Thema: Äthiopien: must sees, Tipps und don'ts  (Gelesen 7779 mal)

atw12

« am: 31. Juli 2014, 17:56 »
Hallo Zusammen,
wir sind die ersten 2 Oktoberwochen in Äthiopien. Schaffen wir es, in einer Woche den Norden und in 1 den Süden zu machen. Wollen das Beste von beiden Seiten bzw. die absoluten Highlights. Was können wir im Norden u Süden skippen um die gute Mischung zu haben?

Norden:
Addis (nur 1,5 Tage) -> Lalibela -> dann gehen die meisten Touren über Melele, Axum in den Semien NP, da es wohl das ist die einzige Strasse ist? Was davon ist nicht so interessant bzw. ähnelt sich? Semien wollen wir auf jeden Fall machen. Axum klingt nicht so spannend. Tis Issat Falls schon. Von Demien über Gondar wieder nach Süden....

Süden:
Gut klingen Nech Sar NP, und die Ecke um Konso, Turmi u Key Afer. Was kann man hier eher weglassen?

Wir brauchen einen guten Mix aus Natur/Wildnis/Landschaft, interessanten Städten, Kontakt mit den Tribes und auch etwas Erholung in schönen Ecken und netten Guesthouses.
Könnt Ihr in den Locations schöne, günstige und gemütliche Guesthouses/Homestays empfehlen?
Wie sind die Entfernungen mit dem Bus?

1000 Dank und lg
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dirtsA

« Antwort #1 am: 02. August 2014, 13:57 »
Hey,

ich war zwar selbst noch nicht dort, plane aber wenn alles gut geht, Anfang nächstes Jahr hinzufahren.
Allerdings hatte ich 2,5 Wochen nur für den Norden geplant und sehe das schon als knapp an.

Seid ihr sicher, dass ihr euch so stressen wollt? Kulur gibt es nach meiner Recherche nach um Lalibela auch genug interessante zu sehen, wenn eben natürlich nicht die Tribes, auf die man im Süden trifft. Eine Freundin von mir war Anfang dieses Jahres nur im Süden für 2 Wochen und fand das auch knapp.

Die Danakil Depression wollt ihr nicht machen? Das ist mein absolutes Must ;)

Werde hier auf jeden Fall fleißig mitlesen und hoffe, dass sich ein paar Äthiopien-Experten melden! :)

LG
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Vombatus

« Antwort #2 am: 02. August 2014, 16:17 »
Äthiopien hört sich ja total interessant an, hatte ich noch nie auf dem Schirm. 
Macht ihr geführte Touren oder das meiste öffentlich mit dem Rucksack? Das Letztere oder? Welche Webseiten, Reisebücher könnt ihr empfehlen, möchte mich etwas einlesen. Die ersten Treffer bei google habe ich schon kurz durchstöbert, ihr habt euch doch sicher schon länger damit beschäftigt.

Viel Spaß bei der Planung und Reise!
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Jens

« Antwort #3 am: 04. August 2014, 13:56 »
Hey atw,

bin auch gerade meinen nächsten Afrika-Trip zu planen, wobei ich nur Äthopien planen werde und den Rest der Zeit einfach mich Richtung Süden treibe lasse.

So meine Route für Äthiopien sieht grob so aus. In Google-Maps sohttp://goo.gl/maps/UcHCT

Habe Kontakt über ein DZG-Mitglied aufgenommen, die vor ein paar Monaten mit dem Rucksack die Route bereist hat, aber sie wird erst Ende August mir eine Antwort zusenden konnen. Würde ich dann hier mal posten!

Zeitlich habe ich dafür so ca. 3 Wochen geplant. Denke, dass dies mit Öffentlichen machbar sein sollte!
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atw12

« Antwort #4 am: 04. August 2014, 18:08 »
Hi, man braucht mit dem Bus schon sehr lange von A nach B, immer so 10-13h. Das will ich mir nicht alle 2 Tage antun. Fliegen werde ich mit den Airlines da aber auch nicht. Es wäre so schade, wenn wir nur Süden o Norden machen könnten. Ich werde mal berichten, wie unsere Route aussieht, wenn wir mehr geplant haben.

