Thema: 10 Tage im Norden Omans: Tipps, Ideen, Ergänzungen?  (Gelesen 1363 mal)

GschamsterDiener

« am: 04. Februar 2020, 19:05 »
Ich fliege in 2,5 Wochen für 10 Tage in den Oman. Reise mit Mietwagen (kein 4x4) nur im Norden. Kein Camping.

Die Route habe ich ganz grob anhand von Internetrecherche erstellt:

1. Von Muscat Flughafen ein paar Stopps in Richtung Nizwa: Al Hazm, Misfah, Nakhal Fort, Rustaq Fort (1d)
2. Nizwa und Bahla-Gegend evtl. mit Jebel Shams(2-3d)
3. Von Nizwa zu den Wahiba Sands, mit Übernachtung in der Wüste (1-2d)
4. Wahiba Sands nach Sur (1-2d)
5. Sur nach Muscat, dort 1-2d

Fragen:
1. Es kommt mir vor, dass ich eigentlich zu viel Zeit habe. Was wären denn Möglichkeiten, die Route noch zu ergänzen?
2. Wie viele Tage in Muscat?
3. Wie komme ich am besten zu einer netten Übernachtung in der Wüste? Gibt es Alternativen zu Wahiba Sands?
4. Lohnt Jebel Shams? Wie komme ich dort hin?
5. Ist meine Route ohne 4x4 so machbar?
6. Wo kann ich übernachten? Auf booking.com sind die Optionen recht überschaubar. Alternativen?
7. Kann ich im Oman irgendwo gut Delfine und Wale beobachten? Wenn ja: Wo ist das gut möglich?
8. Gibt es jeweils auf den Strecken Nizwa-Wahiba Sands und Sur-Muscat nette Zwischenstopps? Ich finde hier nicht wirklich was...

Danke!
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Beate

« Antwort #1 am: 05. Februar 2020, 18:28 »
zu 2: mir haben 2 tage maskat gereicht. aber du kannst ja auch noch an der küste nach westen fahren, schöne strecke. wir sind bis al-chabura gefahren und dann nach ibri abgebogen.

zu 3: wahiba sands ist js ein ganzes gebiet. dort gibts einige wüstencamps. wir haben auf unserer ersten tour im al wasil desert camp übernachtet. wir hatten 4x4 und sind selbst gefahren, aber es werden auch transfers angeboten. an der zufahrtsstrasse bei bidiyya stehen auch immer aufreiser-taxies.
wg. camps schau mal bei tripadvisor rein oder irgendeinen reiseanbieter, musst ja nicht dort buchen.

zu 4: auf den jebel jams kommst du auch im normalen auto über al hambra, halt langsam. je mehr bodenfreiheit desto besser.

zu 6: versuchs mal mit google-suche "accommodation oman"

zu 8: wadi bani kalid, wadi tiwi. je nach jahreszeit etwas südlicher ras-al-jinz turtle reserve

viel spass
beate

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GschamsterDiener

« Antwort #2 am: 07. März 2020, 10:50 »
Allen Menschen, die den Oman besucht haben, hat es dort sehr gut gefallen. Niemand, auch nicht die Internetbildersuche, konnte aber genau erklären, wieso. Also musste ich mal wieder selbst ran.

Am Ende hat die Strecke so ausgesehen:

Nach Nizwa mit mehreren Fort-Zwischenstationen, die allerdings aufgrund des Freitags alle geschlossen hatten. Wir sind 3 Tage in Nizwa geblieben und haben sternförmig die Umgebung erkundet. Das Paket aus Unesco-Forts, traditionellen Siedlungen am Berg und Jebel Shams ("das Grand Canyon der Arabischen Halbinsel") verdient das Prädikat "ja, eh ganz nett" und Nizwas Altstadt und ihre Souks, wo außer ein paar Touristen niemand ist (sondern im Carrefour am Stadtrand), ist in 3-5 Minuten abgelaufen. Lowlight: Die überteuerte Höhle von Hoota, die mit einer komplett unsinnigen, 500m langen Bahnstrecke (der einzigen in Oman!) angebunden ist, weswegen das Ticket so teuer ist - klassisch Monorail halt; und die Bahn war zu meinem Besuch "in maintenance".

Also raus aus Nizwa: Blöderweise wird es danach nicht viel aufregender. Fahrt nach Biddiya, dort bis zum Sonnenuntergang auf den durchaus fotogenen Sanddünen (schöner, orangener Farbstich!) mit dem 4x4 hat gereicht, ein Camp haben wir uns gespart. Fahrt nach Sur mit Zwischenstationen. Wadi Bani Khalid, ein natürliches Wasserreservoir mitten in einer Steinschlucht, hätte Potenzial, wäre es nicht längst zum Disney Land für die Kreuzfahrtgeriatrie konvertiert worden. Wir machen uns aus dem bzw. zurück in den Staub und nehmen unbelehrhafterweise noch ein paar Stationen mit, die "more of the same" darstellen. Wen interessieren die immergleichen Forts direkt an der Autobahn? Sur, die Hafenstadt, war dann mein Favorit. Ja, man ist in 2 Stunden langsamen Spaziergangs durch, aber die lange Corniche mit schönem Blick im Nachmittagslicht und das Strandrestaurant mit empfehlenswertem "breakfeast" befriedigt die zu diesem Zeitpunkt bereits desillusionierten Individualtouristen.

