Thema: Kolumbien mit Baby, im November  (Gelesen 1277 mal)

santiago

« am: 10. März 2019, 11:15 »
Hallo zusammen,

Als stolze, und reisefreudige, Eltern einer momentan 6 Wochen alten Tochter, kreisen unsere Gedanken im Moment auch um eine gemeinsame Reise. Im November werden wir ein Monat gemeinsame Karenz (Elternzeit) haben. Und unsere Wahl ist momentan nach erster Recherche auf Kolumbien gefallen. Dann wird unsere Tochter 10 Monate alt sein.

Kolumbien ist es jetzt einmal geworden...
...weil wir eine deutsch-spanisch sprachige Familie sind und uns somit Kultur und Sprache beiden bestens vertraut sind. Wir können daher Land und Leute ganz gut einschätzen, und uns in jeder Situation perfekt verständigen.
...ich schon in Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien, (und überall in Mittelamerika inkl. Mexico war)
...alle unglaublich von Kolumbien schwärmen
...weil es ein vielfältiges Land ist, das einen für uns interessanten Mix aus landschaftlich attraktiv, Kultur, interessanter Geschichte, Kolonialstädten, etc. bietet.
...unser anderer Favorit Neuseeland im November wohl zu kalt ist, oder? Eine weitere Option wäre dann noch Mexico, oder Argentinien/Chile.

Ein(zig) kritischer Punkt sind natürlich die Impfungen. Deshalb haben wir uns eine Art "Anti-Moskito" Route vorgestellt. Also möchten wir die Küste bzw. gefährdete Regionen meiden.

Nun, wer war schon in Kolumbien? Und ist die Reiseidee nachvollziehbar?
Was lässt sich im November in Kolumbien gut machen, was nicht? Welche Regionen sind auf so einer Anti-Moskito Route zu empfehlen?

Wir sind gespannt auf eure Antworten, und ob wir dann die Kolumbienidee verwerfen (und uns nach Alternativen (Argentinien/Chile, Mexico?) umschauen), oder weiterdenken können ;-)

Liebe Grüße,
santiago

PS: Eine Bitte: Die Diskussion zum Thema "Aber in Österreich oder anderswo in Europa ist es doch auch schön, warum müsst ihr mit einem Kleinkind so weit reisen" darf gerne woanders geführt werden, nicht hier.
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BeenAroundTheWorld

« Antwort #1 am: 10. März 2019, 11:40 »
Herzlichen Glückwunsch zum Töchterchen!
Ich kann Kolumbien wärmstens empfehlen. Waren letztes Jahr im Rahmen der Elternzeit fast 2 Monate in Kolumbien mit 2 Kids (damals 3 Jahre bzw 6 Monate alt). Wir haben uns auf Medellin und Santa Marta konzentriert. Wollten eigentlich noch in die Kaffezone, fanden es aber in Medellin viel zu cool und haben entsprechend verlängert. Bei Bedarf gerne mehr Infos.
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santiago

« Antwort #2 am: 10. März 2019, 12:26 »
Herzlichen Glückwunsch zum Töchterchen!
Ich kann Kolumbien wärmstens empfehlen. Waren letztes Jahr im Rahmen der Elternzeit fast 2 Monate in Kolumbien mit 2 Kids (damals 3 Jahre bzw 6 Monate alt). Wir haben uns auf Medellin und Santa Marta konzentriert. Wollten eigentlich noch in die Kaffezone, fanden es aber in Medellin viel zu cool und haben entsprechend verlängert. Bei Bedarf gerne mehr Infos.

Danke.
Das klingt ja super, genau nach solchen Erfahrungen hab ich gesucht. Da würden uns natürlich ausführlichere Infos sehr interessieren. Warts ihr dann "nur" in Medellin und Santa Marta und habt dort in den Städten (Appartment?) gelebt? Hattet ihr einen Mietwagen, mit dem ihr die Region erkundet habt?

Zu welcher Jahreszeit wart ihr dort? In Santa Marta, sprich an der Küste, seid ihr ja scheinbar auch länger geblieben. Wie habt ihr das mit Mosquitos / Impfungen (besonders beim 6 Monate alten Kind) gehandhabt? (Ich lass mich natürlich von Ärzten auch noch beraten, mich interessiert aber euer Zugang, Umgang vor Ort auch).

Was war einfach, was schwierig mit den kleinen Kindern, Wo hat euch was besonders gut gefallen, Was hat euch gar nicht gefallen? Was hättet ihr gerne vor der Reise schon gewusst?

Viele Fragen...Und ich (wir) danken dir jetzt schon seehr im Voraus für deine Antworten ;-)
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Knud65

« Antwort #3 am: 10. März 2019, 15:15 »
Auch von meiner Seite Glückwunsch zum Nachwuchs.

Ich war im Dezember/Januar 2018/19 in Kolumbien und nachdem ich anfänglich etwas skeptisch gewesen bin, war ich total positiv überrascht. Hatte ich ein wenig Sorgen wegen der Sicherheit, aber das war überhaupt kein Problem. Gereist bin ich mit dem öffentlichen Bus und kann das nur empfehlen.

