Thema: Roadtrip Portugal - Tipps gesucht  (Gelesen 628 mal)

santiago

« am: 15. August 2018, 14:25 »
Hallo zusammen,

Unsere nächste Reise steht an, wir fliegen Anfang Oktober für 11 Tage nach Portugal.
Lissabon kennen wir schon, werden aber trotzdem 3 Nächte bleiben.

Danach möchten wir uns mit einem Mietwagen auf den Weg Richtung Porto machen.

Nun, Porto wird auf jeden Fall besucht, aber, was noch? Aveiros? Cascais? Peniche? Nazares? Coimbra? Ericeira?

Da wir mit Lissabon und Porto ja schon etwa 5 Tage in Städten verbringen, wollen wir auch bisschen Natur, Meer, (kleines Fischerdorf mit nettem Kern und gutem Essen *träum*) dazu haben. Nur was und wo?
Dass wir da eher nicht mehr schwimmen gehen, ist und schon bewusst. Der Vollständigkeit halber: Surfen können wir beide nicht, werden wir in diesem Urlaub auch nicht lernen.

Wer von euch war schon auf dieser Route zwischen Lissabon und Porto unterwegs und hat Tipps für unterwegs?

Ich (wir) freuen uns über eure Tipps!

Liebe Grüße,
santiago
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Stecki

« Antwort #1 am: 15. August 2018, 14:38 »
Wir haben die Strecke unter anderem vor 2 Jahren gemacht. Hab grad keine Zeit, aber morgen schreibe ich gerne ein paar Zeilen dazu.
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Moehli

« Antwort #2 am: 15. August 2018, 17:00 »
Hallo santiago,

wir waren in der ersten Oktoberhälfte 2015 in Portugal und sind von Porto über Lissabon bis an die Algarve gefahren.
Baden gehen war tatsächlich nur südlich von Lissabon möglich, nördlich waren uns die Wellen zu hoch.

Diese Orte haben wir zwischen Lissabon und Porto besucht:
  • Obidos fanden wir ein schönes Städtchen, komplett von einer Stadtmauer umgeben, schöne weiße Häuser, allerdings relativ gut besucht
  • Nazaré liegt toll am Strand und den Klippen nördlich davon, die Stadt selbst ist auch ganz nett, war mir aber etwas zu sehr ein "südeuropäischer Badeort" (was nicht so mein Ding ist). Dafür gibt es gute Fischrestaurants an der Promenade. Wenn du Glück hast, gibt's im Herbst riesige Wellen
  • Praia do Salgado: Schöner, bei uns einsamer Strand; südlich davon waren wir noch an einer schönen Steilküste, weiß aber leider nicht mehr genau wo das war (evtl. Foz do Arelho)
  • Peniche-Halbinsel: ganz nett, aber hat uns nicht so begeistert, raue Küste, aber irgendwie ohne Flair
  • Coimbra haben wir ausgelassen, da es uns sonst zu viele Städte waren
  • Monsanto: Altes Bergdorf in toller Lage mit wunderbaren Ausblicken, sehr sehenswert, aber etwas abseits und vielleicht dem ein oder andern zu touristisch rausgeputzt (vermarktet sich als Portugals schönstes Dorf)
  • Castelo de Mariaalva: Alte Burgruine und kleines Dorf im Hinterland
  • Dourotal: Bei uns im Dauerregen versunken, aber die Schönheit konnte man dennoch erkennen, vor allem im Herbst, wenn die Weinhänge sich färben

Die Inlandsroute ist natürlich etwas umständlich und länger, aber uns hat es dort super gefallen. Zum Teil findet man richtig tolle kleine (Berg-)Dörfer mit viel Charme. Die oben genannten Orte haben wir in 5-6 Tagen untergebracht, haben aber auch jede Nacht woanders verbracht.

santiago

« Antwort #3 am: 16. August 2018, 11:35 »


Moehli, danke für deine Tipps.

Welche Küstenstadt oder -dorf zwischen Porto und Lissabon hat denn ein nettes Flair, um auch im Oktober 2 Nächte oder so zu verbringen? Nazaré, Ericeira?

Wir haben nach 5 Tagen in Städten vermutlich auch genug, werden uns wohl auf dem Weg von Porto zurück nach Lissabon auch eher kleine Dörfer suchen, bzw. eben die geplanten gemütlichen 2 Nächte irgendwo an der Küste...

Die Inlands-Route klingt sehr interessant, dafür braucht man aber wohl einige Tage, oder?
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Stecki

« Antwort #4 am: 16. August 2018, 11:35 »
Edit: Man merkt dass ich seit 2 Nächten nicht richtig geschlafen habe. Du wolltest ja Tipps zwischen Lissabon und Porto. Hab mich gestern irgendwie verlesen. Aber vielleicht kannst Du oder jemand anderes mit dem einen oder anderen Tipp dennoch was anfangen.

