Thema: Arbeitgeber kann sich nicht entscheiden...  (Gelesen 1683 mal)

Janyla

« am: 11. März 2013, 20:16 »
Hallo,

ich hab so langsam ein kleines Problem. Ich bin im Juni mit meiner Ausbildung fertig (bin dann 21) und will dann 6 Monate backpacking machen. Mein jetziger Arbeitgeber will mich behalten, und das erste Gespräch wo ich ihm erklärt habe, dass ich nach der Ausbildung erstmal 6 Monate was andere machen will, fand vor knapp 2 Monaten statt. Da hieß es nach 1 Woche Bedankzeit, ok wir behalten dich.
So, dann hab ich ihn vor nen guten Monat angesprochen, wie wann und so er sich das vorstellt, und ob wir das ganze schriftlich machen können, damit ich endlich buchen kann. Und da hieß es dann, es würde eigentlich doch nicht gehen. Er will das ich dableibe und vllt nen Monat weggehe.
Ok, ich also in windeseile nen neuen Plan gemacht; Juli-September Fließbandarbeit um die Kohle zusammenzukriegen, dann  Oktober los und im März wieder da zu sein damit ich im April (irgendein) Semester an der Uni anfangen kann und keine Lücke habe.
Hab ich ihm dann auch so gesagt, und dann hieß es Neiiiiiin, das geht ja so nicht, er will mich behalten und hat mich ja ausgebildet und möchte da nun auch was von haben.
Und das steht jetzt schon wieder seit 2 Wochen so im Raum. Ich kann nix fest planen und die Flüge werden immer teurer.

Jemand nen Rat was ich in soner Situation tun soll? Ich will ihn eig nicht schon wieder ansprechen, die letzten Male bin ich auch immer auf ihn zugegangen. Aber es nervt einfach, diese Ungewissheit zu haben, vor allen 2 Monate vor meinen Prüfungen. Sonst muss ich mich ja auch um nen Studienplatz bemühen irgendwie...

Liebe Grüße
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Vada

« Antwort #1 am: 11. März 2013, 20:28 »
ppfffhhh... die widersprüchlichen Aussagen deines Vorgesetzen find ich nicht fair = er selbst weiss nicht was er will, aber so wies aussieht möchte er dich nur behalten, wenn du auch JETZT bleibst, und nicht 6 Monate zuerst weg bist. Auf jeden Fall kannst Du dich ja nicht auf seine Aussagen verlassen und solange du nichts schriftliches hast, somit auch nicht planen.  Ich würde ihm ein letztes Ultimatium geben, bis dann er sich def. entscheiden muss, und nach Ablauf des Ultimatiums, falls er sich nicht zu einer verbindlichen Entscheidung durchringen kann, dann musst du für dich entscheiden, was dir wichtiger ist: Job oder Reise und dementsprechend Konsequenzen ziehen. Aber ein Chef, der so unprofessionell handelt, hmm, ob ich da noch arbeiten würde wollen. Am Schluss hast du evtl. noch Unkosten.

Der Arbeitgeber oder auch der Arbeitnehmer sollte fairerweise möglichst frühzeitig über Weiterführen des Vertrages informieren/entscheiden, ich würde sagen 3 Monate vor Vertragsende, damit ein geeigneter Nachfolger bzw. neue Stelle etc. gesucht werden kann.

Wie das mit Studienplätzen ist, weiss ich nciht, ich war nie Student.

Liebe Grüsse
Vada
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Reisekerl

« Antwort #2 am: 11. März 2013, 21:26 »
Tja schwierig. Die Kommentare deines Chefs sind ja seltsam. Du gehörst ihm ja nicht, nur weil er dich ausgebildet hat. Ich würde trotzdem versuchen, die Sache harmonisch zu belassen. Wenn er dich so gut findet, dann würde er dich ja auch in der Zukunft nehmen oder dir zumindest ein gutes Zeugnis schreiben, wenn du dich mal woanders bewerben wollen würdest.

