Thema: Artikel: Klischees Backpacker  (Gelesen 4263 mal)

CPT_CHAOS

« am: 19. November 2012, 15:37 »
Hallo,
bin gerade beim Surfen auf folgenden (schon etwas älteren) Artikel bei "Die Welt" gestoßen:
http://www.welt.de/reise/Fern/article13368499/Eine-Kriegserklaerung-an-den-typischen-Backpacker.html
und weiß nun nicht so genau ob ich nun schockiert sein soll (ob der Ignoranz der Autorin) oder laut lachen (da es vielleicht als Parodie gemeint ist).

Meine Meinung: Also in dem Artikel werden ja wirklich übelst die oberflächlichsten Klischees breitgetreten, schon so krass dass ich eigentlich nur davon ausgehen kann es Satire sein muss. Dagegen spricht jedoch dass der Ton doch ganz stark auch auf Neid und Gehässigkeit geht; außerdem ist "Die Welt" nun auch schon ein recht konservatives Blatt, daher ist es vielleicht tatsächlich Ernst gemeint.

Also: Was meint ihr? Meint die Autorin das ernst oder sehen die Leute (uns) Backpacker tatsächlich so?
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stali

« Antwort #1 am: 19. November 2012, 16:41 »
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=4435.0

Mir ist es egal ob es die Autorin ernst meint, zumindest hatte ich was zum schmunzeln...
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Skraal

« Antwort #2 am: 19. November 2012, 16:48 »
Naja, ich glaube, es ist ein wenig die Retourkutsche für die „Verachtung“, die Backpacker den Pauschaltouristen entgegenbringen.
Der Artikel ist überspitzt, aber ich finde mich schon auch ein bißchen wieder. Essen, wo die Locals essen, auch wenn ich kein „Locals“-T-Shirt trage.
Und der komplette Abschnitt über den LP würde ich unterschreiben, für viele existiert nicht, was nicht im „Buch“ steht, und das kritisiert sie auch zu recht.

Aber ich glaube nicht, daß uns die Leute so sehen. Für die meisten ist es unvorstellbar, was wir machen und die finden es toll (auch wenn sie sagen, daß es für sie nichts sei).

Post Scriptum: Yannik Mahr klingt für mich männlich …
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CPT_CHAOS

« Antwort #3 am: 19. November 2012, 17:52 »
Klar manche Dinge stimmen, aber nicht so überzogen und nicht in der Anhäufung in einer einzigen Person.
Es ist als wenn man alle Klischees die man jemals irgendwo über Backpacker gehört hat nochmal 10fach übertreibt und dann pauschal auf "DEN BACKPACKER" anwendet. Wobei es den ja eh nicht gibt, die Backpacker sind ja auch eine extrem heterogene Gruppe...

... Prinzipiell hätte ich ja auch gegen gut gemachte Satire oder augenzwinkerndes Auf-den-Arm-nehmen auch nichts (man darf sich selbst auch nicht zu wichtig nehmen) - wenn da nicht dieser neidvoll-gehässige Unterton wäre (und lest euch mal die Kommentare durch, das Grauen was da an Vorurteilen _ernsthaft_ diskutiert wird. Da kann man sich echt nur noch an den Kopf greifen)

Jaja ich weiß ich habe zuviel Zeit... ;)

P.S. Okay sehe erst jetzt dass schonmal jemand einen Thread zu dem Artikel gepostet hat. Ups... ;)
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waveland

« Antwort #4 am: 19. November 2012, 18:06 »
Ich finde es einen netten Artikel zum Schmunzeln. Klar ist es übertrieben, aber sicherlich steckt mehr als ein kleiner wahrer Kern dahinter und nicht nur im "LP" Abschnitt. Der neidvoll-gehässige Unterton ist m.E. Teil der Satire, in dem sich der Autor (und die anderen Leute, die Backpacker nicht mögen aber in Wirklichkeit gerne so wären) selber auf den Arm nimmt. Man darf nicht alles so ernst sehen, leider nehmen auch einige Backpacker sich und ihren Reisestil zu wichtig und ernst ... ;) (Die Kommentare habe ich nicht gelesen.)
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ORANGPHILOSOPHICUS

« Antwort #5 am: 19. November 2012, 19:10 »
mann, ich freue mich gerade irre, dass du das gepostet hast!