Mit Mücken habe ich eigentlich nur in Minca gehabt, ansonsten haben mich die Plagegeister zum Glück in Ruhe gelassen. Meine Reiseroute war:

Bogota
Vila de Leyva
Barichara
Santa Marta
Nationalpark Tayrona
Minca
Palomino
- Camarones
Santa Marta
Cartagena
Medellin
Jerico
Jardin
Salento
Villavieja
San Augustin
Popayan
Cali
Pasto

Außer von Cartagena nach Medellin bin ich alles mit dem Bus gefahren. Cartagena - Medellin war der Flug günstiger als der Bus, so dass ich geflogen bin. Medellin und Palomino haben mir persönlich nicht zugesagt und ich bin recht schnell wieder verschwunden. Dafür hat mir Jerico und Jardin sehr gut gefallen und kann ich gut weiterempfehlen, aber eigentlich ist es unfair Orte hervorzuheben. Insgesamt war ich 44 Tage in Kolumbien und habe von dort nach Ecuador übergesetzt.


Solltet Ihr mehr Informationen brauchen, bitte Bescheid geben.

Gruss
Knud
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Vombatus

« Antwort #4 am: 10. März 2019, 17:29 »
... Als stolze, und reisefreudige, Eltern einer momentan 6 Wochen alten Tochter ...

Gratulation, Glückwünsche und tolle Familienreisezeit.
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BeenAroundTheWorld

« Antwort #5 am: 11. März 2019, 10:19 »
Genau, wir haben uns Airbnbs in den Städten gemietet und hatten keinen Mietwagen, sondern haben alles mit Taxis gemacht. Wir waren nur in Medellin und Santa Marta, mit mehreren Ausflügen in die Umgebung. Wir waren im Februar/März dort.
Bzgl Impfungen haben wir nur die Standardimpfungen, die wir auch für Deutschland brauchen, machen lassen, auch für die Kinder. Nach unseren Recherchen ist Santa Marta malariafrei. Wie auch bei Knud haben wir lediglich in Minca Mücken gehabt, dafür hatten wir aber Moskitospray bzw für die Kinder die Creme (gibt es bei DM).
Insgesamt empfanden wir Kolumbien als sehr einfach zu bereisen mit Kindern. Alle sind unglaublich kinderfreundlich. In den großen Städten gibt es genügend große Supermärkte mit westlichem Standard (Carulla/Exito). Windeln und Milchpulver bekommst du dort überall. Ein Tipp, den wir gerne vorher bekommen hätten: Es gibt zwar überall Gläschen mit Brei zu kaufen, aber nirgendwo!!! "herzhafte", also mit Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Reis, Nudeln etc. Wir haben ausnahmslos nur Obst- und gelegentlich Gemüsebrei gefunden. Unten noch ein paar Infos zu Medellin und Santa Marta.

In Medellin waren knapp 3 Wochen in El Poblado, das würde ich als "gehobenes" Wohnviertel mit viel Entertainment, ie Cafes, Bars, Restaurants, Boutiqen, Malls etc beschreiben. Relativ viele Expats. Wir haben, nachdem wir zu diesem Zeitpunkt bereits einige Wochen unterwegs waren und unser Sohn wieder resozialisiert werden musste, für die 3 Wochen einen Kindergartenplatz für ihn in Medellin organisiert ;-) (er versteht/spricht spanisch). Dh wir waren vormittags mit unserer 6 monatigen Tochter unterwegs, mit Trage und/oder Kinderwagen. Haben daher die fantastische Cafe-Kultur in Medellin genossen. Auch mit beiden Kindern konnten wir die Stadt gut erkunden. Ihr solltet beachten, dass Bürgersteige teilweise einen halben Meter hoch sind, wenn vorhanden. So richtig Kinderwagenfreundlich ist die Stadt nicht. Wir sind überall mit Taxi hin, natürlich sind keine Kindersitze vorhanden. Mit Trage incl. Kopfhalterung war das mit der Kleinen aber ok. Für weitere Ausflüge, z.B. Guatape, haben wir uns einen Fahrer mit Auto organisiert. Hatten also keinen Mietwagen. Für uns war Medellin ein absolutes Highlight, dynamisch Stadt mit wunderschönem Umland und mit einer der besten Gastroszenen, die ich kennenlernen durfte.
In Santa Marta waren wir knapp einen Monat in einem AirBnb direkt am Strand von El Rodadero, angeblich das "Miami von Südamerika", wobei ich es eher als "El Arenal von Südamerika" beschreiben würde. Die Stadt gewinnt sicherlich keinen Architekturpreis und der Strand wird sich auch nicht in den Top 10 Beaches bei Conde Nast wiederfinden, aber wenn man weiß, worauf man sich einlässt ist es top. Der Strand ist recht quirlig, think Bier-, Obst- und Snack-Verkäufer überall. Kann manchmal ein wenig anstrengend sein, aber dafür bekommst du auch alles, was du dir vorstellen kannst. Es ist überraschend sauber, das Meer ist Flach wie ein Pool und sehr warm. Perfekt für Kinder. Highend Restos wie in Medellin gibt es wenige, dafür bekommst du aber hervorragenden Fisch und Meeresfrüchte (das Fleisch ist auch sehr gut). Auch hier hatten wir keinen Mietwagen sondern haben alles mit Taxi gemacht. Es gibt ein überraschend großes Aquarium für Kinder (deine Tochter ist vielleicht noch ein bisschen zu klein). Man ist in c. 15 min Santa Marta Zentrum, auch Tayrona ist nicht weit. Sehr zu empfehlen ist auch die direkt hinter Santa Marta gelegene Sierra Nevada (Minca etc). In El Rodadero gibt es so gut wie keine internationalen Touristen, dafür ist aber gefühlt halb Kolumbien dort im Urlaub. Muss man mögen, wir fanden es super!

