Thema: Realismuscheck (Um die Welt mit dem PKW)  (Gelesen 1178 mal)

MIB

« am: 16. August 2013, 12:48 »
Hi,
muss doch sagen, dass ich erstaunt bin in welcher Vielzahl hier Beiträge gepostet werden und wieviele es tatsächlich sind, die um die Welt tingeln.
Das macht Mut, denn wenns andere packen, schaff ich es vielleicht auch aus der Gewohnheitsecke aufzustehen und los zu ziehen.

Hier mein eigentliches Projekt: Ich liebe mein Auto, und ich liebe es Auto zu fahren.
So sehr, dass ichs eigentlich ein ganzes Jahr lang machen will :)
Um dem ganzen einen Sinn zu geben, habe ich mir auch schon provisorische Routen gemacht, bzw. Eckziele und wo's lang gehen soll.

Ich möchte jeden Kontinent einmal komplett durchqueren.
Die Route im Groben würde mich von Deutschland nach Tarifa, von da nach Algerien -> Bizerte, durch Libyien(WAAAAH) nach Ägypthen(aktuell noch mehr WAAAAH!) und von da aus Grob die Route von The long way down, nach Kapstadt.
Mit dem Kontainerschiff nach Südamerika, die Panamericana hoch, rüber zum nördlichsten Punkt Südamerikas -> Fähre Panama, -> Key West, zurück zur Panamerica, hoch nach Deadhowl. Von da aus nach Australien, einmal quer durch, rüber nach China -> Istanbul -> Nordkap -> Deutschland.

Ungefähre Kilometer fürs Auto ~55k - 65k

Das ganze mit einem 18 Jahre alten Golf III.

Mir geht es mehr um den Weg, nicht um sonstige Touristenattraktionen nebenher. Klar mit den Menschen quatschen, alte Römerruinen usw. anschauen ist schick. Ich möchte aber überwiegend vorwärts kommen.

Die Frage ist, a) gibt es Firmen die mit Werbung etc. sowas Sponsorn? b) Ich habe im Guinessbuch der Rekorde keinerlei Einträge zur Weltumrundung mit dem Auto gefunden. Klar ist es etwas ambitioniert direkt sowas an zu peilen. Aber: Warum nicht?

Das ganze steckt natürlich noch in den Kinderschuhen und ist nicht ausgereift, da ich aber jetzt seit ~ 2 Wochen unentwegt daran denke, bin ich mittlerweile an dem Punkt, wo man Fremdmeinungen braucht. Also tretet nicht zu fest auf meinen Traum bitte ;)
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NRW

« Antwort #1 am: 16. August 2013, 13:03 »
Hi MIB,

herzlich willkommen! Finde Weltreisen mit einem eigenen Gefährt sehr interessant, habe aber leider keine Erfahrungen.

Was ich mich nach dem Lesen selbst gefragt habe:

- Ist deine Idee mit einem Golf III möglich? (weil nicht Geländetauglich)
- Wie schwer ist die Einreiseprozedur in den einzelnen Ländern mit PKW?
- Wie (schweine-) teuer mögen wohl die Verschiffungen werden?
- Ist 1 Jahr nicht viel zu kurz für die Idee?
- Welches Budget hast du?
- wie "gefährlich" ist der Spaß? Gibts vielleicht besser Routen als Ägypten/Lybien, aber das ist ja "nur die aktuelle" Lage

Bin gespannt was die anderen hier sagen. Vielleicht tuts ja auch ein Teilstück wenn die ganze Idee nich umsetzbar ist. Deutschland bis nach China, runter nach SOA, vielleicht Australien...vielleicht ist weniger mehr?!
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MIB

« Antwort #2 am: 16. August 2013, 13:30 »
Hi MIB,

herzlich willkommen! Finde Weltreisen mit einem eigenen Gefährt sehr interessant, habe aber leider keine Erfahrungen.

