Thema: Weltreise mit Familie  (Gelesen 1625 mal)

hemingway1985

« am: 30. Juli 2013, 10:51 »
Liebe Reisefreunde,

wenn alles klappt, soll es im April/Mai auf Weltreise gehen, samt Frau und Kindern (4 + 2 Jahre alt). Wir werden rund 18 Monate Zeit und 15000 Euro Startbudget haben. Es ist noch nichts genaueres in Bezug auf Route und Transportmittel geplant und wollte mir daher den ein oder anderen Tipp hier im Forum holen. In jedem Fall wollen wir zwischendurch auf Höfen halten und gegen Kost und Logis mithelfen. Kennt ihr da noch geeignete Internetplattformen (außer Work Away, Wwoofing, HelpX)? Wir haben auch überlegt mit zwei bis vier Maultieren und ""Kutsche" loszuziehen, wobei dies dann ziemlich lange dauern würde und die Einreisebestimmungen mit Tieren teils kompliziert sind. Vielleicht denkt ihr, es ist eine "Schnapsidee", aber probieren könnte man es ja. Die Transportkosten wären dann relativ gering. Am liebsten würden wir auf Öl bzw. BBenzin verzichten (außer bei Fähren). Fahrräder wären auch möglich, aber wie? Zwei Kinder im Anhänger können auf die Dauer sehr anstrengend werden... Naja, wir sind jedenfalls sehr offen und wollen uns einfach mal inspirieren lassen.
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Diggidi

« Antwort #1 am: 30. Juli 2013, 16:09 »
hallo,

ich finde es schwierig zu dem vorhaben etwas konkretes zu sagen, wenn garkeine route dabei ist. die idee mit der kutsche ist viell machbar aber sicherlich nur in sehr begrenzten gebieten. du schreibst zwar dass ihr arbeiten wollt aber ich finde 18.000 euro für 1,5 jahre und 4 personen etwas knapp, aber auch das ist natürlich abhängig von der route. mein freund u ich waren 4 monate sehr sparsam unterwegs und haben inkl flüge ca 20.000 euro ausgegeben. das viell nur als kl anhaltspunkt.

lg diggidi
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Sebi

« Antwort #2 am: 30. Juli 2013, 19:42 »
Moin!

Euer Budget klingt mir auch deutlich zu knapp, würde da vom Gefühl her - abhängig von den Ländern - eher mindestens das doppelte ansetzen. Mit den Kids wollt ihr ja auch nicht nur in den dreckigsten Löchern absteigen.

Ihr habt ja mit 18 Monaten sehr viel Zeit eingeplant. Warum fahrt ihr nicht etwas später, arbeitet vorher noch 6-9 Monate in DE und habt dann ein komfortableres Budget? Es bringt ja nichts, wenn ihr anderthalb Jahre jeden Cent doppelt umdrehen müsst, euch nichts leisten könnt, und euch am Ende ärgert deswegen die Hälfte verpasst zu haben...

Und ja, Maultiere und Kutsche halte ich aus zahlreichen Gründen in der Tat für eine Schnapsidee  ;)
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NRW

« Antwort #3 am: 30. Juli 2013, 21:12 »
Hallo Sebi,

habt ihr eine ungefähre Vorstellung in welche Länder ihr reisen möchtet? Ohne eine ungefähre Route wird es schwierig etwas zu sagen.

Stimme aber meinen beiden Vorrednern zu, das Budget klingt sehr knapp. Meine Freundin und Ich planen mehr für 12 Monate ein, und sind dabei 8 Monate in "günstigen" Ländern. Mit Kindern braucht ihr mehr (bessere Unterkünfte, Essen, etc.)

Auf Benzin und Öl zu verzichten klingt zwar erstmal toll, aber ich denke das wird nichts. Wie du auch schon schreibst, ihr habt zwei Kinder dabei, die beiden den ganzen Tag im Fahrradanhänger sitzen zu haben wird nichts, längere Strecken laufen fällt wohl raus.

