Thema: Nicht nur eine "einfache" Weltreise !  (Gelesen 1973 mal)

flokoe

« am: 12. Dezember 2012, 16:13 »
Hallo zusammen,

auch ich bin dem Reise-Virus verfallen ;)
Ich bin zwar grade einmal 20 Jahre jung, für mich steht allerdings schon seit langer Zeit fest, dass ich dem Alltag hier in Deutschland für eine (längere) Weile entfliehen möchte. Diese Sehnsucht habe ich bereits seit ich ein wundervolles Auslandsjahr in der 11. Klasse in den USA verbracht habe. Schon vorher, aber auf jeden Fall nach der Rückkehr nach Hause habe ich den Wunsch "mehr" zu sehen von dieser weiten Welt (nicht nur Europa und Amerika!). Ich kann mich glücklich schätzen in meiner Kindheit und Jugend viel mit meiner Familie rumgereist zu sein, in den letzten Jahren natürlich eher mit Freunden, aber immer nur höchstens einen Monat. Und das reicht mir nicht so wirklich  ;)
Nach dem Abi 2011 hab ich noch ein FSJ hinten drangehängt und dieses Wintersemester mit einem Meteorologie-Studium begonnen. Allerdings ist das nun überhaupt nichts für mich ! und ich spreche da denke ich vom Studium allgemein.
Somit ist also die Entscheidung getroffen: Weltreise  ;D (ob der Zeitpunkt richtig oder falsch ist, darüber kann man sicher diskutieren, aber für mich kommt im Moment nichts anderes in Frage.)
Mein grober Plan ist es, in 2-3 Jahren spätestens aufzubrechen, mit bis dahin hoffentlich zusammengesparten 15000-20000 €. Aktuell bin ich da bei etwa 6000€.
Allerdings hab ich noch eine etwas andere Idee hinter dem ganzen Reisen, denn eine "einfache" Weltreise ist ja nun schon fast nichts neues mehr  ;) Also hab ich mir gedacht:
Wenn ich meinen Traum verwirkliche, warum sollte ich nicht nebenbei versuchen, den hilfsbedürftigen Menschen/Kindern auf dieser Welt  auch die Chance zu geben, zu träumen? Und zwar so:
Schritt 1: durch Crowdfunding, Spendenaufrufe, Flyer, Internet etc. möchte ich versuchen Leute auf mein Vorhaben aufmerksam zu machen, und sie darum bitten mir diese Reise, und den Hilfsbedürftigen das Träumen zu ermöglichen. Indem jeder Interessierte 50 Cent zu meiner Reise beisteuert. Gemäß dem Motto: für jede 50 Cent spende, kann ich einen Kilometer weiter reisen.
Schritt 2: Gemäß dem selben Motto möchte ich versuchen größere Sponsoren zu finden. Jedoch nicht um mir die Reise mitzufinanzieren, sondern für jeden gereisten Kilometer, eine gewisse Summe für den Guten Zweck zu spenden. Natürlich wird da sicher eine Gegenleistung erfragt werden...Imagegewinn wäre da ein Aspekt, aber durch Werbung (z.B. in einem Blog über die Reise) könnte sich da ja vielleicht was regeln lassen...wer weiß.

So. Viel zu lesen. Ich weiß :)

Optimistisch wie meine Einstellung halt so ist, erhoff ich mir natürlich folgendes Szenario: Ich bereise jedes einzelne Land der Welt (mit Auto, Flugzeug, Schiff, Fahrrad, zu Fuß, egal wie!), habe am Ende eine Strecke von 500.000 km zurück gelegt, undendlich viel gesehen und gelernt, großzügige Sponsoren zahlen zusammen...sagen wir mal 10 € pro Kilometer, und diese Summe kommt dann einer Hilfsorganisation zu Gute. Eine win-win-Situation für alle (selbst die Crowdfunder haben durch ihre 50 Cent Investition nicht viel Geld aufs Spiel gesetzt  ;) )

Aber, und deswegen schreib ich diese Idee hier rein, in der hoffnung reichlich Rückmeldung zu bekommen:

Wie seht ihr die Chancen eines solchen Projekts? Sollte man vielleicht eine Nummer kleiner anfangen (erstmal nur Europa + Asien z.B.?) ? Würdet ihr 50 Cent dafür zur Verfügung stellen?  ;D
Generell, glaubt ihr, dass ein solches Vorhaben realisierbar ist (natürlich nicht ganz ohne Hilfe!) ?

Danke schonmal für euer Rückmeldungen!
Liebe Grüße aus Bonn:)

P.S: Auch wenn das vielleicht alles zu hoch gepokert ist, eine lange Reise soll es trotzdem werden, so oder so  :)
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knuffels

« Antwort #1 am: 12. Dezember 2012, 16:58 »
Willkommen hier im Forum.

Finde Deine Idee prinzipiell nicht schlecht.

Selbst habe ich schon einige Länder bereist und viel Armut gesehen. Während eines Einsatzes als freiwilliger Entwicklungshelfer in Brasilien konnte ich einen tieferen Einblick in das Leben der brasilianischen Unterschicht bekommen. Es ist teilweise echt bedrückend, zu sehen, in welchen Verhältnissen die Menschen leben.

