Australien
Praktische Informationen
Beste Reisezeit
Australien kann ganzjährig bereist werden, allerdings unterscheidet sich das Klima je nach Landesteil ganz erheblich. Der Süden (inklusive der Gegenden um Perth bzw. Sydney) bietet sich von Oktober bis etwa April/Mai an, wobei die Monate von Dezember bis Februar extrem heiß werden können. Im Outback und im Norden ist es genau umgekehrt: hier sollte in der Zeit von April bis September/Oktober gereist werden. Dann ist es im Outback trocken und relativ kühl, und in den tropischen Gebieten im Norden ist dann Trockenzeit. In der Regenzeit ist außerdem mit Würfelquallen im Meer zu rechnen, so dass wenn überhaupt nur an besonders gesicherten Stränden geschwommen werden kann.
Laufende Kosten/Tag
Grobe Abschätzung pro Person (Ansprüche und Reisestil variieren): €50.
Australien ist kein billiges Reiseland. Die Lebenshaltungskosten bewegen sich in einer ähnlichen Größenordnung wie zu Hause, viele Güter sind importiert (und entsprechend teuer) und die ewigen Parties strapazieren das Budget natürlich auch. Auf der anderen Seite gibt es jede Menge Hostels (die hier Backpackers heißen) und Jugendherbergen (Youth Hostels) mit Sammelunterkünften und Selbstkocherküchen. Die muss man aber auch regelmäßig nutzen, sonst wird Australien schnell teuer. Die Alternative lautet Camping, aber dafür braucht man wenigstens zeitweise ein eigenes Fahrzeug.
Neben den Lebenshaltungskosten gibt es noch zwei weitere Kostentreiber: die riesigen Entfernungen, die die Transportkosten geradezu explodieren lassen, und die Tatsache, dass der Tourismus in Australien sehr stark kommerzialisiert ist. Praktisch alles, was man im Land unternehmen kann, kostet Geld. Hier ein Nationalparkeintritt, da ein gemieteter 4x4, dort eine 'Activity'... es addiert sich. Dazu kommt, dass die Preise in den letzten Jahren stark angezogen haben, während die dafür gebotene Leistung nicht immer optimal ist.
Verständigung
Die Landessprache ist so etwas ähnliches wie Englisch. Generell gibt es wenig Verständigungsprobleme, die Einheimischen sind an Touristen gewöhnt. Allerdings ist der australische Dialekt am Anfang für Europäer etwas gewöhnungsbedürftig.
Transport innerhalb des Landes
Australien ist riesig, und die Distanzen zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten sind enorm. Wer auf dem Landweg reist, wird sich also auf einige sehr lange Etappen einstellen müssen.
Am einfachsten und schnellsten kommt man mit dem eigenen Fahrzeug herum. An den Linksverkehr hat man sich schnell gewöhnt, und außerhalb von Städten ist auch genug Platz für den einen oder anderen Fahrfehler (es sei denn, man begegnet im Outback einem Road Train). Ein eigenes Fahrzeug hat auch den Vorteil, dass man einfach an viele interessante Orte kommt, für die man sonst eine Tour buchen müsste, außerdem kann man campen, was eine Menge Geld spart. Für die meisten Weltreisenden wird zwar ein Mietwagen wegen der Kosten keine echte Option sein. Aber wer mindestens 2-3 Monate im Land ist, sollte aber ernsthaft über einen Autokauf nachdenken. Es gibt an verschiedenen Stellen in Australien zentrale Gebrauchtwagenmärkte speziell für Backpacker, wo man auch gleich bei einer darauf spezialisierten Agentur den Wagen anmelden und versichern kann. Professionelle Autohändler bieten oft eine Buyback-Garantie an, so dass Du den Wagen in jedem Fall vor der Abreise wieder los wirst, wenn auch eventuell mit einem deutlichen Preisabschlag (was in den meisten Fällen immer noch günstiger ist als ein Mietwagen).
Wer nicht mit dem eigenen Fahrzeug reisen will, für den bieten sich Busse und Züge an. Es gibt nur relativ wenige Zugstrecken. Eine verläuft von Perth an der Westküste über Adelaide, Melbourne, Sydney und Brisbane bis nach Cairns im Nordosten. Eine andere (der Ghan) von Adelaide über Alice Springs nach Darwin. Viele Backpacker kaufen wegen der vielfältigeren Routenmöglichkeiten lieber einen Buspass.
