Thema: Von Jiri ins Everst Basecamp  (Gelesen 616 mal)

Herri Mojo

« am: 12. November 2017, 16:32 »
Liebe Reisefreunde,

ich bin jetzt zurück von meiner ersten Etappe, der Ouvertüre sozusagen, die mich - wie geplant - ins ländliche bzw. gebirgige Nepal geführt hat: Ich bin nach ein paar Tagen Kathmandu mit dem Bus nach Jiri gefahren und hab mich von da an auf die Fersen der alten Everestexpeditionen geheftet.
Vor allem die ersten 8 Tage bis nach Namche Bazar sind anstrengend, weil es stets rauf und wieder runter geht. Das liegt an den Flusstälern, denen man eigentlich nie folgt, sondern welche man von West nach Ost kreuzt. Man macht echt viele Höhenmeter, also gilt: Möglichst das leichte Gepäck wählen und den Bademantel zuhause lassen.
Es ist eine schweißtreibende, aber sehr lohnende und Kondition aufbauende Angelegenheit für das, was noch kommen mag. Nämlich ein streckenweise völlig überlastetes Wegenetz, das sich langsam aber sicher in große Höhen erstreckt und somit (durch den geringen Sauerstoffdruck) nicht minder anstrengend zu begehen wird. Jedoch übt die Himalayakette hier enorme Faszination aus, was man von Jiri an nur erahnen kann. Und die permanent vereisten Gipfel sind es halt schon auch irgendwie, die das Herz von Wandersleut' höher schlagen lassen.
Grundsätzlich sind die zwei Abschnitte (bis Namche Bazar/ab Namche Bazar) völlig konträr, somit ist es lohnenswert, sich an beiden zu erfreuen.
Die Kosten für den Trek: Es gilt, je höher, desto teurer. Wobei es trotzdem günstig und überschaubar bleibt. Die Nächtigungskosten bewegen sich 2017 zwischen 0 und maximal 500 NPR (= ca. 4 Euro). Wobei das stets Verhandlungssache ist. Verdient wird in den Guesthouses am Verzehr, der Nächtigungsbeitrag wird gerne mitgenommen.
 500 Fixpreis, was auch nicht verhandelbar war, da am Ortseingang gegen "Voucher" eingehoben, war nur in Lobuche auf ca. 4.900m zu entrichten. Überhaupt ist das eine unsympathische Ortschaft, deren Lodges man auch getrost als Dreckslöcher bezeichnen könnte, wie ich meine.

Schwarztee kostet zwischen 40 und 150 (€ 0,30 - €1,20), - je nach Höhe
Dahl Baht (150 - 500; € 1,20 - € 4,00)
Gebratene Nudeln mit Gemüse (150 - 600; € 1,20 - € 5,00)
Spaghetti/Sugu (350 - 600; € 3,00 - € 5,00)
Wasser 1l (20 - 150; € 0,15 - € 1,30) - Ich hab mir Wasserentkeimungstabletten mitgenommen, dann muss man nicht mit den verursachten Plastikbergen leben, die man hinterlassen hat und die in dieser schönen Umgebung eigentlich niemand sehen will...
Bier (keine Ahnung, hab während des wanderns trocken gelebt): schätze, dass der Preis von 3-5 Euro geht für 0,6irgendwas Liter.

Wichtig: Schlafsack mitbringen. Oder ausleihen. Kostet in Kathmandu ca. 60 Cent pro Tag  - und ich gehöre nicht zu den definitiven Preisdrückern! ;-)
Und man benötigt unbedingt was Warmes für die späteren Nachmittage und Abende in den Hütten. Es wird mächtig frisch in der Höhe und beheizt wird nur der Essensraum von ca. 5-7h abends.

Nochmals zur Preisfrage: Mit durchschnittlich 25 Euro pro Tag kommt man sehr gut aus, wenn man auf die abendlichen Biere verzichten kann. Wie gesagt, in niedrigeren Lagen ist es günstiger, in höheren wird es teurer.

Alles in allem sei gesagt, dass die Wanderung seeeeeehr lohnenswert ist. Man wird mit wundervollen Berg- und Hügelimpressionen ebenso belohnt wie mit Einblicken ins alltägliche Leben der Landbevölkerung Nepals.

