Thema: Strecke Kapstadt - Windhoek (< 1 Woche)  (Gelesen 4170 mal)

uek

« am: 17. Mai 2010, 23:19 »
Hallo,

ich bin von Mitte Juli bis Mitte August in Windhoek um dort die Universität zu besuchen. Ich möchte nun einen Gabelflug a la MUC - CPT / WDH - MUC oder auch MUC - WDH / CPT - MUC buchen und die Strecke zwischen Windhoek und Kapstadt mit dem Intercape-Bus fahren. Man fährt da über Nacht rund 20 Stunden für die volle Strecke.

Meine Frage ist nun, ob sowas ähnliches schon mal wer gemacht hat, und was auf dieser Strecke interessant ist um einen Zwischenstopp zu machen? Zeitlich hätte ich mal so 4 Tage angesetzt, wenn ich die Strecke vor meinem Windhoek-Aufenthalt ansetze, dann eventuell auch etwas länger. Geht sich in dieser Zeit ein interessantes, wenn auch eingeschränktes, Programm aus?

Zusätzlich würde ich mir dann auch in Kapstadt noch etwas ansehen wollen. Ich wäre dann voraussichtlich alleine unterwegs, natürlich nicht ganz ungefährlich, aber was wäre da zu empfehlen? Offizielle Taxis sind dort relativ sicher, oder doch nicht?

Danke für Eure Info!
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Flynn

« Antwort #1 am: 18. Mai 2010, 10:00 »
Also was ich schon so von Cape Town gehört habe, ist so ganz anders als viele Medien das hier darstellen. Die Long Street (google mal danach :p) und BazBus zeigen ja eindrucksvoll wie verdammt viele Menschen da mit Rucksack unterwegs sind...
Da gibts ein ganzes Gewerbe, dass sich ausschließlich auf Backpacker konzentriert ;)
Damit will ich nicht sagen, dass Kapstadt komplett ungefährlich ist - aber solange du dich auf den üblichen Wegen bewegst, ist es sicher.

Die Strecke nach Nambia ist natürlich sehr untouristisch, aber absolut sehenswert. Da wäre der |Ai-|Ais/Richtersveld Transfrontier National Park - soll super dort sein, nach allem was man so hört. Ist eben super wenig los und genau das macht ihn so interessant...

Allgemein steht die Nationalparkarbeit in Namibia noch ganz am Anfang. Es gibt NPs dort, die stecken den Kruger ohne weiteres in die Tasche in Sachen Artenvielfalt und Abenteuer. Der Reiz liegt eben in den Möglichkeiten: Campen im Busch ohne einen Menschen im Umkreis von mehreren Kilometern, Wandern mit Rangern im Busch und all diese Sachen, die im Kruger nicht so ohne weiteres möglich sind. Liegt einfach daran, dass die Massen im Kruger eben gelenkt werden müssen und Namibia einfach noch nicht touristisch erschlossen ist...

Soweit meine Infos, war nie dort - habe mich aber umfassend informiert,weil wir auch nach SA reisen werden. Sind nicht mal mehr 5 Monate...die Zeit fliegt :(
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Jens

« Antwort #2 am: 18. Mai 2010, 11:08 »
Hallo uek,

also ich war schon sehr oft in Südafrika und auch einmal in Namibia. Namibia ist recht groß und es gibt wenige "Eingeborene", dass soll heißen, dass du nicht viel Verkehr hast auf den Straßen und somit auch mit dem öffentlichen verkehrsmitteln nicht weit kommst. Den Bus hast du schon heraus bekommen. Eine Freundin von mir ist in Windhoek geboren und ist Südafrikanerin (lebt aber wieder in D), sie rat mir ab alleine mit dem Mietwagen zufahren, vorallem wenn es kein 4x4 ist. Die Straßen bestehen aus Schotter sogenante Gravel Roads, wo schon schnell mal ein Reifen drauf ght und da es nicht viel Verkehr gibt kannst du dann Probleme bekommen. Auch sind Mietwagen recht teuer in NIM. Du kannst aber bestimmt von Windhoek mit dem Bus nach Swakopmund und Ais Ais fahren, da dann bei einem Touroperater was buchen, oder du machst eine Overlandtour von Windhoek oder Swakopmund nach Cape Town mit.