Dabei bin ich selbst oft gefragt worden, ob ich denn nicht etwas für die Hilforganisation spenden möchte.
Leider konnte ich mich nicht zu einer Spende durchringen.

In Gesprächen habe ich versucht den Leuten zu vermitteln: ihr müsst an euren Lebensgewohnheiten etwas ändern, um dauerhaft aus dem Sumpf herauszukommen.

Leider bin ich mit meinen Ansichten und Vorschlägen auf taube Ohren gestossen. Hatte das Gefühl, das Leben vieler Menschen ist direkt darauf ausgerichtet, sich von Spende zu Spende zu hangeln.

Eine Spende ist meistens nur eine kurzfristige Lösung, und die meisten Hilfsorganisationen unterstützen genau das: kurzfristige Lösungen. Langfristiges denken fehlt oft volkommen.

Oft verpuffen Spenden volkommen, werden für Alkohol, Zigaretten oder Drogen ausgegeben oder landen in den Taschen korrupter Beamter oder Politiker.

Von daher mein Vorschlag:  überleg Dir wirklich gut, wen Du wie unterstützen willst !

Gruß !
Thomas
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Radlerin

« Antwort #2 am: 14. Dezember 2012, 08:25 »
Hallo,

ich finde deine Idee erstmal gut.
Allerdings würde ich dich so allgemein wahrscheinlich nicht unterstützen. Ich finde gut, dass du deine Reise selbst finanzierst, aber mir ist trotzdem nicht klar, was reisen und spenden miteinander zu tun haben sollen. Warum soll ich jemanden pro km eine bestimmte Summe geben? Ich persönlich kann mehr damit anfangen, wenn jemand schreiben würde: Ich bin auf Reisen und habe die Situation xxx gesehen und möchte eine sinnvolle Hilfe leisten, dazu gründe ich das Projekt xxxx.
Wie das mit potentiellen Sponsoren aussieht, weiss ich nicht, da kann das anders aussehen.

Hast du denn schon konkrete Ideen, welche Organisation/en du unterstützen möchtest?

Liebe Grüsse
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Nausikaa

« Antwort #3 am: 15. Dezember 2012, 13:40 »
Prinzipiell finde ich die Idee hinter dem Plan gut, teile aber die Bedenken der Radlerin. Wenn Du konkrete Organisationen oder Projekte hast, die auf Deiner Reise besuchen und unterstützen wirst, könntest Du vielleicht einige Spenden dafür zusammenbekommen.
Mir ist aber auch nicht klar, was es mit den 50 Cent auf sich hat. Und was heißt "den Hilfsbedürftigen das Träumen ermöglichen"?
Zum Träumen brauchen sie uns sicherlich nicht...  ;)
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icybite

« Antwort #4 am: 15. Dezember 2012, 18:27 »
Hey... Toller Gedanke, aber schließe mich den Vorrednern an... Selbst wenn du viele Befürworter findest ist es ne ganz andere Sache Spenden einzusammeln... Du würdest mehr Erfolg haben, wenn du an Organisationen wendest... Spenden von Privatpersonen dürften da auch viel zu klein sein und einfach viel zu aufwendig...

WWF hatte mal nen ganz interessantes Programm.

Ich hatte auch mal ne Freundin, die in verschiedene Projekte gearbeitet hat und in Ihrem Blog immer wieder zu Spenden aufgerufen hat... Fazit... Passiert doch nicht... Dann lieber Zusammen mit einem Unternehmen oder Organisation was austüfteln.

Sicher nicht einfacher, aber Erfolgsversprechender!

Teu Teu Teu
Chris
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flokoe

« Antwort #5 am: 18. Dezember 2012, 14:41 »
Hey,

danke für die Antworten!
Ich weiss natuerlich dass die Idee, noch nicht zu 100 % ausgereift ist und sich der plan vermutlich auch noch oefter etwas aendern wird, aber danke auf jeden Fall für die Tipps und den Rat!

Schöne Feiertage schonmal an alle:)
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sap

« Antwort #6 am: 21. Dezember 2012, 12:08 »
Hey,
ich könnte mir schon vorstellen, dass du über Crowdfunding Geld zusammen bekommen könntest. Allerdings müsstest du dabei sehr (sehr) transparent sein, was du mit dem Geld wann und wo machst. Das gilt aber wahrscheinlich für alle Spendenformen.

Außerdem basiert Crowdfunding im Normalfall darauf, dass deine Unterstützer etwas zurückbekommen (auch wenn das wertmäßig nicht dem entsprechen muss, was sie eingesetzt haben). Also zum Beispiel für einen Betrag X gibt es eine Postkarte aus Land XY. Und für Betrag Y kaufst du auf einem lokalen Markt etwas und schickst es zu...

Unter diesen Voraussetzungen (Transparenz und Anreize) könnte ich mir vorstellen, dass du eine Chance hast, einen guten Geldbetrag zusammen zu bekommen. Allerdings gehört bei Crowdfunding (zumindestens momentan) auch dazu, dass die richtigen Leute das sehen, für gut befinden und wieder teilen. Ansonsten wird das wahrscheinlich im Sand verlaufen...

LG
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