Thema: Schwer zu bereisende Länder  (Gelesen 1097 mal)

Eka

« am: 01. Oktober 2017, 21:55 »
Hallo,

ich möchte eine Umfrage starten zum Thema "schwer zu bereisende Länder":

Dazu interessiert folgendes, welche Länder bezeichnet ihr als schwer zu bereisen. Und was sind die Gründe dafür?

Schwierig unter den Gesichtspunkten: Visa-Problematik, Einreise-Prozedur, Ein- und Ausreise-Prozedur, Menschenrechte, Korruption etc.

Wie habt ihr euch auf solche Länder vorbereitet?
Welche Länder würden für Euch unter keinen Umständen infrage kommen?
Oder warum reist ihr oder einige von euch trotzdem in "solche Länder", die schwierig zu bereisen sind ?

Vielen Dank im Voraus!
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Vombatus

« Antwort #1 am: 02. Oktober 2017, 07:55 »
Eine gute Erklärung, wie ich finde, liefert Karoshi in der Länderauswahl:
https://weltreise-info.de/route/laenderauswahl.html

Die Gründe sind sehr individuell, je nach Reiseerfahrung, Sprach- und Kulturkenntnis. Vielleicht auch Budgetabhängig?

Ein Land ist evtl. schwerer zu bereisen ...
wenn die Touristische infrastruktur nicht vorhanden ist.
Wenn dazu Sprachprobleme bestehen.
Wenn große Armut und Mangel an allem besteht.
Wenn eine Abzock-Kultur herrscht, Belästigungen durch aggresives Verkaufsverhalten. Ständiges anbetteln.
Wenn es Gesetze, Vorschriften gibt, die einem vorgeben dass man zb. nur Gruppenreisen machen darf oder einen Mindestumsatz vorschreiben.
Und natürlich Länder mit hoher Kriminalität, Kriegsgebiete, nach großen Naturkatastrophen, Diktaturen.
In manchen Gebieten ist es vielleicht für alleinreisende Frauen schwieriger oder gar unmöglich zu reisen.

Ein wirklich schwieriges Land habe ich bis jetzt nicht bereist. Nervenaufreibendes habe ich zwar erlebt, aber das gehört dazu. Wenn mich eine Regin oder Land so sehr interessiert oder fasziniert würde ich sicher ein höheres Budget und schwierigeres Reisen in kauf nehmen. Dann ggf auch nicht alleine sondern mit Begleitung, zudem würde ich mich genauer informieren und versuchen voraus zu planen.
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Kama aina

« Antwort #2 am: 02. Oktober 2017, 10:35 »
Da ich grundsätzlich an jedem Land der Welt Interesse haben gehören die "schwierigen Länder" eben auch dazu. Aber noch viel mehr ist es ehr der Reiz des Fremden und nicht Bekannten, den solche Länder für mich ausmachen. Der normale Tourist kommt da eh nicht hin und selbst viele Reiser sind nicht in solchen Ländern. Und das macht es für mich so Besonders.

Wie Vombatus schon geschrieben hat, kommt es auch immer drauf an, wie man eines der schwierigen Länder bereisen will.
Mit Geld, Infos und Begleitung ist da auch sehr sehr viel möglich.
Gibt ja mittlerweile viele Firmen die Reisen in Kriegs- und Krisengebiete anbieten.
In der Mediathek bei ProSieben gibt es sicherlich noch den Bericht über eine solche Reise nach Somalia.
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Eka

« Antwort #3 am: 02. Oktober 2017, 11:02 »
Hallo,

erstmal Dankeschön für die allgemeinen Rückmeldungen und Verweise auf allgemeine Informationen in Forenbeiträgen.

Aber, ich suche nach Erfahrungswerten von "Reisenden/Touristen/Traveller" oder wie sich auch die sonstigen "Weltentdecker/Welterfahrenen/Geschäftsreisende mit Selbstorganisation" heute auch so bezeichnen bzw. bezeichnet werden möchten.

Mich interessieren die Erfahrungen, Potentiale und Herausforderungen, denen sich die Reisenden (privat oder geschäftlich unterwegs) in das/die für sie schwierig zu bereisenden Ländern (bitte mit Angabe der Länder) gestellt haben und wie diese dann gelöst wurden. Aber ich suche Antworten von Personen die alleine oder zu zweit ( alles organinisert haben)  OHNE die Unterstützung von Touranbieter, (Klein-)Reisegruppen, Fernsehteam oder sonstiges unterwegs waren.