Lieben Gruß, Harald

dirtsA

« Antwort #1 am: 12. November 2017, 18:16 »
Schön, dass du so einen guten Start hattest! :) Nepal war bzw. ist eines meiner Lieblingsländer. Deine Preisbeispiele decken sich mit meinen Erfahrungen aus 2013 am Annapurna-Circuit.

Wohin gehts als nächstes?
Schaust du dir im Kathmandu-Tal auch noch was an?

Jessy83

« Antwort #2 am: 12. November 2017, 21:48 »
Kann mich anschließen, klingt super!
Bin auch die Annapurna gelaufen, hatte aber zwischen den beiden geschwankt. Letzlich wollte ich nicht nach Lukla fliegen, dass gab den Ausschlag. Wie lange bist du denn insgesamt gewandert?
Liebe Grüße!

Herri Mojo

« Antwort #3 am: 13. November 2017, 15:36 »
@ dirtsA: Hab für 19.11. einen Flug nach Bangkok gebucht. Bin das erste Mal dort und bin schon sehr gespannt. Auf jeden Fall bleib ich dort ein paar Tage, bevor ich meinen müden Knochen ein Weilchen auf einer Insel (wahrscheinlich Koh Kood oder Koh Chang) gönne. Könnte aber auch sein, dass ich mich spontan nach einem liveaboard in der Andamanensee umschaue. Im Anschluss daran ist Nordthailand geplant.
Bis zum Weiterflug sind's ja noch einige Tage, da möchte ich mir schon noch was ansehen im Kathmandutal. Pashupatinath, Swayambhunath, Bhaktapur stehen auf der Liste. Hast Du was davon gesehen bzw. was kannst Du/Ihr empfehlen?

@ Jessy83: Das mit Lukla kann ich gut nachempfinden. :-) Das war bei mir aber nicht der Grund, warum ich ab Jiri gewandert bin. Ich wollte einfach eine abwechslungsreichere Tour machen und mir Zeit zur Vorfreude auf die Eisgipfeln geben. Und natürlich auch ein bisserl nachempfinden, was sich die frühen Everestexpeditionen da so gegeben haben. Ich bin in 8 Tagen von Jiri nach Namche Bazar gewandert und hab dann, bis zurück nach Lukla, nochmals 8 Tage gebraucht.

dirtsA

« Antwort #4 am: 13. November 2017, 21:17 »
Sehr cool - ich liebe Bangkok, eine meiner Lieblingsstädte :) Aber man muss große asiatische Städte halt mögen, sonst wirds evtl zu viel ;) Wie findest du Kathmandu? BKK ist zwar größer aber weniger extrem, was den Verkehr angeht.

Die von dir genannten Orte sind alle sehenswert, würde ich alle machen! :) Swayambhunath kann zum Sonnenuntergang schön sein. Und vergiss auch Patan bitte nicht, hat mir sehr gut gefallen! Auch Bodnath ist einen Besuch wert. Überhaupt hat mir das Kathmandu-Tal kulturell sehr gut gefallen. Viel Spaß!

Zwischen Bodnath und Pashupatinath kannst du zu Fuß gehen (30min) wenn du magst. Ging abseits der Hauptstraße durch eine touristisch uninteressante Gegend, was aber gerade auch wieder interessant war, weil man einfach den ganz normalen Alltag etwas sieht. Bhaktapur und Patan sind jeweils öffentlich einfach von Kathmandu zu erreichen, und als Tagesausflüge machbar. Aber natürlich kann man auch eine Nacht bleiben, speziell in Bhaktapur wäre das evtl. interessant. Man kann aber auch gut alles an einem Tag sehen und dann halt zurück nach Kathmandu.

Liveaboard in der Andamanensee klingt aber auch super! :) Da wär ich auf jeden Fall au einen Bericht gespannt, wenn das passieren sollte... ;)

Herri Mojo

« Antwort #5 am: 14. November 2017, 15:53 »
Kathmandu gefällt mir sehr gut. Es ist halt laut, dreckig und stressig, ich finde aber, es hat Charme. Alles fließt, ist in Bewegung, man muss nur seinen eigenen Rhythmus finden.
War heute bei den Äffchens am Hügel, für morgen hab ich mir mal Bhaktapur vorgenommen. Danke Dir für den Patan-Hinweis, werd ich auch noch irgendwo einbauen.
Auf Bangkok freu ich mich sehr. Ich denke, die Stadt wird mir gefallen. Der Öffentliche Verkehr mit Metro und Bootslinien sollte einfacher zu durchschauen sein, als hier in Kathmandu, was ja kein Nachteil ist. Und auch kulinarisch gibt Bangkok bestimmt einiges mehr her als die nepal. Küche.
Ja, sollte ich mich gleich mal dem tauchen hingeben, werd ich's Dich wissen lassen. Richelieu Rock etc. reizt mich schon. Es liegt halt nur nicht wirklich auf dem Weg in Thailands Norden,.... Hm....?! Vielleicht komm ich ja auch später nochmals durch Thailand... Ich entscheide das spontan vor Ort. :-)