Also, wir sind 2016 mit dem Mietwagen von Faro (hässliche Stadt) der Küste entlang bis Lissabon und dann mit dem Zug via Coimbra nach Porto gefahren. Folgende Städte und Dörfer haben wir unterwegs besucht:

Ilha Deserta: Von Faro aus mit der Fähre erreichbar, sehr schön für einen Tagesausflug. Fast menschenleer. Das Restaurant ist allerdings etwas teuer, aber um etwas zu trinken ganz ok. Am Hafen von Faro hat es ein paar nette Restaurants mit tollem Ausblick auf Sonnenuntergang und Eisenbahnbrücke.

Silves: Nicht allzugrosse Stadt mit schöner Festung auf dem Hügel. B&B Vila Sodré bei einer alten Dame war ganz nett, mit Pool und Frühstück im alten Weinkeller.

Odeceixe: Hübsches Dorf/Städtchen, sehr klein, aber der Blick auf die weissen Häuser ist traumhaft. Das B&B Casa Morais war super, vor allem auch das gemeinsame Frühstück mit viel selbstgemachtem.

Albufeira: Strand, Engländer, saufen. Nebenbei aber eine tolle Landschaft.

Dazwischen sind wir an ein paar Strände gefahren, alle sehr schön.

Sagres: Hier kommt das Bier her, der Star sind aber die Steilklippen am Cabo Sao Vicente, wo es auch die letzte Bratwurst vor Amerika gibt, die offenbar einfach dazugehört.

Danach sind wir mehr übers Landesinnere gefahren und haben in den kleinsten Dörfern toll gegessen.

Alcochete: Gegenüber von Lissabon auf der anderen Seite des Tejo: Gut zum entspannen. Wir waren in der Pension Quinta Praia das Fontes. Ich habe NOCH NIE eine Unterkunft mit so viel Umschwung gehabt! Es ist ein riesiger Hof mit vielen Tieren, Pool, Spiele. Die Zimmer sind alt und gemütlich und das Frühstück gibts auch hier im grossen Weinkeller. Sehr empfehlenswert.

Setubal: Hier gibts nicht allzuviel zu sehen, wir waren zum Fussball dort.

Lissabon: Ich glaube dazu braucht man nicht viel zus chreiben. Ein Traum von einer Stadt, unbedingt auch nach Belem und die originalen Pasteis probieren.

Coimbra: Auch eine sehr schöne Stadt, wir hatten ein günstiges Appartement, ist aber inzwischen nicht mehr buchbar.

Porto: Eine tolle Stadt, hier wären wir gerne länger geblieben. Sehr schön ist auch das Innere des Bahnhofes Sao Bento. Das Santa Clara Hotel war nicht so toll, aber im Café D. Fernando, gleich gegenüber, haben wir beim freundlichen Wirt gerne mal ein günstiges Glas Portwein oder einen Snack genossen.

Alles in allem ist Portugal genial für einen Roadtrip. Die Strassen sind gut ausgebaut, man braucht nicht zwingend gebührenpflichtige Autobahnen und das Leben ist günstig, teilweise schon fast billig. Bei der Wahl der Restaurants in den Touriorten muss man aber trotzdem vergleichen und aufpassen was man bestellt. Getränke (besonders Sangria) werden dort oft zu überrissenene Preisen verkauft. In der Karte sind Getränke selten aufgelistet. Wir haben uns aber in den einfacheren Kneipen sehr wohl gefühlt. Piri Piri gehört auf jedes Essen wenn man es scharf mag. In und um Porto kann man sich auch mal eine kleine Französin gönnen (zum Beispiel bei D- Fernando). Francesinha ist ein leckerer Snack https://de.wikipedia.org/wiki/Francesinha In Portugal wird eher spät gegessen.

Der Startpunkt Faro lässt sich übrigens auch toll mit Andalusien verbinden. Wir waren vorher in Malaga und Sevilla und sind dann mit einem sehr günstigen Bus von Sevilla nach Faro gefahren.



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Degna

« Antwort #5 am: 16. August 2018, 13:32 »
Hi ,

kommt halt aufs Interessengebiet an,....ich habe in den 80-er in Portugal gelebt und bin über die Entwicklung dort nur frustriert.
Da werden Badeorte ,vollkommen ohne flair aus dem Boden gestampft,keine Altstadt,nur moderne xy bistros.
Klass. Bsp: Peniche,....ein Surferort.

Mir gefällt dann noch besser der Teil nördlich von Porto gen span.Grenze und die ganzen kleinen Dörfer,wo teilweise die Entdecker geboren sind und es kleine Museen gibt,die wir sehr interessant fanden.(Z.B Belmonte ,südlich von Porto).
Da ist die Welt noch in Ordnung,saubere kleine Pensaos die 20-30€/Nacht kosten,die typh. portugiesischen Restaurants wo man die 3-gängigen Menüs für 10€ bekommt und mit dem Wirt Fußball guckt.

Auf jeden Fall Coimbra mit der wohl ältesten Universitätsbibliothek von Europa.

In Porto kann ich nur eine Douro-Tages-Flußkreuzfahr empfehlen,....man sieht viel und hat viel Spaß.

