Thema: Lange Zeit nach Freunde und Familie  (Gelesen 1288 mal)

Alessandrita

« am: 27. Juli 2013, 04:41 »
Hallo zusammen

Ich habe nun meine langersehnte Reise begonnen und bin nun seit über sechs Wochen Nordamerika am bereisen. Ich war vorher noch drei Monate in einer Sprachschule in San Francisco. Die letzten sechs Wochen waren toll, habe viele Städte, Nationalparks und Sehenswürdigkeiten besucht und war eigentlich permanent unterwegs.

Während diesen sechs Wochen war ich hauptsächlich alleine unterwegs mit Ausnahme von neun Tagen, da war ich mit einer Freundin im Yellowstone NP. Seitdem wir uns wieder getrennt haben, habe ich leichtes Heimweh und fühle mich zum Teil ein wenig "verloren" und einsam. Ich bin nun seit Ende März weg von zuhause und habe bis vor zwei Wochen meine Heimat nicht vermisst.

Ich bin jetzt momentan auf Hawaii für die nächsten 15 Tage, bis es dann nach Panama geht, wo ich vor habe zwei Monate zu reisen und anschliessend Südamerika für fünf Monate zu bereisen. Im Moment kann ich mir aber nicht vorstellen, so lange unterwegs zu sein, jedoch weiss ich, dass es mit meinem emotionalen Zustand zu tun hat, da ich eben leichtes Heimweh habe. Ich habe Angst, dass ich in ein grösseres Heimweh falle und gar eine Reisedepression bekomme und dann aufgebe und nach Hause fliege. Dies möchte ich verhindern und wende mich an euch.

Es kann auch sein, dass ich die vielen Eindrücke verarbeiten muss und ich die letzten sechs Wochen zu schnell gereist bin und meinen Reiserhythmus erst noch finden muss. Gesundheitlich bin ich auch ein wenig angeschlagen, nichts tragisches, aber einfach nicht fit. Es kann natürlich auch daran liegen, dass ich hauptsächlich alleine unterwegs war, da es in Nordamerika ausserhalb von Grossstädten keine Hostels hat und ich habe meistens in Motels übernachtet und hatte somit nicht viele soziale Kontakte.

Nun meine Frage an alle Langzeitreisende: Was macht ihr, wenn ihr Heimweh habt? Wie geht ihr mit dieser Situation um? Es ist mir klar, dass es kein "Rezept" dafür gibt und auch jeder unterschiedlich mit dieser Problematik umgeht, jedoch möchte ich von euch gewisse Tipps erhalten, die mir vielleicht den nötigen Halt und Antrieb geben, die Situation zu meistern. Und ja, ich habe vorher im Forum mit der Suche Inputs zum Thema Heimweh gesucht, gefunden und auch gelesen, aber trotzdem möchte ich neue Ideen erhalten.

Besten Dank im Voraus.

Grüsse Alessandrita
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Skraal

« Antwort #1 am: 27. Juli 2013, 12:15 »
Wenn Du gesundheitlich angeschlagen bist, kann das schon einen großen Einfluß auf Deine Stimmung und Reiselust haben.
Und Du sagst ja selbst, daß Du schnell gereist bist.
Mach „Urlaub“, bleib länger an einem Ort, dann lernst Du auch Leute eher kennen, als wenn Du nach zwei Tagen schon wieder abreist. Mach mal ein paar Tage nichts. Lies ein Buch, bleib am Strand, mach KEIN Sightseeing.

Es ist normal, zwischendruch keine Lust mehr zu haben. Das einzusehen ist wichtig. Du mußt das tun, was für Dich wichtig ist.
Ich ziehe mich dann in der Regel zurück, hänge am Rechner, lese.
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laax

« Antwort #2 am: 27. Juli 2013, 17:53 »
Das ist völlig normal.

Bei mir kam diese Zeit ca alle 3 Monate für eine Woche. Ich habe dann diese Zeit immer mit nichts tun verbracht. Filme gucken, lesen, Bier trinken, Musik hören, skypen.

Diese Zeit wird vorbei gehen und spätestens wenn du ein oder zweimal den Ort gewechselt hast und neue Leute kennenlernst geht es wieder aufwärts!
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Bella

« Antwort #3 am: 27. Juli 2013, 19:17 »
Zeit nehmen wurde ja schon angesprochen. Und was bei Heimweh doch nahe liegt: mit Freunden und Familie skypen bis zum Umfallen! Das kann natürlich auch ein bisschen nach hinten los gehen, wenn man dann auflegt und wieder allein ist, aber ich glaube es tut insgesamt trotzdem gut, wenn man mit vertrauten Leuten spricht, lacht und erzählt - dann fühlst du dich vielleicht auch wieder ein bisschen eingebundener in dein Leben zuhause. Und wenn das Gespräch schön und/oder lustig war, wirkt das ja oft noch nach und kann deine Stimmung auch im Nachhinein heben. Aber ob das jetzt der richtige Weg für dich ist oder es am Ende vielleicht noch schlimmer macht, musst du wohl selbst rausfinden...
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Alessandrita

« Antwort #4 am: 27. Juli 2013, 23:17 »
Hallo

Vielen lieben Dank für die Inputs. Merke selber, dass ich einige Tage pausen einlegen muss, bin einfach zu müde vom vielen Autofahren in den USA. Ich glaube, ich muss erst lernen, gar nichts zu tun und einfach nur "rumhängen". Gar nicht so einfach finde ich... Aber ich werde mein bestes versuchen.

Nochmals viele Dank
Alessandrita
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dirtsA

« Antwort #5 am: 02. August 2013, 06:20 »
Hmmm... also bei Heimweh noch mit Familie/Freunden skypen oder sich Zeit für sich selbst nehmen und relaxen - wär für mich genau das komplett falsche! Dann würde ich die doch nur noch mehr vermissen und wenn ich allein im Zimmer Filme schaue, würde ich noch mehr depri werden...

Mein persönlicher Ansatz: In ein belebtes Hostel ziehen, in ein Dorm gehen, auf keinen Fall ein Zimmer für sich allein, dann ist man mehr gezwungen, andere Leute kennenzulernen. Und neue Bekanntschaften lenken zumindest mich am besten von Heimweh ab! Manchmal muss man sich selbst ein bisschen überwinden, wenn man sich in so ein "Schneckenhaus" zurückgezogen hat. Aber gerade in den Momenten bin ich dann raus, hab mich gezwungen, was zu unternehmen...und - schwupps - auf einmal schon jemand kennengelernt und war schon nicht mehr so allein! :)

So geh jedenfalls ich damit um...

Keine Ahnung, wie die Hostelsituation auf Hawai ist... aber zumindest in Panama solltest du ja wieder viele andere Backpacker treffen, also Kopf hoch! :)
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