Thema: Routenempfehlung etc.  (Gelesen 2506 mal)

Styles78

« am: 14. November 2019, 17:30 »
Hallo zusammen,

ich befinde mich gerade in Peru(Cusco) und möchte in der 2. Januarwoche nach Indonesien fliegen(Denpasar).
Ursprünglich war geplant sich langsam Richtung Süden zu bewegen. Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile und einen Flug von Santiago de Chile zu nehmen.
Ecuador musst ich schon auf Grund der damaligen Lage auslassen.

Die ständigen Proteste in Bolivien und Chile und die instabile Lage in beiden Ländern machen es mir gerade schwer eine Route zu finden die halbwegs verlässlich ist. Ich würde gerne meinen Flug jetzt buchen.

Vielleicht kann mir der einen oder andere Südamerikaexperte ein paar Tipps geben, von wo ich am besten Fliegen kann und welche Route auch als Reiseerlebnis am meisten Sinn macht.
Folgende Optionen habe ich gerade in meinen Kopf.

1. Noch 2-3 Wochen in Peru zu bleiben, darauf zu hoffen das es in Bolivien/Chile ruhiger wird und ich meiner ursprünglichen Route folgen kann. (Bei der aktuellen Lage für mich die unattraktivste Variante da ich meine Zeit nicht mit täglichen Recherchen nach politischen Lagen verschwenden will)

2. Wieder Richtung Norden zu reisen und Ecuador doch noch in Angriff zu nehmen und von dort aus nach Indonesien zu fliegen?!

3. Von Peru aus einfach in ein aktuell politisch stabileres Land zu fliegen welches ich noch nicht in meine Pläne berücksichtigt habe Paraguay, Argentinien oder Uruguay und von dort aus Richtung Indonesien.


Jetzt seit ihr dran!!! :-)


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Beate

« Antwort #1 am: 14. November 2019, 18:09 »
Ja, Chile und vor allem Santiago ist momentan schwer einzuschätzen. Bei TA überschlagen sich die Meldungen. Einen Tag ist Ruhe, am nächsten Tag gehts wieder rund.
Aber wie wäre es mit Argentinien? Ich weiss ja nicht, wie lange Du dort Zeit hast, aber Du hättest die Wahl zwischen dem Norden, mit Iguazu, und/oder den Anden rund um Salta. Oder auch den Süden, Patagonien. Dort beginnt gerade der Frühling.

Beate
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Knud65

« Antwort #2 am: 14. November 2019, 23:04 »
Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass die Unruhen meistens nur in der Hauptstadt eskalieren (Nicaragua), mit der Ausnahme von Venezuela. Allerdings habe ich der Presse entnommen, dass es in Bolivien auch vereinzelt in anderen Städten zu Unruhen gekommen ist. Von Chile habe ich bisher nur aus Santiago gehört.

Als Alternative könntest Du sicherlich den Norden von Chile mitnehmen und von dort mit dem Bus in den Norden von Argentinien reisen, sehr zu empfehlen. Von dort kann man sich in den Süden von Argentinien durchschlagen, wobei es sehr schöne Stops gibt.

Hast Du sonst schon mal über Brasilien nachgedacht? Igazu ist toll, aber auch der Norden mit dem Amazonas, Pantanal, Salvador etc. Hier hat sich die Lage mit den Demonstrationen scheinbar etwas beruhigt, aber bei dem Presidenten weiß man nicht, ob das nicht Morgen wieder losgeht.

Viel Spass
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GschamsterDiener

« Antwort #3 am: 15. November 2019, 01:21 »
Overland über Iguazu nach Rio und von dort über Europa nach Indonesien wäre für mich die beste und preislich wohl auch günstigste Route.
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dirtsA

« Antwort #4 am: 15. November 2019, 09:51 »
Ich würde mich nicht beunruhigen lassen und die Route so durchziehen.
Grund 1: Bolivien ist IMMER kritisch. Ich war 2012 dort, und aus dem Nichts heraus haben die Minenarbeiter protestiert und 1 Woche lang kam niemand aus La Paz raus. Grund 2: Bolivien ist eines der tollsten Länder, die ich jemals besucht habe ;) Also einfach 1 Woche Puffer einplanen und dann passt das schon!
In Santiago würde ich einfach keine Zeit einplanen. Ich fand die Stadt potthässlich, nach Sao Paulo so das Hässlichste, was ich in SA gesehen habe. Lieber in Valparaiso übernachten und wenn Flugzeiten-technisch möglich von dort aus direkt zum Flughafen zu deinem Flug nach Indonesien.

