.com/.

Falls ihr in den Osten des Landes möchtet, kann ich euch den Wli Wasserfall empfehlen. Wenn ihr direkt am Wasser zelten wollt, fragt im Office nach Francis. Ist ein Abenteuer!
Nicht weit vom Wli Wasserfall gibt es in Tafi Atome eine Monkey Sanctuary. Hier kommen die Affen direkt auf deinen Arm und essen dir die Banane aus der Hand.

30 Cedi sind keine 15 €, sondern ca. 7 €.
2014 lag der Kurs noch bei ca. 3,2. Als wir jetzt im Januar dort waren schon bei 4,1. Aktuell 4,3.
 Vor zwei Jahren ist man mit ca. 300 - 400€ im Monat gut klar gekommen. Jetzt würde ich eher 500 € sagen. Das hängt aber natürlich immer davon ab, wie man reist und wo man schläft.
Wir haben es uns schon immer gut gehen lassen, gerade beim Essen.

Falls du noch Fragen hast, immer her damit  8)
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Binarina

« Antwort #2 am: 18. März 2016, 11:07 »
Ach und noch was...
Im August / September ist in Ghana Regenzeit.
Wenn die Regenfälle recht stark sind, sind viele Straßen nicht befahrbar.
Ich habe auch gehört, dass der Mole teilweise gesperrt ist.

Informiert euch da vielleicht, bevor ihr in den Norden fahrt.

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Kronenkranich

« Antwort #3 am: 18. Juli 2016, 17:31 »
Ich würde auch vom eigenen Auto abraten. Mit den TroTros und Bussen ist es sehr leicht, irgendwo hin zu kommen (sofern man etwas Geduld mitbringt..) und selbst auf den Straßen zu fahren, halte ich aufgrund von diversen Schlaglöchern und einer etwas anderen Fahrweise dort eher für gefährlich.

Außerdem stimme ich Binarina zu: 2 Wochen sind schon sehr kurz, um das gesamte Land zu sehen. Ich würde euch auch eher raten, an der Küste zu bleiben, an der man gut 2 Wochen verbringen kann. Wir sind zwar, als wir da waren, auch in 24 Stunden am Stück vom Mole Nationalpark bis Cape Coast gefahren, aber das ist ganz schön anstrengend und würde ich nicht empfehlen. Die Tipps von Binarina sind alle sehr gut und reichen meiner Meinung nach für zwei Wochen auch aus.

Ansonsten wünsche ich dir viel Spaß in diesem schönen Land! :)
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Binarina

« Antwort #4 am: 04. Oktober 2016, 11:35 »
Ovian, wie war es denn?
Erzähl mal :)
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