Thema: Gesetzliche Versicherung zuhause - speziell an die Österreicher!  (Gelesen 1859 mal)

mona-ina

Wie habt ihr das mit der gesetzlichen Versicherung in der Heimat gelöst?

Ich habe mal kurzerhand bei der GKK nachgefragt, Auskunft:
Ist man arbeitslos, so wird man automatisch über das AMS versichert, solange Anspruch auf ALG besteht. Dieser Anspruch ruht allerdings in der Zeit, in der man sich im Ausland aufhält. Innerhalb von 6 Wochen nach Ende des Arbeitsverhältnisses und/oder ALG besteht eine Schutzfrist, in der man noch ohne weitere Zahlung versichert ist. Danach kann man sich um 101€ monatlich selbst weiterversichern, solange man im Inland gemeldet bleibt (was man ja normalerweise auch tut...).

Habt ihr das gemacht? Falls nein, was wäre im Falle, dass ein Heimattransport (den die Auslandskrankenversicherung soweit übernimmt) notwenig wird? Gibt es eine Auslandskrankenversicherung, die auch diese ersten Kosten in der Heimat übernimmt? Vermutlich eher nicht? Dann steht man da ohne alles, dann doch besser diese 1.200€ in die Hand nehmen für dieses eine Jahr?
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GschamsterDiener

Ich habe mich abgemeldet und eine Auslandskrankenversicherung gelöst. Nach Rückkehr ging ich zum AMS, schrieb mich arbeitslos und hatte damit automatisch Versicherungsschutz. Für den von dir skizzierten Fall würde ich mich bei der Auslandskrankenversicherung erkundigen, ob die die Behandlung in Österreich abdecken würden.
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mona-ina

Wieso hattest du dich abgemeldet? Das heißt, du warst nirgends auf der Welt gemeldet? Braucht man denn nicht einen festen Wohnsitz in der Heimat, damit man auch eine Auslandskrankenverischerung abschließen kann? Oder meintest du von der GKK abgemeldet? Hast du dich vor Reiseantritt gar nicht arbeitslos gemeldet? Hattest du trotzdem nach Rückkehr Anspruch auf ALG?

Und ich habe gerade die hier vielseits gelobte Hanse Merkur angesehen, leider steht da in den AVB, dass diese Versicherung nur Menschen mit Wohnsitz in Deutschland abschließen können. Gibt es etwas vergleichbares für Österreicher? Der Preis von 1,15€ pro Tag ist halt schon unschlagbar.
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chaotin

Hallo,
ich war bei meinen zwei Reisen auch in Österreich gemeldet. Da ich in Ö direkt keine kostengünstige Alternative gefunden habe, habe ich die Versicherung über Sta-Travel, ich glaub, einmal über die deutsche Seite und einmal über die österreichische abgeschlossen. Beim ersten Mal stand da dann in den Versicherungsbedingungen sowas drin, dass eben kein Versicherungsschutz in Deutschland und im Land des Wohnsitzes besteht. Beide Male war es dann im Endeffekt die Versicherung von Hanse Merkur, mittlerweile ist es die Allianz und da weiß ich nicht, ob es teurer geworden ist.
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mona-ina

@chaotin, hattest du dich dann in Österreich für die Zeit selbstversichert? Für den Fall der Fälle eines notwendigen Heimtransportes?

Und konntest du die Versicherung als Österreicherin abschließen, obwohl bei den Versicherungsbedingungen der Hanse Merkur steht, dass diese eben nur für Bürger mit Wohnsitz in der BRD gilt?
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GschamsterDiener

Ich habe jetzt eigentlich einen Blödsinn geschrieben. Ich habe gekündigt und mich bei meiner Mutter umgemeldet, mich aber nicht arbeitslos gemeldet.

Anspruch auf Arbeitslosenhilfe hatte ich nach der Rückkehr zu meiner Überraschung noch. Ansonsten gibt es ja noch die Möglichkeit Mindestsicherung zu beantragen, wenn du keinen Anspruch auf Arbeitslosenhilfe hast. Damit wärst du dann auch versichert.

