Thema: Vier Wochen in Ecuador - Eure Tipps?  (Gelesen 3619 mal)

Jef Costello

« am: 02. Februar 2022, 16:39 »
Ich fliege von Ende Mai bis Ende Juni nach Ecuador für vier Wochen. Das war jetzt schon seit Jahren die Nummer 1 auf meiner Bucket List.  :)

Start ist in Quito, Ende ist in Guayaquil. Auf die Galapagos-Inseln werde ich nicht fliegen, mich zieht es nämlich in die Anden.

Was ich auf jeden Fall sehen möchte:

- Quito: aber welche coolen Tagesausflüge bieten sich da an?
- Quilotoa Loop und Ingapirca Trekking: das sind zwei einfach machbare Treks (entweder alleine oder in der Gruppe)
- Vulkane: will auf jeden Fall einen der Großen besteigen (Cotopaxi, Cayambe, Chimborazo)
- Bãnos: was kann man da genau sehen abseits von der berühmten Schaukel?
- Cuenca: gibt es da coole Tagesausflüge?
- Guayaquil: hat scheinbar nicht so viel zu bieten, vielleicht nur für 2 Tage zum Schluss.

Also insgesamt noch ziemlich andenfokussiert. Die Küste werde ich auslassen, an den grauen Himmel in Lima erinnere ich mich noch immer, das ist schlimmer als Winter in Deutschland.

Ich würde mich auch für den Regenwald interessieren. Allerdings dann eher in die Richtung Kayak oder Trekking - denn diese typischen Amazonastouren kenne ich mittlerweile. Habt ihr dafür und generell auch für Hostels Empfehlungen? In Quito werde ich in dem Community Hostel schlafen.


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pad

« Antwort #1 am: 02. Februar 2022, 22:01 »
War vor ca. 6 Jahren mit meinem Bruder in Ecuador unterwegs. Ab Quito hat uns Mindo auch noch recht gut gefallen für Birdwatching und Nebelwald. Viele Colibris. Ca. 2h mit dem Bus ab Quito. Wir haben damals da übernachtet, gibt recht viele coole und günstige Unterkünfte. Ginge wohl auch als Tagesausflug. Wobei ich mich erinnere, das es bis zum Busterminal auch schon ein rechtes Stück war.

La Mitad del Mundo waren wir auch. War ganz nett, halt eher symbolisch und natürlich touristisch. Muss nicht zwingend sein.

Otavalo war auch noch auf dem Programm und ist nicht so weit von Quito. Das sind jetzt natürlich alles keine "Geheimtipps".

Bãnos: Wir haben Räder gemietet, man kann eine Art einfache Passstrasse runterfahren, wo es immer wieder Wasserfälle auf dem Weg gibt und (optional) viele Zip-Lines. Am Schluss konnte man dann die Räder auf Lastwagen verladen und wieder zurück. Räder gut anschauen und nicht das allerbilligste nehmen, meins war nicht so super. Will sich allg. etwas als "Abenteuer-Destination" vermarkten, m.W. gabs auch Rafting etc. Plus etwas rumhängen, Cafés, Streetfood, etc.

Wir haben damals auch eine "klassische" Amazonas Tour gemacht. Hat uns super gefallen. War ne Mischung aus Bootsausflügen, kleinen Wanderungen, auch mal noch eine Nachtwanderung etc. Kayaks hab ich damals glaube keine gesehen. In Quito gab's aber im Traveller-Viertel recht viele kleine Reise-Agenturen, da konnte man gut etwas Bummeln und Rumfragen.

Insgesamt fand ich Ecuador sehr abwechslungsreich auf kleinem Raum.

Vilcabamba fanden wir auch noch ganz cool, kann man auch diverse kleine Tageswanderungen machen. War für mich gut gelegen für die Überland-Weiterreise nach Peru. Sehr hübsch fanden wir es auch in Zaruma, was damals in meinem Guidebook (ich glaube Moon) als Geheimtipp gelistet war. Coole Architektur und Lage. Wir hatten Glück und es war eine Art Dorffest, da wurden wir dann für diverse Aktivitäten eingeladen und genossen aussergewöhnliche Gastfreundschaft. Ist aber gut möglich, dass es dort sonst ziemlich verschlafen ist.
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Jef Costello

« Antwort #2 am: 05. Februar 2022, 10:04 »
Danke für deinen Input!

Zaruma schaut echt schön aus.