In Kapstadt kannst du super in einem Backpacker unterkommen, ich würde dir Greenpoint als Stadtteil empfehlen, da es nicht weit zur Innenstadt (Longstreet) und auch dem Touricenter Waterfront ist. Ich habe immer gerne in Greenpoint gewohnt. Die Minibusse habe ich tagsüber benutzt, ist zwar auch etwas gefährlich, aber so ist eben in Afrika. Ab Einbruch der Dunkelheit darfst du die nicht mehr benutzen, da du nie weist, wer da als Taxifahrer drin sitzt! Es kann auch ein Ganove sein. Du solltest dann ein "normals Taxi" nehmen. Es gibt da eine Firma, die so englische Cabs jetzt hat, da kannst du dir eine Bonuskarte geben lassen, auch haben die so FESTTARIFE, die ganz gut sind (vorallem wenn du mehrere Mitfahrer hast). Damit kommst du auch recht kostengünstig nach Houtbay usw.

Grundsätzlich gilt, ab Einbruch der Dunkelheit wird es gefährlich (das solltest du nicht vergessen), aber mit etwas vorsicht passiert nicht, oder nicht viel. Leg e snie drauf an, sondern gib dein Geld raus in so einer Situation, da die Hemmschwelle sehr niedrig ist. Mir ist nie was passiert und ich bin Nachts gut unterwegs gewesen ;D.

Für Cape Town, Tafelberg und das Kap brauchst du so drei besser vier Tage und wenn du Sonntags da bist, dann schau mal, ob in Kirstenbushgarden ein Konzert ist (meistens nur im Sommer), da treffen sich die Südafrikaner zum Picknick und lauschen der Musik!

Ich wünsche dir viel Spaß und kann die beide Länder nur wärmstens empfehlen!
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Matzepeng

« Antwort #3 am: 18. Mai 2010, 21:40 »
Hm, wir sind mal von Kapstadt mit dem eigenen Auto via Windhoek nach Swakopmund. Und danach nochmal ne Overland-Tour bis hoch nach Zim.

RSA: Die Cederberge waren sehr schön, das liegt auf dem Weg nach Norden. Wenn im Namaqualand die Blumen blühen, ist es da auch ganz fein. Der Weg geht immer schön durch kleine Käffer auf der 7 entlang bis hoch zum Orange River an der Grenze zu Nam.

Namibia: Die richtig coolen Sachen waren da eher nicht auf der Strecke CT-Windhoek. Kann mich nur noch an den Fish River Canyon erinnern, der 2.-größte nach dem Grand Canyon in den Staaten. Ansonsten war Keetmanshoop ziemlich bizarr mit deutschem Postamt und Uschis Cafe. Von dort gehts aber gen Westen nach Lüderitz, dem nun versandeten Geisterdorf aus Kolonialzeiten. Da wird der Intercape wohl aber keinen Abstecher hin machen. Von Windhoek kannst du sicher Touren in den namib-Naukluft Park machen, Sossussvlei und so. SEHR gut! Swakop is the place to be. Zumindest in Nam. Da geht aber im Prinzip auch nichts. Etosha im Norden ist natürlcih auch ziemlich sehenswert, ordentlich Wildlife. Den Caprivi-Streifen an der Grenze zu Angola fand ich auch ganz gut.

Naja, Namibia hat seine Highlights, aber ohne die Intercape Route zu kennen, würde ich mir das nochmal überlegen...

Nur aus Interesse: Du besuchts 1 (!) Monat die Uni? Um was zu machen?

Cheers,
matzepeng
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Matzepeng

« Antwort #4 am: 18. Mai 2010, 21:58 »
Hab grad mal aus Neugier geguckt, ist die direkte Strecke via Clanwilliam und Steinbock in RSA durch Keetmanshoop und Mariental nach Windhoek.

