Thema: Plan für Panama  (Gelesen 1573 mal)

waveland

« am: 01. März 2019, 13:35 »
Ich fliege in 1 Woche für 12 Tage nach Panama. Die ersten 2-3 Tage möchte ich in Panama City bleiben, die Miraflores Schleusen und Casco Viejo anschauen, und vielleicht gleich einen Ausflug zur Isla Taboga oder so machen. Mind. die letzte Nacht werde ich am Ende auch noch in Panama City bleiben.

Für die restlichen ca. 8 Tage habe ich noch keinen festen Plan, Optionen wären u.a.:
a) Mit dem Bus nach Valle (2 Nächte), weiter mit dem Bus nach Boquete (2N) und mit Bus und Fähre nach Bocas del Toro (4N), Rückflug nach Panama City
b) Flug nach David, 3-4 Tage mit Mietwagen Boquete und Umgebung erkunden, dann mit Bus und Fähre nach Bocas del Toro (4N), Rückflug nach Panama City
c) 1 Woche Mietwagen, El Valle, dann in den Westen mit Boquete und Umgebung und mit einem Stop an der Pazifikküste wieder zurück nach Panama City fahren, dort noch für 1-2 Tage Islas de las Perlas/Isla Contadora
d) Hin-/Rück Flug nach Bocas del Toro für 5-6N, dann noch 2-3N in Panama City mit einem Ausflug nach El Valle

San Blas käme auch in Frage, aber nur als Tagesausflug oder mit 1 Übernachtung lohnt sich das wohl nicht, und für einen längeren Aufenthalt an der Küste wäre mir vermutlich eine Gegend mit mehr Infrastruktur lieber.

Was würdet ihr empfehlen?
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Knud65

« Antwort #1 am: 02. März 2019, 00:23 »
Hallo Waveland,

Ich bin gerade seit einer Woche in Panama und habe noch 5 Tage bevor ich das Land wieder verlasse. Von Panama City war ich sehr begeistert, hatte ich doch keine Erwartungen, bin dafür aber sehr positiv überrascht worden. Die Altstadt wurde/wird renoviert und ist in einem schon sehr guten Zustand, aber es wird noch weiter renoviert. Hier kann man gut durch die Straßen schlendern und in der einen oder anderen Bar einen Kaffee/Bier o.ä. trinken. Auch die verschieden Roof-Top-Bars laden dazu ein gepaart mit einem schönen Blick auf die Skyline vom neuen Panama City.

Der ursprüngliche Altstadtbereich von Panama City hat mich ein wenig an das Forum Romanum in Rom erinnert, viele alte Steine/Mauern durch die man schlendern kann. Allerdings kleiner als das römische Pendant.

Ich habe einen Tag am Kanal verbracht inkl. dem Museum, was aber auch daran lag, dass ich auf die Schiffe gewartet hatte, die erst am Nachmittag kamen. Einen halben Tag habe ich noch im Parque Metropolitana verbracht, der direkt an der Stadtgrenze anschließt und zu einem 2-3 stündigem Spaziergang einlädt. Des weiteren habe ich einen Ausflug mit dem Auto (über eine Einheimische) nach Colon und Portobelo gemacht. Das kann man aber auch auslassen.

Ich habe mich im Land ansonsten mit dem Bus fortbewegt und bin nach Santa Catalina gefahren, was nett ist, aber auch stark touristisch angehaucht ist. Von dort bin ich nach Pedasi gefahren, was wiederum sehr nett war. Heute bin ich in El Valle angekommen und werde zwei Nächte hierbleiben, kann aber noch nicht viel dazu schreiben.

Insgesamt muss Du bei Autofahren damit rechenen, dass Du nicht die deutschen Durchschnittsgeschwindigkeiten zu Grunde legen kannst, sondern deutlich niedrigere. Mir war es in den paar Tagen hier zu weit um nach Boguette und Bosca del Torre zu fahren und kann so dazu nichts sagen.

Solltest Du Fragen haben, stehe ich gerne zur Verfügung.

Gruss
Knud
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Marla

« Antwort #2 am: 02. März 2019, 16:04 »
Ich hab vor ein paar Jahren deine Alternative a) in umgekehrter Reihenfolge gemacht. Außer Valle, dort war ich nicht, bin direkt von Boquete nach Panama City gefahren. Aber die Anzahl der Tage in Boquete und Bocas del Toro war wie bei dir. Dabei war ich 3 Tage auf der Isla Bastimentos und nur 1 Nacht auf der Isla Colón in der Hauptstadt (mir zu viel Partytourismus).

