Thema: Schlafsack, Medikamente und Rucksack  (Gelesen 1880 mal)

sanna04

« am: 27. Februar 2008, 15:27 »
Unsere Planung wird konkreter und wir werden voraussichtlich ab Mai für 4 Monate nach Südamerika reisen (Chef hat sein ok gegeben, juhu). Nun geht es langsam an die Zusammenstellung der Ausrüstung. Bezüglich Rucksack muss ich mir einen neuen anschaffen, da ich nur einen mit 32L habe. Ich habe an einen 55L Rucksack gedacht und denke, das sollte hinhauen. Ich habe nun schon verschiedene ausprobiert in den Läden, doch keiner hat bisher den Vogel abgeschossen. Alle drücken mehr oder weniger auf meinen Beckenknochen an der Hüfte. Besser sind noch die, die einen dünneren Hüftgurt haben, vor allem Deuter. Leider war auch hier noch kein optimaler dabei...Kennt jemand da ne Lösung?

Weiteres Thema für mich sind Medikamente. Da ich Neurodermitis, diverse Allergien und Asthma habe, benötige ich bestimmte regelmäßige Medikamente und Cremes. Die Asthmasprays für 4 Monate sind ja noch easy zu tragen, doch was mache ich mit dem Cremes? Ich brauche jeden Tag eine bestimmte Körperlotion und vertrage nur eine bestimmte Sonnencreme und wenn ich die alle für 4 Monate schleppen muss, hab ich schon 3-4kg von dem Zeugs, was ja gar nicht geht. Nun hab ich gedacht, ich könnte da ne 2. Ladung nach Südamerika schicken. Im LP steht was davon, dass man sich an die Hauptpostämter der großen Städte was schicken lassen kann. Hat jemand Erfahrung damit, ob das klappt und wie lang das dauert? Welche Alternativen gibt es? Macht schicken an ein Gästehaus Sinn? Leider weiss ich ja jetzt noch nicht, wo ich wann sein kann und werde. Und der absolute Spanischfreak bin ich auch nicht, auch wenn ich Grundkenntnisse habe...

Was mich ebenfalls beschäftigt, ist das Thema Schlafsack. Da wir nach Bolivien, Peru, Ecuador,..wollen wird es in der Nacht schon ziemlich frisch werden. Da ich von Haus aus sehr verfroren bin und Stauballergien habe, denke ich mir, dass es am meisten SInn macht, einen eigenen Kunstfaserschlafsack mitzunehmen, bevor ich mich an den 4 Decken totniese. ich hab nun mal geschaut, doch da gibt es ja welche für alle möglichen Kältegrade. Ich werde vielleicht mal 4-5 Nächte im Zelt verbringen, doch sonst eher in normalen Hostels und so was. Daher denke ich dass ein leichter reicht...doch für welche Grade empfehlt ihr so einen? Er soll natürlich möglichst klein und leicht sein...

Fragen über Fragen...Ich hoffe, ihr könnt Licht ins Dunkel bringen...
Danke und schöne Grüße Sanna

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karoshi

« Antwort #1 am: 27. Februar 2008, 19:07 »
Hallo Sanna,

mit dem Rucksack ist es so eine Sache. Wie viele Tage willst Du denn mit dem großen Rucksack trekken gehen? Wenn Du ihn viel auf dem Rücken hast, wird das Thema Druckstellen kritisch. Aber die meisten gehen nur ab und zu mal mehr als ein paar hundert Meter mit dem Ding. Wenn Du ernsthafte Wanderungen mit dem Rucksack machen willst, hilft nur ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Weil jeder Rücken (und jede Hüfte) anders ist. Bei den meisten Rucksäcken kann man auch das Tragesystem verstellen, um es an die Rückenlänge anzupassen, vielleicht war das das Problem?

Bei den Medikamenten und Cremes würde ich mich nicht unbedingt darauf verlassen, dass Du Dir etwas schicken lassen kannst. Prinzipiell geht das natürlich, am besten mit einem Expressdienst wie DHL, UPS oder FedEx. Die können in größere Städte (sagen wir mal: Lima) auch in wenigen Tagen liefern. Du wirst das Paket aber nicht ins Hostel oder auch nur zur Hauptpost zugestellt bekommen, sondern wahrscheinlich musst Du es beim Zoll abholen.

Du wirst übrigens weniger Sonnenmilch brauchen, als Du wahrscheinlich glaubst. Südamerika (mal abgesehen von den Karibikstränden und Brasilien) ist eine Gegend, wo man eher mit langen Klamotten rumläuft, also brauchst Du meistens nur Hände und Gesicht eincremen.

