Thema: Äthiopien Visa-Problem: was tun?  (Gelesen 2480 mal)

GschamsterDiener

« Antwort #15 am: 13. März 2019, 10:43 »
Aber im Endeffekt überwiegt gerade die Vorfreude, Äthiopien früher als geplant verlassen zu können. Sind etwas "done" mit dem Land. Mehr als 3 Wochen würde ich niemandem empfehlen. Dazu aber gern an anderer Stelle mehr, das passt hier nicht rein ;)

Da bin ich schon sehr gespannt. Ich habe auch irgendwie das Gefühl, dass das Land zu bereisen recht nervig sein dürfte, weswegen ich trotz großen Interesses geplante Äthiopientrips bereits 3x verschoben habe. Ich nehme mal an: Schlechte Preis/Leistung, Bettelei, Touristenabzocke?
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1886

« Antwort #16 am: 13. März 2019, 13:16 »
Aber im Endeffekt überwiegt gerade die Vorfreude, Äthiopien früher als geplant verlassen zu können. Sind etwas "done" mit dem Land. Mehr als 3 Wochen würde ich niemandem empfehlen. Dazu aber gern an anderer Stelle mehr, das passt hier nicht rein ;)

Da bin ich schon sehr gespannt. Ich habe auch irgendwie das Gefühl, dass das Land zu bereisen recht nervig sein dürfte, weswegen ich trotz großen Interesses geplante Äthiopientrips bereits 3x verschoben habe. Ich nehme mal an: Schlechte Preis/Leistung, Bettelei, Touristenabzocke?

Interessant wie verschieden die Empfindungen sind. Ich habe damals mein 3-monatiges Visum um einen Monat verlängert und möchte das Land früher oder später nochmals intensiv besuchen.  :)
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dirtsA

« Antwort #17 am: 13. März 2019, 13:58 »
@1886
Tatsächlich interessant...
Für uns das schlimmste "Hassle"-Land allerzeiten. Man kommt nie zur Ruhe. V.a. wenn man als Backpacker individuell unterwegs ist. Die Tour-Touristen finden es alle toll hier - klar, die folgen dem Guide, der ihnen alle nervigen Leute vom Hals hält.
Aber ich werde demnächst einen Thread zu Äthiopien aufmachen und da mehr zu unseren Erfahrungen schreiben. Würde mich freuen, wenn du dann auch deine Sicht schilderst - würde mich nämlich wirklich interessieren! Ist ja auch gut so, dass jeder alles immer etwas anders empfindet :)

Nicht falsch verstehen: wir fanden es ein sehr interessantes Land mit vielen tollen Highlights. Nochmal muss ich aber wirklich nicht hin. Und als normalen Urlaub zwischen der Arbeit würde ich es nicht machen, wenn dann nur als Tour (obwohl ich Touren sonst hasse). Sonst kommt man ja total kaputt heim und kann sich erst mal krank schreiben lassen...