IMHO würde ich mir schenken!

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uek

« Antwort #5 am: 20. Mai 2010, 13:52 »
Also mal vielen Dank für eure Antworten!!

Ich mach diese 4 Wochen in Windhoek eine Summer School (4 wirtschaftsbezogene Kurse), an den drei Wochenenden dazwischen sind dann sowieso auch schon Touren im Land geplant, d.h. Swakopmund, Etosha und Naukluft. Deshalb ist Namibia für mich eh schon halbwegs abgedeckt. Ich möchte halt irgendwie noch Kapstadt in die Reise einbinden, da das ja auch bestimmt ganz interessant ist, deshalb eben der Gabelflug. Das Busfahren ist eher Mittel zum Zweck, wenns dann zB. Mitte des Weges was tolles zu sehen gäbe, hätte ich eben die 20 Stunden fahrt auf zweimal aufgeteilt. Aber zur Not würde ich die Strecke auch in einem Stück fahren und mir nur Kapstadt vier Tage lang geben. Eine organisierte Tour wäre auch toll, aber da hab ich bis jetzt noch nichts passendes gefunden.

Also Ais Ais / Richtersfeld ist etwas abseits der Busstrecke, da wär der beste Anschlusspunkt wahrscheinlich Keetmanshoop? Und Namaqualand von Springbok aus!? Die Cederberge tät man anscheinend am besten erreichen (Stop in Clanwilliam und Citrusdal) und den Orange River auch. Gibts da mehr Erfahrungen?

Und ist schon mal wer mit dem Bus gefahren? Kann man kurzfristig buchen oder sind die Busse dann ausgebucht.



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Jens

« Antwort #6 am: 20. Mai 2010, 16:32 »
Ich würde in deinem fall dann bis CapeTown fahren und da dann die vier Tage verbringen. Dann sitzt du zwar einmal lange im Bus, kannst dann aber noch einmal vier Tage was unternehmen und die reichen gerade um die wichtigsten Sachen anzusehen.

Ich bin einmal mit Nomad Tours gefahren, Last Minute gibt es auch, aber da musst du wahrscheinlich Glück haben. Habe einige Reiseberichte bei mir auf der Seite, bei interresse surf halt mal vorbei.
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Knallgas

« Antwort #7 am: 07. August 2011, 12:33 »
Der Beitrag ist zwar schon sehr alt, aber er entspricht genau meiner Routenplanung in Südafrika.

Ihr habt ja erwähnt dass die Strecke Kapstadt - Windhoek relativ "untouristisch" sei, ist das dann im Endeffekt gefährlicher oder sicherer als in Kapdstadt selbst? Bestehen da überhaupt Möglichkeiten, sich noch in einer Gruppe fortzubewegen? Und ist die Strecke mit Bussen und mehreren Zwischenstopps gut in 8 Wochen zu bewältigen?


Mfg
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uek

« Antwort #8 am: 07. August 2011, 13:05 »
Hallo,

also ich bin die Strecke schlussendlich in einem durchgefahren, das hat knapp 20 Stunden gedauert. Auf der Strecke ist man halt hin und wieder bei Tankstellen stehen geblieben, wo man sich Kleinigkeiten kaufen konnte. Der Grenzübertritt war mitten in der Nacht, hat aber auch relativ unproblematisch funktioniert... vielleicht 1 Stunde an den 2 Grenzstationen.
Untouristisch kommt hin, aber ich hab die Fahrt vom Fenster aus ganz interessant gefunden, teils ist die Landschaft sehr schön.

Zur Gefährlichkeit in den Orten dazwischen kann ich nicht soviel sagen, da ich ja eher nur durchgefahren bin. Ich denke aber, dass mit etwas Achtsamkeit das kein Problem darstellen sollte. Herbergssuche mitten in der Nacht würd ich aber auch nicht machen ;-)

Und 8 Wochen sind ne lange Zeit, da kriegst sicher genug unter....
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