Beim Schlafsack sollte einer mit einem Komfortbereich bis etwa 0 Grad ausreichen. In Gebäuden wird es selten kälter, selbst in Bolivien nicht. Wenn Du sehr leicht frierst, kannst Du für Zelt-Übernachtungen in den Schlafsack noch ein Inlett reinlegen und/oder lange Thermo-Unterwäsche und Socken tragen.

LG, Karoshi
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sanna04

« Antwort #2 am: 28. Februar 2008, 12:23 »
Ich habe in 3 verschiedenen Läden (alle mit guter Beratung) Rucksäcke getestet, die die Verkäufer auch auf mich eingestellt haben, daher war das eher nicht das Thema. Wir werden schon weitere Strecken mit dem Teil gehen, daher muss ich echt sehen, dass ich was gutes finde...wird schon werden...

Bezüglich Sonnecreme hilft die Info von Dir gut weiter...dann werde ich das zumindest eindämmen können. Was die anderen Cremes angeht, werde ich wohl in den saueren Apfel beissen müssen und alles mitschleppen müssen...so ein Mist, aber hilft ja nichts. Sicher ist sicher...ich werde die "Mir was schicken lassen" Variante nur für den Notfal hernehmen..aber wie soll das mit beim Zoll abholen gehen? Ich schicke oft Dinge nach Asien mit Kurier und da kommt das Zeugs ímmer direkt beim Empfänger (sprich zB Guesthouse an). Ist das hier echt anders?

Was den Schlafsack angeht: das hatte mir fast gedacht. Ist denn ein Inlett so ein dünner Seidenschlafsack oder noch einmal was anderes?
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karoshi

« Antwort #3 am: 28. Februar 2008, 18:39 »
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, unter welchen Bedinungen ein Paket direkt zugestellt wird und unter welchen nicht. In Deutschland höngt das vom deklarierten Warenwert ab. Und manchmal machen die Zollbehörden auch Stichproben auf verbotene oder falsch deklarierte Waren. Wie da die Kriterien in Südamerika sind, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Wenn die Cremes eher selten als teuer sind, könnte es mit der direkten Zustellung klappen.

Im Prinzip ist es aber kein größeres Problem, ein Paket aus dem Zoll zu kriegen. Man wird per Brief oder Postkarte benachrichtigt, und dann muss man halt hin und ggf. Zoll zahlen. Dafür muss der Empfänger allerdings für einen gewissen Zeitraum unter der angegebenen Adresse erreichbar sein.
Internationale Pakete an eine Postlagernd-Adresse sind m.W. nicht möglich.

Ein Seidenschlafsack ist ein Inlett, das kann aber auch aus Baumwolle (eher nicht zu empfehlen) oder Fleece (wärmer+schwerer) sein.

LG, Karoshi
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twoontour

« Antwort #4 am: 03. März 2008, 10:10 »
Hi!

Zum Thema Rucksack: Neben der Passform ist es auch wichtig, dass das Ding richtig gepackt wird. Sonst hilft auch der beste Rucksack wenig.

Das Gewicht des Rucksacks:
Optimal ist es, wenn der Rucksack bis maximal 1/4 des Körpergewichts schwer ist.
1/3 des eigenen Körpergewichts sollten das absolute Maximum sein.

Was nun wohin packen, damit es sich angenehm trägt?
http://www.vcp-fichtelgebirge.de/de/service/rucksack/images/querschnitt.gif

- Schwerpunkt des Rucksacks möglichst dicht am Körper in Höhe der Schultern (d.h. schwere Gegenstände kommen in die obere Kammer auf Schulterhöhe möglichst Nahe am Rücken). Wenn er selbstständig steht und nicht umfällt passt es.
- ins untere Fach kommen leichte Dinge wie zum Beispiel Kleidung oder Schlafsack (kann auch ins Bodenfach)
- es empfiehlt sich die Kleidung nochmals extra auf drei bis vier Plastiktüten aufzuteilen, denn sollte doch mal aus irgendeinem Grund Wasser in den Rucksack gelangen bleiben die Sachen trocken
- Kleinteile, die man schnell erreichen muss in die Deckeltasche und/oder in die Seitentaschen (wenn vorhanden)
- Große, sperrige Teile wie Isomatte, Zelt und Gestänge werden außen mit Packriemen befestigt und zwar so, dass nichts baumeln kann (Gegentakt beim laufen) und man nirgends damit hängen bleibt

Gruss
Yvonne
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