Ja, Rucksack und ohne Guides. Ist machbar. Ich weiss nicht, welche Städte man skippen kann, da garnicht sehenswert und nur Durchreisestädte, und welche musts sind. Schwer zu entscheiden.
lg
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dirtsA

« Antwort #5 am: 04. August 2014, 23:32 »
@ Jens - Genauso würde ich mir meine Route vorstellen bzw. diese planen, nur müsste ich eben ein klein wenig mehr Gas geben mit 2,5 Wochen ;) Wann gehts denn los bei dir?

@atw12 - Aber wie wollt ihr es machen, wenn euch die Busfahrten zu lange sind und die Airlines zu unsicher? Sind die eigentlich wirklich so unsicher? Ich bin ja in Indonesien auch immer wieder mit klapprigsten Maschinen geflogen und würde es auch wieder machen. Immer noch das sicherste Transportmittel, auch wenn die Nachrichten momentan anders wirken. Wenn ihr weder lange Busfahrten noch fliegen wollt, dann müsst ihr euch wirklich für einen Teil entscheiden - und da ist der Süden mit den Distanzen dann evtl. weniger heftig... (?)

Ich persönlich finde Bahir Dar/Lake Tana Region noch am ehesten "auslassbar". Ansonsten wird es meiner Meinung nach schwierig mit skippen. Aksum liegt ja quasi auf dem Weg in die Simien Mountains, das wäre aber trotzdem vielleicht noch eine Skip-Option für mich zumindest.

Bin jedenfalls sehr gespannt auf euer beider Berichte und die Nachricht vom DZG Mitglied. Wäre super, wenn du die hier postest, Jens :)

Online findet man wirklich nicht sooo viele Informationen. Eigentlich auch mal schön ;)
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Jens

« Antwort #6 am: 05. August 2014, 06:38 »
@ Jens - Genauso würde ich mir meine Route vorstellen bzw. diese planen, nur müsste ich eben ein klein wenig mehr Gas geben mit 2,5 Wochen ;) Wann gehts denn los bei dir?

Habe am 01.06.15 sechs Monate wieder Zeit, werde aber schon vorher abhauen, so Mitte Mai 2015!

Bin jedenfalls sehr gespannt auf euer beider Berichte und die Nachricht vom DZG Mitglied. Wäre super, wenn du die hier postest, Jens :)

Mache ich, sie hatte sich bei mir gemeldet und sagte, dass sie zur Zeit unterwegs ist und Ende August dann Zeit hätte! Ich poste dann ihre Nachricht hier. Ja leider gibt es sehr wenige Infos und wenn nur, dass es gefährlich sei! Als bis in ein paar Tagen.  ;D
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Jens

« Antwort #7 am: 25. September 2014, 16:08 »
So hier hab ich eine Antwort zu meiner Frage, die ich aber selber über einen anderen Weg (DZG) bekommen habe!

So meine Route für Äthiopien sieht grob so aus. In Google-Maps sohttp://goo.gl/maps/UcHCT

Habe Kontakt über ein DZG-Mitglied aufgenommen, die vor ein paar Monaten mit dem Rucksack die Route bereist hat, aber sie wird erst Ende August mir eine Antwort zusenden konnen. Würde ich dann hier mal posten!

Zeitlich habe ich dafür so ca. 3 Wochen geplant. Denke, dass dies mit Öffentlichen machbar sein sollte!

Hier habe ich nun die Antwort des DZG-Mitgliedes bekommen!

Zitat
Hallo Jens,
 
ich war 6 Wochen lang unterwegs in Äthiopien und Somaliland im März und April. Zuerst bin ich von Addis mit dem Bus Richtung südwesten nach Jimma (Kaffeeland), dann nach Arba Minch zu einem kleinen Ort (Dorza) auf dem Berg. Von dort zurück nach Awasa und in den Osten nach Harar. Im Osten ist alles muslimisch. Harar ist ganz schön mit Altstadtmauer - sieht etwas aus wie Fez. Dann bin ich über die Grenze nach Hargeisa und ans Meer nach Berbera. Die Verbindungsstrasse zwischen den zwei Städten ist frei befahrbar. Im Rest des Landes nur mit Permit. In Somaliland sind auch sehr alte (5000 Jahre) Höhlenmalerien in Las Gheel, die ich besucht habe. Das geht nur mit einem organisierten Taxi.
 