die grundaussagen kann ich fast zur gänze so bestätigen. wenn man sich selbst aus der distanz betrachtet schadet ja ein bisschen selbstkritik und selbstironie nicht. der artikel ist herrlich geschrieben. gehässiger unterton... warum "unter". es wird ja direkt gesagt dass der fiktive erzähler (nicht der autor!) den fiktiven reisenden hasst. und punkt für punkt klar erläutert. eine schöne satire bzw. karikatur dessen, was "wir" halt sind, darstellen oder darzustellen wir versuchen.

tlw hab ich sogar neues "gelernt" (das ehrliche reisen kannte ich noch nicht). finde den artikel sehr pointiert, aber absolut zutreffend in den einzelnen punkten. es wird halt alles auf einen stereotypen projiziert. ist ja kein tatsachenbericht. finde auch die leserkommentare unterhalb interessant. ein richtiger glaubenskrieg, indem versucht wird, der anderen seite die legitimation für ihre art des reisens abzusprechen. der artikel selbst steht für sich. dieser gehässige unterton

mich stört sehr vieles an backpackern und überlege häufig, ob ich nicht auch schon so drauf bin...

aber warum ich mich so freue.... :) habe gerade heute ein tolles erlebnis gehabt.
bin grad (zwecks kostenreduktion) in laos mit einem londoner wirtschafstypen unterwegs für a paar tage. prinzipiell ist er ganz in ordnung, aber die ganze zeit redet und redet er nur von seiner tollen reise und was er nicht schon alles erlebt und gsehn hat. die ganze zeit... und dabei ist seine reise total stumpfsinnig in meinen augen. die halbe welt in 6 monaten, permanent nur im stress und am fotos machen. superlässig... aber egal.
zum glück war er die letzten beiden tage auf zwei australierinnen scharf und ist mit denen herum gezogen. :P

naja, jedenfalls heute zeigt er mir das: http://www.youtube.com/watch?v=eKFjWR7X5dU
ich bin fast verreckt vor lachen... weil 1. ist er genau so (incl. dialekt) und 2. trifft man echt genug solche typen. hoffe ich bin oder werde nicht auch ganz so arg. jedenfalls eine schöne nummer und passend zum thema!

gerade ER zeigt mir das. er erzählt jeder und jedem irgendwelche geschichten auf der transsib, vom machu pichu oder von den fijis, in denen er den sonnenaufgang, das feilschen an den märkten und die schlechte internetverbindung beschreibt und was er nicht für probleme deswegen hatte.
herrlich. genau so sind sie (und ich nehme mich da nicht aus)
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gerhard4310

« Antwort #6 am: 20. November 2012, 08:35 »
Na ja ist zwar ein wenig überzogen aber Backpacking ist mittlerweile genauso eine Art von Massentourismus und ein grosser Geschäftszweig, klasische Backpacker gibt es leider nur mehr wenige.
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LeniLustig

« Antwort #7 am: 20. November 2012, 09:13 »
Es gibt ein buch von yannick mahr, das heißt mit 180 Ängsten um die Welt oder so..ich habs gelesen=)
Ist glaub ich ziemlich autobiografisch..er ist halt der totale Angsthase und sitzt nur in Luxushotels vor lauter Angst krank zu werden, und sein Freund..seinen Namen hab ich vergessen...aja Alex..der ist Backpacker. Und auf den ist er ziemlich neidisch, das stellt sich aber erst am Ende vom Buch heraus..und dieser Artikel klingt so ziemlich wie sein Buch ..

Also das ist die Geschichte zu dem Artikel =)
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LeniLustig

« Antwort #8 am: 20. November 2012, 09:18 »
so jetzt hab ich den Artikel gelesen..es ist einfach ein Auszug aus seinem Buch =) unterhalb ist eh die Werbung dafür. Ist ganz witzig zu lesen weil whs sehr viele Klischees zutreffen..wobeis teilweise schon ungut überzogen ist..
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mast

« Antwort #9 am: 20. November 2012, 09:31 »
hallo chaos -

hier ist der richtige Test fuer Dich: Welcher Backpacker Typ bist Du?

http://weltreisender.in/bali/08-04-2012-bali-junger-mann-zum-mitreisen-gesucht-teil-1/

viel spass! ;)

gruesse - markus
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CPT_CHAOS

« Antwort #10 am: 20. November 2012, 10:38 »
...sehr pointiert, aber absolut zutreffend in den einzelnen punkten.
Naja also ich sage nur mal als Beispiel die Erwähnung von "Billigflieger wo nur ein Triebwerk geht und man die Gepäckablage zukleben muss" und "Im Schutz der Dunkelheit am Terrorlager vorbei" Absolut zutreffend?? Das ist absoluter Schwachsinn.

