Thema: Zum Schluss zwei Monate Kolumbien  (Gelesen 4274 mal)

dumbo

« Antwort #15 am: 22. Juli 2016, 17:43 »
Zitat
- Cartagena (Schlammvulkan, Islas Rosario)

Den Schlammvulkan kannst du dir sparen. Wirkt wie ein künstlich aufgeschütteter Hügel in Vulkankegel-Form mit einem Schlammloch oben, wo man sich zwischen andere Backpacker und Kolumbianer die einem eine Massage aufzwingen wollen, quetschen kann (Platz wohl für 10 Leute). Dann beschlammen und runter in den See/Bach (??) zum Waschen, wo einen schon eine Meute an Frauen erwartet, die einem beim Abwaschen helfen will und sich nur schwer abschütteln lässt. Während man im Schlamm badet, schnappen sich die anwesenden Kolumbianer ohne zu Fragen deine Kamera (auch aus Rucksack/Tasche), und schiessen Fotos von dir um die du sie nicht gebeten hast und wollen nachher Geld dafür.

Für mich eine der schlechtesten Erfahrungen in Südamerika, mit Abstand! Aufdringlichkeit, Gefühl des wandelnden Geldbeutels und absolut überbewertete Attraktion in einem vereint. Plus viel zu lange Anfahrtszeit für das Gebotene (mehr als eine Stunde one way).

Just saying :)

Kann ich so bestätigen. Den zweitletzten Satz könnte ich (leider) für fast das ganze Land schreiben :/
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farmerjohn1

« Antwort #16 am: 23. Juli 2016, 03:01 »
Jaja, kann man so sehen, dumbo und Co. Ich verstehe ja auch noch dass man als normaler (Rucksack-)reisender schon auch von oeffentlichen Verkehrsrouten und verfuegbaren Informationen abhaengt. Und dass jemand, vor die Wahl gestellt ob er/sie z.B das Taj Mahal oder ein abgelegenes Doerfchen besuchen will, sich das Taj Mahal nicht entgehen lassen kann wenn er/sie nun schon mal in Indien ist, notfaolls auf Kosten des Doerfchens - das ist mir auch klar.

Aber ich habe immer weniger Verstaendnis fuer Leute, die sich ueber touristisch ausgebeutete Gegenden aergern, weil sie dort fuer qualitativ mittelmaessig oder gar schlechte Bequemlichkeiten zuerst genervt und dann abgezockt  werden und weil's nur Klischeehaftes zu erleben gibt - die aber gleichzeitig an weniger erschlossenen Destinationen mit wirklich einheimischen Bedingungen,  noch nicht mal eine Stunde mit oeff. Transport oberhalb des Weges wo sie sowieso herfahren, systematisch vorbeireisen. Weil es dort an Stimulation fehlt, die Stille wenn man wirklich nur Waldsrauschen, Blick und Vogelgezwitscher und manchmal Bruellaffen sieht und hoert, einen doch zu sehr auf sich selbst zurueckwirft anstatt  die Beschaeftigung mit Pflanzen und Tieren anzuregen, selbst mit  sachkundiger Anleitung. Auf alles worauf nicht irgendwelche Meinungsfuehrer dauernd herumreiten, blickt man herab,  was nicht in der eigenen Gruppe in aller Munde ist, rangiert auf der Auchhabenliste ganz unten, andernfalls sind ja auch soziale Sanktionen zu befuerchten.
Die Leute stopfen begeistert ein maschinell verarbeitetes und ueberteuertes Gemisch aus raffinierem Zucker, emulgatoren, Milchpulver und einem geringen Prozensatz minderwertigen  Kakaoanteils in sich hinein, kaufen Schokolade mit besonders hohem Kakaoanteil von ewa einem Drittel als Luxusprodukt, produzieren dadurch tonnenweise Muell und Zivilisationskrankheiten - aber will man ihnen auch nur zum Selbstkostenpreis so etwas Wertvolles und Koestliches wie geroestete Kakaobohnen mit Rohrzuckerbroeckchen verkaufen,  wofuer man ganze Arbeitstage im Feld, an heissen Troegen bzw. an der Roestpfanne steht, sind nur die allerwenigsten bereit das ueberhaupt zu probieren.

