Thema: Klima in Peru  (Gelesen 1702 mal)

S-Grobi

« am: 23. März 2013, 16:17 »
Hallo zusammen,

meine Freundin und ich werden im Oktober zu einer zweimonatigen Weltreise aufbrechen. Dabei werden wir die ersten zwei Wochen im Oktober in Peru sein (Lima, Cusco, Inca Trail, Amazonas-Dschungel).

Nun fragen wir uns welches Wetter wir in dieser Zeit in Peru (bzw. in den unterschiedlichen Regionen Perus) zu erwarten haben. Davon hängt nämlich die Klamottenwahl ab.

War schon jemand in der gleichen Zeit in Peru und kann ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern?

Grüße,
S-Grobi
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farmerjohn1

« Antwort #1 am: 23. März 2013, 18:13 »
Jau - es gibt uebrigens hier im Forum Klimatabellen.
Vor vor drei, vier Jahren war ich zwischen dem 7. und - glaube ich - etwa 25. oder 28. Oktober in Peru, und zwar in Lima und Cuzco und alles was dazwischen liegt per Bus. In Lima war es grau und diesig, 18 bis 20 Grad, hat hin und wieder ein klein wenig Nieselregen gegeben, aber  alle sagen dass sei in Lima immer so. Cuzco und Valle de Ollantaytambo / Machu Pichu / Nazca waren sonnig und trocken mit ein para Schoenwetterwolken, auch so um die 20 Grad, mittags waermer, nachts kuehler. Ander Kueste war es ueberall wie in Lima, im vor-andinen Wuestenstreifen heisser und trockener, auch Nazca waermer als Cuzco natuerlich, so 25, 30 Grad und staubig-tocken.   
Ganz theoretisch faengt um den 23. September auf  der Suedhalbkugel der astronomische Fruehling an, d.h. die Sonne kreuzt den Aequator Richtung Sueden und schiebt sich bis Heilig Abend bis zum suedlichen Wendekreis vor - eigentlich ist das die Regenzeit in den Tropen der Suedhalbkugel.
Aber: laengere Zeit habe ich das tropische Andenklima in Kolumbien beobachtet, allerdings so 2, 3 Grad noerdlich des Aequators, aber was dazu zu sagen ist trifft auf Peru auch zu: mit dem jahreszeitlichen Regelmass ist es ziemlich Essig, trifft wenn ueberhaupt nur sehr  grob zu, kann auch  genau umgekehrt zu den erwartbaren Verhaltnissen sein, ist ueberhaupt nicht zuverlaessig.  Das einzige was  man weiss ist, dass ein je nach Hoehenmetern bestimmter Temperaturkorridor nahezu niemals ueber- oder unterschritten wird, dass es stark und maessig regnen und ziemlich trocken werden kann, aber dass die ueberwiegende Anzahl der Tage im Jahr bewoelkt mit einer gewissen Lueftfeuchtigkeit sind, und dass in den Bergen die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht ganz schoen gross sind.     
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S-Grobi

« Antwort #2 am: 23. März 2013, 19:04 »
Jau - es gibt uebrigens hier im Forum Klimatabellen.
Echt? Wo? Hab gerade danach gesucht, die aber nicht gefunden.

Ansonsten vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Entscheidende Fragen sind für uns glaube ich, die folgenden:
- Brauchen wir wasserdichte Hose/Jacke für den Inca Trail / den Amazonas?
- Wie kalt wird es nachts auf dem Inca Trail wo wir ja 3 Nächte zelten werden?

Im Moment würde ich mir eine dünne regendichte Jacke plus Fleece-Pullover sowie lange Merino-Unterwäsche vorstellen. Hose bin ich noch unsicher. Reicht Merino-Unterwäsche + Schlafsackinlet + gesteller Schlafsack für die nächte im Zelt auf dem Trail?
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stali

« Antwort #3 am: 23. März 2013, 20:06 »
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farmerjohn1

« Antwort #4 am: 23. März 2013, 22:17 »
Klimatabellen sind unter Der Plan - Route - Reisezeiten Tool.