Sowas suche ich, nicht allgemein gehaltenen Antworten. Danke für euer Verständnis!


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Vombatus

« Antwort #4 am: 02. Oktober 2017, 11:26 »
Welcher Länderbezogenen Vorstellungen hast du denn da? Kann es nicht in jedem noch so einfachen Land herausfordende Situationen geben? Ich glaube, ich versteh die Frage nicht?
Letztendlich musst du dich dann der Situation anpassen so gut es geht, und dann geht es weiter. Ganz allgemein, mit viel Geduld, ein Lächeln und vielleicht kleinem Trinkgeld + Hartnäckigkeit und das Problem ist meist halb so schlimm. Unabhängig von schwierigen oder leichten Ländern.

Kannst du bitte Beispiel von Ländern, Problemen und Lösungen geben, die du befürchtest oder dir vorstellst? Und warum die Länderabhängig sind?

Ich kann dir Beispiele geben von ganz leichten Ländern, in denen ich Schwierigkeiten hatte. In schwierigen Ländern war ich nicht, obwohl für einige vielleicht El Slavador, Bolivien, Guatemala oder sogar Kolumbien als schwierig gelten.
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Kama aina

« Antwort #5 am: 02. Oktober 2017, 11:38 »
Verstehe auch nicht ganz den Grund bzw. die Ausrichtung deiner Frage!?

Meinst du sowas vielleicht?

Lesotho! Für einige sicherlich eine große Unbekannte und vielleicht deswegen auch schwierig. Ein Land was kaum touristische Infrastruktur hat, aber sehr eng mit Südafrika verbunden ist. Von daher ist es uns recht einfach gefallen uns dort fortzubewegen. Wir hatten einen Mietwagen aus Südafrika und ein gutes Navi. Wir haben uns im Reiseführer und auf Internetseiten schlau gemacht, was für uns interessant ist und sind die Punkte dann mit unserem Geländewagen mit GPS Koordinaten angefahrne. Dabei sind wir durch tolle Landschaften gekommen und viele Dörfer. Die Bewohner waren mal freundlich mal fordernd. Wie man mit den Menschen umgeht muss jeder für sich selbst herausfinden. Ansonsten ist auch in Lesotho eine Stadt wie eine Stadt überall auf der Welt. ATM`s, Supermärkte, Tankstellen usw. Man muss sich nicht groß umstellen. Polizeikontrollen sind was anders und zielen meist auf Geld ab, aber auch da haben wir ein Mittel gefunden mit umzugehen.

Oder meinst du was anderes?´

Eigentlich funktioniert es auf der Welt fast überall gleich. Schwierigkeiten entstehen auch wenn man selber keine Erfahrung oder keine Mittel zur Verfügung hat. Reisen im französischen Hinterland ist was anderes als Reisen in der mongolischen Steppe.
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GschamsterDiener

« Antwort #6 am: 02. Oktober 2017, 17:09 »
Wenn sogar die Redseligsten hier konfus schauen, solltest du evtl. an deiner Fragetechnik feilen. Ein Beispiel wäre: "Eure Top 10 schwierigste besuchte Länder und weshalb."
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Eka

« Antwort #7 am: 02. Oktober 2017, 17:19 »
Wenn sogar die Redseligsten hier konfus schauen, solltest du evtl. an deiner Fragetechnik feilen. Ein Beispiel wäre: "Eure Top 10 schwierigste besuchte Länder und weshalb."

Danke, für die kurze knackig formulierte Frage. Ja nach diesem Themengebiet suche ich, beim nächsten Mal werde ich mich präziser ausdrücken.

Verzeiht mir bitte meine ungeduldigen und teilweise irreführenden Fragen, war bei bestem Willen nicht beabsichtigt.
Dankeschön!
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Sulawesi

« Antwort #8 am: 12. Oktober 2017, 21:39 »
Hallo,

ich möchte eine Umfrage starten zum Thema "schwer zu bereisende Länder":

Dazu interessiert folgendes, welche Länder bezeichnet ihr als schwer zu bereisen. Und was sind die Gründe dafür?

Schwierig unter den Gesichtspunkten: Visa-Problematik, Einreise-Prozedur, Ein- und Ausreise-Prozedur, Menschenrechte, Korruption etc.

Wie habt ihr euch auf solche Länder vorbereitet?
Welche Länder würden für Euch unter keinen Umständen infrage kommen?
Oder warum reist ihr oder einige von euch trotzdem in "solche Länder", die schwierig zu bereisen sind ?

Vielen Dank im Voraus!