Kann die Tour uneingeschränkt empfehlen. Aber hab natürlich keine Ahnung, wie die anderen Varianten wären. Wobei mir bei d) die Zeit auf den Bocas zu lang wäre. Übrigens war ich auch auf der Isla Taboga. Netter Tagesausflug von Panama City aus, aber nicht das totale Highlight.

Viel Spaß in Panama!

Ansonsten kann ich Knud65 in allem nur zustimmen. Panama und insbesondere Panama City kommen hier im Forum nicht so gut weg, aus meiner Sicht zu Unrecht. Ich finde den Gegensatz zwischen der Altstadt und den modernen Wolkenkratzern spannend. Aber klar, wenn man keine Großstädte mag, ist Panama City nicht die, die einen vom Gegenteil überzeugt :)

Wenn du Ruinen magst, würde ich dir auch Panamá la Vieja (nicht zu verwechseln mit Casco Viejo) empfehlen, davon hatte ja Knud auch schon geschrieben. Ist ein bisschen entfernt vom Zentrum, aber für mich hat sich die Taxifahrt gelohnt.
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waveland

« Antwort #3 am: 03. März 2019, 16:34 »
Danke für die Hinweise, ich habe soeben Flüge PAC-DAV und BOC-PAC gebucht, also Variante b), werde aber wohl keinen Mietwagen nehmen.
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darko

« Antwort #4 am: 27. März 2019, 16:44 »
Wir waren vor 3 Jahren 6 Wochen auf eigene Faust in fast ganz 'Panama' unterwegs und begeistert. Von einer Busrundreise halte ich nicht viel, da viele schöne Flecken weit verteilt sind in diesem kleinen Land sind und Busrundfahrten mehr oder weniger eher einer Massenabfertigung gleichen. Um Leute und Land zu sehen würde ich vorschlagen ihr pickt euch bei 14 Tagen (fast zu kurz für diesen langen Flug) 3-4 schöne Ecken raus und bleibt da 3-4 Tage.

Etwas spanisch sollte man sprechen, da die englische Sprache, mal abgesehen von 'Panama Cityund großen Hotels', nicht sehr geläufig ist.

Hier mal meine Rangliste/Sehenwürdigkeiten:

1. 'Isla Contadora' im Pazifik: Von Panama City per Schnellfähre in 2 Std.erreichbar, Schnellfähre ab County Suites Inn Hotel Ableger am Ausgang vom Kanal (Tickets vorher telefonisch reservieren) Flugverbindungen von Panama City wurden glaube ich eingestellt, aber googeltmal !!: Traumhaft ruhige Insel mit kleinen Gasthäusern und jede Menge Traumstränden die alle gut zu Fuß erreichbar sind, ohne großen touristischen Trubel, Genuß pur. Hier hat sogar ein Deutscher einGasthaus (den Namen bitte mal auf tripadvisor nachschlagen)

2. Bocas del Torre auf der karibischen Seite nahe zur Grenze zu 'Costa' Rica: MitFlugzeug (Flug rechtzeitig buchen, da eher kleinere Maschinen (Achtung Gepäckobergrenzen) oder mit dem Nachtexpressbus (sehr günstig und ungefährlich, da Direktverbindung ohne Zwischenstopps) ab Panama City gut zu erreichen. Viele junge Leute, schöne und viele vorgelagerte Inseln, tolles tauchen und schnorcheln sowie tolles Nachtleben, hier wollen die meisten nicht mehr weg! Tipp: Gästehaus'Palmyra' wird von einer deutschen liebenswerten Frau geführt, hat wunderschöne Zimmer,ist günstig und Leihfahrräder sind im Preis mit drin! Ich hoffe das gibt es noch!