Was ich mich nach dem Lesen selbst gefragt habe:

- Ist deine Idee mit einem Golf III möglich? (weil nicht Geländetauglich)
- Wie schwer ist die Einreiseprozedur in den einzelnen Ländern mit PKW?
- Wie (schweine-) teuer mögen wohl die Verschiffungen werden?
- Ist 1 Jahr nicht viel zu kurz für die Idee?
- Welches Budget hast du?
- wie "gefährlich" ist der Spaß? Gibts vielleicht besser Routen als Ägypten/Lybien, aber das ist ja "nur die aktuelle" Lage

Bin gespannt was die anderen hier sagen. Vielleicht tuts ja auch ein Teilstück wenn die ganze Idee nich umsetzbar ist. Deutschland bis nach China, runter nach SOA, vielleicht Australien...vielleicht ist weniger mehr?!

Danke für die Ideen + Hinweise.
Ich schaue seit längerem gerne Reportagen und Dokus über solche Extremtrips.
Zu den genannten Punkten von dir:
- Geländetauglich:
Nein der Golf ist sicher alles andere als Geländetauglich. Eine der naiven Ideen von mir ist jedoch, dass ich den Golf III hochlege (mal was anderes als die tiefer gelegte, breite Schlappen, böser Blick [Tuned ey!] Gefährten)
Damit wird er ohne Allrad-Antrieb zwar immernoch nicht zum Unimog, aber dürfte Schlaglöcher besser überstehen.
- Ich denke die Schwierigste Einreise wird neben Libyn wohl China werden (seperater Führerschein).
Außerdem ist wohl Ägypten und Nordkenia wohl eher kein Platz zum verweilen. Sorgen machen mir auch Sandstürme auf der Straße nach Tobruk. Ich will aber auf jeden Fall zum nördlichsten Punkt Afrikas -> Bizerte.
- Die Verschiffung wird wohl zwischen 10k - 15k zu buche Schlagen Afrika -> Südamerika -> Australien -> China. Irgendwie muss man ja rüber :/ Krass wäre natürlich wenn mans noch extremer Aufziehen könnte und von Südkorea (östlichster Punkt Asiens[neben Sibirien]) weiter nördlicher Fahren könnte. Die Chancen und Risiken durch Nordkorea zu fahren... nunja ich denke das wird nicht passieren.
- Mit 8h Fahrt am Tag bei gemäßigtem Fahrtempo und möglichst besten Fährverbindungen sollte es bei ner "5 Tage Woche" hinhauen. Sprich ich hätte 104 Tage ausgleichszeit. Da die Planung aber im Moment noch sehr wage ist, kann sich das natürlich noch ändern.
- Budget: Das ist der große Punkt. Ich will nicht zwangsweise auf Rekordjagd gehen, aber alleine kann ich so eine Reise wohl nie stemmen. D.h ich werde Sponsoren dafür brauchen. Ohne gehts garnicht.
- Afrika ist neben West-Asien die Strecke die mir am meisten Sorgen macht. Ich denke sobald man aus Kenia raus ist, hat man das gröbste hinter sich. Es wird nicht ungefährlich, aber das ist ja auch ein Reiz daran :)

Die Teilstrecken wären natürlich auch interessant. Die Grundidee war aber mit nem 18 Jahre alten Golf in einem Stück quer über den Globus. Ich muss da nochmal in mich gehen :)
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NRW

« Antwort #3 am: 16. August 2013, 13:46 »
Die Kosten für die Verschiffung sind natürlich sehr hoch!

Würdest du denn auch im Auto schlafen wollen? Stelle ich mir in einem Golf eher ungemütlich vor.
Hast du schon einmal daran gedacht, evtl. einen alten umgebauten Land Rover etc. für die Aktion in Betracht zu ziehen?

Wegen Sponsoring, ich denke das ist nicht so einfach. Vielleicht gewinnst du ein paar Sponsoren (Ausrüster, etc.) aber ob da große Summen zusammenkommen? Ich denke, da wirds eher mal was an Ausrüstung umsonst geben. Mit dem Auto um die Welt werden schon mehr Leute gefahren sein, ich denke um wirklich Sponsorengelder sammeln zu können, muss man heutzutage schon als 14-jähriges Mädchen alleine die Welt umsegeln, oder auf andere Weise viel Aufmerksamkeit erregen.