Für mich gehören zu "schwierig"

- Sprache (wenn kein Englisch gesprochen wird und da ist zum Beispiel schon Brasilien gruselig)
- Wenn die Kriminalität hoch ist man sich kaum allein bewegen kann oder wegen 300m ein Taxi nehmen muss
- Wenn man nicht einfach einen Mietwagen übernehmen kann wegen skurriler Führerscheinregelung
- Wenn es finanziell unerschwinglich wird und jeder Furz Eintritt kostet
- Wenn man nichts einkaufen kann weil es keine Supermärkte oder sowas wie 7/11 gibt
-....

Ein oder Ausreisen sind in kaum einem Land wirklich ein Problem. Das schlimmste Erlebnis war diesbezüglich das Visa on Arrival in Vietnam mit 6h Wartezeit auf dem Boden sitzend mit 200 anderen....
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Eka

« Antwort #9 am: 12. Oktober 2017, 22:24 »
Gut, danke für die Rückmeldungen. Per Zufall kommt man mit Reisenden in Kontakt die beruflich oder privat weltweit unterwegs sind und da habe ich auch nach deren "schwer zu bereisenden Ländern" gefragt. Und als Antwort wurden mir dann Länder wie Russland, China, Israel und manchmal auch USA (ESTA-Visum) genannt.

Aus folgenden Gründen: 1. Visa-Vergabe (in manchen Ländern ist es schwer ein Visum zu erhalten und selbst dann kann einem trotz gültigem Visa bei der Einreisekontrolle in diesem Land der Zugang verweigert werden.

Ich hätte gerne ein paar Beispiele gehabt wie z.B. Russland schwer zu bereisen wegen Visa-Vorgaben, Sprachprobleme wenn man keine Russisch kann und dann vorhat das Landesinnere zu bereisen.

Oder China zum Thema Einreisekontrolle und Visavergabe. Reisende- und Sicherheitskontrollen in den Bahnhöfen mit personalierten Zugfahrkarten und Gepäcküberprüfung.

Reisen innerhalb Chinas mit öffentlichen Verkehrsmitteln und  dass man dort mit Englisch nicht weiter kommt. Da man in den kleinen chinesischen Millionenstädte - die in Europa oder in der westlichen Welt nicht kennt- (ich rede nicht von HK, Peking, Shanghai, Macau, ok!) ohne Mandarin nicht zurecht kommt, wenn man von einer Stadt zur nächsten mit dem Bus fahren möchte oder im Restaurant etwas zum essen bestellen möchte.

Oder als Transportmittel wird ein Passagier-/ oder Transportschiff in der Südsee ausgewählt und das Schiff hält vielleicht 1x Mal pro Monat auf der Insel an, um Passagiere und Fracht einsteigen/aussteigen lassen und umzuladen.

Die für Israel spezielle Ein- und Ausreisekontrolle aufgrund des Racial Profiling, kann ich mittlerweile selbst beantworten.

Was ich nicht beabsichtigt habe, waren allgemeine Aufzählungen, ich danke euch trotzdem dafür. Aber es ist trotzdem sehr nett von Euch allen, dass ihr euch bei meiner Fragestellung zu Wort meldet und weiterhin melden werdet. Mich interessieren aussereuropäische Länder, da wir aufgrund von Schengen weniger oder fast keine Probleme damit haben.

Ich hoffe, dass ich jetzt trotzdem noch Rückmeldungen erhalten werde, wenn ich jetzt die Frage umstelle:

Was sind/waren eure Top 10 Länder (außerhalb Europas), die für euch schwer zu bereisen waren?

Vielen Dank im Voraus!
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karoshi

« Antwort #10 am: 14. Oktober 2017, 13:58 »
So eine Liste kann ich unmöglich machen, aber hier mal eine Situation, die ich auch mit langjähriger Reiseerfahrung als schwierig empfunden habe:

Neulich am Lugu Lake...
Der Lugu Lake ist ein See in Südwest-China, auf der Grenze der Provinzen Yunnan und Sichuan (beide übrigens richtig gute Reiseziele). Touristisch durchaus von Interesse, allerdings sind 99,9% der Touristen Chinesen. Hin (und weg) kommt man mit dem Bus, und zwar entweder von/nach Westen (Lijiang) oder von/nach Osten (Liangshan). Zwischen diesen beiden Busverbindungen ist eine Lücke, die man mit einem der informellen Taxis überwindet, die um den See fahren (schon schwer genug, weil die normalerweise für Europäer nicht halten). Wir hatten, von Lijiang kommend, auf der Westseite des Sees gewohnt und wollten nach Sichuan weiter. Die Taxi-Aufgabe hatten wir vormittags schon gelöst, und jetzt standen wir vor der nächsten Herausforderung, nämlich in Luguzhen für den nächsten Morgen ein Busticket nach Liangshan zu kaufen. Folgendes Szenario:

  • Es gibt kein Busterminal, nicht einmal einen Verkaufsschalter.
  • An der Stelle, wo der Bus morgen abfahren soll, hängt nur ein Schild mit handgemalten chinesischen Schriftzeichen (Google Translate gibt auf) und einer Telefonnummer, unter der sich jemand auf Chinesisch meldet.
  • Niemand spricht Englisch oder eine andere Sprache, die wir verstehen. Wenn wir mittels Google Translate den Chinesen begreiflich machen können, dass wir Tickets kaufen wollen, zeigen alle immer nur auf das Schild. Gesprochene Antworten werden von Google Translate nicht verstanden.
  • Wir wissen, dass wir am nächsten Morgen nicht mitkommen, wenn wir nicht vorher buchen (Wochenend-Rückreiseverkehr), und eine andere Verbindung gibt es nicht (mit Ausnahme des Backtrackings nach Lijiang und Riesen-Umweg über Kunming).
  • Unser Reiseführer schweigt sich zum Thema Luguzhen mehr oder weniger aus.

Und jetzt?

Es bestand natürlich keine unmittelbare Gefahr: Es gab Unterkünfte und Restaurants im Ort, und wir hatten Geld. Aber ohne eine Lösung des Ticketproblems hätte das unser ganz persönlicher Murmeltiertag werden können. Letztlich sind wir auf Umwegen doch zum Ziel gekommen.

1. Versuch:
Unser letztes Guesthouse (wo man Englisch sprach) hatte uns in weiser Voraussicht angeboten, dass wir sie bei Problemen anrufen könnten. Haben wir gemacht, und sie haben dann per Telefon dem Herrn neben uns erklärt, was wir wollten. Zum Schluss hieß es dann, dass er uns beim Ticketkauf helfen wird. Blöd nur, dass er das sofort nach dem Telefonat nicht mehr wusste. Er wollte wohl nur ohne Gesichtsverlust da raus, hatte aber eigentlich überhaupt keinen Bock.

2. Versuch:
Ein Internetportal (weiß nicht mehr ob es Wikitravel oder Tripadvisor war) erwähnte ein Guesthouse vor Ort, dessen hilfreicher Besitzer gutes Englisch spricht. Leider ohne Adresse oder Telefonnummer, und eine eigene Website hatte das Haus nicht. Aber meine Freundin erinnerte sich zum Glück, dass in unserer Unterkunft in Lijiang ein Flyer von denen rumgelegen hatte -- und von Lijiang hatten wir noch die Visitenkarte. Also dort angerufen, die nette Empfangsdame zum Flyerständer geschickt und die Telefonnummer durchgeben lassen. Sobald der Kontakt zu dem Guesthouse hergestellt war, ging alles wie von selbst: Der Besitzer schickte uns einen Fahrer, der mit uns die Karten kaufte (irgendwo in einem unmarkierten Haus am Ortsrand -- hätten wir nie gefunden) und uns zum Guesthouse brachte. Und nach einem schönen Resttag am See (inklusive Abendessen mit der Familie) brachte uns der Fahrer am nächsten Morgen pünktlich zum Bus.

Also letztlich alles gut. Aber das war echt mal ein Fall, wo uns die Optionen ausgegangen sind. Hände und Füße haben hier nicht gereicht. Google Translate hat nicht gereicht. Der Loney Planet hat nicht gereicht. Eine Internetrecherche hat nicht gereicht. Hilfreiche Einheimische haben es dann gebracht, mussten aber erst aufwändig gesucht werden (und wurden nur mit Glück gefunden). Und der Ablauf war auch insgesamt bei weitem nicht so flüssig, wie das hier im Rückblick vielleicht klingt.
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GschamsterDiener

« Antwort #11 am: 14. Oktober 2017, 14:25 »
Mir würde nach sehr vielen besuchten Ländern auch zunächst mal China außerhalb der Hauptrouten einfallen.
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Eka

« Antwort #12 am: 14. Oktober 2017, 14:36 »
@karoshi und GschamsterDiener

Ja, nach solchen Erfahrungen suche ich. Danke für die Beispiele und vielleicht gibt es noch weitere Erfahrungen von weiteren Reisenden. Vielen Dank für die geschilderten Situationen.
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MasterM

« Antwort #13 am: 16. Oktober 2017, 07:50 »
Vielleicht nicht wirklich schwer zu bereisen, aber dennoch ein Land, welches fuer Erstaunen sorgt und viele Fragen aufwirft: Nord Korea.