Insgesamt hat der Norden,wenn es nicht gerade am Meer ist,noch so etwas flair und Charme und ist noch nicht tourismusverseucht.

Ich war vor 6Wochen an der Küste erst Nähe Lissabon (war furchtbar) dann weiter unten im Alentejo,wo es noch gemütlich war.

Aber als Höhepunkt würde ich schon Porto ansehen,....nicht vergessen die bekannten Port-Destillerien zu besuchen . Ein tolles Erlebnis,ich empfehle immer Graham`'s.

Viel Spaß
LG Degna
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santiago

« Antwort #6 am: 17. August 2018, 10:22 »
@Stecki, @Degna,

Vielen Dank für die ausführlichen Tipps! Die Vorfreude steigt :-)
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Kama aina

« Antwort #7 am: 17. August 2018, 23:16 »
Könnte dir nur was zu Lissabon und Porto sagen, aber ich denke da weißt du schon genug oder?
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santiago

« Antwort #8 am: 18. August 2018, 09:06 »
Könnte dir nur was zu Lissabon und Porto sagen, aber ich denke da weißt du schon genug oder?

Lissabon kenn ich schon ganz gut. Porto nicht. Also, erzähl mal :-) ;-)
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Kama aina

« Antwort #9 am: 18. August 2018, 17:11 »
Hehe, alles klar! ;)

Ich würde dir empfehlen fast alles zu Fuß zu machen, da du an jeder Ecke etwas tolles entdecken wirst! Aber das ist in den mediterranen Städten ja meist so.
Wir haben am Pacos do Concelho unser Hotel gehabt und das wand ich super gut, weil es sehr zentral war.

Die Kirchen sind der Hammer in Porto, vor allem die Kathedrale und die Igreja de Santa Clara. Die ist fast komplett mit ornamentreichem Holz ausgekleidet.
Die Bahnhöfe mit den tollen Kacheln sollten natürlich auch nicht fehlen!

Vom Torre dos Clerigos hast du eine mega Aussicht über die Stadt und den Fluss.

Natürlich sollte die "Harry Potter"-Buchhandlung Livraria Lello nicht fehlen. Die ist wirklich sehr sehr schön anzusehen.

Die Brücke Ponte D. Luis I. ist natürlich ein Muss, genauso wie do Verkostungen in den Portweinlagerhäusern/-kellern am Flussufer.

Ich würde mir auch die Zeit nehmen gerade die Gegend um den Douro herum bei Nacht zu genießen!
Genuss sind auch die Cafés überall verteilt und der Stadt und natürlich das lecker Essen.
Im Cafe Majestic hab ich meine beste Francesinha gegessen. Eine sehr lustige und typische Erfindung aus der Stadt.

Je nachdem wieviel der Hop-on-Hop-Off Bus kostet würde ich den wählen. Damals was es für uns günstiger ihn als Taxi zu benutzen um in die weiteren Stadtviertel zu kommen als ein Taxi!
Aber das würde ich nochmal vergleichen.
Das offene Meer und die Einmündung des Douro sind auch sehr nett anzusehen, vor allem wenn die hohen Atlantikwellen da sind!

Mehr fällt mir spontan nicht ein! :) Jetzt wird auch gegrillt! ;)
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Stecki

« Antwort #10 am: 18. August 2018, 17:15 »
Ja, die Bücherei ist nett, kostet aber 3 EUR und war total überlaufen.

Laufen würde ich auchvempfehlen, es gibt auch viele lost places zu sehen.

Portwein probieren! Nirgends sobgut und günstig wie in Porto!
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Kama aina

« Antwort #11 am: 18. August 2018, 17:21 »
Oh! Als ich da war, war es noch eine normale Bücherei/Buchhandlung! Man durfte auch nicht fotografieren. Hab es natürlich heimlich gemacht! ;)

Wir haben eine Kellerführung / Verkostung bei Sandemann und Calem gemacht! Und natürlich reichlich mit nach Hause genommen! Seit dem vergeht keine Woche ohne ein Gläschen Portwein! :)

Typisch und auch sehr lecker (hätte ich selber nicht gedacht) ist natürlich noch der berühmte Stockfisch! Die Portugiesen kaufen das den Norwegern ja nur so weg!
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Stecki

« Antwort #12 am: 18. August 2018, 17:33 »
Bacalhau konnte ich auch in Brasilien irgendwann nicht mehr sehen. In der Einkaufsstrasse findet man auch ab und zuveinen Shop mit lokalem Craft Bier und eine wirklich gute Bio-Gelateria.
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Moehli

« Antwort #13 am: 24. August 2018, 15:48 »
Zitat
Die Inlands-Route klingt sehr interessant, dafür braucht man aber wohl einige Tage, oder?

Ich würde dafür schon mindestens 5 Tage einplanen. Sonst sitzt man etwas zu viel im Auto.

Zu Porto ist ja eigentlich schon alles gesagt - eine tolle Stadt!

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