Bei den Buspässen gibt es zwei Optionen:
- Die Busgesellschaften in Australien (Greyhound hat das größte Netz) bieten Pässe an, mit denen man entweder für eine bestimmte Zeit oder eine bestimmte Anzahl von Kilometern auf allen Verbindungen fahren kann. Die Zeitpässe bieten sich dabei für diejenigen an, die schnell reisen und in kurzer Zeit viel sehen wollen. Kilometerpässe würde ich eher empfehlen, wenn man die Strecke schon einigermaßen sicher weiß, sich aber mehr Zeit lassen will.
- Die Gesellschaft Oz Experience betreibt Hop-On-Hop-Off-Busse. Diese fahren in festgelegten Tagesetappen bestimmte Strecken ab, wobei sie die wichtigsten touristisch interessanten Punkte (außerhalb von Nationalparks) anfahren. Wenn man eine Fahrkarte gekauft hat, kann man jederzeit unterwegs aussteigen (Hop-Off) und später mit einem anderen Bus weiterfahren (Hop-On). Zusätzlich werden an touristisch interessanten Stellen kurze Zwischenstopps gemacht. Auf diese Weise kommt man relativ leicht zu abgelegeneren Punkten, die mit Greyhound schwer zu erreichen sind. Obwohl das Prinzip bestechend ist, kann ich es nicht wirklich empfehlen. Oz Experience wirbt mit Flexibilität, aber genau die bleibt auf der Strecke, weil man nur eine Route fahren kann (Abstecher muss man selbst organisieren und bezahlen), und selbst an der viel bereisten Ostküste werden je nach Jahreszeit manchmal nur 3 Busse pro Woche und Richtung eingesetzt. Dadurch kann man schon mal für ein paar Tage irgendwo festsitzen, falls der nächste Bus ausgebucht sein sollte. In der Praxis muss man seinen Platz für die Weiterfahrt bis zu einer Woche vorher reservieren. Soviel zum Thema Flexibilität. Geyhound hat auf den meisten Strecken mehrere Busse täglich, die zudem auch noch komfortabler sind. Ein anderer Nachteil von Oz Experience ist das Publikum. Das Konzept ist zugeschnitten auf 18- bis 35-jährige Engländer, wobei die breite Masse zwischen 18 und 20 zu sein scheint. Wer Bingo und Komasaufen mag und im Bus mit neckischen Spielchen unterhalten werden will, wird es lieben.
Für die ganz langen Etappen (oder dort, wo es kaum Straßen gibt) sind Inlandsflüge oft die beste Wahl. Mehrere Billigfluggesellschaften konkurrieren inzwischen auf dem australischen Markt. Noch günstiger ist es allerdings, wenn das Round-the-World-Ticket bereits einige inneraustralische Flüge enthält, was oft der Fall ist bei RTW-Tickets, in denen Qantas-Langstreckenflüge enthalten sind (ein nicht zu unterschätzender Kostenvorteil).
Visa und Grenzübertritte
Für die Einreise nach Australien wird immer ein Visum verlangt, das man sich vorab besorgen muss. Eine Verurteilung wegen eines Kapitalverbrechens ist inzwischen nicht mehr erforderlich.
Das Touristenvisum (Electronic Travel Authority, ETA) kann im Internet beantragt werden und gilt 12 Monate für beliebig viele Aufenthalte in Australien, wobei jeder Aufenthalt maximal 3 Monate dauern darf. Das Visum wird innerhalb kurzer Zeit per E-Mail erteilt. Einen Stempel in den Pass gibt es erst bei der tatsächlichen Einreise.
Für junge Menschen bis 30 Jahre, die in Australien arbeiten wollen, gibt es das Working Holiday Visa (WHV), allerdings leider nicht für alle Nationalitäten. Deutsche können derzeit ein WHV bekommen, Österreicher und Schweizer nicht. Mit dem WHV darf man 12 Monate lang im Land bleiben und kann praktisch jeden Job annehmen, allerdings keinen länger als 6 Monate. Ein WHV kann grundsätzlich nur einmal erteilt werden. Allerdings keine Regel ohne Ausnahme: auch Australien braucht Erntehelfer, und so kann man ein zweites WHV bekommen, wenn man mit seinem ersten mindestens 3 Monate auf dem Land ('seasonal worker in regional Australia') gearbeitet hat.
Australien hat keine Landgrenze und damit auch keine Grenzübergänge, deshalb spielen Grenzübertritte von und zu den Nachbarländern keine Rolle. Die Ein/Ausreise wird für die meisten Leute an einem der internationalen Flughäfen stattfinden. Hier wird übrigens streng auf die Einfuhr verbotener Waren kontrolliert. Viele Krankheiten und Seuchen sind in Australien unbekannt, und das soll auch so bleiben. Wer mit Lebensmitteln im Gepäck erwischt wird, der hat ein ernstes Problem.