Und mit gehässigem Unterton meine ich Aussagen wie "er trägt die selbe Unterhose wie am Abflugtag" und "reist nur in Länder mit hoher Terrorismus und ähnlichen Quatsch.

Sorry ich kann da keine Pointiertheit erkennen in dem Artikel sondern nur ein dummes klischeebehaftetes Abwatschen des "typischen" Backpackers den es SO in der Ausprägung nicht gibt. Ja Teilaspekt mögen zutreffen, aber so ist es einfach nur ein Comic-Karikatur. Da könnte ich genauso gut sagen, der "typische Politiker" ist a) korrupt b) machtgeil c) Lügner etc pp ... kommt immer gut an, aber hat dann mit der Realität des individuellen Politikers wenig zu tun.

Ja über sich selbst lachen ist ok, mach ich auch gerne wenn es gut und witzig und charmant aufgezogen ist, aber das ist dieser Artikel halt nicht, er ist einfach nur DUMM und platt und überzogen. Meine Meinung.


P.S. Aber gut ich sehe es jetzt einfach mal als böse Satire an, damit kann man den Artikel dann einigermassen ertragen :) :)
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CPT_CHAOS

« Antwort #11 am: 20. November 2012, 10:51 »
hallo chaos -

hier ist der richtige Test fuer Dich: Welcher Backpacker Typ bist Du?

http://weltreisender.in/bali/08-04-2012-bali-junger-mann-zum-mitreisen-gesucht-teil-1/

viel spass! ;)

gruesse - markus
Hahahah das ist genau was ich meine! Das ist mal ein Beispiel für einen richtig gut geschriebenen, witzigen Artikel. Zwar auch überzeichnend und platt kategorisierend - aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern zw. den Zeilen und nicht so neidvoll und gehässig. So muss es sein!  ;D
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vadasworldtrip

« Antwort #12 am: 20. November 2012, 13:17 »
"Daran kann man sie erkennen, und, viel einfacher, am " Lonely Planet " – ihrer Bibel. Wenn dort steht, dass man unbedingt unter der vierten Palme an einem verborgenen Strand in Indien eine Flasche des einheimischen Biers trinken soll, das ein einäugiger Hundertfünfjähriger verkauft, dann wird man genau an dieser Stelle Hunderte Alexe sehen, die mit dem Greis über den Preis verhandeln. "

*LOOL*


"Da lobe ich mir das Hochland von Tibet." – "Aber erst ab fünftausend Meter über Normalnull", sagt Alex aus Holland. "Ich war mit dem Mountainbike dort." – "Gibt es an der Grenze zu Nepal eigentlich immer noch den alten Beamten ..." – "... der nur einmal im Jahr isst? Ich habe von ihm bei meinem Aufenthalt in Dharamsala gehört ..." – "Du warst auch beim Dalai Lama? Ich habe sechs Wochen ..." – "... ununterbrochen meditiert, ich sogar sieben." – "Ehrlich?" – "Ehrlich." – "Aber war einer von euch schon einmal..."
Hier beginnt dann die Endlosschleife. Backpacker wären nicht Backpacker, wenn sie nicht so lange reisen würden, bis sie halbwegs sicher sein können, bei derartigen Gesprächen das letzte Wort zu haben.

*hihihi*



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LeniLustig

« Antwort #13 am: 20. November 2012, 13:52 »
wie schon gesagt, es ist eine Romanfigur =)
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Vombatus

« Antwort #14 am: 20. November 2012, 21:47 »
Weiß jetzt auch nicht warum man sich so sehr an einem Textausschnitt eines Buches so aufhängt. Hätte der Autor nicht so in die Vollen gehauen hätte es keinen interessieren. Es gibt "Skandalbücher" die viel polarisierender sind.
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