Ich finde 100 Tage "Luft" ein bisschen knapp. Das Auto wird mal kaputt gehen, du kommst vielleicht nur mit Mühe über die Grenze und stehst ein paar Tage, wirst krank, wartest auf dein Schiff dass deinen Wagen transportierst, und eine Pause wirst du auch mal brauchen...
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White Fox

« Antwort #4 am: 18. August 2013, 13:32 »
Also ein 18 Jahre alter Golf ist sicher nicht das richtige Fahrzeug. Das fällt dir u.U. nach den ersten 1000 km zusammen. Mein Vater hatte mal so ne Idee in den 70ern - allerdings nur bis Marokko. Nachdem das Auto erst in Frankreich und dann in Spanien zusammenbrach, entschloss er sich an der Costa Brava zu bleiben.
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farmerjohn1

« Antwort #5 am: 18. August 2013, 14:11 »
Das Problem mit dem Golf III ist bei den Strecken, die du teilweise vorhast, nicht nur die Karosserie-Hoehe ueber dem Boden, sondern auch die Uebersetzung des Getriebes: bei Pisten mit 25cm tiefen Schlagloechern, Auswaschungen und Steinen, die dazu noch steil bergan bzw. bergab gehen, reicht ein normales PKW-Getriebe ohne Gelaendeuntersetzung nicht aus, da bricht oder verbiegt dir theoretisch das Pleuel, bzw. hast du nach wenigen km die besten Bremsscheiben runter. Ausserdem brauchst du bei Schlamm wenigstens Vierradantrieb, falls du bei Regen mal in einen kleinen Pistengraben rutschst, besser noch Blockierungdes Sperrdifferenzials und Seilwinde. Ordentliche gepflegte Pisten mit maessiger Steigung moegen noch hingehen, auch mit dem alten Golf III ohne allzu grosse Praeparation - aber sehr schlechte Strassen sind ausserdem noch eine sehr kostspielige Materialschlacht.
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Aenima

« Antwort #6 am: 18. August 2013, 16:29 »
Erst mal hallo und willkommen!
Mit dem Auto um die Welt ist auch ein Traum von mir, aber sicherlich einer der am schwersten umsetzbaren!
Ich sehe das aehnlich wie meine Vorredner, meines Erachtens liegt das Hauptproblem in der Technik. Ohne Allrad, entsprechendes Fahrwerk und vor allem der richtigen Motorisierung dahinter wird das aeusserst schwierig. Dir reichen ja auch nicht einfach nur ein paar PS mehr, das wichtige ist die Drehmomentcharakteristik, das Getriebe, dein kompletter Antriebsstrang... Das alles in einen Golf einzubauen ist sicherlich ein sehr interessantes Projekt, wird aber locker das Budget einer "normalen" Weltreise verschlingen.
Selbst mit geeignetem Fahrzeug ist vor allem der Afrikaabschnitt ne harte Nummer, die sehr exakter Vorbereitung bedarf.
So ganz nebenbei kann ich dir vielleicht das "Weltreisebuch"von Deutsche Zentrale für Globetrotter empfehlen (ISBN-10: 3898595072), da sind viele nuetzliche Infos zur Planung einer solchen Reise zu finden.
Grundsaetzlich bin ich ja kein Freund von detailierter Planung, aber in solch einem Fall halte ich sie fuer zwingend erforderlich. Schwierig, aber ich wuensche dir Glueck!
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Vombatus

« Antwort #7 am: 18. August 2013, 17:41 »
Also wenn ich sehe welche Schrottteile in vielen Ländern unterwegs sind, denke ich schon, dass man es mit einen Golf schafft (wenn er Motor- und Getriebetechnisch in Ordnung ist). Natürlich muss man auf Pisten bleiben und sich dem "Straßenzustand" anpassen, ggf. lange Wartepausen und Reparaturen einplanen aber sonst sehe ich keine Probleme. Da sind schon ganz andere Teile sogar durch Afrika gefahren. Mit dem Trabant quer durch Afrika:   http://www.d-rolf.com/news/artikel109.php  oder  http://www.amazon.de/Ente-durch-Afrika-Gert-Duson/dp/3899441443  Bin sicher, dass es noch mehr Beispiele im Netzt gibt.
 
(Extrem) Teuer wird es deinen Wagen mit dem Schiff von Kontinent zu Kontinent zu verfrachten.