Sind die Busse in Ecuador genauso bequem wie in Peru und Kolumbien?
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pad

« Antwort #3 am: 07. Februar 2022, 08:39 »
Ja, ich würde sagen ähnlich. Wobei ich mich in Ecuador nicht an Luxus-Busse im Stil von Cruz del Sur mit 2+1 Bestuhlung erinnern kann. Dafür sind die Strecken ja auch kürzer. Man kommt auf jeden Fall ans Ziel, ohne gross leiden zu müssen. Preislich empfand ich den Transport als etwas günstiger als in Kolumbien. In Kolumbien war ich ab und an noch in kleinen Bussen im Stil von Mercedes-Sprintern unterwegs (ca. 18 Sitzplätze).

An den Busterminals, vor allem in Quito, ist wie überall in Südamerika schon Vorsicht geboten. Ich habe zwei Reisende getroffen, denen in Ecuador etwas geklaut wurde. Eine übliche Masche ist es, dass sich Leute direkt im Bus als Mitarbeiter des Transportunternehmens ausgeben und "Hilfe" beim Verstauen des Handgepäcks/Tagesrucksacks anbieten/aufdrängen (mit dem Ziel, Handgepäck und Reisende ein paar Sitzreihen zu trennen). Genau dieser Trick wollte jemand bei uns auch anwenden in Quito. Lustigerweise hatte ich tags zuvor noch darüber gelesen. Ich hab dann beim Fahrer gefragt ob der Mann zur Firma gehört, dann ist er enorm schnell verschwunden.
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Jef Costello

« Antwort #4 am: 07. Februar 2022, 17:59 »
Ich hatte auch schon öfters von Scams in Ecuador gelesen. Gut, es werden da sicherlich viele Leute landen, die noch keine Erfahrung in Lateinamerika hatten und von den Galapagos-Inseln angezogen werden.
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Surfy

« Antwort #5 am: 18. Februar 2022, 16:50 »
Ich hatte auch schon öfters von Scams in Ecuador gelesen. Gut, es werden da sicherlich viele Leute landen, die noch keine Erfahrung in Lateinamerika hatten und von den Galapagos-Inseln angezogen werden.

Hast Du uns 2-3 Links zum aufwärmen?

Ich hab da persönlich nichts erlebt und bin auch nicht in Reiseblogs darüber gestolpert, daher um so neugieriger.

Surfy

Jef Costello

« Antwort #6 am: 18. Februar 2022, 20:37 »
https://www.welt.de/reise/Fern/article231636977/Ecuador-Die-Wanderung-auf-den-Chimborazo-raubt-den-Atem.html
https://www.nextstopwhoknows.com/backpacking-scams-the-distract-grab-in-ecuador/
https://www.utravelshare.com/robbed-travel-ecuador/

Also es sind schon auffallend viele dieser Reiseberichte. Hier im Forum hatte ich auch mal was in die Richtung gelesen:

https://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=5455.msg38184#msg38184

Habe gerade auch eine Mail bekommen, dass mein Flug geändert wurde. Dachte erst, jetzt darf ich wieder neubuchen aber ich komme jetzt im Prinzip 20 Minuten früher in Quito an.  ;D

Übrigens muss man keinen Test mehr vorlegen, wenn man nach Ecuador reist. Auch nicht, wenn es auf die Galapagos-Inseln geht. Und man plant wohl, die Maskenpflicht im Freien gegen Ende März aufzuheben.
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karoshi

« Antwort #7 am: 19. Februar 2022, 21:30 »
Fun Fact: Ich bin auf meiner Weltreise vier mal bestohlen worden. Alle vier Vorfälle waren in Ecuador.
Das muss jetzt nicht automatisch heißen, dass Ecuador der Verbrechens-Hotspot ist. Die Stichprobe ist halt ziemlich klein, und es gab auch kein Muster. Einmal war es ein kleiner Junge, der es nicht besser wusste, einmal eine professionelle Diebes-Familie, einmal das Militär, einmal eine deutsche Rentnerin. Und ich hatte natürlich auch schon anderswo Diebstähle bzw. Diebstahlsversuche. Zu den Orten, wo es geklappt hat, zählen Mexico City, Guatemala City und Aachen.
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Nocktem

« Antwort #8 am: 20. Februar 2022, 14:44 »
passt zwar nicht zum thema ecuador aber 3 raubversuche hatte ich auch schon hinter mir alle 3 in vietnam und alle 3 im hotelzimmer zu "unchristlichen zeiten" einmal kam um 4:00 morgens jemand ins zimmer, dabei sind wir wach geworden, einmal um 4:30 ebenfalls wach geworden, seither stellen wir irgendwas lautes vor die türe (innen) damit wir wach werden und das letze mal mit selber gemachter alarmanlage wieder um 4:30.... und jedes mal nach dem gleichen schema... jedes mal tags darauf beschwert und danach das hotel gewechselt.
das erste mal wars in dalat, das zweite mal in hue und das dritte mal, nochmal in hue... trotzdem liebe ich vietnam... keine ahnung warum ;) .
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Surfy

« Antwort #9 am: 21. Februar 2022, 09:32 »
Danke für die Links!