Hanse Merkur gibt es auch für Österreicher:

https://www.hansemerkur.at/
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chaotin

@chaotin, hattest du dich dann in Österreich für die Zeit selbstversichert? Für den Fall der Fälle eines notwendigen Heimtransportes?

Und konntest du die Versicherung als Österreicherin abschließen, obwohl bei den Versicherungsbedingungen der Hanse Merkur steht, dass diese eben nur für Bürger mit Wohnsitz in der BRD gilt?
Nein hatte ich nicht, das Geld war es mir nicht wert oder besser ich hab mir darum gar keinen Kopf gemacht ::). Bzw bei der zweiten Reise stand ja fest, dass ich danach in Deutschland wohne und ich hatte mich abgemeldet in Ö und war somit wohnsitzlos  ;D In D hab ich mich dann selbst versichern müssen für einen Monat.
Und ich konnte die Versicherung abschließen, weil eben in der Sta-Travel-Variante das ganz etwas anders formuliert war und so ein anderes Wohnsitzland miteingeschlossen ist.
Aber jetzt gibt es ja die hanse Merkur auch in Ö und preislich scheint das gut zu sein. Wenn da jetzt auch die Versicheurngsbedingungen stimmen, würde ich die an deiner Stelle abschließen.
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mona-ina

Oh cool, danke Gschamster! Und sogar 0,10€ günstiger als die in Deutschland  ;D Das ergibt fast einen Tag mehr Weltreise hahaha
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Cornelia@STA-Travel

Hallo zusammen,

ich arbeite bei STA Travel und kann hier vielleicht ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Es stimmt, dass wir bis vor zwei Jahren mit der Hanse Merkur gearbeitet haben und jetzt die Allianz unser Versicherungspartner ist. An den Bedingungen hat sich durch den Wechsel aber nichts geändert. In Österreich ist es übrigens kein Problem die Langzeitversicherung abzuschließen, wenn man nicht in Österreich lebt. Die können auch Personen mit Wohnsitz/ständigem Aufenthalt ausserhalb Österreichs einfach online buchen (http://www.statravel.at/reiseversicherung.htm).

Falls noch Fragen sind, helfe ich gerne weiter.

Viele Grüße
Cornelia
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mona-ina

So, ich habe mich nun jeweils bei der Krankenkasse (VGKK) und beim Arbeitsmarktservice (AMS) erkundigt, vielleicht für später für den ein oder anderen hilfreich (auch wenn ich mir das natürlich immer selbst noch einmal schriftlich bestätigen lassen würde von denen!):

Wie in meinem Eingangspost erwähnt, ist man, solange man Anspruch auf ALG hat, automatisch und jederzeit ohne Wartezeit über das AMS versichert - so auch bei Rückkehr. Gesetz dem Fall, man wird im Ausland schwer verletzt/erkrankt schwer und ein Heimtransport wird notwenig, so kann man sich NICHT arbeitslos melden, da man hierfür gesund resp. dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss. Ergo keine Versicherung über das AMS bei der GKK und somit völlig unversichert. Man könnte sich dann selbstversichern, allerdings fällt hierbei die Wartezeit von 6 Monaten an, da eine Langzeitauslandskrankenversicherung NICHT als gesetzliche Versicherung anerkannt wird.

Es liegt also im eigenen Ermessen, ob man diese 101€ monatlich (bei der VGKK zumindest) zur Selbstversicherung in der Zwischenzeit, in der man auf Reisen ist, erbringen möchte oder nicht. Schwieriges Thema...
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dirtsA

Hey mona-ina,

zu dem Thema gab es schon einige Diskussionen hier im Forum. Hier die längste - mit sehr vielen Infos: http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=2398.60
Such mal unter "Versicherung" nach "Österreich" - da findest du noch weitere.