Maultiere und Kutsche??? Dann wird es aber wohl eher eine Deutschland-Reise, oder? Mich würds nicht wundern wenn ihr an der ersten Grenze umdrehen müsstet. Außerdem wärt ihr auf Höfe, etc. angewiesen, um die Tiere zu pflegen und Futter zu bekommen. Ich denke ebenfalls das das nichts wird, aber überzeugt uns gerne vom Gegenteil! :-)
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Vombatus

« Antwort #4 am: 30. Juli 2013, 21:44 »
Denke, dass man mit 18 K, langsamen Reisetempo, Zelt mit selbst kochen schon lange/weit kommt (Besser mit Speziealfahrrädern als mit Pferdekarren). Gedanken würde ich mir eher über eure kleinen Kinder machen. Erwachsene können anders mit Umgebungswechsel umgehen als Kleinkinder. Die wollen auch mal ein Zuhause, nicht nur Zelt und jeden Tag andere Umgebung, andere "Freunde". Ein Wohnmobil oder etwas "Haus ähnliches" wäre sicher besser als Zelt und/oder Hostel.

Ein bekanntes Freundespaar (zwei erwachsene mit einem inzwischen 4,5 J. Kind) ist vor einem Jahr aufgebrochen um 2-3 Jahre unterwegs zu sein. Und zwar mit richtig hohen Budget!!! Inzwischen sind sie wieder da, nicht nur wegen dem Geld, auch um den Kleinen wieder eine Vertraute Umgebung zu geben. Obwohl sie für einige Monate im Luxuswohnmobil durch die USA tingelten brauchte das Kind schon unterwegs ein Stop.

Nicht die Kinder werden anstrengend, sondern die Vorstellung der Erwachsenen, die den Kindern aufgedrängt wird. Kinder sind halt keine Gepäckstücke. Ist etwas überspitzt ausgedrückt, aber ihr wisst was ich meine? Natürlich gibt es Geschichten von Familien die lange unterwegs sind, zum Beispiel mit Segelboot und es funktioniert. Ein Boot bietet aber mehr Zuhause und Struktur aus ein Pferdekarren.
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sandburg

« Antwort #5 am: 31. Juli 2013, 14:11 »
Kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen: auch ich finde das Budget sehr knapp bemessen, aber das hängt natürlich auch ein bisschen von der Route ab.

Zum Thema Weltreise mit Kindern schaut doch mal hier rein:
http://www.weltreise-mit-kind.de/
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hemingway1985

« Antwort #6 am: 01. August 2013, 09:47 »
Erst einmal danke für eure Antworten. Natürlich ist das Budget knapp bemessen, aber wie bereits erwähnt, wollen wir unterwegs auch arbeiten, was auch bedeutet, dass wir uns längere Zeit an einem Ort aufhalten werden und uns in Gruppen integrieren wollen. Uns geht es nicht zwingend darum die Metropolen der Welt abzuklappern, sondern in ländlichen Regionen unterwegs zu sein und andere Familien besuchen, die bereit sind uns aufzunehmen - da gibt es einige Möglichkeiten Kontakt aufzunehmen. Wir wollen unsere Kinder keineswegs quälen, sprich: Den ganzen Tag im Fahrradanhänger geht vielleicht mal, aber natürlich nicht auf die Dauer. Zur Route kann ich leider noch nicht so viel sagen. In jedem Fall werden wir nach Südamerika und Kanada reisen. Wie ist das eigentlich mit der Krankenversicherung? Gibt es eine günstige Möglichkeit?
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Raus2013

« Antwort #7 am: 01. August 2013, 17:14 »
Eine romantische Idee ...  aber:

Wie wollt ihr eure Kinder betreuen (lassen) wenn ihr arbeitet?

Ich glaube nicht, dass eine Reise solcher Länge mit so wenig Geld möglich ist. Das sind 3500 Euro pro Person für 18 Monate. Also rund 170 Euro pro Monat, 5 Euro je Tag? Wenn ihr in billigen Ländern reist, lässt sich dort sicher auch nur wenig Geld verdienen. Es sei denn, ihr seid im Bankenbereich oder so tätig.

CS kommt mit zwei kleinen Kindern sicher nur im absoluten Ausnahmefall in Frage, da muss man schon großes Glück haben. Dorms könnten auch problematisch werden. Für die Kids und die anderen Dormnutzer.