Ist schwierig, weil Eure Destinationen so verschiedene Verhaeltnisse haben.

Tropisches Tiefland / Amazonas von 0  bis knapp 1000 Hoehenmeter  (jedenfalls am Aequator, wird in Sued-Peru vielleicht  bis 500m gelten)  ist meist Waschkueche, da schwitzt man sich schon dumm und dusselig wenn man nur einen Koffer hochhebt - da noch Regenschutz zu tragen halte  ich eher fuer sinnlos. Bei Regen bleibt man am besten einfach drinnen unter Dach in Baumwoll- oder Leinenkleidung und trinkt Whisky gegen die Malaria, denn selbst wenn man wirklich nur eine Badehose an hat und nur 150m auf Asphalt um den Block geht, hat man sich schon durch den von den Wasserstuerzen mitgefuehrten und durch die Fussauftritte aufgewirbelten Strassenschmutz einen Wolf gelaufen. ::)   Nachts ist es fast genauso schwuel und heiss wie tagsueber und es faellt schwer ueberhaupt zu schlafen, ein Laken ist manchmal zu viel Hitze.

In den Bergen gilt: wasserdichte Jacken braucht Ihr auf jeden Fall, und zwar mit Kapuze und Kragenverschluss, die moeglichst vemeiden dass der Regen durch den Kragen den erhitzten Oberkoerper herunter laeuft und bei einem kleinen Windstoss ueble und langwierige Tropengrippen ausloest. Und einen sehr warmen Pullover oder Jacke, am besten einen warmen Poncho, den man sich abends umhaengen kann. Die Regenjacke sogar  nicht so ganz duenn, wenn's nicht zu schwer ist zumindest so dass nicht jeder Brombeerstrauch das Ende bedeutet, lieber etwas  stabiler aber was man leicht kurzfristig an- und ablegen kann.  Wasserdichte Hosen: da bin ich mir schon nicht mehr so sicher; man muss bedenken, dass man bei den Steigungen selbst mit atmungsaktiver Ausruestung mehr durch Schwitzen als durch Regen nass wird, und dass Ihr evtl. teure und empfindliche Materialien durch Ausrutschen und Hinschlagen auf Steinen, Haengenbleiben an Felsvorspruengen, Baeumen oder Bueschen, Aufreissen/Haengenbleiben bei grossen Stufenschrittsteigungen, etc. abschreiben muesst bevor ihre Vorteile zum Tragen kommen konnten. Wenn es mal ganz schlimm regnet sind unter Umstaenden fuer 1 oder 2  Euro auf jedem Flohmarkt erhaeltliche Plastik-Capes fuer Landarbeiter der sinnvollste Regenschutz.
Ich habe (auf Radtouren in verschiedensten  Klimazonen) mit dem Dreischichtenmodell gute Erfahrungen gemacht: unten Baumwolle, darueber Wolle, darueber (allerdings leichten) Regenschutz, und einen Merino-Umschlag um die Nieren.

Inka Trail kenne ich nicht, ich bin mit dem Touristenzug gefahren. Aber ich habe gerade mal nach geschaut: wir reden da von Hoehen zwischen 2000 und 3500 m; um die 14 Grad Sued.  Die ganze Gegend  machte auf mich eher einen vergleichsweise trockenen Eindruck.
Falls es Euch hilft: 3 Breitengrade noerdlich des Aequators wird es auf 3400m nachts oft unter Null Grad, gegen 18 Uhr bei Sonnenuntergang meist so 5 bis 6 Grad plus. Wir haben auf etwa 1800m Hoehe nachts kaeltestenfalls 12,5 Grad und waermstenfalls 16 Grad gemessen - da sind in einem leicht gebauten Haus ohne Heizung mit Laken plus Wolldecke plus 2. Zulagedecke gut geeignet, aber ein Federbett ist schon nicht mehr zu warm. Man schlaeft in allen Faellen wie  im 7. Himmel;  aber ich habe mal versucht in einer Haengematte mit Schoenwetterschlafsack auf dem Balkon zu schlafen - da wachte ich um 2h frueh zaehneklappernd auf und brach den  Versuch ab. 300m weiter bergab indoors kann man 3 bis 5 Grad dazurechnen, da  ist in warmen Naechten ein Federbett schon unangenehm heiss, und weitere 600mweiter unten braucht man (indoors) wieder nur ein Laken plus fuer regnerisch-windige Naechte eine Zulege-Wolldecke.  
Da machen schon wenige hundert Meter merklich was aus, und das  was Ihr da vorhabt, ist insgesamt kaelter. Und wenn dann im Zelt der Wind pfeifft - ich wuerde mich so ausruesten als wuerde ich im April durch's Rothargebirge wandern oder aehnlich.  
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Carola

