Thema: Südeuropäische Erkundungen: Süditalien und Inselhopping in Griechenland  (Gelesen 1408 mal)

GschamsterDiener

Ich halte weiterhin wacker an meinem Vorsatz fest, dieses Jahr nicht krampfhaft in neue Länder zu reisen, die mich dann nicht interessieren, sondern stattdessen die Tiefenanalyse der europäischen Vielfalt voranzutreiben. Da freuen sich auch Geldbeutel und die sicherheitsbewusste Mama.

Die kommende Reise soll mich nach Süditalien und auf ein paar griechische Inseln führen. Und das ist meine bisherige Skizze:

06.06: Früher Flug nach Mailand (bereits gebucht), Transfer nach Bergamo - Stadterkundung
07.06: Noch ein bisschen Bergamo, Flug nach Neapel
08.06-10.06: Neapel und Umgebung - Pompeii, Herculaneum, Paestum, evtl. Sorrent
11.06: Transfer nach Matera
12.06-13.06: Matera, Zug nach Bari, Abendflug nach Santorin
14.06: Santorin
15.06-22.06: Inselhopping, wobei mich folgende Inseln interessieren, ich aber nicht weiß, wie ich die am besten kombiniere bzw. welche ich auslassen sollte: Ios, Paros, Amorgos, Astypalaia
22.06: Rückflug am Abend von Athen (bereits gebucht)

Fragen zu Italien:
Geplant habe ich eine Mischung aus Kultur und Kulinarik (Pizza!). In der Früh und am Abend Besuche bei den Sehenswürdigkeiten. Dazwischen erholen, essen und evtl. 1-2 Museen. Ich bin hier eigentlich guter Dinge. Wohnen möchte ich in Neapel in der Nähe des Hauptbahnhofes, um von dort rasch zu den gut erschlossenen Sehenswürdigkeiten im Umkreis zu gelangen.

Konkrete Fragen habe ich keine, aber: Hätte jemand wertvolle Tipps und Ergänzungen für Restaurants und Sehenswürdigkeiten? Gäbe es z.B. so etwas wie eine Bootstour entlang der Amalfiküste, bei der man schön fotografieren kann?

Fragen zu Griechenland:
Die Ziele sind ähnlich gesteckt wie in Italien: Früh und spät die paar Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte abklappern, dazwischen (am Pool) relaxen. Allerdings bereitet mir die Planung etwas Kopfweh, denn: Wie soll ich die Inseln, die ich mir ansehen möchte, am besten verbinden? Nicht alle Inseln sind per Fähre mit allen Inseln verbunden, dazu fahren viele Fähren nicht täglich - dazu kommt noch die Unsicherheit des Wetters.

Ich hätte mir folgende Varianten überlegt:
1. (14.06) Santorin ==> (15.06-16.06) Ios ==> (16.06-18.06) Paros ==> (18.06-19.06) Amorgos ==> (19.06-21.06) Astypalaia ==> Nachtfähre nach Piräus
2. (14.06) Santorin ==> (15.06-16.06) Ios ==> (17.06-18.06) Amorgos ==> (19.06-20.06) Astypalaia ==> (21.06) Paros ==> (22.06) nach Piräus

Die Fragen wären:
1. Wie kann ich meine Inseln am besten kombinieren? Welche der 4 Nicht-Santorin-Inseln könnte ich am ehesten streichen? Gleichen sich die Inseln evtl., wodurch ich nicht jede ansteuern muss? Ich bin irgendwie auf Astypalaia fixiert, aber ist die Insel den logistischen Aufwand (keine täglichen Fähren) überhaupt wert?
2. Wie funktioniert es mit dem Transport auf den Inseln? Fahrrad, Roller, Bus? Leihe ich den Roller direkt am Hafen oder lieber in der Unterkunft? Wie steht es mit der Abzocke von Touristen?
3. Muss ich Fährtickets vorreservieren oder kann ich spontan buchen? Welche Seite im Internet hat die aktuellsten Informationen zu Fährverbindungen?
4. Ist mein Plan überhaupt realistisch? Weitere Tipps?