Nein, ich glaube die Idee ist nicht wirklich ausgereift.
Warum arbeitet ihr nicht einfach noch einige Zeit, spart Geld an und übt in dieser Zeit schon mal das Leben mit wenig Geld.

Falls euch die bevorstehende Schulpflicht Sorgen macht: Das ist sicher kein Problem. Ich war grade 3 Monate mit meiner Tochter unterwegs und habe sie freistellen lassen. Auch längere Freistellungen dürften kein Problem sein, ggf. muss das Schuljahr dann halt wiederholt werden.

Ich wünsche euch, dass ihr euch euren Traum erfüllt. Passt auf, dass ihr nicht scheitert, weil ihr es überstürzt.

LG
Sunny

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farmerjohn1

« Antwort #8 am: 04. August 2013, 02:51 »
Was wollt ihr denn so an eurer Arbeitskraft anbieten in den 'billigen' Laendern?
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Vombatus

« Antwort #9 am: 04. August 2013, 09:51 »
Die Frage wollte ich auch schon stellen. Billige Arbeitskräfte gibt es in den meisten Ländern sowieso. Ihr solltet schon Fachkenntnisse haben. (Handwerker, Ärzte, Fremdsprachen Lehrer). Was könnt ihr besser als der Einheimische, dessen Arbeitsplatz und Existenzgrundlage ihr streitig machen wollt (überspitzt gefragt)?

ABER: Habe in Asien und Südamerika schon Leute getroffen, die kostenlos auf "Bio-Bauernhöfen/in Kommunen" kostenlos gearbeitet haben. So was gibt es schon und ich bin sicher, dass ihr und eure Kinder dort willkommen wären.

Ihr müsst halt im Vorhinein planen wo was geht.
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sandburg

« Antwort #10 am: 08. August 2013, 15:56 »
Das ist ein sehr berechtigter Punkt der hier angebracht wird.
Zu der Konkurrenz der einheimischen Arbeiter gesellen sich aber auch die vielen Traveller die Freiwilligenarbeit machen und nicht selten dafür bezahlen(!!!).
Selbst als ausgebildeter Tauchlehrer wird man gerade genug verdienen um eine spartanische Unterkunft und Essen zu finanzieren. Da bleibt nicht wirklich viel Geld zum sparen. Und wer kümmert sich um die Kinder während ihr arbeitet?
 
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hemingway1985

« Antwort #11 am: 15. August 2013, 14:40 »
Hmmm, also die meisten Beiträge sind überaus pessimistisch - da sollten wir die ganze Reise lieber ganz sein lassen und lieber an den nächstgelegenen Badesee fahren... überspitzt gesagt... Versteht mich nicht falsch, ich bin dankbar für jeden Tipp und es ist besser vorher über mögliche "Gefahren" nachzudenken als später zu jammern ("hätte ich das mal vorher überlegt"). Mit AArbeit meinte ich auch eher Arbeit gegen Kost und Logis, evtl. ein bisschen Taschengeld. Es ist ja nun nicht so, dass in ländlichen Regionen die große Schar an Arbeitskraft vorhanden ist, weil der Trend zur Urbanisierung weiter anhält und die  (meisten) Städte stetig wachsen. Wie beschrieben bin ich nicht ganz heiß drauf jede Mega-City zu besuchen, daher dürfte das mit der Arbeit auf dem Land klappen, insbesondere bei Familien mit eigenen Kindern. Ich verstehe hier teilweise die negative Einstellung nicht. Reisen mit Kindern muss nicht zwingend eine Qual sein, wie es bei manchen den Anschein macht, sondern eine Bereicherung, da man durch Kinder sehr viel leichter zu intensivem Kontakt mit anderen Menschen kommt. Kinder wecken bei anderen oft Empathie und Sympathie, viel eher als Erwachsene. Dies sehe ich eher als Chance. Aber sehr verwundert wegen der teilweise deprimierenden Beiträge bin ich nicht. Deutschland ist schließlich das Land mit der viertniedrigsten Geburtenrate der Welt und irgendwoher muss dies ja herrühren.