@GschamsterDiener
Preis-Leistung ist schon ok, wenn es nicht um touristische Sachen (Touren, Eintritte) geht.
Bettelei, ja täglich, meistens aber nach deinem kurzen "no sorry" oder ignorieren vorbei. Hier in Harar allerdings extrem aggressive Bettelei, die sind hier auch alle auf Drogen, da kriegt man teilweise schon Angst, weil gefühlt unberechenbar. Das hatten wir aber nur in Dire Dawa und Harar.
Touristebabzocke - ja, extrem. Alles, wo abgecasht werden kann, ist extrem teuer. Lalibela 50 USD ist extrem gemessen daran, was sonst Dinge kosten, und dass man es an einem dreiviertel Tag sehen kann. Wenn ich dem gegenüber Angkor Wat stelle, wo man echt 3 Tage früh bis spät beschäftigt sein kann... ::)
Jeder will die ganze Zeit was von einem. 99% der freundlichen Gespräche enden in einer harrschen Forderung nach Geld, oder dass man den Typ als Guide buchen soll. Man will schon gar nicht mehr ins Gespräch kommen, weil es jedes Mal in einer Enttäuschung endet.
Manchmal wird man richtig verfolgt von Guides und Scouts, die sich einem richtig aggressiv aufzwingen wollen.
Die Menschen sind hier halt überhaupt nicht schüchtern, sondern sehr sehr fordernd direkt. V.a. die Jungs im Teenager-Alter können dann evtl auch mal gefährlich werden. Hatten eine Situation mit 2 Teenagern, niemand anders um uns, die dann kopfgroße Steine aufgehoben haben, nachdem wir ihren Forderungen nach Geld nicht nachgekommen sind. Da musste ich das Hany rausholen und androhen, die Polizei zu rufen. Dann waren die auf einmal ganz klein und fast den Tränen nahe. Hier werden Leute nämlich selbst bei kleinen Vergehen gleich mal ein paar Wochen eingesperrt und Gefängnis hier ist wohl Horror. Daher ist die Drohung mit der Polizei ein letztes gutes Mittel.
Man kommt einfach nicht zur Ruhe... Verbringt man einen Tag in einem Bus, total eingequetscht, nach 30min Fahrt kotzen neben einem für die nächsten 9 Stunden durchgehend alle... Kommt total k.o. an im Hotel, Zimmer gezeigt etc. Will unter die Dusche. Kein Wasser. Zur Rezeption...alle unfähig und unwillens irgendwas zu machen. Wasser vielleicht in 20min. Bis zum Checkout aber im Endeffekt kein Wasser. Geld wurde gleich am Beginn eingefordert, zurück gibts keins. Alle lachen einen nur aus. Der Manager wird wohl angerufen, traut sich aber nicht mit einem zu reden. Etc pp.
Zweiter Fall... Busstation (die schlimmsten Orte in Äthiopien). Man sagt, wo man hin will, wird zu einem Minibus gezerrt, der Rucksack wird einem vom Rücken gerissen. Preisdiskussion. Abfahrt. Nach 10min Fahrt stoppt der Minibus irgendwo und kassiert. Auf einmal will er nochmal doppelt so viel fürs Gepäck haben, man beißt sich in den A..., dass man das diesmal vorher nicht klar gestellt hat, dass Gepäck inklusive ist (ist es immer, aber die wollen einen halt besch...). Erst Weigerung, zu bezahlen, Gepäck wird wieder vom Dach geschmissen, man soll raus aus dem Minibus. In die Pampa. Einigt sich dann darauf ein bisschen was zu bezahlen... 10km außerhalb des Endziels auf einmal Stopp. Außer uns beiden niemand mehr im Minibus. Endstation, der Fahrer hat keinen Bock mehr, wir sollen mit dem Taxi weiter. Gepäck ist schon vom Dach bevor man bis 3 zählen kann und quasi ins überteuerte Taxi verfrachtet. Der Minibusfahrer arbeitet natürlich mit der Taximafia zusammen. Nach erzwungener überteuerter Taxifahrt Ankunft kaputt im Hotel, wie zB oben beschrieben...
Es nimmt hier einfach kein Ende. Man muss in jeder Minute aufpassen, dass man nicht beschi... wird. Alles doppelt und dreifach kontrollieren. Ob der Minibus direkt ist, ganz in die Stadt fahrt, das Gepäck inklusive ist, im Hotel alle Wasserhähne checken, darauf bestehen erst beim Checkout zu bezahlen,........

Die Leute, die "gut" bzw ok verdienen und nichts mit Tourismus zu tun haben bzw nicht nur auf Touristen angewiesen sind (zB gut laufendes lokales Restaurant) sind meistens sehr freundlich. Nur hat man mit denen nicht so viel zu tun, wie mit denen, die im Tourismus arbeiten natürlich ;)

In Dire Dawa und Harar kommen wie gesagt die Leute auf Drogen (Khat) dazu. Außerdem waren das außerhalb von Delhi bisher die einzigen Städte, wo ich mehrmals begrapscht wurde. Hab in den letzten 2 Tagen einige Ohrfeigen verpasst und Leute angebrüllt wie noch nie im Leben. Tja... allein als Frau würde ich niemals in die Gegend. Rest von Äthiopien bzw wo wir waren, war aber kein Problem was das betrifft.

So, jetzt habe ich meinen Thread doch noch missbraucht und einiges geschildert ::)
Mehr dazu aber dann wirklich in einem eigenen Äthiopien Thread, wo ich - versprochen - auch positiv berichten werden :)
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GschamsterDiener

« Antwort #18 am: 13. März 2019, 14:14 »
Puh, was für eine Katastrophe. Ich habe auch mehrmals gelesen, dass sich das Land, seitdem es vom Tourismus entdeckt worden ist, leider ins Negative entwickelt hat. Bin auf deine restlichen Ausführungen sehr gespannt.
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Kama aina

« Antwort #19 am: 13. März 2019, 17:43 »
Ich bin auch sehr gespannt!
Ich denke, dass ich Äthiopien dann wohl mal mit einer Reisegruppe machen muss!