Zurück in Äthiopien bin ich nach Awash, von dort nach Assaita (ein schöner kleiner Ort am südlichen Rand der Danakil), nach Dessie und von dort nach Mekelle hoch. Diese Strecken bin ich mit Bussen gefahren.
 
In Mekelle ist das Zentrum für Fahrten in die Danakil. Du kannst zwar auch schon in Addis eine Tour in die Danakil buchen. Aber besser fand ich es in Mekelle. Es gibt etwa drei-vier ernsthafte Touranbieter. Ich war im Touristbüro und habe einfach gefragt, wo ich mitfahren kann. Der Mann dort hat vermittelt. In die Danakil scheint es nur möglich, mit einer organisierten Tour (Landrover) zu fahren zu den bekannten Orten in der Wüste. Ich war 5 Tage unterwegs. Das ist die häufigste Form. Ich war mit einer Gruppe von 5 Landrovern unterwegs. In einem Auto waren 5 Soldaten. Der Rest Touris, zwei Köche und zwei Führer. Immer wieder Strassenkontrollen mit Überprüfung der Pässe und Permits. Es ist schon deutlich, dass die Afar das Gebiet kontrollieren. Die Strecke zum Vulkan und zurück wurden wir von weiteren Afarmännern zur Sicherheit begleitet.
 
Ich denke, es ist nicht möglich, selbständig in diesem Gebiet unterwegs zu sein. Du wirst nicht die erforderlichen Permits erhalten.Außerdem kann man in Dallol (Schwefelgebiet und Salzseen) und beim Vulkan nur individuell mit Landrovern fahren. Dort ist unbefestigte Piste. D.h. inzwischen haben einige internationale Firmen angefangen mit Brueckenbau für Überlandstrassen und Camps. Da sind große Erdbewegungen mitten in der Wüste.
 
Ich war mit www.ethiotravelandtours.com unterwegs. Der Preis für die Tour sollte 500 USdollar sein. Ich konnte 50 USdollar runterhandeln.
 
Wenn du erst im Mai dort unterwegs sein willst, wird es sehr, sehr heiss sein. Ich fand es vom 8.-12. April schon heiss.
 
Von dort bin ich weiter mit dem Bus. In der Umgebung, dasGebiet ist Tigrey, habe ich noch ein paar sehr alte Kirchen besucht. Das geht mit Bus. Vor Ort ist allerdings ein Führer sehr hilfreich, da die Kirchen in den Felsen gebaut sind.
 
Von Mekelle bin ich nach Aksum. Ich fand die Stadt ziemlich enttäuschend. Die Stelen sind in einem eingezäunten Gelände mit Eintrittspreis. Ansonsten waren sehr viele Pilger, Strassenverkäufer und Bettler, viele Kinderbettler, überall. Naja. Mit dem Bus weiter nach Gonder braucht einen Stop in Shire. Das ist eine Grenzstadt im Norden. Die Strecke nach Gonder war landschaftlich schön. Und Gonder fand ich interessant. Ich war im Hotel `Lodge de Chateau´ im domitory. Vom Busbahnhof zu Fuss zu erreichen mit sehr schöner Aussichtsterrasse.
 
Von Gonder bin ich nach Bahir Dar mit dem Bus. Der lake tana ist angenehm. Das Hotel Ghion liegt direkt am See und hat einen schönen Garten. Ich habe 400 bir für ein Zimmer im Garten bezahlt. In Bahir Dar war der Markt ganz interessant. In einem Tagesausflug habe ich den Wasserfall am Blauen Nil und zwei Inseln im Tanasee besucht. Die Ausflüge werden von verschiedenen Anbietern durchgeführt mit ähnlichen Preisen.
 