Das mit dem Studium, „um nur keine Pause zu haben“ halte ich für keine gute Idee. Ich würde das nur machen, wenn du das tatsächlich studieren willst und das dich interessiert. Wenn du genau weißt, dass du in den alten Job zurück willst, dann bringt dir „irgendein“ Studium auch nichts und es sieht im Lebenslauf auch nicht unbedingt gut aus nach ein, zwei Semestern wieder aufzuhören. Nicht, dass ich es schlecht fände, mal etwas auszuprobieren, aber dir scheint es ja nicht ums studieren zu gehen, sondern nur um die Lücke im Lebenslauf. 

Wenn du wirklich Reisen willst, dann wirst du das eh tun. Ob in einem halben Jahr oder länger in der Zukunft. Das würde ich deinem Chef zu verstehen geben und ihm aber auch sagen, dass du deinen Job wertschätzt und dich freuen würdest, wenn ihr in Zukunft wieder zusammen arbeiten würdet.
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ulmi

« Antwort #3 am: 12. März 2013, 13:56 »
Hallole Janyla,

Das ist mal wieder typisch, der Arbeitgeber sieht sich in der "besseren" Position und der (künftige) Arbeitnehmer soll kuschen.

Ich bin grundsätzlich auch immer für "Reise durchziehen". Allerdings: Man kann sich über einige schlaue Vorbereitungen und Planungen das Leben vor, während und nach Reise sehr vereinfachen.

Ich meine damit, dass Du Dir sicher gut überlegen solltest, wie Du Deine Chancen für einen Job (nach der Reise) bereits vor der Reise möglichst hoch gestalten kannst.

Ich an Deiner Stelle würde dem Chef sagen, dass er Dich nach den Prüfungen erst in 6 Monaten "haben" kann. Er will Dich haben, also soll er Dir einen Arbeitsvertrag geben, in dem Eintrittstermin 6 Monate nach Deinen Prüfungen ist.


Anderer Vorschlag: Gibt es bei Dir noch die Alternative, Deine Reise um ca. 1-2 Jahre zu verschieben? (Oder ist das Fernweh schon so groß und die Bedenken, dass aufgeschoben evtl. auch aufgehoben wäre?)
Wenn ja, dann fang jetzt an Arbeiten, als ob nichts gewesen wäre, damit Du Berufserfahrung bekommst. Arbeite eine Weile und kündige (dann sieht Dein Chef schon, wie Du es ihm gezeigt hast) oder Dein Chef mag DIch nach Deiner Arbeitsleistung noch viel mehr und ist auf einmal einverstanden und gibt Dir eine Auszeit mit Jobgarantie hinterher. In der Zeit kannst Du Dir immer noch überlegen, ob Du tatsächlich studieren willst. Und zwar z.B. beginnend mit dem Ende Deiner Reise.
Vielleicht kannst Du Dich auch schon während Du arbeitest irgendwo anders bewerben, wo sie ca. 6 Monate später jemanden wie Dich brauchen. Sie nehmen Dich, geben Dir einen Arbeitsvertrag für Eintritt in 7 Monaten (6 plus Deine Kündigungsfrist), Du kündigst alte Firma, gehst reisen und fängst danach bei der anderen an.

Bei mir war es z.B. so: Während meinem Studium hatten wir die Idee (das war so ca. 2001 / 2002) LAteinamerika zu bereisen. Mich ließ der Traum nie los, während ich noch Beziehung hatte und vor mich hin malochte. Dann kam 2009 der Moment, der mir perfekt erschien (keine Freundin, Kohle gespart, kein Haus, keine Kinder, keinerlei Verantwortung, nur für mich) und 2010 reiste ich ab. Nachdem ich fast 7 Jahre gearbeitet hatte. Diese Berufserfahrung kommt mir jetzt zu gute und die fast 2,5 Jahre, die ich dann weg war, scheinen im Bewerbungsprozess so gut wie keinen Einfluss zu haben.
Mal von den vielen (Lebens-)erfahrungen, die ich gemacht habe abgesehen habe ich auf der Reise quasi im Vorbeigehen spanisch und portugiesisch gelernt, was doch auch eine tolle Qualifikation ist.