Nach deinen Schilderungen wäre ich schon längst im Gefängnis, Tot oder zumindest auf der Flucht! >:(
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dirtsA

« Antwort #20 am: 13. März 2019, 18:12 »
Haha, naja ihr müsst auch verstehen, dass diese Schilderung jetzt aus einer angesammelten Genervtheit entstanden ist, die sich in den letzten 3 Tagen durch die Druggies und Grapschereien noch verstärkt hat. Gerade vorhin packt mich einer von hinten im (nicht starken, aber trotzdem) Würgegriff. Naja, könnt euch den Schreck vielleicht vorstellen. Halt auch wieder so ein Obdachloser Drogensüchtler, der wenn überhaupt noch 10% auf dieser Welt ist... ::) Was will man machen, aus Schreck anschreien, wenn man schnell genug ist eine runter hauen, es ändert den Typen halt nicht...
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Kama aina

« Antwort #21 am: 13. März 2019, 21:03 »
... ich wäre definitiv im Gefängnis ...  >:(

Bin echt auf deinen Bericht gespannt, wenn du wieder genug Zeit in angenehmer Umgebung hattest!
Hoffe du findest schnell wieder deine Entspannung! Ist ja echt niemandem zu Wünschen!
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MasterM

« Antwort #22 am: 14. März 2019, 04:16 »
Wow, heftige Stories. Das schmaelert meine Lust auf Ethiopia doch sehr. Astrid, du warst doch mit deinem Freund zusammen unterwegs, richtig? Stoert das die Grapscher nicht? Geben die einfach keinen F*ck, ob der Boyfriend daneben steht?

Ich will auch mit meiner Freundin verreisen und hatte geplant zumindest eine Woche in Aethiopien zu bleiben. Das hat primaer das Ziel das/ die Visa fuer sie zu organisieren. Addis will sich als Visa-Hub fuer das restliche Afrika positionieren.

Wie war es denn in Addis gewesen? Kommen die Leute da klar? Kann man ein paar interessante Tage in der Stadt verbringen? Vllt mit Markt und anderen kleinen Sehenswuerdigkeiten? Wir wuerden von Addis dann nach Nairobi fliegen (hoffentlich nicht mit der Boing Max XXX), um dann von dort aus unsere Safari zu starten. Ein paar ruhige Tage vorher in Addis waeren deshalb nicht verkehrt, waehrend wir auf das/ die Visa warten.

Gruss,
MasterM
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Wolfskin

« Antwort #23 am: 14. März 2019, 09:21 »
Nun, wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. ...  ;)
Prima, dass das Problem mit dem Visum geklärt ist, denn das hätte auch unangenehm werden können.

Zitat
Man kommt einfach nicht zur Ruhe... Verbringt man einen Tag in einem Bus, total eingequetscht, nach 30min Fahrt kotzen neben einem für die nächsten 9 Stunden durchgehend alle... Kommt total k.o. an im Hotel, Zimmer gezeigt etc. Will unter die Dusche. Kein Wasser. Zur Rezeption...alle unfähig und unwillens irgendwas zu machen. Wasser vielleicht in 20min. Bis zum Checkout aber im Endeffekt kein Wasser.

Kollektives Kotzen haben wir auch auf der Fähre von Sansibar nach Daressalam erlebt. Afrikaner scheinen da besonders anfällig zu sein.
Also das mit dem Wasser ist auch in anderen Ländern nicht so selten! Was soll die Rezeption machen, wenn das Wasser ausbleibt? Bin auch schon eingeseift unter der Dusche gestanden und das Wasser war aus. 8)

Ich war noch nicht in Äthiopien und plane es derzeit auch nicht. Auch keinen Stoppover in Addis beim geplanten Flug zu den Victoria Falls. Addis Abeba scheint nicht wirklich interessant zu sein.

Das beschriebene Bettlerei Szenario erinnert mich an Marrakesch und einige andere Städte in Marokko. ;D
Kann aber die Menschen auch irgendwie verstehen! Trotzdem möchte ich meine Afrika-Reisen nicht missen.


 
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dirtsA

« Antwort #24 am: 14. März 2019, 10:23 »
@MasterM
Ich muss nochmal deutlich klarstellen, dass das mit dem Grabschen wirklich nur in Dire Dawa und Harar passiert ist. In Addis und im Norden würde das denke ich nicht passieren. Die Stimmung war in den 2 Städten einfach anders, wie gesagt auch viele drogensüchtige Obdachlose. Die bekommen ja noch nicht mal mehr mit, dass mein Freund dabei ist... :-\ Immer nebeneinander gehen geht in dem Chaos auch gar nicht so leicht.

Addis ist eine langweilige Großstadt, wo es nicht wirklich was Sehenswertes gibt. Nichts war den Aufwand wert, alles weit verstreut. Keine Fußgänger-Stadt, Minibus-system ohne Amharisch schwer zu verstehen (ging aber irgendwie), Taxis teuer. Ist die erste Stadt, die jemand mit wenig Zeit auslässt. Eine Woche dort sehe ich als verschwendete Zeit. Gibt's keine interessantere Stadt, wo deine Freundin das Visum bekommen könnte?
Falls nein, würde ich eher schauen, dass ich mit einem privaten Fahrer ein bisschen was von Äthiopien anschaue, während ihr aufs Visum wartet. Nichts wie raus aus Addis - ist nicht gefährlich oder sonst was aber die Zeit nicht wert. Privater Fahrer, weil ihr ja ohne Pass von ihr nicht fliegen könnt im Land und die öffentlichen Busse auch manchmal ID-Checks haben. Die Touristen-Autos und -Busse dagegen nie.