Von Gonder bin ich für 45 USdollar nach Lalibela geflogen. In Lalibela habe ich im Lalibelahotel gewohnt www.lalibelahotels.com mit runtergehandeltem Zimmerpreis. Vom Bett aus kann man den Sonnenaufgang erleben. An der Rezeption war Endayene (Vorname), der sehr hilfreich und freundlich war. Ich habe mit ihm eine Tageswanderung auf einen Berg zum Ecohotel (Hudadhotel) gemacht. Von dort oben ist ein guter Rundblick über die ganze Gegend möglich. Die Kirchen von Lalibela sind touristisch sehr gut organisiert. Es gibt nur ein Ticket für mehrere Tage für 50 USdollar. Man kann einen Führer nehmen, aber auch selbständig die Kirchen besuchen.     

Genau diese Informationen habe ich wage aus den wenigen Blogs erhalten, daher bestärkt mich das Ganze auch alles vor Ort zu organisieren. Ich hoffe, dass ich damit anderen helfen kann.
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grenzenlos

« Antwort #8 am: 28. September 2014, 09:06 »
Hallo,
vieles wurde hier schon richtig geschrieben. Man kann alles selbst organisieren bzw. buchen.
Wir selbst hatten bei unseren Äthiopienbesuchen immer alles selbst organisiert ( 1 x Fahrrad Richtung Kenia, 2 x per Anhalter bzw. Bus unterwegs ).
Äthiopien ist ein echt schönes Land. Meine Empfehlung: Wichtig ist die Zeit. Wir waren da immer mindestens 4 bis 8 Wochen unterwegs. Hat man nur 2 Wochen dann nur Norden bzw. Süden erkunden. Es geht sonst viel verloren.
Die Flugverbindungen im Land sind übrigens sehr gut (auch neue Maschinen) und preiswert.
LG Wi
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dirtsA

« Antwort #9 am: 28. September 2014, 10:11 »
Danke für's Teilen der Infos, Jens! :)

Womit ich mir noch etwas schwer tue, ist, die Situation in der Danakil zu beurteilen. Sowohl auf der Seite des österr., als auch des deutschen Außenministeriums wird von Reisen in die Region abgeraten, weil es wohl vor ein paar Jahren zu Entführung einer Reisegruppe kam. Mir ist auch aufgefallen, dass bei allen Reiseberichten im Netz aus den letzten Jahren (die ich gefunden habe) die Danakil ausgelassen wurde. Vielleicht aus diesem Grund? Da die Danakil für mich als Liebhaberin von vulkanischen Regionen mein Highlight wäre, wäre ich für alle Infos die ganz aktuell aus den letzten 1-2 Jahren stammen dankbar! :)

Wie siehst du das, Jens? Willst du auch auf jeden Fall hin?

LG
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GschamsterDiener

« Antwort #10 am: 28. September 2014, 14:27 »
Jens: Danke!

Die Region schaut natürlich super aus, aber so, wie es sich liest, ist es mir doch viel zu kompliziert (und zu teuer). Ich plane ja nur 3 Wochen für Äthiopien ein, es wird zeitlich also sowieso sehr knapp.

LGT
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White Fox

« Antwort #11 am: 28. September 2014, 19:37 »
Interessantes Thema! Zumal ich jetzt gesehen habe, dass Flüge für "nur" 730 CHF zu haben sind. Lasst mal hören wieviel Geld ihr im Land gelassen habt, wenn ihr wieder da seid, ich kann das Land von den Kosten her garnicht einordnen. Klingt aber in jedem Fall super spannend und ist sicher so ziemliches Backpacker-Neuland :)
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Jens

« Antwort #12 am: 29. September 2014, 06:49 »
Wie siehst du das, Jens? Willst du auch auf jeden Fall hin?

