Thema: Mal wieder Auslandskrankenversicherung  (Gelesen 2347 mal)

Eumel

« am: 19. Januar 2015, 15:36 »
Hallo Forum,

ich habe jetzt das Forum schon durchwühlt und auch andere Internetseiten bemüht, allerdings bin ich nicht zu einer befriedigenden Antwort gekommen.

Ich suche eine Auslandskrankenversicherung für 12 Monate reisen (soweit - so bekannt). Mein Plan ist jedoch "nur" mit einem Touristenvisum durch die USA zu reisen (also Ausreise in weniger als 90 Tagen - eher Tendenziell nach 30-40 Tagen).

Nachdem ich ein paar verschiedene Angebote verglichen habe, ist mir aufgefallen wie schwer es überhaupt ist eine Versicherung für ein komplettes Jahr im Ausland zu finden (ADAC bietet sowas für 517,50€ an; STA für 58€ pro Monat; AOK ist begrenzt auf 45 Tage; Barmer ist begrenzt auf 42 Tage; HanseMerkur 4,50€ pro Tag).

Die Aufstellung von HanseMerkur fand ich recht interessant: Ohne USA 1,90€ pro Tag; Mit USA 4,50€ pro Tag
(Quelle: https://secure.hmrv.de/rda-web/servlet/DokumentAdapter?dokumentTyp=PUE&folderIdGroup=257873/DLFE-55528.pdf,242113/DLFE-50202.pdf)

Das macht einen saftigen Unterschied (bei 365 Tagen)[HanseMerkur]: Ohne USA 693,50€; Mit USA 1642,5€
Auch beim Premiumangebot von STA sind das (bei 12 Monaten)[STA Premium]: Ohne USA 480€; Mit USA 696€
Für die Basis wirds sogar noch günstiger (bei 12 Monaten)[STA Basis]: Ohne USA 372€; Mit USA 552€

Nach all der Verwirrung hier meine Fragen:
  • Ich habe den Artikel von karoshi gelesen, dass man mindestens einen dreistelligen Betrag für die Versicherung ausgeben muss und die Krux im Kleingedruckten liegt. Bei der STA (was auch immerhin zwischen 696€ und 552€ liegt) verstehe ich die Sinnhaftigkeit zwischen Premium und Basis nicht ganz (bis auf die 100€ Selbstanteil). Könnt ihr mir da helfen?
  • Ist es prinzipiell möglich eine Versicherung aufzuspalten? Sprich: Ich versichere 40 Tage/2 Monate max. USA und 325 Tage/10 Monate "Rest der Welt"?
  • Rentiert es sich den Stiftung Warentest Artikel zu kaufen und die Versicherungen dort mal zu vergleichen? Vor allem da der Artikel von 2013 ist... (hier: https://www.test.de/Auslandsreise-Krankenversicherung-Gute-Policen-fuer-lange-Reisen-4589823-0/ )

Tendenziell spricht alles für den ADAC. Vielleicht kann jemand noch was dazu sagen (Erfahrungen, Stolperfallen, ect.)?
Schon mal vielen Dank im Vorraus. Und ich hoffe ich habe nicht Themen übersehen, die mir ohnehin schon weitergeholfen hätten.

Viele Grüße
euer Eumel
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karoshi

« Antwort #1 am: 19. Januar 2015, 17:08 »
Ich suche eine Auslandskrankenversicherung für 12 Monate reisen (soweit - so bekannt). Mein Plan ist jedoch "nur" mit einem Touristenvisum durch die USA zu reisen (also Ausreise in weniger als 90 Tagen - eher Tendenziell nach 30-40 Tagen).
Willst Du die USA am Ende besuchen oder am Anfang? Am Ende wäre wohl günstiger, s.u.