Oder ihr gönnt euch halt ein schickes Hotel in Bole und hängt dort rum. Fände ich persönlich schade um die Zeit.

@Wolfskin
Einzeln wären die ganzen Vorkommnisse auch nicht so schlimm. Es geht halt so dahin, ohne Pause zum Durchatmen. Und es geht auch darum, wie mit den Dingen umgegangen wird. Im Bus wurde ohne Scham auf den Boden vor sich gekotzt, obwohl Plastiktüten verfügbar. Meinem Freund fast auf die Schuhe. Und nicht nur 1x weil's schnell hoch kam...sondern durchgehend. Die Leute sind teilweise einfach Assi.

Das Wasserproblem war ja nicht im ganzen Hotel oder der Stadt sondern unserem Zimmer. Trotz halbleerem Hotel unfähig / unwillig uns ein anderes Zimmer zu geben oder alternativ halt etwas Geld zurück.
Klar, wenn der Stadt das Wasser ausgeht, kann ein Hotel nix machen. Hatten wir auch mal und hat uns dann nur in dem Sinn genervt, dass man uns das auch beim Checkin sagen hätte können. In Asien stellen dir die Leute einen Bottich hin, bucket shower fertig. Kein Problem für uns. Hier muss man selbst rausfinden, dass sich das Problem wohl nicht in 10, 20, 30min löst und man kann Glück haben, wenn nach 5mal Nachfragen endlich mit der Wahrheit rausgerückt wird...

Wir sind ja echt nicht zimperlich, aber Äthiopien ist einfach anstrengend.

Zwecks Bettelei - kann ich auch irgendwie verstehen, allerdings die aggressive Undankbarkeit nicht. Wir geben ja gern mal was, wenn es aussieht, als ob es jemand wirklich braucht und nicht in Drogen investiert wird (und Kids geben wir natürlich nichts). Während in Indien uns immer extreme Dankbarkeit für noch so kleine Geldbeträge entgegen gebracht wurde, schauen die einen hier zornig an und fordern nach "more". Da vergeht einem die Lust...
Gleiches bei (oftmals aufgezwungenen Guides oder Scouts oder "armen" Priestern). Man gibt eh schon viel zu hohes Trinkgeld weil man keine Lust auf ewige Diskussionen hat, sprich ca. 4 Abendessen vom Wert her. Würde bei uns jemand 4x20€=80€ Trinkgeld für 15min mit der Person geben!? Sicher nicht. Hier wird die Hand aufgehalten, und nach doppelt so viel gefordert...

Es braucht echt viel bei uns, zB Indien empfanden wir als gar nicht schlimm und in Marokko nervten uns nur die Locals, die einem aufgezwungen den Weg "gezeigt" haben, selbst wenn man ihn kannte, und dann Geld wollten und auch nichts genug war. Aber in Äthiopien...war das Maß voll. Das sind auch bei Weitem nicht alle Sachen, die uns so in dem Monat untergekommen sind, halt was mir gerade so einfällt.
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MasterM

« Antwort #25 am: 14. März 2019, 11:40 »
Ah okay. Danke fuer die Rueckmeldung. Falls moeglich, wuerde ich Aethiopien dann echt canceln und ueberspringen. Drueckt uns die Daumen, dass Botswana endlich das Visa-on-arrival gebacken bekommt ;-)
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Wolfskin

« Antwort #26 am: 16. März 2019, 08:57 »
Aber in Äthiopien...war das Maß voll. Das sind auch bei Weitem nicht alle Sachen, die uns so in dem Monat untergekommen sind, halt was mir gerade so einfällt.

Kann deine Argumente auch nachvollziehen, aber ich warte auf den Äthiopien-Thread um dort weiter zu diskutierten ;)
Hauptsache das Visum Problem ist gelöst und Namibia wird weitestgehend anders sein.
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beretravels

« Antwort #27 am: 25. März 2019, 22:27 »
Das beschriebene Bettlerei Szenario erinnert mich an Marrakesch und einige andere Städte in Marokko. ;D
Kann aber die Menschen auch irgendwie verstehen! Trotzdem möchte ich meine Afrika-Reisen nicht missen.

Musste ich auch direkt dran denken, als ich das gelesen habe. Schade, was man so liest. Trotz allem ist Äthiopien weiter auf meiner Wunschliste!
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