Danke!
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Derevaja

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Verfügbarkeit und Pünktlichkeit der Fähren und teilweise auch der Flüge zwischen den Inseln sehr wetterabhängig sind und man entsprechend eher mit +/- 1 Tag für Transfers planen sollte. Fähren würde ich ein paar Tage vorher reservieren (zB ferries.gr). Vor Ort kann man normalerweise Roller oder Autos (durch die Vermieter zB) recht günstig mieten. Touristenabzocke habe ich nicht erlebt aber Taxi von Santorini Flughafen one way = Automiete pro Tag ;) Ansonsten würde ich noch Milos empfehlen und evtl ist bei den Inseln weniger mehr :)
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karoshi

Gäbe es z.B. so etwas wie eine Bootstour entlang der Amalfiküste, bei der man schön fotografieren kann?
Gibt es definitiv von Sorrent aus. Oder Du fährst halt mit dem Bus. Die Strecke ist spektakulär.
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Beate

"""und Kulinarik (Pizza!)"""

Hehehe, Italien besteht doch nicht nur aus Pizza. Und wir haben festgestellt, dass es überall in Deutschland bessere Pizzen gibt als in Italien. Dafür gibts in Italien Gerichte, von denen Du in Deutschland noch nie was gehört hast. Und die SCHMECKEN!!!!

Beate
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globetrotter85

Wo wirst Du denn die Übernachtungen buchen. Für die Analyse der europäischen Analyse wäre es doch interessant die eine oder andere Übernachtung per AirBnB oder ähnliches zu buchen.
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GschamsterDiener

Wo wirst Du denn die Übernachtungen buchen. Für die Analyse der europäischen Analyse wäre es doch interessant die eine oder andere Übernachtung per AirBnB oder ähnliches zu buchen.

verstehe den Zusammenhang nicht; ich werde über booking buchen
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globetrotter85

Na ja, wenn man bei Privatleuten bucht ist man ja mehr an der lokalen Kultur und im richtigen Leben als wenn man in Pensionen oder gar Hotels eincheckt. Das kann man ja bei Booking auch...
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GschamsterDiener

Na ja, wenn man bei Privatleuten bucht ist man ja mehr an der lokalen Kultur und im richtigen Leben als wenn man in Pensionen oder gar Hotels eincheckt. Das kann man ja bei Booking auch...

Ich befürchte, du hast eine zu romantische Vorstellung davon, wie AirBnB meistens funktioniert.
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globetrotter85

Ja, da hast Du wahrscheinlich recht  :-[

WIe auch immer, tolle Idee quer durchj Europa zu reisen und, wie Du es nennst die
"Tiefenanalyse der europäischen Vielfalt" voranzutreiben.

Nur diese Art von Reisen kann meiner Meinung nach helfen Europa weiter zusammenzubringen.
Gerade heutzutage leider wichtiger denn je...
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GschamsterDiener

Nur diese Art von Reisen kann meiner Meinung nach helfen Europa weiter zusammenzubringen.
Gerade heutzutage leider wichtiger denn je...

Ich befürchte, du unterschätzt, wie asozial ich beim Reisen bin.  ;)

Ich bin schon froh, wenn ich die Welt mit meinen Reisen nicht signifikant schlechter mache. Aber eigentlich ist mir das auch wieder egal.
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GschamsterDiener

Kurze Nachbereitung:

Die Strecke hat am Ende so ausgesehen: Bergamo (1 Nacht) - Neapel und Umgebung (4N) - Matera (2N) - Santorini (3N) - Ios (2N) - Paros (2N) - Syros (1N) - Athen (1N)

ITALIEN

Bergamo: Eine schöne italienische Stadt, nicht übermäßig touristisch, mit spektakulär gelegenen Altstadt mit üblicher kultureller Ausstattung. Der eine Tag hat mir zur Erkundung gereicht.

