Thema: ~ Weltreise im Sabbatjahr ~  (Gelesen 3939 mal)

karoshi

« Antwort #15 am: 26. Januar 2021, 09:08 »
1. Süd-Amerika - Australien
Gäbe es die Möglichkeit, die Reise zwischen Südamerika und Australien/Neuseeland per Schiff anzutreten? Ein äußerst langer Weg, der sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird... Klingt vielleicht anstrengend, könnte aber eine prägende und spannende Erfahrung sein. Hat hierzu schon mal jemand Erfahrungen gemacht? Gibts Möglichkeiten, an Bord zu arbeiten, z. B. in Frachtern oder Ähnliches?

Zum Thema Frachter hat Serenity ja schon was gesagt. Eine andere Möglichkeit sind private Yachten. Die meisten Weltumsegler fahren wegen der vorherrschenden Windrichtung in Richtung Westen, d.h. es kommen (vor allem um März/April herum) viele Segelyachten aus der Karibik in den Südpazifik. Und wegen der langen Blauwasseretappen, die dann erst mal anstehen, suchen sie oft Mitsegler, besonders wenn sie nur eine kleine Crew haben. Das Stichwort ist "Hand gegen Koje". Segelerfahrung ist hilfreich, weil man da kein Passagier ist, sondern bei allen Tätigkeiten an Bord mithelfen muss, vom Kochen über Nachtwache bis zum Putzen. (Zahlen muss man trotzdem, mindestens für Sprit und Verpflegung.)

Der offensichtliche Ort, diese Schiffe zu finden, sind die Yachtclubs am Panamakanal. Von dort aus fahren viele mehr oder weniger direkt nach Galapagos, andere machen noch den Umweg über die ecuadorianische Küste, in der Hoffnung auf günstigere Winde am Äquator. Das nächste Ziel sind traditionell die Marquesas in Französisch Polynesien, und ultimativ geht's weiter bis Neuseeland zum Vermeiden der Taifun-Saison. Diese klassische Route dauert allerdings auch im besten Fall Monate, weil die Skipper kein Interesse daran haben, so schnell wie möglich zu sein. Alleine von Panama bis zu den Marquesas kannst Du inklusive Stopps ca. 2 Monate rechnen.

Wir haben mal die Etappe von Panama bis Galapagos mitgemacht, das dauert um die 2 Wochen. Eine Bekannte von mir hat es geschafft, eine Mitfahrgelegenheit von Tonga nach Fiji zu ergattern. Es ist also durchaus eine reale Möglichkeit. Momentan ist es allerdings wegen der Corona-Situation schwierig bis unmöglich, auf diese Art durch den Südpazifik zu kommen. Wir haben hier im Forum relativ aktuell einen Bericht einer Yacht-Crew, die gerade in Französisch Polynesien fest hängt. Aber irgendwann wird es auch wieder anders sein.
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Cheryl

« Antwort #16 am: 27. Januar 2021, 02:36 »
@surfy @tino @serenity @karoshi

Ich danke euch vielmals für eure hilfreichen, ausführlichen Beiträge! Das sind hilfreiche wertungsfreie Tipps, mit denen ich auch etwas anfangen kann. :) Ich werde mich auf jeden Fall nochmal melden... Mal schauen, was die Zeit bringen wird. Ich werde alles versuchen, um möglichst viele Wunschziele zu erreichen.

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Surfy

« Antwort #17 am: 27. Januar 2021, 10:08 »
Ich habe noch einen Nachtrag zum Thema Auto-Reisen. Es gibt eigentlich 3 bzw 4 Varianten.

Fahrzeugmiete (kommerziell, Avis, Herz, Lokal)
Fahrzeugmiete (von Privat)
Fahrzeugkauf / Verkauf Vor-Ort
Fahrzeug mitbringen (Container/Roro)

Langzeitmieten für Fahrzeuge kann man in der Regel dann auch versuchen zu verhandeln, auch bei den grossen Playern.

Dh Geschäftsführer verlangen, 2 Monate mit freien Kilometern - da sollte man dann von den geschätzten 80$ (4x4) am Tag doch sehr deutlich runter kommen. Da lohnt es sich, mal am Flughafen alle Mietstationen abzugrasen und dies ausführlich zu diskutieren.

Einen Freund finden der ein Fahrzeug leiht, ist vermutlich der güntigste Weg ohne viel finanzielles Risiko (zumindest wenn man sich hier selber noch zusätzlich versichert (Fremdlenkerversicherung)

Vor-Ort kaufen / verschiffen hatten wir hier schonmal angeschnitten, am Beispiel von Chile: https://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=15753.msg116186#msg116186  Ist meistens weniger kompliziert als gedacht, benötigt aber etwas Zeit. Verschiffen ist so teuer geworden, dass dies nur noch in Spezielfällen ein (sinnvolles) Thema sein wird.

Mit etwas Geldrücklagen und Zeit um ein gutes Auto zu kaufen und anschliessend wieder in Ruhe einen Käufer zu finden - hat man für die Fahrt letzten Endes keine grossen Ausgaben mehr.

Die genannte Versicherungsart Fremdlenkerversicherung lohnt sich in meinen Augen immer, wenn man öfters mit geliehenen Fahrzeugen unterwegs ist.. Auch bei Mietwagen ist dann das Versicherungspaket des Vermieters mehr optional..

Surfy

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