Nachdem ich ein paar verschiedene Angebote verglichen habe, ist mir aufgefallen wie schwer es überhaupt ist eine Versicherung für ein komplettes Jahr im Ausland zu finden (ADAC bietet sowas für 517,50€ an; STA für 58€ pro Monat; AOK ist begrenzt auf 45 Tage; Barmer ist begrenzt auf 42 Tage; HanseMerkur 4,50€ pro Tag).
So schwer ist es nun auch wieder nicht:
http://weltreise-info.de/versicherungen/auslandskrankenversicherung.html


Die Aufstellung von HanseMerkur fand ich recht interessant: Ohne USA 1,90€ pro Tag; Mit USA 4,50€ pro Tag
Was ist das denn für ein Tarif? Die Langzeit-Auslandskrankenversicherung der HanseMerkur (bis 365 Tage) kostet aktuell immer noch 1,15€ bzw. 3,10€ pro Tag.


Ist es prinzipiell möglich eine Versicherung aufzuspalten? Sprich: Ich versichere 40 Tage/2 Monate max. USA und 325 Tage/10 Monate "Rest der Welt"?
Care Concept macht so etwas im Tarif "Care Global". Da kann man einen Vertrag an einen beliebigen anderen anschließen (der auch bei Fremdanbietern sein darf). Für den Anschlussvertrag zahlt man eine etwas höhere Prämie als für einen Erstvertrag. Aber wenn man z.B. nur am Ende 40 Tage in den USA ist, kann man vorher einen Vertrag ohne USA für 325 Tage abschließen und dann für den Rest der Zeit die Variante mit USA nehmen. Das lohnt sich vor allem, wenn der zweite Vertrag relativ kurz läuft, weil man dann nicht so lange den Aufschlag zahlen muss.


Tendenziell spricht alles für den ADAC. Vielleicht kann jemand noch was dazu sagen (Erfahrungen, Stolperfallen, ect.)?
Die ADAC-Versicherung ist im Prinzip gut, kann aber durch die Selbstbeteiligung schnell teurer werden als die anderen, wenn Du mehrmals wegen kleineren Sachen zum Arzt musst.

LG, Karoshi
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Eumel

« Antwort #2 am: 20. Januar 2015, 08:23 »
Hi karoshi,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Willst Du die USA am Ende besuchen oder am Anfang? Am Ende wäre wohl günstiger, s.u.
Blöderweise ist die USA gleich am Anfang geplant. Also wirklich die ersten 40 Tage meiner Reise sollen durch die USA gehen (Ausnahme mit ein paar Tagen Island vorher).

So schwer ist es nun auch wieder nicht:
http://weltreise-info.de/versicherungen/auslandskrankenversicherung.html
:o Kann es sein, dass du die Seite im letzten Jahr überarbeitet hast. Ich hab vor einem Jahr alles durchgelesen, aber die Seite hatte ich gerade nicht auf dem Schirm  ::) Danke für den Link!

Was ist das denn für ein Tarif? Die Langzeit-Auslandskrankenversicherung der HanseMerkur (bis 365 Tage) kostet aktuell immer noch 1,15€ bzw. 3,10€ pro Tag.
Ich frage mich auch was ich da gestern gefunden habe. Aber die Preise sind hier natürlich deutlich besser.


Care Concept macht so etwas im Tarif "Care Global". Da kann man einen Vertrag an einen beliebigen anderen anschließen (der auch bei Fremdanbietern sein darf). Für den Anschlussvertrag zahlt man eine etwas höhere Prämie als für einen Erstvertrag. Aber wenn man z.B. nur am Ende 40 Tage in den USA ist, kann man vorher einen Vertrag ohne USA für 325 Tage abschließen und dann für den Rest der Zeit die Variante mit USA nehmen. Das lohnt sich vor allem, wenn der zweite Vertrag relativ kurz läuft, weil man dann nicht so lange den Aufschlag zahlen muss.
Hmm, aber da die USA ja am Anfang stehen ist das wohl auch keine Alternative. Ich hab jetzt auch mal geschaut wie es ausschaut wenn ich die kompletten 12 Monate dort versichere: 636€ für 12 Monate und 150€ Selbstbeteiligung. Damit sind sie teurer als der ADAC.