Route dann je nachdem, wenn in Bolivien alles 1A läuft: Südperu - Titicaca See über die Grenze - La Paz - Bolivien Runde was auch immer du wolltest. Bei genug Zeit die Uyuni Tour von Tupiza nach Uyuni machen, bei wenig Zeit (wenn ihr irgendwo etwas festgesteckt seid) von Uyuni nach San Pedro de Atacama. Tupiza-Uyuni fand ich halt 100mal schöner (hab beide gemacht mit ein paar Jahren dazwischen), viel weniger Touris und tollere Spots zusätzlich. Dann von Uyuni nach San Pedro de Atacama per Bus nach der Tour.
Dann auch wieder je nachdem, wie das Zeitbudget ist von San Pedro direkt nach Santiago/Valparaiso, oder aber nochmal über die Grenze nach Nord-Argentinien und die Region um Salta erkunden. Das wäre auch sowieso noch eine Alternative, wenn du Santiago wirklich komplett skippen willst: von Salta dann nach Buenos Aires und von dort Abflug. Hab ich 2012 so gemacht als Route.
Denke nicht, dass in San Pedro de Atacama, dem kleinen Touri-Dörfchen, Aufstände entstehen werden ;D Von daher seh ich keinen Grund, das auszulassen. Und bei Bolivien kannst du dir sowieso nie sicher sein, da passieren gerne und immer wieder mal Straßenblockaden. In Südperu hatte ich das übrigens damals auch mal. Diese Länder sind einfach anders als Europa (wobei, in Paris gabs ja auch schon Proteste mit brennenden Autos etc). Darauf einstellen und etwas Flexibilität einplanen würde ich sagen.

Was ganz anderes jetzt aber mal: hast du in Peru noch akzeptables Wetter? Wie ist die Prognose? Und für Bolivien? Wir waren letztes Jahr im Oktober in Bolivien und hatten schon sehr viel Regen leider. In Nordargentinien und Nordchile wars gleich viel besser, und je weiter gen Süden nach Patagonien war dann sowieso ideale Reisezeit. Auch in Indonesien ist im Januar ja Regenzeit!?
Hat jetzt nichts mit deiner Urprungsfrage zu tun, aber ich würde halt vermeiden, mir jetzt DIE ideale Route zu planen und dann stehst du überall nur im Regen.
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Beate

« Antwort #5 am: 15. November 2019, 12:04 »
"""Denke nicht, dass in San Pedro de Atacama, dem kleinen Touri-Dörfchen, Aufstände entstehen werden"""

Da wäre ich mal nicht so sicher, denn auch dort gab es Unruhen. Ihr könnt aber die weiteren Geschehnisse hier verfolgen:

https://www.tripadvisor.com/ShowTopic-g303681-i11183-k12995415-o30-Situation_at_Atacama-San_Pedro_de_Atacama_Antofagasta_Region.html

Beate

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dirtsA

« Antwort #6 am: 15. November 2019, 12:17 »
Also die aktuellen Kommentare sagen ja nur friedliche Demos abends manchmal und dass alles ganz normal läuft!? Hab jetzt nur die Aktuellsten gelesen. Klar gibt's immer Leute, die Panik schieben. Aber es handel sich hier um ein Dorf mit gefühlt 99% touristischen Einwohnern. Das Eskalations-Potential schätze ich daher sehr, sehr gering ein. Aber da ist jeder anders!
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Beate

« Antwort #7 am: 15. November 2019, 12:38 »
Ja, deshalb habe ich es ja auch verlinkt. Aber es kann sich in den nächsten Tagen immer noch ändern. Genau dafür ist diese Information doch gut, oder?
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dirtsA

« Antwort #8 am: 15. November 2019, 12:47 »
Ja total! Sorry, dann hatte ich deinen Kommentar falsch verstanden, dachte du wolltest auf aktuelle Tumulte hinweisen.
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reisefieber2019

« Antwort #9 am: 15. November 2019, 13:01 »
Ich hatte auch friedliche Proteste in Rio. Innerhalb von Minuten sind mir Die Tränengas Granaten um Die Ohren geflogen. 😎🥴habe ich noch schöne Video Aufnahmen von. Ich würde es so wie geschamster Diener machen. Sehen  kannst sowieso nicht alles.
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dirtsA

« Antwort #10 am: 15. November 2019, 14:26 »
Ja fein, aber wie von Peru nach Iguazu? Dann muss Styles sowieso zumindest durch Bolivien, was gleichzeitig auch heißt La Paz. Die Demos dort waren wohl um einiges größer als jemals in San Pedro.

