Thema: Spanischkurs in Mexico City  (Gelesen 849 mal)

weltweitnah

« am: 27. September 2019, 08:44 »
Hallo :)

Mein Mann und ich werden im Zuge unserer Weltreise Anfang 2020 in Mexiko sein (und danach Südamerika für ein halbes Jahr bereisen).

Vermutlich wäre Spanischunterricht ganz gut, merken wir zumindest gerade in Indonesien - mit ein paar Brocken geht alles leichter von der Hand und die Einheimischen freuen sich.

Kann hier jemand persönliche Empfehlungen aussprechen für eine Schule in Mexico City?

Und generell, wie darf ich mir sowas vorstellen, also vom Ablauf, den Kosten und der Dauer her?

Etwas Kopfzerbrechen bereitet mir auch mein Level. Mein Mann ist blutiger Anfänger, da ist die Sache klar. Ich für meinen Teil hatte jedoch zwei Semester Spanisch zuhause, ein paar Vokabeln und grammatikalische Grundkenntnisse sind also vorhanden, für eine Unterhaltung reicht es aber bei weitem nicht. Verstehen ginge vermutlich noch halbwegs, aber selber nach Dingen fragen - keine Chance.
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echidna

« Antwort #1 am: 27. September 2019, 09:24 »
Ich habe leider noch keinen Sprachkurs im Ausland gemacht, aber von anderen Sprachkursen kenne ich es so, dass man einen kleinen Einstufungstest macht. Je nachdem, wie man abgeschnitten hat, wird man in eine entsprechende Kursstufe eingruppiert. Da braucht man sich also selbst keine Gedanken zu machen.
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karoshi

« Antwort #2 am: 27. September 2019, 09:32 »
Generell eine gute Idee, für ein halbes Jahr Lateinamerika einen Spanischkurs vor Ort zu machen. Es ist auch eine gute Idee, den Kurs relativ früh auf der Reise zu machen. Allerdings bin ich nicht sicher, ob Mexico City dafür die beste Wahl ist. Immerhin ist man mit so einem Kurs in den meisten Fällen erst mal 2-3 Wochen beschäftigt und wäre in der Zeit mehr oder weniger an den Moloch Mexico City gebunden. Persönlich habe ich noch von niemandem gehört, der den Kurs dort gemacht hat, die Leute haben sich eher kleinere Städte wie Oaxaca, Puerto Escondido oder Guanajuato ausgesucht. Persönlich kenne ich von diesen Städten nur Oaxaca, dort gibt es eine Reihe von kleinen Schulen, die sich auf Kurse für Touristen spezialisiert haben. (Mit den Schulen habe ich aber selbst keine Erfahrung, ich habe meine Kurse in Guatemala und Ecuador gemacht.)

Vom Ablauf her ist es typischerweise so, dass man sich erst mal für eine Schule entscheidet. Das kann schon im Vorfeld der Reise online recherchiert und gebucht werden, ist aber die mit Abstand teuerste Option. Die (meiner Meinung nach) bessere Variante ist, einfach mal einen halben Donnerstag oder Freitag zu investieren und einige Schulen vor Ort abzuklappern. (In guten Reiseführern (Stadtbücherei) stehen meistens diverse Schulen drin.) In Mexico ist es soweit ich weiß so, dass die Kurse fast immer in Kleingruppen (ca. 4-6 Schüler) ablaufen. Vorher gibt es einen kleinen Einstufungstest, es werden also unterschiedliche Vorkenntnisse zum Teil berücksichtigt. Ganz individuell geht das bei Kleingruppen natürlich nicht. Übrigens würde ich Deinem Mann dringend empfehlen, sich vorher auch ein paar Grundkenntnisse anzueignen, dann hat er viel mehr von seinem Kurs.

Gebucht und bezahlt werden die Kurse wochenweise, d.h. man kann sich immer spontan entscheiden, ob man noch eine Woche dran hängt, die Reise fortsetzt oder auch in eine andere Lerngruppe bzw. Schule wechseln will. Über die aktuellen Kosten kann ich nichts sagen, generell sind sie aber (viel) niedriger als in Spanien und höher als z.B. in Guatemala (wo übrigens auch Einzelunterricht die Norm ist).