Die ADAC-Versicherung ist im Prinzip gut, kann aber durch die Selbstbeteiligung schnell teurer werden als die anderen, wenn Du mehrmals wegen kleineren Sachen zum Arzt musst.
Da ich schon hier in Deutschland eher selten zum Arzt gehe und in dem halben Jahr in England garnicht beim Arzt war, werde ich mich wohl am Ende doch für den ADAC entscheiden.

Insgesamt aber schon schade dass die Versicherung so teuer ist. Was ich wohl alles mit dem Geld anstellen könnte *träum*  ::)

Vielen Dank und viele Grüße
Eumel
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serenity

« Antwort #3 am: 20. Januar 2015, 11:11 »
Insgesamt aber schon schade dass die Versicherung so teuer ist. Was ich wohl alles mit dem Geld anstellen könnte *träum*  ::)
Also ehrlich - ich versteh dich wirklich nicht! Beim ADAC sind das noch nicht mal 50€/Monat - in Deutschland müsstest du für das, was die Auslands KV abdeckt (da bist du immerhin in allen Ländern Privatpatient!) das Vielfache zahlen!!! Nicht mal die studentische KV kriegst du für das Geld. Und der Rücktransport nach Deutschland ist in den meisten Fällen auch mit abgesichert, außerdem Bergungskosten und Beratung übers Telefon usw.

Da kannst du lange suchen, bevor du in Deutschland so einen Tarif findest!

Bei Test der Stiftung Warentest hat der ADAC übrigens gut abgeschnitten - nur die 50€ Selbstbeteiligung je Schadensfall wurden kritisiert. Bei richtig schweren Unfällen/Krankheiten ist der ADAC aber recht zuverlässig.

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karoshi

« Antwort #4 am: 20. Januar 2015, 14:15 »
Hmm, aber da die USA ja am Anfang stehen ist das wohl auch keine Alternative. Ich hab jetzt auch mal geschaut wie es ausschaut wenn ich die kompletten 12 Monate dort versichere: 636€ für 12 Monate und 150€ Selbstbeteiligung. Damit sind sie teurer als der ADAC.

Ich sehe auch gerade, dass der Anschlussvertrag für maximal 6 Monate abgeschlossen werden kann. Du brauchst aber mehr, wenn Du in Richtung Westen reist. Insofern ist das für Dich keine Option. Das mit der Selbstbeteiligung sehe ich aber nicht, die fällt doch im Comfort-Tarif gar nicht an. (Und der Basic-Tarif ist generell mit Vorsicht zu genießen wegen der begrenzten Nachhaftung.)
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Eumel

« Antwort #5 am: 21. Januar 2015, 13:18 »
Also ehrlich - ich versteh dich wirklich nicht! Beim ADAC sind das noch nicht mal 50€/Monat - in Deutschland müsstest du für das, was die Auslands KV abdeckt (da bist du immerhin in allen Ländern Privatpatient!) das Vielfache zahlen!!! Nicht mal die studentische KV kriegst du für das Geld. Und der Rücktransport nach Deutschland ist in den meisten Fällen auch mit abgesichert, außerdem Bergungskosten und Beratung übers Telefon usw.

Da kannst du lange suchen, bevor du in Deutschland so einen Tarif findest!

Ja, du hast durchaus recht. Und ich will auch garnicht abstreiten dass das ganze seine paar Hundert Euro Wert ist. Dennoch darf man doch trotzdem mal etwas träumen was man mit den 500+€ so alles anstellen könnte.

Ich für meinen Teil spare seit langer Zeit soviel es möglich ist und verzichte auf viele Sachen die ich früher immer gemacht habe. Deswegen sind 500€ sehr, sehr viel Geld, die ich auf der Reise doch durchaus nutzen könnte... Mehr wollte ich auch garnicht sagen.