Rio mit San Pedro zu vergleichen finde ich schon sehr weit hergeholt ;D Ein Millionen-Moloch mit riesigen Problemen und ein kleines Touri-Dorf. Warst du schon in San Pedro in letzter Zeit, reisefieber?
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reisefieber2019

« Antwort #11 am: 15. November 2019, 14:58 »
Muss ich das. Denkst du die Presse hat die Toten erfunden.
Ich bin aber auch anders als die meisten hier. Wo ich heute nicht hin fahren kann da fahr ich halt morgen hin😉
Ich muss nirgends mit aller Gewalt hin.
Und Rio sollte eigentlich auch kein Vergleich sein. Aber die Mentalität ist anders in Süd Amerika.
Die Kernaussage war das ich es wie GD machen würde.
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Marla

« Antwort #12 am: 15. November 2019, 15:14 »
Ich bin da auch am ehesten bei Astrid. Außer, dass ich aktuell vermutlich nicht nach Bolivien reisen würde. Das AA rät auch ab (anders als bei Chile). Das ist zwar nur die erste "Warn"-Stufe, aber wie schon gesagt wurde, du kannst eh nicht alles sehen bis Anfang Januar. Du kannst das ja dann auf einer anderen Reise nachholen. Bei Chile hast du wie schon vorgeschlagen die Möglichkeit, außerhalb der großen Städte dir einiges anzuschauen, kannst aber auch rüber nach Argentinien, sollte sich die Situation wieder verschlechtern.

Ich würde aber auch das Wetter und die Flugmöglichkeiten in meine Überlegungen einbeziehen. Vom Süden Südamerikas kommt man schlecht nach Asien. Hast du mal nach den Flügen von Santiago geschaut? Mir wäre das zu lang und zu teuer. Von Brasilien ist es wirklich einfacher. Aber interessiert dich Brasilien überhaupt? Du hattest das ja nicht als Alternativoption genannt.

Vom Wetter würde sowohl Argentinien/Chile als auch (Süd-)Brasilien gehen. Ecuador wohl auch, aber von da kommst du auch nicht gut weg.
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dirtsA

« Antwort #13 am: 15. November 2019, 16:11 »
@reisefieber - gab doch keine Toten in San Pedro. Und für Santiago hab ich ja ne Alternative geschrieben (Valpo).
Was wäre dann dein Routenvorschlag um von Südperu nach Iguazu zu kommen?

Ich finde Bolivien genau aus meinem 1. Grund halt schwieriger als normalen Urlaub zu machen. Wenn du in nem 3-wöchigen Urlaub 1 Woche in La Paz feststeckst, bist du glaub ich nicht so happy. Auf einer Langzeitreise kann man das wegstecken. Aber das ist meine persönliche Meinung und man kann natürlich immer Pech oder Glück haben ;)

Davon abgesehen ist Brasilien ja auch ein Pulverfass, wo jederzeit was hochgehen kann. Ist halt momentan nichts los, ok... Aber als sicherer als Bolivien oder Chile würde ich es deshalb bei Weitem nicht einschätzen.
Aber das ist alles so viel persönliches Empfinden!
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Styles78

« Antwort #14 am: 15. November 2019, 17:18 »
Vielen Dank erstmal für die vielen Antworten.
Um erstmal die Frage nach dem Wetter zu beantworen. Peru ist gerade recht stabil ich habe von Cusco aus den Salkantai Trekk gemacht und wir hatten sehr gutes Wetter, es regnet oft Abends oder Nachts aber nicht dramatisches.

Mir ist auch bewusst das Indonesien im Januar in der Regenzeit steckt, aber bevor es nach Neuseeland weiter geht will ich einfach mal einen Monat lang nichts machen und da kommt es mir sehr gelegen das es dort auf Grund des Wetters ruhiger ist.

Ich denke ich werde jetzt erstmal nach Puno fahren und sehen ob man per Bus nach La Paz kommt.
Aktuell z.B. fahren KEINE Busse. Falls das so bleibt werde ich nicht weiter meine Zeit mit warten verschwenden und wohl eher nach Argentinien fliegen.
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