Ich will schlechte und unverschaemte Serviceanbieter nicht verteidigen, weder in Kolumbien noch sonstwo.
Wer aber solche Anbieter durch sein Nachfrageverhalten unterstuetzt, braucht sich allerdings auch nicht darueber zu wundern, dass, um dem Historiker Fritz Stern zu widersprechen, der Erfolg eben doch lehrt.

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Jef Costello

« Antwort #17 am: 04. August 2016, 22:12 »
Ich hab meinen Rückflug jetzt doch nach vorne verschoben. Heute fliege ich von Lima nach Bogota und dann im Prinzip genau einen Monat später nach Hause. Jetzt würde ich mich eben auf die Hauqthiglights konzentrieren. Also Bogota, Cali, Medellin, Piedra del Penol, Cartagena, Ciudad Perdida, Bahia Solano. Frage: Ich würde gerne in Bahia Solano Wale beobachten. Was haltet ihr von folgender Route: Bogota -> Manizales (PNN Los Nevados, Kaffee) -> Salento (Valle de Cocora) -> Cali -> Buenaventura -> Bahia Solano -> Medellin (Piedra del Penol) -> Cartagena -> Santa Marta (Ciudad Perdida, PNN Tayrona) -> Bogota und heim
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michelaufreise

« Antwort #18 am: 06. August 2016, 04:39 »
Schau dir mal Guadelope an Nähe barichara und Villa de leya Ca in der Mitte
Der Fluss mit den Löchern sieht einfach nur geil aus.
Auch Bilder vom Ort sehen toll aus.  Viele Wasserfälle.
Ich weis steht nicht auf deinem Plan aber vielleicht interessierts dich.
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Jef Costello

« Antwort #19 am: 16. August 2016, 04:57 »
20. August fliege ich nach San Andres. Meint ihr es lohnt sich direkt ein Boot nach Providencia zu nehmen? Oder kann ich auch 6 tage auf San Andres verbringen?
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Susu

« Antwort #20 am: 17. August 2016, 20:58 »
Wie ich glaub ich schon sagte, gehen 6 Tage SA sehr gut. Wenn das deine Gesamtzeit ist, würde ich nicht noch extra nach P fahren.
Unbedingt ins Blue Almond Hostel gehen (schönen Gruß von Susan und Tim)! juan, der Besitzer gibt jedem eine ausführliche Inselbeschreibung mit lauter Tipps. Und Mororoller ausleihen um um die Insel zu düsen. Und Schnorcheln! Viel Spaß

Jef Costello

« Antwort #21 am: 27. August 2016, 06:01 »
Zum Glück bin ich für vier Tage nach Providencia! San Andres ist zwar auch wunderschön, aber leider auch wunderschön voll mit feierwilligen Brasilianern und Argentiniern...

Jetzt bin ich in Cartagena angekommen und hab gelesen dass die Ciudad Perdida geschlossen ist. Schöner Mist! Sollte eigentlich ein Highlight werden und ich hab den Trip in Kolumbien auch darauf ausgerichtet. :(
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Bobsch

« Antwort #22 am: 27. August 2016, 08:29 »
Ich fand die ciudad perdida kein highlight und völlig überteuert wenn es dich berührte.
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michelaufreise

« Antwort #23 am: 27. August 2016, 16:28 »
Wenn du die Zeit hast fahr nach Punta galinas cabo de La vela. Für mich mit Cartagena das einzige Highlight an der Karibik Küste
Die Tour ist einfach zu organisieren und kostet nicht die Welt
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farmerjohn1

« Antwort #24 am: 29. August 2016, 03:30 »
Ich kann mich nur wiederholen. Es ist nicht unbedingt die beste Reisestrategie, nur die allseits angepriesenen touristischen Highlights anzusteuern. Das sind oft Vorzeigeobjekte, teilweise wirklich sehr gut gelungen und als richtungsweisende Modell-Projekte sehr zu begruessen, teilweise jedoch auch kitschig und propagandistisch.
Gerade in Kolumbien tritt nun eine Situation ein in der alle unter Beweis stellen wollen/sollen/muessen/duerfen, dass die ueberwiegende Mehrheit von der Gewalt die Nase so dermassen voll hat, dass ernsthaft in Wort und Tat bessere Wege des Zusammenlebens gesucht und gefunden werden.
Laendliche Gebiete haben dabei ohne gepflegten Tourismus keine grosse Chancen, und zwar muss das ein oekologisch nachhaltiger Tourismus sein.
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michelaufreise