Kann mir vorstellen, dass es nicht so einfach wird vernünftige Sponsoren zu finden. Würden die an jeder Ecke auf Automobile Weltumrunder warten wären schon viel mehr unterwegs. Wenn du also nicht das nötige Kleingeld hast. Lass es, bzw. fahr so weit du kannst. Das ist immer noch besser als gar nicht.

EDIT: Oder du wartest noch zwei Jahre und machst bei der Allgäu Orient Rally mit. Bestimmt auch ein Spaß.
http://www.allgaeu-orient.de
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Surfy

« Antwort #8 am: 15. Januar 2014, 16:33 »
Ich weiss nicht ob Du noch immer an deiner Idee am Planen bist, aber vielleicht kann ich auch für andere Leser etwas zum Thema Beitragen. Ich träumte von einer Fahrt mit dem Geländewagen von der Schweiz nach Peking als ich noch ein kleiner Hüpfer war.

Mit 18-20 war die Idee, sollte es losgehen. Aber finanziell war es nicht machbar, der Traum blieb aber. Mehr der Traum davon so zu Reisen als unbedingt das Ziel Peking.

Ende 30 konnte ich meine Träume dann in die Tat umsetzen. Auto kaufen, Ausrüsten, Innenausbau planen etc. Alleine schon das Planen ist schön!

Für das erste Reise-Ziel wählte ich Südafrika aus, mein Plan war wirklich abseits des Tourismus zu Reisen. Im 2012 bin ich mit meiner Freundin von Europa aus nach Kappstadt gefahren, über die Westroute - wir für uns alleine.

Dabei bereisten wir die Länder Marocco, West Sahara, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Benin, Nigeria, Kamerun, Congo, DR Congo, Angola, Namibia bis nach Süd-Afrika. Übernachtet haben wir meistens im Auto, gekocht haben wir selber.

Einfach gegen Abend einen abgelegenen Fleck suchen, wild campieren, ein Feuerchen machen, Grillen/Kochen und die Nacht hereinbrechen lassen - was gibt es schöneres?

Das heisst die Lebenshaltungskosten sind niedrig, aber alleine der Sprit ist nicht ohne. Das Verschiffen von Kappstadt nach Deutschland war dann auch nicht ohne, finanziell gesehen, der Heimflug wäre auch noch zu nennen. Alleine die Visakosten waren bei uns bei 1500 Euro pro Person.

Für das Reisen mit dem Fahrzeug braucht es Geld. Mal geht eine Frontscheibe zu bruch, mal etwas anderes. Bei älteren Fahrzeugen ist wohl vermehrt mit Reperaturen zu rechnen. Im Ausland sind diese zwar meistens viel günstiger, aber eine VW Frontscheibe in Afrika wird schwer zu finden und teuer  ;)

Daher vergiss deine Idee nicht, schiebe sie auf! Irgendwann hast Du genügend Geld beiseite um so eine Reise zu machen. Ein Sponsoring ist schwierig zu bekommen und wird nie die Kosten so einer Reise decken können.

Wir haben einen Blog geschrieben eine Art Reisetagebuch und viele Fotos unter http://transafrica2012.blogspot.com, für die Neugierigen unter euch.

An der nächsten Reise arbeiten wir, aber auch das braucht Geld. Wenigstens ist aber das Fahrzeug, Umbau und Ausrüstung bereits da.

Es sind viele Reisende mit dem Auto unterwegs auf Weltreise, wenn ihr die Suchmaschine anwerft werdet ihr sie finden. Aber allesammt finanzieren die Reisenden ihre Reisen selber, auch wenn es darunter Reisende gibt die sich mit Sponsoring einen geringen Teil der Kosten wieder einholen.



Surfy

Vombatus

« Antwort #9 am: 15. Januar 2014, 16:42 »

Dabei bereisten wir die Länder Marocco, West Sahara, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Benin, Nigeria, Kamerun, Congo, DR Congo, Angola, Namibia bis nach Süd-Afrika. Übernachtet haben wir meistens im Auto, gekocht haben wir selber.


Wie geil ist das denn?

Werde mir bald mal dein Blog vornehmen. Danke für die Info.
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