Japp, das muss ich sehen!! Werde Mitte Mai 2015 starten. Außer das mit dem Ebola-Virus sollte sich im Osten verbreiten, zur Zeit sehe ich da aber eher kein Problem.
Die Afar sind wohl schon ein eigenes Völkchen, billig wird es bestimmt auch nicht unbedingt dadurch. Aber ich denke, es ist machbar. Wahrscheinlich wird mich ein Freund noch begleiten, aber bin auch offen, wenn sich noch jemand anschließt! Nach Äthopien geht es für meinen Kumpel wieder ins Büro und mich wird es Richtungen Süden verschlagen!
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Skraal

« Antwort #13 am: 17. Januar 2015, 18:38 »
Dann will ich mal kurz meine aktuellen Erfahrungen einbringen:

Nervig in Äthiopien die langen Fahrtzeiten, wie oben schon geschrieben sind 10-13 Stunden die Norm (angenehme Ausnahme Bahir Dar - Gondar, nur 6-8 Stunden). Hinzu kommt, daß Nachtfahrverbot herrscht und die Busse in der Regel morgens um 5:30 Uhr abfahren (d.h. um 5 Uhr am Terminal sein und entsprechend früh aufstehen).
Das ist durchaus anstrengend und man sollte das beachten, wenn man nur wenig Zeit hat. Inlandsflüge kosten übrigens nur die Hälfte, wenn man mit Ethiopian Airlines eingereist ist (unbedingt berechnen, wenn man vor hat zu fliegen).

Tageskosten lagen bei mir bei 24 € (Hostels, Busse, einfaches Essen, keine Flüge, ohne Danakil)
Die Danakil Tour ist schon ein must see. Der Salzsee kann zwar mit dem Salar de Uyuni überhaupt nicht mithalten, dafür kann man live sehen, wie das Salz abgebaut und mit langen Kamelkarawanen abtransportiert wird. (Achtet darauf, daß der zweite Tourtag kein Freitag ist, da arbeiten die muslimischen Afar nicht!)
Der Lavasee des Irta Ale war für mich das Highlight. Man schaut direkt in den Schlund der Hölle, kochendes Gestein schwappt auf und ab und giftige Gase verschlagen einem den Atem. Grandios!!!!
Man fährt allerdings an den 4 Tagen viel mit dem Jeep.
Laut Guide sind Entführungen/Überfälle kein Problem mehr, seit die Polizei (vor denen die eriträischen Banden wohl nicht viel Angst hatten) durch Armee erstetzt wurde und es jetzt auch eine permanente Armee-Präsens gibt. Die Jungs posieren auch gerne für Photos und ein Briefing, was wir im Falle eines Angriffs tun sollen, haben wir auch nicht gekriegt (für mich Zeichen, daß es nicht sehr wahrscheinlich ist).
War mit ETT (Ethiopian Tours and Travels) unterwegs, Touren starten alle 2 Tage und kosten 600 US$ pro Person.
Von hier gibt es auch Tagestouren (gleiche Anbieter) zu den Kirchen von Tigray, die in den Berg geschlagen sind und nur durch klettern zu erreichen sind. Hatte viel Angst, war aber geil!
Ausgangspunkt war Mekele (schöne Stadt), Kaleb Hotel.

Lalibela fand ich schrecklich, eine einzige Abzocke mit doppelten Preisen für alles im Vergleich zum Rest des Landes. Das Motto des Ortes ist wohl „Give me Money!“. Die Kirchen sind aber halt doch sehenswert − kosten aber auch stolze 1000 Birr!!
Zum Essen ist das Unique Restaurant (gegenüber Asheton Hotel) sehr gemütlich mit sehr netten Wirten, und das Ben Abeba − das wohl coolste Restaurant in Äthiopien, mit unglaublichem 360° Ausblick und einer geilen Architektur.

Bahir Dar fand ich vom Vibe her eine der angenehmsten Städte, viele Studenten, schön am See gelegen, hübscher Markt. Ein Tagesausflug zu den Nil-Fällen lohnt sich alle mal (Bild auf dem 1 Birr Schein, wer sich schonmal ein Bild machen will).
Tsehay Pension (190 Birr) ist gut und sauber und gegenüber gibt es ein nettes kleines Restaurant mit sehr nettem Besitzer!

Der Palast in Gondar ist ok (halben Preis für Studentenausweis), ansonsten ist die Stadt nur interessant als Ausgangspunkt für's Trekken in den Simian Mountains.

In Aksum war ich zum Maryam Festival, daher kann ich nicht sagen, wie es ist, wenn 100.000 Leute weniger da sind, der Vibe war aber auch nett und es liegt eh auf dem Weg von Mekele nach Gondar.