Es ist so, einige Vorfälle können durchaus das reale Bild verzerren können.

Das Studium der Sex&Crime Bereichs der lokalen Print/Onlinemedien zeichnet da ein recht realistisches Bild, wenn man dieses eine Weile verfolgt.

Wer das Beispielsweise für Basel, Schweiz macht - findet hier einen Hotspot für Entreisdiebstähle (4x pro Woche), nächtliche Gewaltdelikte (5x die Woche), Überfälle auf Passanten (Smartphone, Geldbeutel, Verprügeln) (1x pro Woche) , und trauriger regelmässigkeit auch sexuelle Übergriffe (1x pro Woche). Das sind meinerseits gefühlte Werte, wer mag, Basler Zeitung & Co stehen jedem zur Verfügung.

Da sind jetzt auch 50 Links aus Equador aus den letzten 5 Jahren - nicht wirklich aussagekräftig. Damit will ich nichts verharmlosen, aber eben doch ins Verhältnis setzen.

Surfy

Einmalrundum

« Antwort #10 am: 21. Februar 2022, 17:41 »
Ich war 2 mal in Ecuador. Einmal mit dem Rucksack und einmal mit dem eigenen Wohnmobil. Auf der Rucksackreise wurde mir da tatsächlich die Kammera im Bus geklaut. Auf der 2 ten Reise war nichts.
Mindo ist ok, ich fand dies aber so Lala. Die Galapagos sind natürlich Unglaublich. Über, wie auch Unterwasser. Unterwassser ist aber wirklich nicht günstig und man sollte ein etwas erfahrener Taucher sein.
An der Küste ist glaub so im Juli Wahlsaison in Puerto Lopez, da kann man auf die Isla de la PLata. Da gibt es Blaufusstölpel und so Vögel zeugs. Ein wenig wie Galapagos, aber nur ein wenig. Auf dem Weg da hin gibt es fast täglich springende Wahle. Die gibt es auf den Galapagos nicht, ist toll. Die Küste in der Gegend ist auch sonnst ganz nett. Dies ist mein Geheimtip. Der Rest ist das normals Ecuador. Die Vulkane, Banos, Cuenca USW. Das ganze Mitte der Welt kann man sich schenken.

http://www.einmalrundum.ch/offroad-reisen/taucher-traeume/
http://www.einmalrundum.ch/offroad-reisen/in-der-mitte-de/


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Jef Costello

« Antwort #11 am: 13. April 2022, 20:50 »
So, nachdem ich in den letzten Monaten viel zu tun hatte, hat mich jetzt die Planungsmotivation gepackt.  :)

Was haltet ihr von meinem ersten Routenentwurf?



https://i.imgur.com/j4SWd0p.png

Erst mal war ich überrascht, dass ein Monat für Ecuador gar nicht mal so viel Zeit ist. Wie ihr seht glaube ich nicht, dass ich den Amazonas-Teil des Landes sinnvoll unterbringen kann.

Mindo müsste ich gut überlegen, da es deutlich niedriger als Quito liegt. Das dürfte für die Akklimatisation schlecht sein. Quito und Baños sehen auch ehrlich gesagt recht ähnlich aus. Vielleicht wäre es also gut, Mindo nicht zu machen und stattdessen um Cuenca den Ingapirca-Inca-Trail zu versuchen (eher wenig Informationen, fraglich ob man Tour-Anbieter findet). Oder stattdessen andere Wanderungen rund um Cotopaxi.
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pad

« Antwort #12 am: 13. April 2022, 21:16 »
Mindo, wenn auch besuchenswert, ist nicht wirklich eine Alternative für Amazonas. Das sind m.E. schon zwei verschiedene Dinge. In Mindo kannst du vor allem Vögel, Schmetterlinge und Co. beobachten, ausserdem bist du schon noch deutlich höher als im Amazonas-Becken. Im Amazonas hast du noch viele andere Tiere (diverse Affenarten, Flussdelphine, Anakondas, Faultiere...), die meisten Touren sind per Boot.

Zu den Gipfelbesteigungen kann ich wenig sagen, da nicht gemacht. Zwei hohe Gipfel direkt nacheinander scheint mir aber schon recht sportlich, oder täusche ich mich da?