« Antwort #25 am: 29. August 2016, 05:38 »
Haaaaaaaa????
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farmerjohn1

« Antwort #26 am: 29. August 2016, 05:58 »
wie:haa?
Wenn ihr nur dahin fahrt wo Grossinvestoren allseits beworbene und dadurch anscheinend  rentabel werdende Projekte sind, hat die Oma mit dem hervorragenden Schweinbraten und die Familie des Almoehi mit dem leckeren Kaese und dem Pnorama-Baumaus keine Chance, ihr Einkommen durch Tourismus aufzubessern, und der flaechendeckende Naturschutz bleibt dann auch auf behoerdliche Projekte beschraenkt, wo eventuell da Budgetgeld wirklich reinfliesst.
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michelaufreise

« Antwort #27 am: 29. August 2016, 16:47 »
Und glaubst du ich lasse deshalb Cartagena und Punta galinas aus??
Ich werde sicherlich nicht die Welt retten können.
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farmerjohn1

« Antwort #28 am: 30. August 2016, 16:27 »
Schlage ja gar nicht vor, Cart. und P.G. auszulassen. Es sei denn, jemand beklagt sich dann ueber Abzocke. 
Die Welt retten? Nein. Das liegt ausserhalb unserer Reichweite.

Aber jeder zivilisierte Mensch muss sich (eher noch um seiner selbst willen als wegen der Anderen) bei jedem Schritt ueberlegen,  ob er/sie dadurch die allgemeine Situation innerhalb seiner begrenzten Moeglichkeiten verbessert oder gar verschlechtert. Dabei kann man sich natuerlich irren - aber es ist schon nicht ganz unmoeglich, dass  Fluechtlingsmassen aus 'fernen' Gebieten, die ohne Gewalt relativ gut und mit einer vernuenftigen Aufklaerung und Organisation sogar nachhaltig bewirtschaft- und bewohnbar waeren, nicht zustandekaemen, wenn in den Herkunftsgebieten bessere Lebensbedingungen herrschten.
Ist ja wirklich schoen, dieses Cartagena mit seiner Altstadt und Seefeste und der genialen Hafeneinfahrt. In seiner Einmaligkeit durchaus vergleichbar mit Rio. Gibt sogar in der Neustadt ein paar Meter Strand wie aus dem Reisekatalog, und etwas ausserhalb sogar ein paar km, wenn man sie sich auch so etwa an beiden Haenden abzaehlen kann. Wobei man sich fragen muss warum die Reisekataloge so sind wie sie sind: es ist mindestens genauso toll mit Blick auf einmalige Berglandschaften wie im Dian Fossey Flim unter verschneiten Gipfeln und Bergpalmen mit Grillenzirpen und hunderten farbiger Kolibris ein Bad in einem aufgestauten Gebirgsbach  zu nehmen und in Palmblaettern gebackenen Flussfisch zu esen, wie am Karibikstrand zu baden und Bonito zu grillen. Aber gut, das sind Geschmacks-und Modefragen, haengt auch von 'Hollywood' ab -  darueber kann man schlecht rechten.

Aber was glaubst du denn warum bei Cartagena und Punta Gallina sonst fast alles Wueste ist, landschaftlich gesehen, und warum die Muendung des Magdalenaflusses so versifft und teilversandet ist? Naemlich weil in den Bergen wo das Wasser entspringt, die Bergregen- und Bergnebelwaelder immer mehr abgeholzt und abgeflaemmt  werden, ohne entsprechende Wiederherstellung. Und das ist deshalb so weil die Leute die da wohnen mit oekologischer Landwirtschaft ein noch niedrigeres Einkommen erzielen als mit Chemiekeulen-Landwirtschaft, mit rechtsgemaessen Nutzpflanzen weniger als mit anderen, und weil es Ueberweidung und nicht nachhaltigen aber einkommensverbessernden Bergbau gibt.
Und nur wenige, ziemlich kurzfristig renditeabhaengige Jobs in den allseits beliebten und beworbenen, inselhaften (Tourismus-) Gebieten mit entsprechender Infrastruktur.
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michelaufreise

« Antwort #29 am: 30. August 2016, 18:25 »
Kannst du mir mal sagen was du bei Punta galinas und cabo de La Vera unter Abgezockt verstehst ????
Das würde mich mal interessieren !!
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