« Antwort #5 am: 24. März 2013, 10:20 »
Hallo,

wir waren letzten September in Peru, haben zwar nicht den Inka-Trail gemacht, aber den Salkantay, sehr ähnlich und der Guide hat viel vom Inka-Trail erzählt. Es kann durchaus übel regnen, also Regensachen mitnehmen. Da die meisten Jacken (Hosen eher) nur kurze Zeit dichthalten, empfehlen die Guides Ponchos aus Plastik, die man für ca. 3 Euro überall in Cusco kaufen kann. Meiner hat genau ca. 3 Stunden gehalten, ist nur eine Plastiktüte mit Kapuze. Es gibt etwas teurere Modelle, so einen würde ich mir zulegen.

Übernachten werdet ihr z.T. in großen Höhen, aber ich glaube auf dem Inka-Trail nur 1x. Ein warmer Schlafsack muss also mit, den werdet ihr dann wohl ausleihen. Um meine Thermounterwäsche, die dann auch der Schlafanzug war, war ich abends und nachts sehr froh.

Der Dschungel ist natürlich etwas völlig anderes. Du wirst nie im Leben eine Regenhose anziehen, das bringt dich um. Wir waren 9 Tage unterwegs, von Regen keine Spur, trotzdem waren wir die ganze Zeit nass vom Schwitzen. Von der Temperatur her unangenehm, Mücken waren grässlich (DEET mitnehmen! Im Manu-NP aber keine Malaria), aber ein tolles Erlebnis.

Viel Spass und macht euch nicht zu viele Gedanken. Eine kalte Nacht übersteht man locker!

LG

Carola
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S-Grobi

« Antwort #6 am: 24. März 2013, 22:49 »
Hallo Carola,

danke für die Infos. Ich weiß jetzt aber nicht, was Du für eine Regenjacke hast, dass die nach kurzer Zeit durch ist. Also es gibt ja nun mittlerweile schon viele gute Outdoor-Kleidung, die mit wasserdichten Membranen ausgestattet ist. Und da wir nach Peru auch noch in Neuseeland sind, wo man auch immer mit Regen rechnen muss, werden wir ohnehin entsprechende Kleidung mitnehmen.

Ich denke, wir werden zwei wasserdichte Jacken mitnehmen: eine sehr dünne als reinen Regenschutz und eine mitteldicke als Kälte- und Regenschutz. Ich denke auf den Trail werde ich dann die dünne Jacke und ein Fleece sowie Merinounterwäsche (für abends und nachts) mitnehmen.

DEET für den Dschungel versteht sich von selbst. Wir sind aber auch nur 2 Tage dort. Gibt es sonst noch gute Tipps gegen Mücken und Co?

Grüße,
S-Grobi
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Carola

« Antwort #7 am: 26. März 2013, 04:04 »
Meine Regenjacke war gut , als sie neu war, aber nach Monaten zusammengeknüllt im Rucksack hält sie nicht mehr dicht. Ist aber auch keine 600 Euro-Goretex.

Gegen Mücken hilft neben DEET nur lange Kleidung.
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