3. Von Bocas del Torre kann man dann mit einem normalen Bus oder auch Auto (Richtung Panama City) noch andere schöne Ecken als Zwischenstopp einplanen (zBsp. Inseln im 'Boca Chica' Archipel, Las Lajas mit seinen kilometerlangen und einsamen Sandstrand (Finca Buenavista wird hier auch von einem Deutschen geführt, ist aber nicht am Strand!!!), Valle de Anton (liegt in den Bergen 1,5 Std. vor Panama City, dort sieht es aus wie im Schwarzwald, schönes wandern und moderate Temparaturen (auch Unterkünfte von Schweizern, Deutschen und Italienern vor Ort), falls Ihr über Karneval in Panama seit unbedingt Las Tablas einplanen (gebt mal in youtube Carnaval lastablas ein und schaut euch dies an)

4. Traumhaft schön aber sehr hohe Preise für die doch sehr einfachen Unterkünfte ist das San Blas Archipel auf der karibischen Seite. Viele kleine Kokospalmen Inseln mit weißem Puderzuckerstrand wie Perlenketten aneinander gereiht. Viele Hostels von Panama City organisieren hierher 2-3 Tagestouren per Auto oder Flugzeug, einfach mal googeln. Auch Segeltörns werden dort veranstaltet. Wir waren $Tage/3 Nächte auf einer Segeltour, war günstiger wie auf einer Insel übernachten. Anbieter: Andiamo Sailing Panama San Blas.

5. Den Panama Kanal haben wir uns auf eigene Faust angesehen. Die organisierten Touren sind sehr teuer und es herrscht an den Stopps wie bspw. der Miraflor Schleuse ein gräßliches Geträngel und teuerist der Eintritt ebenfalls. Nehmt den Bus ab Albrook Terminal nach Gamboa und steigt vor oder nach der Eisenbahnbrücke in Gamboa aus, wenn ihr 500 Meter zurück läuft kommt links ein Weg (dort istauch ein Parkplatz für die Reisebusse der Touren) zum Wasser, ihr bekommt mit etwas Verhandlungsgeschick ein Boot für euch alleine zu den Affeninseln (im Kanal) für 50 $, eine Tour kostet pro Personca. 80-100$ ab Panama City! Mit dem selben Bus dann wieder nach Hause! Eine schöne Tagestour.

6. In Panama City unbedingt das Fischlokal im 1 OG. Im Fischmarkt besuchen (hat nur Mittags und Abends geöffnet, toller frischer Fisch zu sehr moderaten Preisen) 7. Von Boquete waren wir endtäuscht, hohe Preise und eigendlich nur zum wandern geeignet. Für Vogelliebhaber und Vulkanbesteiger eine schöne Ecke! Santa Fee ist viel näher zu Panama Stadt und deutlich schöner und weniger touristisch (fanden wir!)

Es gibt noch so viele andere schöne Ecken und vor allem liebenswerte Menschen in Panama, die Reiseroute sollte ihr von eurer Aufenthaltsdauer abhängig machen (ein Aufenthalt von 3-4 Tagen pro Stopp erachte ich als sinnvoll). Macht nicht den Fehler und verbringt euren Urlaub in so einem Feriennest wie der 'Playa Blanca' oder anderen Strände in der Nähe zu Panama Stadt, dafür lohnt sich die weite,teure und anstrengende Anreise nicht!!!!!

Als Reiseführer empfehle ich den Lonly Planet (leider nur auf englisch zu bekommen) ist aber eine sinnvolle Investition für solch eine Reise.

Passt auf der Panamerikana (Autobahn) auf vor korrupten Polizisten, ich habe gelesen, dass es mit der Abzocke immer mehr Touristen erwischt. Wir hatten Glück und mussten nicht bezahlen, haben aber sehr viele Polizisten auf Motorrädern am Rand stehen sehen die mit Laserpistolen (oder auch nicht) vorwiegen Touristen angehalten haben, die angeblich zu schnell unterwegs waren. Mit Bestechungsgeldern von 10 bis 20$ lassen die einen dann weiterfahren!!

Hier noch ein Tipp für ein deutschsprachiges Panama Forum wo du auch Fragen einstellen kannst, oder stöbere einfach darin. http://www.hallo-panama.com/panama-forum

 Bei Fragen einfach nochmal melden.