In Baños würde ein Tag weniger wohl auch reichen. Was bringt dich auf die Idee, dass Quito und Baños sehr ähnlich sind? Quito ist eine Millionenstadt und liegt rund 1000m Höher als das kleine Baños mit 14'000 Einwohnern  ;).

In der Hafenstadt Guayaquil muss man m.E. nicht besonders viel Zeit verbringen. Nebst der Promenade und ein paar farbigen Häusern kann ich mich da nicht an viele Sehenswürdigkeiten erinnern.

Ich denke, wenn du eine Amazonas-Tour machen möchtest, hätte diese schon noch Platz (vor allem falls mit Flug). Kommt aber natürlich drauf an, wie viele Ortswechsel für dich noch ok sind.

Edit: Hab's übersehen, im ersten Beitrag hast du ja geschrieben, dass du die typischen Amazonas-Touren schon kennst.
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Marla

« Antwort #13 am: 14. April 2022, 09:19 »
Obwohl du das am Anfang schon fixiert hattest, würde ich gerne noch mal hinterfragen, warum du nicht auf die Galapagos-Inseln möchtest? Du hast ja 4 Wochen Zeit, die meisten veranschlagen nur 2-3 Wochen in Ecuador. Ich war zwar selbst auch nicht auf den Galapagos-Inseln, aber das lag daran, dass ich krank war und meinen Flug verfallen lassen musste. Ich werde bei meiner geplanten Peru-Bolivien-Tour extra wegen der Galapagos-Inseln noch einen Abstecher nach Ecuador einbauen. Also wenn man schon mal dort ist (du kannst ja von Quito oder Guayaquil hinfliegen), warum nicht mitnehmen?

Denn du hast schon recht viel Zeit für einige Orte eingeplant (und wenn ich mich recht erinnere, reist du eher schneller als ich):

  • Baños ist ein niedlicher kleiner Ort. Die Kirche ist mir in guter Erinnerung (und das will was heißen, bei den Hunderten Kirchen, die ich in Lateinamerika besichtigt habe). Aber da bist du in 2 h durch. Man fährt dort hin für die Touren in der Umgebung, zu den Wasserfällen, um Zip-Lining zu machen etc. Entweder so wie pad beschrieben mit Rad oder - wie ich, da noch etwas angeschlagen von meiner Grippe - mit einem Sightseeing-Bus.
  • Guayaquil reicht ein halber Tag, um sich die Promenade und den Cerro Santa Ana anzusehen. Die Stadt kann man m.E. aber auch weglassen.

Mit den gesparten Tagen würde ich Galapagos einschieben oder - wenn du das definitiv nicht willst - doch den Amazonas besuchen, wobei ich auch denke, dass du da nichts anderes siehst als bei den Amazonas-Touren, die du schon gemacht hast. Aber z.B. von Tena aus, was am Rand des Amazonasgebietes liegt, kannst du super Rafting-Touren machen, falls das was für dich ist?

Ich war übrigens auch an der Küste (Montañita), da hast du wirklich nichts verpasst, wenn du das nicht auf deiner Route hast.
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Jef Costello

« Antwort #14 am: 14. April 2022, 18:24 »
@pad:

Da hab ich mich vertippt, wollte Baños mit Mindo vergleichen.  ;D Bergbesteigungen hatte ich in Peru immer hintereinander oder mit einem Tag Pause gemacht. Wenn ich Mindo auslasse bzw. nur als Tagesausflug mache, hätte ich dort flexibel mehr Zeit. Mein Problem mit Amazonas-Touren wäre nur, dass das wieder so eine Basic-Tour ist. Auf eine Kayak-Tour hätte ich z.B. sehr Lust, hatte ich in Nicaragua mal für 2 Tage gemacht.

@Marla:

Galapagos habe ich aus zwei Gründen nicht geplant. Zum einen will ich viel wandern und dann glaube ich nicht, dass ich ausreichend Zeit habe. Also ich schätze mal man braucht da locker 7 Tage.

Zum anderen würde diese Reise dann schnell sehr teuer werden, ich schätze mal für die Vulkane werde ich bestimmt 1000€ für Bergführer bezahlen (ich brauche auch noch neue Wanderstiefel...). Der Flug alleine mit Eintritt und Touren würde mich auf den Galapagos-Inseln bestimmt so viel kosten wie meine geplante Reise nach Korea.

Baños dachte ich mich Tagesausflügen drei volle Tage, da dürfte es ja ausreichend Sachen geben.

Tena habe ich mir mal notiert, Rafting hab ich noch nie gemacht aber da ich mir jetzt zum Skifahren Kontaktlinsen gemacht habe bin ich auch für brillenfeindliche Outdooraktivitäten offener.  ;)
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