Ich bin letzte Woche von einer 8 Tagestour zurueck und habe tolle Erfahrungen gesammelt, welche ich gern mit euch teilen moechte.

Zunaechst, ohne Tour kommt man ja nach NK garnicht rein. Mein Operator war Young Pioneer Tours. Long story short: tolle Organisation, tolle Guides (1x von YPT; 2x von Korean International Travel Company, kurz KITC).

Wir haben viel von Pyongyang und den umliegenden Staedten gesehen. Ein Besuch zur DMZ hat Einblicke in das Dorfleben erlaubt. Man sieht die ganze Fahrt ueber Leute auf den Reisfeldern malochen. Skurrile Erlebnisse gab es en masse. Kinder singen und tanzen vor einem riesigen TV-Bildschirm, welcher den Abschuss der Rackete zeigt. In der Universitaet sind "zufaellig" Studenten zugegen, welche gern mit uns reden moechten und nach nur 3 Monaten bereits halbwegs fliessend Englisch sprechen. Kindergarten-Kiddies singen Staendchen zu Ehren Kim Jong-Uns und kriegen grosse Augen, wenn man ihnen einen kleinen Gummifussball schenken moechte (nach dem Motto: Was soll man damit machen?).

Allgemein kann man sagen, dass es fuer die 1% an der Spitze an nichts fehlt. In Pyongyang gibt es moderne Wohnviertel, einen riesengrossen Wasserpark (tolle Rutschen!), eingeflogene japanische Teppanyakikoeche und vielleicht nicht Mode a la Lagerfeld, aber zumindest schicke Kleidung (importiert aus China). Dass das Lebensniveau drastisch absteigt, sobald man die Stadtgrenzen Pyongyang's ueberschritten hat, sollte klar sein.

Was mich am meisten, ja schon richtigt deprimiert hat, war der Fakt, dass unsere Guides zwar in Kontakt mit diversen Nationalitaeten kamen, jedoch selbst niemals die Chance haben werden, eines der Herkunftslaender ihrer Tourmitglieder selbst zu sehen. Das macht betroffen, da sie keineswegs ungebildet sind und genau wissen, dass alle anderen Laender wesentlich anders ticken als NK. Was auffiel ist, dass sie exteren Phaenomene, wie zB. Facebook oder das Internet, nicht einschaetzen koennen. Ich meine damit, dass sie die Tragweite und die schiere Masse an Daten (in Form von Fotos bspw.) im Internet nicht nachvollziehen koennen. Wie auch, wenn man es selbst nie benutzt hat.

Schlussendlich muss ich sagen, dass ich ohne grosse Erwartungen an die Reise angegangen bin und sehr positiv ueberrascht war. Es war wirklich sehr interessant dieses Land, zumindest oberflaechlich, kennenzulernen und ein besseres Gespuehr fuer die Situation NK's zu entwicklen. Nicht alles, was glaenzt, ist Gold, aber da sollte man sich im Westen ob der eigenen Meinungsmacherei nichts vormachen. Propaganda ist immer das, was die anderen machen. Bevor es zu politisch wird, moechte ich jedem raten, der ansatzweise Interesse an diesem Land hat, es auf die To-do-Liste aufzunehmen.

Noch zum Thema Sicherheit: WENN (!) man keine Scheisse baut, hat man in NK auch nichts zu befuerchten. Ich hab mich von Anfang bis Ende sehr sicher gefuehlt. Selbst wenn man boese Fotos hat, werden die im Hoechstfall geloescht, mehr nicht. Das Schicksal des Otto W. ist mehr als tragisch, aber es sollte nicht als Instrument zur Panikmache genutzt werden. Das macht den jungen Herrn auch nicht wieder lebendig.

Anyway, ich hoffe, dass ihr meinen Ausfuehrungen folgen konntet. Bei Fragen koennt ihr mich gern anfunken.

Best,
Master M
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Jef Costello

« Antwort #14 am: 16. Oktober 2017, 21:42 »
Allgemein kann man sagen, dass es fuer die 1% an der Spitze an nichts fehlt.

Liegt auch an Touristen, die das Regime weiterhin mit Geld versorgen.
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