Grüße und viel Spaß bei der Planung
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Marla

« Antwort #5 am: 10. April 2019, 22:03 »
Ich fliege in 1 Woche für 12 Tage nach Panama.
Und, wie war es? :)
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waveland

« Antwort #6 am: 16. April 2019, 15:52 »
War dann wie angemerkt am Anfang und Ende in Panama City, mit einem Flug nach David in Boquete, dann mit Minibus und Fähre nach Bocas und wieder per Flug zurück. Mit English und ein paar Brocken Spanisch kommt man zumindest in den touristischen Ecken in denen ich war, sehr gut zu Recht. Panama City ist relativ modern, an der Uferpromenade und in Casco Viejo entlang zu spazieren ist nicht schlecht, an den Miraflores Schleusen war ich natürlich auch und das Kanalmuseum in der Altstadt ist sehenswert. In Boquete habe ich eine Kaffeefarm besucht (interessant) und zur Hälfte den Sendero Los Quetzales bewandert, alleine ohne Guide, man kommt problemlos mit einem Collectivo an den Rand des Nationalparks und wieder zurück. Bocas war es meist bewölkt und auch regnerisch, daher war ich mehr in Bocas Town als ich dachte. Ist schon recht touristisch und nicht alles sehr schön, waren aber auch ein paar angenehme Tage dort. Es hat mir insgesamt gut bis sehr gut gefallen, auch wenn jetzt vielleicht nicht alles sehr spektakulär oder super schön ist. Im Nachhinein würde ich vielleicht doch auch noch El Valle oder San Blas mit einbauen, und dafür an den anderen Orten jeweils 1 Tag weniger.
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Wolfskin

« Antwort #7 am: 08. Mai 2019, 08:22 »
War dann wie angemerkt am Anfang und Ende in Panama City
Wie war aus deiner Sicht die Sicherheitslage in Panama City?
Ich würde gerne mit dem Boot den Panama Kanal bis Colón schippern und dann mit dem Kanalzug retour nach Panama City.
Aber Colon scheint doch eher ein heißes Pflaster zu sein.
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waveland

« Antwort #8 am: 21. Mai 2019, 05:20 »
In Casco Viejo und den moderneren Vierteln von Panama City ist die Sicherheit aus meiner Sicht kein großes Problem. Auch z.B. an der Uferpromenade am früheren Abend nicht, wenn es nicht mehr so heiß ist ist da mehr los als tagsüber, es sind viele Jogger oder Familien mit Kindern unterwegs und habe ich mich auch mit Kamera und Stativ überhaupt nicht unsicher gefühlt. Am späteren Abend würde ich in den Ausgehvierteln etwas aufpassen. Und insbesondere in den ärmeren Vierteln, gerade unweit von Casco Viejo beginnen recht abrupt ziemliche Problemviertel, das sieht man gleich, dass da viel verfallen ist und da hat man aus meiner Sicht recht wenig bis gar nichts verloren. In Colon war nicht, da würde ich keine Experimente bzgl. der Sicherheit eingehen.
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Marla

« Antwort #9 am: 25. Mai 2019, 15:26 »
Bei mir ist es schon ein paar Jahre her, aber meine Erfahrung in Panama City war genau die gleiche wie bei waveland. Aus dem, was ich gehört und gelesen habe (z.B. von einer Bekannten, die in CR lebt und letztes Jahr in Panama war), hat sich die Sicherheitslage nicht wesentlich verschlechtert (aber leider auch nicht verbessert).

Ich war insgesamt 3 Wochen in Panama und mehrmals in verschiedenen Gegenden in Panama City. Ich habe mich nirgendwo unsicher gefühlt. Aber beim Casco Viejo (sehr sehenswert!) muss man sich schon anschauen, wo man hingehen kann und wo nicht. Nach Einbruch der Dunkelheit war ich nur mit anderen unterwegs (aber das mache ich auch sonst in Lateinamerika nur in ausgesprochen sicheren Ecken). Außer zum Joggen an der Promenade, die ist wirklich safe.

Ich hab die Tour nach Colón gemacht, hin mit dem Bus, zurück mit der Panoramabahn. Dass es auch mit Boot geht, hatte ich damals nicht auf dem Schirm, sonst hätte ich das sicher gemacht. Da damals auch schon vor Colón gewarnt wurde, hatte ich ein mulmiges Gefühl, bevor ich mit dem Bus dort ankam. Aber es war mitten am Tag, sehr belebt in der Innenstadt und sah nicht schlimm aus, von daher hat sich das schnell gegeben. Trotzdem hat mich der Busfahrer, den ich gefragt habe, wie man zum Bahnhof kommt, gleich dorthin hingefahren, weil er das sicherer fand. Die Fahrt zurück hat sich für mich gelohnt, aber ich liebe auch alte Eisenbahnen. Von daher würde ich dir schon dazu raten, diese Tour zu machen. Aber natürlich kein Sightseeing in Colón zu machen (wo es glaube ich auch nichts zu sehen gibt).
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