Ich sehe auch gerade, dass der Anschlussvertrag für maximal 6 Monate abgeschlossen werden kann. Du brauchst aber mehr, wenn Du in Richtung Westen reist. Insofern ist das für Dich keine Option. Das mit der Selbstbeteiligung sehe ich aber nicht, die fällt doch im Comfort-Tarif gar nicht an. (Und der Basic-Tarif ist generell mit Vorsicht zu genießen wegen der begrenzten Nachhaftung.)

Danke karoshi dass du dir die Arbeit machst! :D
Ich werde morgen mal direkt zum ADAC gehen...
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Josa

« Antwort #6 am: 14. März 2015, 06:16 »
Hi Eumel,

vielleicht inzwischen zu spät, aber unserer Erfahrung nach immer auch mal zuerst bei der eignen KV in D nachfragen. Wir sind bei der TK, und die bieten mit ihrem Envivas die günstigsten Konditionen für eigene Mitglieder an. Hier gibt es auch die Option mit/ohne USA und Kanada.
Vorteil meiner Ansicht: 24/7 Hotline mit Ärzten in Deutschland, die alles für dich regeln, sollte es zum Notfall kommen und telefonisch bereits den Rücktransport bzw. die Behandlungskosten mit den hiesigen Ärzten klären. Zudem dürfte eine spätere Kostenübernahme leichter sein sowie eine Wiederaufnahme in die dt. KV bei krankheitsbedingter Rückkehr.

Viel Spaß auf jeden Fall bei der Reise!
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SummerJune

« Antwort #7 am: 14. März 2015, 12:04 »
Hi,

vielleicht noch eine Interessante Info über Hanse Merkur:
Auch wenn man den Tarif ohne USA/Kanada gewählt hat, kann man trotzdem bis zu 14 Tage in die USA einreisen.
Der Typ mit dem ich gesprochen habe, hat für die Info extra in der Hauptzentrale angerufen. Er wusste nämlich selbst nicht, ob man so (ohne den Extra Versicherungsschutz) überhaupt in die USA einreisen darf.

SummerJune
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OutAndAbout

« Antwort #8 am: 22. März 2015, 16:46 »
Jep - das mit den bis zu 14 Tagen USA-Abdeckung bei Tarif ohne USA steht ja auch auf der Hanse Merkur Seite .. zugegebenermaßen nicht so ganz prominent .. wollen sie wohl nicht mit werben ;)  aber in den Versicherungsbedingungen (online einseh-/downloadbar) ganz einfach zu finden unter "Geltungsbereich des Versicherungsschutzes". Wichtig aber: dies gilt nur bei einer Versicherungsdauer von mind. 6 Monaten!

Und die USA fragen viiiiieles bei der Einreise - aber nicht ob man einen Krankenversicherungsschutz hat .. das Wort kennen viele Amerikaner ja noch nicht wirklich :D
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Eumel

« Antwort #9 am: 26. März 2015, 12:50 »
Vielen Dank dass ihr das Thema nochmal aufgegriffen habt. Ich war bisher davon überzeugt, dass wohl der ADAC für mich die günstigste Alternative ist. Jedoch hab ich bei meiner eigenen KK garnicht angerufen um selbst mal zu schauen.

Ich bin bei der Barmer GEK versichert und anscheinend ist es so:

Die Barmer GEK bietet keine eigene Auslandskrankenversicherung an. Dafür haben sie aber eine Kooperation mit der HUK Coburg, die eine günstigere Version für Barmer GEK Mitglieder anbieten. Jetzt habe ich auf der HUK Seite geschaut, allerdings kein befriedigendes Ergebnis gefunden. Nach einem Anruf bei der HUK, hat mir die nette Dame versichert mir Informationen zukommen zu lassen. Über eine Aussage bzgl. Preis und Konditionen hat sie sich allerdings nicht hinreisen lassen.

Sobald ich die Infos per Post habe, werde ich euch dran teilhaben lassen (aber frühestens wohl nach Ostern, da ich nächste Woche im Urlaub bin :P ).
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