Der Unterricht findet Mo-Fr statt, meistens 4 (Schul-)Stunden pro Tag. Mehr würde ich nicht empfehlen, sonst wird es schnell stressig. Dazu gibt es Hausaufgaben und die eine oder andere von der Schule organisierte Abend- oder Wochenendaktivität. Das kann alles mögliche sein, von gemeinsam kochen über kulturelle Veranstaltungen und Ausflüge bis zu Sport.

Die meisten Schulen können auch Privatunterkünfte inklusive Verpflegeung vermitteln. Das ist in der Regel günstiger als im Hotel oder Hostel zu wohnen. Allerdings darf man nicht unbedingt Familienanschluss und totale Immersion in die Sprache erwarten. Viele Familien haben da einen eher kommerziellen Ansatz, und oft wohnen mehrere Schüler im selben Haus, was dann doch wieder dazu verleitet, in der Freizeit Englisch zu sprechen.

Eine Alternative zu den Schulen sind Privatlehrer, die es auch haufenweise gibt. Da ist es aber naturgemäß schwieriger, sie überhaupt zu finden. Es gibt diverse Websites für die Suche, aber vor Ort hilft wohl nur rumfragen (was auch wieder für die kleineren Städte spricht, wo es dedizierte Traveller-Hangouts gibt).

Es spricht auch viel dafür, zu einem späteren Zeitpunkt noch mal einen kurzen Kurs zu machen, um gelerntes zu vertiefen und angewöhnte Fehler auszumerzen. Der sollte dann aber möglichst als Einzelunterricht stattfinden.
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Marla

« Antwort #3 am: 27. September 2019, 09:45 »
Ich war auch gerade dabei zu antworten und hab dann gemerkt, dass karoshi alles schon perfekt beschrieben hat :) Deswegen nur kleine Ergänzungen meinerseits:

  • Ich würde mich an deiner Stelle auch ein bisschen vorbereiten, d.h. noch mal auffrischen, was du damals gelernt hast, wenigstens kurz. Sonst kann es sein, dass du dich im Kurs langweilst. Muss aber natürlich nicht.
  • Innerhalb einer Schule kannst du meist super unkompliziert den Kurs wechseln, auch mitten in der Woche. Also wenn du zwischendurch merkst, dass es dir zu einfach ist, in den nächst höheren Kurs gehen. Oder umgekehrt. Deswegen ist die Einstufung am Anfang nur eine erste Indikation.
  • Ich hab auch häufig mehr als 4 Stunden pro Tag gemacht, um richtig reinzukommen. Je nachdem, was ihr für Typen seid, würde ich das nicht generell komplett ausschließen.
  • Ich würde mir für den Kurs auch einen Ort aussuchen, an dem ihr euch wohlfühlt. Ich war noch nicht in Mexiko City und fahre erst im März dahin. Hab eigentlich gehört, dass es eine coole Stadt sein soll. Vielleicht gibt es ja da auch schöne Viertel? Seid ihr denn Stadtmenschen? Ansonsten würde ich wie von karoshi vorgeschlagen, was im Umkreis von Mexiko City suchen. Ob ihr jetzt gleich in Mexiko City Kurs macht oder erst mal die ersten Tage dort so verbringt und erst im nächsten Ort Kurs macht, macht ja eigentlich keinen großen Unterschied.
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karoshi

« Antwort #4 am: 27. September 2019, 09:46 »
Ach ja, noch was: Wenn Ihr für den Kurs nur ein einziges Buch kauft, dann die Verbtabellen von PONS oder Langenscheidt. Unverzichtbar, um unregelmäßige Verben zu pauken. Das hebt Euer Spanisch in kurzer Zeit auf ein neues Level.
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Marla

« Antwort #5 am: 27. September 2019, 09:52 »
Mir ist noch was eingefallen bzgl. Level. Falls ihr euch dafür entscheidet, vorab online zu buchen - karoshi hat natürlich vollkommen recht, vor Ort ist es meistens günstiger, aber vielleicht seid ihr ja auch so wie ich und wollt sowas gerne vorher geklärt haben :) - dann müsst ihr meistens ein Level angeben. Das ist aber völlig unverbindlich! Ihr macht trotzdem immer vor Ort einen Einstufungstest, und was da rauskommt, ist entscheidend und nicht, was man vorher angegeben hat. Das ist nur in der Theorie dafür da, dass die Schulen besser planen könnten (aber eigentlich unnötig, weil eh alles völlig dynamisch ist mit Leuten, die spontan auftauchen oder früher wieder aufhören).
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Marla