dirtsA

« Antwort #6 am: 14. November 2017, 18:16 »
Dann wird dir BKK sicher auch gefallen! Kathmandu fand ich damals auch toll. BKK ist schon viel sauberer und moderner, und weniger chaotisch aber trotzdem eben noch asiatische Großstadt :) Stimmt, per Boot und Skytrain geht gut in BKK, wobei ich den Skytrain eigentlich nur ganz selten gebraucht habe. Wenn man sich in der Khao San Gegend ansiedelt, gehen die großen Highlights alle per Boot.

Naja, von BKK nach Khao Lak (da starten die ja, oder?) geht's eigentlich recht einfach und günstig, ob jetzt Nachtbus, der doch Flug ;) Hängt natürlich von deiner weiteren Route ab, was sinnvoll ist! Wobei man manchmal auch einfach machen muss, was man will und nicht unbedingt was am sinnvollsten ist, finde ich...hehe

Svenja

« Antwort #7 am: 15. November 2017, 08:16 »
Ich würde mich dirtsA anschließen, auch die anderen Königstädte im Tal sind einen Besuch wert!

Im Kathmandu-Tal fand ich auch Pharping und Dakshinkali sehr lohnend. Pharping ist irgendwie ein verschlafenes Städtchen, dass sich seinen Charme sehr gut bewahrt hat und nicht von Touris überrannt wird.
Der Dakshinkali Tempel ist ein Tempel für Tieropfer. Ich war froh nicht am Dienstag oder Samstag da gewesen zu sein, weil dann wohl sehr viel los ist und mir das zu blutig wäre.
Beides zusammen lässt sich gut in einem Tagesausflug machen.

Herri Mojo

« Antwort #8 am: 15. November 2017, 16:36 »
Eventuell werd ich Deine weise Aussage, dirtsA  ;) wie auch Deine Anregung bezüglich Pharping, Svenja, berücksichtigen. Langsam aber sicher wird die Zeit hier im Kathmandutal aber knapp...
Bhaktapur war heute sehr lohnenswert. Leider merkt man aber, dass weniger Gelder dorthin fließen. Die Schäden des Erdbebens sind in Bhaktapur noch sehr präsent.

dirtsA

« Antwort #9 am: 15. November 2017, 21:47 »
Schade, Bhaktapur war damals so toll! :( Dann werden bestimmt in Patan auch noch einige Schäden zu sehen sein...
Bin gespannt, wie es bei dir weiter geht! Kannst uns ja hier auf dem Laufenden halten, nachdem du ja keinen Blog schreibst, oder? ;)

Herri Mojo

« Antwort #10 am: 18. November 2017, 15:57 »
Ich halt Euch hier natürlich gerne am laufenden. Wobei, da Du schon nachfragst bezüglich Blog, öhm,...
blog.webern.at
Keine kommerziellen Absichten und kein Anspruch auf Professionalität, einfach, um die Daheimgebliebenen ein bisserl mitreisen zu lassen bzw. an ein paar Gedanken teilhaben zu lassen.

dirtsA

« Antwort #11 am: 18. November 2017, 19:17 »
Oh super!! Dachte mich erinnern zu können, dass du keinen hast, aber dann lag ich da ja falsch :) Da habe ich gleich mal Lese-Stoff für später.

Zitat
Keine kommerziellen Absichten und kein Anspruch auf Professionalität, einfach, um die Daheimgebliebenen ein bisserl mitreisen zu lassen bzw. an ein paar Gedanken teilhaben zu lassen.
Quasi so wie bei meinem Blog! :) Ehrlich gesagt, solche Blogs sind mir eh lieber zum Mitlesen. Die ganzen hunderten (tausenden?) semi-profesionellen Blogs mit den ewig ähnlichen "top 10 xx Orte in xx" etc. gehen mir etwas auf den Nerv ;)

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