Lass mich einfach wissen, wenn du noch Fragen Hast. Kolumbien ist auch mit Kind(ern) wirklich ein top Reiseland. 
   
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santiago

« Antwort #6 am: 11. März 2019, 17:48 »
BeenAroundTheWorld, vielen, vielen Dank für die ausführliche Antwort. Damit bestärkst du uns nur in der Idee, tatsächlich nach Kolumbien zu reisen. Wart ihr in Bogota auch? Hab nämlich in einer ersten quick&dirty Recherche gesehen, dass Flüge nach Medellín deutlich teurer sind als nach Bogota.

Und, wie war der Jetlag fürs Baby? Hat das lange gedauert?

Jetzt werden wir uns dann ganze mal die nächste Zeit überlegen, und Fragen kommen dann bestimmt, wenns wirklich gebucht ist  ;D

@Vombatus und Knud65: Danke euch für die Glückwünsche  :)
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Wolfskin

« Antwort #7 am: 24. März 2019, 12:26 »
Ich würde jedenfalls die Höhenlage berücksichtigen, die für ein Baby möglicherweise nicht so optimal ist.
Wenn dann Strand, aber da gibt es dann auch manche Einschränkungen.

Neuseeland im November, also Frühling. Auf der Nordinsel schon ideal zum Reisen, nur Baden ist noch zu kalt.
Dafür weniger Touristen und noch keine Ferien. Neuseeland ist derzeit in der Saison ziemlich voll. Viele Asiaten!
Die Südinsel, insbesondere im Westen, kann aber noch ungemütlich windig sein.

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santiago

« Antwort #8 am: 25. März 2019, 08:00 »
Ich würde jedenfalls die Höhenlage berücksichtigen, die für ein Baby möglicherweise nicht so optimal ist.
Wenn dann Strand, aber da gibt es dann auch manche Einschränkungen.

Neuseeland im November, also Frühling. Auf der Nordinsel schon ideal zum Reisen, nur Baden ist noch zu kalt.
Dafür weniger Touristen und noch keine Ferien. Neuseeland ist derzeit in der Saison ziemlich voll. Viele Asiaten!
Die Südinsel, insbesondere im Westen, kann aber noch ungemütlich windig sein.

Danke. Medizinische Fragen (Höhenlage, Impfungen) werden natürlich im Vorfeld der Buchung mit Kinderarzt und Tropenmediziner abgeklärt.
Die momentane Idee ist eine Reise in mittlerer Höhenlage, um den Mücken zumindest größtenteils zu entgehen. Und dann noch ein kürzerer Aufenthalt an der Küste in Malariafreien Regionen.

NZE: Naja, die Kosten sind deutlich höher. Und, so viel an der Küste zu sein, ohne Baden zu können, ist nicht so spannend finden wir.
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Wolfskin

« Antwort #9 am: 27. März 2019, 14:09 »
NZE: Naja, die Kosten sind deutlich höher. Und, so viel an der Küste zu sein, ohne Baden zu können, ist nicht so spannend finden wir.
Nun, da es im Eingangsposting erwähnt war, habe ich meine Meinung abgegeben.
Aber sicher, Aotearoa ist derzeit ziemlich teuer, aber trotzdem traumhaft. Insbesondere die Strände an der Nordspitze sind schon sehr verlockend. Würde ich auf alle Fälle im Auge behalten, solange man noch nicht auf die Schulferien angewiesen ist.
Wir waren vor Schulbeginn noch in Südafrika (Garden Route, Kap Region) und Mauritius und war völlig unproblematisch.
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santiago

« Antwort #10 am: 24. Juli 2019, 08:48 »
Wir habens getan! Flüge sind gebucht. Kommen Ende Oktober in Medellin an, und fliegen ca. 3 Wochen später aus Bogota wieder zurück nach Wien! Vorfreude ist riiiesig!
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Knud65

« Antwort #11 am: 26. Juli 2019, 16:23 »
Viel spaß und geniesst es!
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