« Antwort #6 am: 27. September 2019, 10:01 »
Es spricht auch viel dafür, zu einem späteren Zeitpunkt noch mal einen kurzen Kurs zu machen, um gelerntes zu vertiefen und angewöhnte Fehler auszumerzen. Der sollte dann aber möglichst als Einzelunterricht stattfinden.
Auch da bin ich total bei dir. Aber gerade wenn du Anfänger (mit Vorkenntnissen) bist, gibt es nach oben noch so viel Luft, dass du auch beim zweiten Mal problemlos wieder einen Kurs machen kannst. Es gibt einfach sehr viele Leute, die Spanisch machen wollen, auf allen Niveaus (bis hoch zu C1/C2). Ich bin bzgl. Einzelunterricht etwas zwiegespalten. Ich hatte einmal einen perfekten Lehrer. Aber ich hatte auch schon welche (als Lehrer im Kurs), die furchtbar waren, mit denen ich nicht hätte allein sein wollen. Bei 1 zu 1 ist es halt noch wichtiger, dass die Sympathie stimmt und der Lehrer gut ist. Im Kurs kannst du dich auch mit anderen austauschen. Auf der anderen Seite spricht natürlich auch einiges für Einzel, weil das Niveau genau an den eigenes Level angepasst ist.
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karoshi

« Antwort #7 am: 27. September 2019, 11:00 »
In Guatemala (und in Quito auch) war es so, dass zwar jeder seinen eigenen Lehrer hatte, aber alle gemeinsam in der Schule saßen, je nach Klima und räumlichen Gegebenheiten im Garten oder in kleineren Räumen. Da gab es durchaus Austausch, und auch ein Lehrerwechsel war jederzeit möglich. Den sollte man allerdings bei Lehrern, mit denen man nicht klar kommt, auch nicht auf später verschieben. Meine eigenen Erfahrungen mit dieser Unterrichtsform sind durchweg positiv bis sehr positiv. Ich habe auch schon gehört, dass andere im Einzelfall etwas Pech hatten. Das kommt aber in praktisch jeder Schule und Schulform vor, auch zu Hause.
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weltweitnah

« Antwort #8 am: 27. September 2019, 11:41 »
Oh wow, vielen Dank für die ausführlichen Antworten! Und stimmt, dass Mexico City womöglich nicht der perfekte Ort ist, habe ich gar nicht bedacht. Wird halt der aller erste Stopp sein. :D

Dann schaue ich mich mal bisschen online um bis dahin. :)

Meint ihr denn, 1 Woche würde nicht erst einmal reichen und dann z.B. in Kolumbien noch einmal eine Woche?
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karoshi

« Antwort #9 am: 27. September 2019, 12:31 »
Ihr seid am Anfang "nur" in Mexico und fliegt dann direkt weiter nach Kolumbien? Wahrscheinlich habt Ihr dann für Mexico nur ein paar Wochen eingeplant. In diesem Fall wäre es natürlich nicht ideal, den größten Teil davon in der Schule zu verbringen.

Und stimmt, dass Mexico City womöglich nicht der perfekte Ort ist, habe ich gar nicht bedacht. Wird halt der aller erste Stopp sein. :D
Kommt Ihr denn noch mal nach Mexico City zurück? Dann könntet Ihr ja den Aufenthalt dort erst mal relativ kurz halten und gleich zu einem ruhigeren Ort weiter fahren, wo Ihr den Kurs machen könnt/wollt. Das soll aber jetzt nicht in einen Planungs-Thread ausarten. ;)

Wie dem auch sei, macht Euch vorher nicht zu viele Gedanken. Sobald Ihr die erste Woche hinter Euch habt, könnt Ihr ganz gut einschätzen, wie Ihr mit Eurem Spanisch klar kommt, und ob Euch dann nach Weiterreise oder mehr Kurs ist.
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