Neapel und Umgebung: Die Stadt ist schmutzig und wild und bietet mehr, als ich mir erwartet habe (ich habe mir einen Transporthub erwartet; sprich: die Erwartungen waren nicht so hoch gesteckt), leider auch deutlich mehr Touristen. Irgendwelche Highlights fallen mir hier nicht wirklich ein. Der Fokus lag aber eh mehr auf den täglichen Ausflügen in die Archäologie. Pompei: Ein riesiges Gelände, leider in Summe ziemlich fad. Herculaneum: Gilt als "kompaktes, besseres Pompei", hat mich am Ende aber auch nicht wirklich gekickt - genauso wenig wie die römische Villa Oplontis. Was mir wiederum recht gut gefallen hat: Paestum, ca. eine Zugstunde südlich von Neapel, bietet drei sehr gut erhaltene griechische Tempel ohne Touristenmassen. An diese Exkursion habe ich einen Ausflug entlang der Amalfiküste angehängt: mit dem Zug von Paestum nach Salerno, von dort mit dem Boot nach Amalfi, von dort mit dem Boot nach Sorrent, von dort mit der Metro zurück nach Neapel. Die Amalfiküste, insbesondere die beiden Dörfer Amalfi und Positano, ist sehr schön, leider aber vor allem von alten amerikanischen Touristen überrannt. Trotzdem ein Highlight, und im Nachhinein hätte ich mir hier mehr Zeit gewünscht.

Matera: Schöne, vertikal angelegte historische Stadt mit vielen photogenen Perspektiven. Ist dieses Jahr Kulturhauptstadt und folglich recht voll.

GRIECHENLAND
Anscheinend wollen alle Amerikaner an die Amalfiküste und nach Griechenland.

Santorini: Ganz, ganz schlimm. Kreuzfahrt-, Bus-, Instagramtourismus, befeuert von den immergleichen 3-4 HDR-Fotoperspektiven. Die Hauptattraktionen (Fira, Oia) sind Shopping Malls mit schöner Aussicht. Dichter Verkehr, regelmäßiges Überholtwerden von Bussen voller chinesischer Reisegruppen. Ich konnte nicht schnell genug weg nach..

Ios: Gilt als Partyalternative zu Mykonos, ich war dann aber sehr positiv überrascht. Low key, günstig, ruhig, mit einer sehr schön gelegenen Hauptstadt mit tollen Aussichten. Das Publikum jünger und auch hier US-lastig - allerdings ohne unangenehm aufzufallen. Wenn es hier Parties und Gelage geben soll: ich habe davon nichts mitbekommen.

Paros: Vom Popularitätsgrad irgendwo zwischen Santorini und Ios. Zwei größere, klassisch geweißte Touristenhubs und drumherum zig Möglichkeiten, ruhigere Strandabschnitte zu finden. Auf der Nachbarinsel Antiparos hat sich Tom Hanks ein Haus gekauft, weil es hier genauso langweilig zugeht wie in seinen Filmen (nur halt ohne den groß erhobenen moralinsauren Zeigefinger). Für Strandurlaubsanalphabeten wie mich waren zwei Tage zwei Tage zu viel. Paros hätte ich im Nachhinein ausfallen lassen sollen.

Syros: Mein Favorit. Die Insel ist per Fähre nicht so gut erschlossen. Kaum Touristen und entsprechend ruhig. Das überrascht, denn die Hafenstadt bietet spektakuläre Aussichten und pastellfarbene Architektur. Ansonsten das übliche schreckliche griechische Essen und streunende Katzen, die nichts mit mir zu tun haben wollen. Mit einem Tag mehr hätte ich mir gerne auch das Hinterland gegeben, aber die unregelmäßigen Fährverbindungen zwangen mich zu früherer Abfahrt nach Athen, um meinen Heimflug nicht zu gefährden.

Fazit: Eine Reise, die mich mal wieder darin bestätigt hat, dass ich mit Strandurlaub nicht kompatibel bin. Da Strandurlaub aber ein essenzieller Bestandteil griechischer Inseln ist, war das Ergebnis etwas durchwachsen, sprich: ich habe den Heimflug herbeigesehnt. Ich befürchte, in Zukunft muss ich wieder zu den komplizierteren Destinationen zurückkehren.
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Marla

Auch dieser Bericht hat mir bei meiner Italien-Route geholfen, denn Matera und Paestum z.B. hätte ich sonst wohl nicht auf dem Schirm gehabt. Also vielen Dank auch an dich :)
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