Am angenehmsten fand ich Dire Dawa (kaum „give me money“), das schöne Märkte bietet.
Auf dem Weg nach Harar liegt der weltgrößte Chat-Markt und Harar selber ist auch einen Ausflug wert. (Kann Daten für einen Guide per PN herausgeben).
Und wenn man schon da ist, sollte man auch noch eine Woche nach Somaliland fahren. Extremst nette Leute (auf gleichem Niveau wie Bangladesh und Zentralasien nur mit sehr gutem Englisch), geiles Essen (wenn man vorher in Äthiopien war) und sogar Strandleben in Berbera. Visum gibt's problemlos in Addis, allerdings braucht man ein muliple Entry Visa für Äthiopien (vorher zuhause beantragen!!!!) in Hergeisa gibt's keine äthiopischen Visa mehr!
Für Somaliland sollte man die Reisewarnungen (nicht Sicherheitshinweise) dann nicht mehr lesen …

Der Westen um Jimma und Tepi ist weit grüner als der Rest des Landes und hier gibt es den besten und billigsten Kaffe (1-2 Birr).

Im November/Dezember ist es empfindlich kalt sobald die Sonne verschwindet, und ich war froh um meinen Schlafsack.

Schade ist die endlose Bettelei, die hat es mir manchmal echt vergällt. Viele zunächst nette Unterhaltungen enden in der Aufforderung „give me money“ und das macht einen unnahbar, weil man immer mit dieser Frage rechnet. Es scheint sich eine Art Opfer- bzw. Hilfsbedürftigkeitsmentalität entwickelt zu haben. Wir sind arm und darum müssen uns die reichen Ausländer was geben.
Eine Einstellung, die ich hier in Somaliland, wo viele Leute ärmer sind als in Äthiopien und weniger internationale Hilfe bekommen, nicht erlebe. Zumal es die Studenten und gut gekleideten Jungen Leute sind, die nach Geld fragen …
Aber das würde wohl eine endlose Diskussion ergeben, die ich hier garnicht führen möchte.

Was bleibt noch? Der Kaffee ist selbstverständlich grandios − „auf der Straße” ist er besser als in Cafés!
Das Essen hingegen … nicht. Aber da macht Euch mal Euer eigenes Bild. (Beyayit ist Injera mit verschiedenen Gemüsen, merkt Euch das!!) :)

Ach ja, wer taucht, sollte einen Abstecher nach Djibouti machen und dort mit Dolphin (neben der Hauptpost) einen Ausflug zum „Crack“ zwischen der afrikanischen und asiatischen, tektonischen Platte machen. Sehr geiles Tauchen dort! (Auch hierfür gibt es ein Visum in Addis binnen eines Tages und von Harar aus kann man bequem ein- und ausreisen.

Hoffe das war informativ, immer her mit weiteren Fragen.
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GschamsterDiener

« Antwort #14 am: 17. Januar 2015, 19:22 »
Vielen Dank, Skraal!

Zitat
Nervig in Äthiopien die langen Fahrtzeiten, wie oben schon geschrieben sind 10-13 Stunden die Norm (angenehme Ausnahme Bahir Dar - Gondar, nur 6-8 Stunden). Hinzu kommt, daß Nachtfahrverbot herrscht und die Busse in der Regel morgens um 5:30 Uhr abfahren (d.h. um 5 Uhr am Terminal sein und entsprechend früh aufstehen).

Das ist wohl der Hauptgrund, wieso ich meine Äthiopienpläne für Mai 2015 mittlerweile verworfen habe. Ich hätte nur 3 Wochen Zeit gehabt und wollte individuell reisen. Das hätte keinen Sinn ergeben, vor allem nicht nach 8 Monaten intensiven Reisens davor.

Von anderen Äthiopien-Reisenden habe ich auch mitbekommen, dass man fürs Trekking in NP immer eine ganze Brigade an Begleitern anmieten muss (Koch, Fahrer, Leute mit Kalaschnikows, Assistent des Kochs, Guide, etc.). Das entspricht jetzt auch nicht meiner Vorstellung von individuellem Reisen. Hast du hier abseits der Depression Erfahrungen gemacht?
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