Und dann, mangels Alternativen und trotz bewusster und unterbewusster Versuche, so viel Zeit wie möglich mit Kaffee und "in der Früh nur langsam in die Gänge kommen" zu vertrödeln, sind wir viel früher als gedacht in der Metropolregion Muscat, einer Ballung mehrere Dörfer und was halt drumherum so entsteht und mit Autobahnen verbunden werden kann. 4 Nächte in Muscat, das ist Brutalität, denn das Ballungsgebiet hat ein paar nette Flecken, ist aber eigentlich für einen langen, gut durchgeplanten Tag ausreichend. Wir hatten 4,5. Es gibt den Hafen, der an sich nur ein paar teure Restaurants und einen Souk bietet. Es gibt das Regierungsviertel mit Palast, Nationalmuseum (ganz okay) und "repräsentativen Bauen". Und ganz woanders gibt es die zwei Höhepunkte mit der großen Moschee (offen von 8 bis 11; und alle Touristengruppen werden konzertiert durchgeschleift) und der Muscat Opera, die von Innen sehr photogen ist und nicht ausgelassen werden sollte. Wie verbringen wir die weiteren Tage? Wir buchen eine Schnorchel- und Delfintour und haben Pech. Der Wind weht, wir sehen keine Delfine und die Sichtweite beim Schnorcheln beträgt 0,5m (laut Auskunft des Bootsführers, das ist jetzt nicht meine Übertreibung). Und wir nehmen jedes der wenigen Museen mit inklusive Armeemuseum und Oil Exploration Center, letztes freilich überraschend interaktiv und gut und empfehlenswert (und gratis).

Der Rückflug ist dann der leidenschaftlich herbeigesehnte Gnadenschuss für den vor Langeweile zunehmend wiehernden Backpackergaul.

Wäre ich alleine gereist, hätte ich mal wieder den Flug um ca. 3-4 Tage vorverschoben. Die weit entfernten Musandam und Salalah, die ich nicht besucht habe, die aber beide Potenzial zu haben scheinen, außen vor, taugt der Oman für Leute, die sich nicht als Camper betätigen wollen und einen eher schnellen Reisefuss ihr Eigen nennen, für 4-5 kompakte Tage Programm mit vielen Reisekilometern für wenige Highlights.

Fazit: Im Oman gibt es Dinge zu sehen, die es woanders im Arabischen Raum besser und vor allem günstiger zu sehen gibt (Marokko und Jordanien fallen mir hier als Beispiele ein). Der klassische knausrige Backpacker wird hier sehr rasch an sein budgetäres Limit kommen; außerdem darf man nicht saufen. Das Land bietet überschaubare Sehenswürdigkeiten, die mit teils tollen Straßen (gähnende Leere auf vierspurigen Autobahnen) angebunden sind. Trotz weniger Touristen, sieht man diese recht häufig, denn man schaut sich halt die gleichen 3-4 Sachen an. Mit Omanis, von denen man nur Gutes hört, hat man leider nicht so viel zu tun, denn Restaurants und Hotels sind durch Südasiaten geführt (die dafür super kochen!). Der Omani Rial ist die stärkste Währung der Welt (1OMR = 2,4€), psychologisch ungünstig, denn alles schaut so preiswert aus und dann hat man 9 OMR für ein Abendessen ausgegeben - upps, 23€ weg. Auf der Plusseite: 0 Belästigung, keine Bettelei, nicht einmal die Kinder nerven, alles super safe und sehr sauber. Und ich bin auch der Meinung, dass der Oman politisch und sozial viel "weiter" (eurozentrischer Horizont hier) ist als alle anderen arabischen Länder. Schön, bringt mir jetzt aber so viel nicht, da ich die Auswahl meiner Reisedestinationen keinen politisch korrekten Diktat unterwerfe.
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Beate

« Antwort #3 am: 07. März 2020, 11:27 »
puh, das ist aber schade, dass es dir gar nicht gefallen hat. naja, alle menschen sind verschieden. und zum glück gefällt nicht allen dasselbe.

aber wenn ich deinen kurzbericht so lese, hast du ja auch die besten sachen ausgelassen:
übernachtung in der wüste
wadi tiwi
jabel akhdar
fahrt entlang der nordküste und al ain.
um nur ein paar zu nennen.

und bei 3 tagen in nizwa wäre es mir auch langweilig geworden.

ok, dann auf zur nächsten reise, wohin auch immer  ;D ;D



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