Also: Bereite Deine Reise gut überlegt vor. Aber MACH SIE UNBEDINGT!!!

Grüßle vom ulmi
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Janyla

« Antwort #4 am: 13. März 2013, 13:27 »
Hallo,

danke für die lieben Antworten.

Es handelt sich um ein kleines Unternehmen für das es schwer ist Leute zu finden. Deswegen will er mich halt behalten. Sollte ich aber gehen werden sie auf jeden Fall jemand neuen brauchen, weil niemand mehr Kapazitäten hat, meine Sachen zu übernehmen. Und daher ist die "Rückkehrmöglicheit" eigentlich ausgeschlossen.

Ich wollte so oder so irgendwann noch etwas im Bereich Wirtschaft studieren, weil es mich einfach interessiert. Dachte nur, dass ich erstmal noch nen bisschen berufserfahrung sammel, damit ich genau weiß was ich im Bereich Wirtschaft studieren will, ist ja breit gefächert. Wäre also nicht nur ein Lückenfüller.

Zitat
Anderer Vorschlag: Gibt es bei Dir noch die Alternative, Deine Reise um ca. 1-2 Jahre zu verschieben?

Würde gehen, ja. Aber dann kann ich definitiv nicht wieder in den alten Betrieb zurück, s.o. Und eigentlich will ich es auch jetzt machen, es passt einfach gut, weil mein Freund jetzt auch für die nächsten 2 Jahre nen Job hat wo er viel auf Montage in Europa ist, und dann macht es nicht soo viel wenn ich auch weg bin. Und dann will ich ja noch studieren, arbeiten und irgendwann wollen wir ja auch noch Kinder haben xD Man denkt sich dann so, ach, ich bin ja erst 20, aber das geht bestimmt dann alles soo schnell rum.
Das mit dem für März/April 2014 bewerben werd ich auf jeden Fall machen. Selbst wenn ich studiere, würde ich immer weiter arbeiten gehen nebenbei, sonst würd mir glaub ich doch was fehlen :D

Naja, ich denke ich warte noch bis Montag. Sonst geh ich da wieder hin ._.
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Diggidi

« Antwort #5 am: 22. März 2013, 18:32 »
Hallo,

so ganz verstehe ich deine Frage nicht, wenn du am ende schreibst ' Und daher ist die "Rückkehrmöglicheit" eigentlich ausgeschlossen.' Wenn eine Rückkehr ausgeschlossen ist und du nach Beendigung auf jeden Fall los möchtest, wo ist dann die Frage? Also soll jetzt nicht atzig rüber kommen (gelesen kommen manche Sachen ja falsch rüber  ;D) sondern ernsthaft zum Verständnis gefragt ;-)

diggidi
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Janyla

« Antwort #6 am: 22. März 2013, 20:12 »
Zitat
Sollte ich aber gehen werden sie auf jeden Fall jemand neuen brauchen, weil niemand mehr Kapazitäten hat, meine Sachen zu übernehmen. Und daher ist die "Rückkehrmöglicheit" eigentlich ausgeschlossen.

Also, wenn ich gehe und die wirklich jemand neuen in vollzeit und unbefristet einstellen, dann ist ja kein Bedarf an einer weiteren Vollzeitstelle da, wenn ich wiederkomme. Daher würde ich nicht beurlaubt werden und bin dann wenn ich wiederkomme erstmal arbeitslos.Das wollte ich eigentlich vermeiden. Und erst wurde ja gesagt, das kriegen wir irgendwie hin, und nun. Ja, keine Ahnung :D

Nunja, war gestern da, hat sich natürlich noch nichts überlegt. Ist mir jetzt auch egal, ich treff mich morgen mit meiner Reisepartnerin und wenn wir uns dann entscheiden zu buchen machen wir das einfach und da können die dann gucken ob Sie mich behalten wollen oder nicht oder was weiß ich. Es nervt wenn nen Chef keine klaren Ansagen machen kann :(
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