Ich habe die Versicherung schliesslich und endlich bezahlt. Mit 100 Euro bist du eh noch sehr gut dran. Weiss nicht, ob die GKK das geändert hat, aber damals hat es sich an den letzten 3 Gehältern orientiert. Da ich recht gut verdient hatte, habe ich über 200 Euro/Monat blechen müssen - und das für 1,5 Jahre... >:(
Echt ne dumme Sache. Als Österreicher kommt einen so eine Weltreise je nach Dauer dann locker 2-5.000 Euro teurer, als einem Deutschen. (Auch wegen den Impfungen). -- Das müsste man eigentlich mal klar bei der Budgetplanung herausheben!

Ich wollte es einfach nicht riskieren, schwer verletzt heimzukommen und dann ohne Versicherung dazustehen. Klar, die Wahrscheinlichkeit ist gering, aber man weiss ja nie... :( V.a. da ich viel tauche, kam bei mir da noch ein Zusatz-Risiko dazu, wie bei allen Extremsportarten.
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mona-ina

Oh, danke für's Verlinken, dirtsA! Da war nämlich noch ein Heißer Tipp dabei... 6 Monate Selbstversicherung klingen nicht mehr ganz so "schlimm" wie die vollen 12 Monate (in unserem Fall jetzt z.B.)... muss mir das jetzt alles genau zusammenschreiben, damit man da echt keine Termine versäumt letzenendes.
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dirtsA

Gerne ;) Hoffe, das klappt auch wirklich. Ein paar haben es ja probiert, ich selbst dann nicht, weil die Infos drum herum zu schwammig waren und ich keine klare Aussage von der GKK vor meiner Abreise bekommen habe.

Naja, mal schauen, wenn es wieder losgeht ob es in den Niederlanden eine bessere Alternative gibt! ;)
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mona-ina

Aber es steht ja auch auf deren Homepage (und auch im persönlichen E-Mail-Verkehr wurde diese Aussage wiederholt) klar und deutlich:

Die selbstversicherte Person und die mitversicherten Angehörigen haben erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten ab Beginn der Selbstversicherung Anspruch auf Leistungen aus der Krankenversicherung.

Diese Wartezeit entfällt, wenn vor Beginn der Selbstversicherung

    in den unmittelbar vorangegangenen 12 Monaten mindestens 26 Wochen
    oder unmittelbar vorher mindestens 6 Wochen durchgehend

in Österreich oder einem EU-Mitgliedsstaat eine gesetzliche Krankenversicherung vorlag.



Anhand eines (selbstgebastelten) Beispiels:
Am 15.12.2018 ist mein letzter Arbeitstag --> Beginn der Frist für die Selbstversicherung
26 Wochen davor ist der 16.06.2018
26 Wochen danach ist der 15.06.2019

Heißt also im Klartext: Am 14.06.2019 (nicht der 15., da die Selbstversicherung erst am Folgetag anfängt) MUSS ich den Antrag auf Selbstversicherung bei der GKK stellen, damit ich keine Wartezeit von 6 Monaten habe. Denn in den 12 Monaten unmittelbar vor Beginn der Selbstversicherung (= 16.06.2018) war ich genau 26 Wochen lang gesetzlich versichert (16.06.2018 bis 15.12.2018).

Sofern sich da kein Logik- oder Rechenfehler eingeschlichen hat, müsste das durchgehen. Ich für meinen Teil würde das allerdings nicht auf den Tag genau ausreizen... lieber ein paar Tage oder sogar 1-2 Wochen davor schon den Antrag stellen.
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mona-ina

Hier noch kurz das Zitat des VGKK-Angestellten, mit dem ich in schriftlichem Kontakt war und bzgl. Wartezeit nachgefragt hatte:

Sie müssen ab Beginn der Selbstversicherung (Beginn ist Tag nach Einlauf des Antrages bei der VGKK) 1 Jahr zurück 26 Wochen (182 Tage) anrechenbare Versicherungszeiten nachweisen können. Wenn Sie also 1 Jahr durchgehend gearbeitet haben, sollte der Antrag Ende des 6. Monats gestellt werden, damit die 182 Tage noch erfüllt sind.

Mich verwirrt hier nur die Aussage "wenn Sie also 1 Jahr durchgehend gearbeitet haben" - ich vermute aber, dass er hier meinte: Wenn Sie also ein HALBES Jahr durchgehend gearbeitet haben.
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