Also: Falls ihr noch einen nützlichen Ratschlag habt, gerne her damit. Aber: Ratschläge wie man eine Reise lieber lässt, brauche ich nicht...
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Jens

« Antwort #12 am: 15. August 2013, 14:58 »
Also: Falls ihr noch einen nützlichen Ratschlag habt, gerne her damit. Aber: Ratschläge wie man eine Reise lieber lässt, brauche ich nicht...

Sorry wenn ich das dir jetzt so in einer direkten Art sage, aber ich finde diesen Satz mehr als frech! Du meldest dich doch hier an, um Meinungen von Reisenden einzuholen. Alle die hier reingeschrieben haben, machen das aus freien Stücken und teilen dir ihre Gedanken mit, ob du damit was anfangen möchtest ist deine Sache. Und wenn du nur hören willst, was auch deine Meinung ist sag es doch gleich! In diesem Fall sparen sich die andren Forummitglieder die Zeit zum schreiben.
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NRW

« Antwort #13 am: 15. August 2013, 15:00 »
Ich denke nicht, dass die Antworten auf mangelnde Begeisterung für Kinder zurückzuführen sind. Viele Reisende hier im Forum sind erfolgreich mit Kindern unterwegs. Vielmehr resultieren die negativen Antworten meiner Meinung nach aus deinen beschriebenen Rahmenbedingungen:

- sehr knappes Budget
- Kutsche mit Maultieren
- 2 Kinder in dieser Kutsche
- naive/blauäugige Vorstellungen was das arbeiten angeht
- keine Reiseroute angegeben, etc.

Ich denke wenn du konkrete Fragen hättest bzw. man das Gefühl hätte, dass deine Idee Hand und Fuß hätte, könnte dir auch eher geholfen werden.
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farmerjohn1

« Antwort #14 am: 18. August 2013, 06:45 »
Da stimme ich Jens zu,  man koennte sich auch die Zeit zum Antworten sparen, wenn einer nur Bestaetigung fuer seine eigene Sichtweise haben will. Aber ich fuehle mich insofern nicht angesprochen als dass ich ja gar keinen 'Ratsschlag gegeben habe, wie man eine Reise besser laesst', sondern an den Thread-Starter hemingway1985 die bislang unbeantwortete Frage gerichtet habe, welche Art von Arbeitskraft er denn anbieten will. Denn als zahlende Feriengaeste, die ein bisschen mit anpacken, mit einfacher Unterkunft zufrieden sind und deshalb reduzierte Preise zahlen, oder die eben auch mal nichts bezahlen und dafuer ganz hervorragende Facharbeit leisten, wie z.B. ortsunuebliche aber brauchbare Techniken z.B. beim Brunnen- oder Hausbau, Bio-Siegel-Zertifizierungen, Moebel oder Werkzeuge herstellen, o.ae., sind Reisende auf dem Land in Entwicklungslaendern sicher vielerorts hochwillkommen, und die Kínder eher ein Kontakt-Anknuepfungsgrund als ein Problem. Bloss:  anderthalb Tageloehner (einer von Euch faellt bei Kleinkindern mindestens stundenweise aus) als in den spezifischen anfallenden Aufgaben ungeuebte Feldarbeiter, die evtl. sogar noch Probleme mit Topografie, Klima, Sprache und lokalen Gewohnheiten haben, sind  eben bei dem geringen Einkommen, dass sich mit kleinen und mittleren Landwirtschaften erzielen laesst, einfach nicht die Kosten eines besetzten Schlafraumes und drei Mahlzeiten fuer zwei Erwachsene und zwei Kinder wert - und das hat nichts mit Knauserigkeit, sondern damit zu tun, dass die Bauern oft einfach Geld, das sie nicht haben, draufzahlen muessten um Euch durchzufuettern. Das einzige Realistische scheinen mir Taetigkeiten als Erntehelfer zu sein,  sind aber nur wenige Gegenden, Produkte  und ganz kurzfristige Zeitraeume wo wirklich jede Hand gebraucht und bezahlt wird. Das Problem in Entwicklungslaendern ist doch nicht, dass es nicht genug Arbeit gaebe - sondern, dass niemand die Arbeit bezahlt - die einen weil sie unterkapitalisiert sind, die anderen, weil es fuer sie nicht interessant ist.  
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