Thema: mehr Heimweh als gedacht oder doch falsches Reiseziel?  (Gelesen 3677 mal)

little_earthquake

« am: 05. November 2012, 16:50 »
Hey ihr lieben Globetrotter,

da es mich heute sprichwörtlich aus dem Rennen genommen hat und ich mit Reisedurchfall im Bett liege und damit nicht in den Cordillera Blanca herumwandern kann, wollte ich mir einige Gedanken von der Seele schreiben.

Angefangen hat alles nach 7 Wochen Afrika als ich in Richtung Südamerika aufgebrochen bin. Voller Vorfreude bin ich in den Flieger gestiegen, nur um in Buenos Aires den Kulturschock meines lebens zu bekommen. Alles war so unbegreiflich fremd hier. Nach einigen krassen Tages des nicht wissen wie es hier mit Reisen funktionieren sollte, bin ich nach Ecuador und habe eine Reisebegleitung gefunden. Es wurde einfacher, allerdings hatte ich schon einige Male Heimweh. Weniger weil ich unbedingt heim wollte, mehr weil ich gerne mal zur Ruhe kommen würde. Daheim auf der Couch herumlümmeln, meine Freunde wieder sehen und vor allem meinem Hund. Mal nicht wie ein Lux auf meine Wertsachen aufpassen müssen, oder planen wann welcher Bus wohin fährt und was es dort schönes zu sehen gibt.

Ich weiß, man könnte durchaus sagen ich bin Reisemüde, was prinzipiell auch stimmen könnte, aber ich weiß nicht so recht was ich dagegen machen soll. Auf Galapagos hat es mir super gefallen und ich war komplett abgelenkt vom Heimweh haben. Nach Galapagos ging es wieder los und ich fahre teils durch eine wunderschöne Berglandschaft und träume davon zu weihnachten nach hause fliegen zu können für 2 wochen um zu rasten. Was mich innerlich absolut ärgert, weil ich meine reisezeit genießen möchte. sowas macht man nicht alle tage.

Das problem ist nur, dass die flüge echt sauteuer sind und dass ich jeden tag rastloser werde. ich will keinen tag an einem ort verschwenden, kein ort kommt mir schön genug vor um länger bleiben zu wollen und es zieht mich weiter und weiter, als wolle mein Körper endlich fertig werden mit dem Reisen in Südamerika und ich denke mir dir ganze zeit, ist es möglich dass einfach südamerika nix für mich ist und ich deshalb von heimweh und ruhelosigkeit geplagt bin? die möglichkeit ist da, denn auch nach gut 4 wochen hier, fällt es mir super schwer mit der mentalität und der sprache zurecht zu kommen. Auch macht es mich so traurig überall den Müll zu sehen, die verwahrlosten Tiere schlagen einen Stein in mein Tierarztherz und die Schönheit von der Andere so schwärmen finde ich nur ganz ganz selten.

jetzt kommt dazu dass ich mich wirklich wirklich enorm auf den Santa Cruz Trekk gefreut hatte, denn es wären endlich 4 Tage in der Natur gewesen, nur mit Zelt, keine Stadt, wenigen Menschen und Eseln die atemberaubende Landschaft genießen. Was dazu kommt, es wäre endlich ein Trekk gewesen, den ich hätte bewältigen können mit meinem Asthma, denn er ist nicht so anspruchsvoll und dennoch so wunderschön. Doch ich würde mal spontan vorhersagen, der Trekk fällt ins Wasser, und damit meine ich die Regenzeit. Es regnet und regnet und das triste grau der Wolken nimmt den türkisblauen Seen jegliche Farbe. Und nun liege ich auch noch im Bett und plage mich mit Bauchkrämpfen herum. Und damit wären wir wieder am Anfang, ich bekomme gerade wieder Heimweh, und es ist so untypisch für mich.

Kann es doch sein, ich bin auf dem falschen Kontinent unterwegs, trotz dass ich gerne noch so viel sehen möchte vom Kontinent oder geht es euch allen so wenn Weihnachten näher rückt?

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Kavo

« Antwort #1 am: 05. November 2012, 17:33 »
Hey,
das hört sich ja gar nicht gut an. Was hälst du davon, wenn du ein paar Ziele von deiner Liste streichst und stattdessen an einem Ort bleibst, um z.B. bei einem Freiwilligenprojekt mitzuhelfen oder einen Spanisch-Sprachkurs (inkl. Wohnen bei einer Gastfamilie) zu besuchen. Ich hatte da so an 2 Wochen gedacht. Ist natürlich auch eine Frage des Geldes und der zur Verfügung stehenden Zeit. Ich kann mir nur vorstellen, dass wenn du rastest und du etwas zur Ruhe kommst, du auch wieder Reiselust entwickelst. Und vielleicht kann solch ein längerer/intensiverer Kontakt zu einer überschaubareren Gruppe Menschen bei dir so etwas wie ein Gefühl des "Zuhauses in der Ferne" hervorrufen.
Ich drück die Daumen, dass du eine Lösung für dich findest.
Katharina
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little_earthquake

« Antwort #2 am: 05. November 2012, 17:51 »
@Kavo

wenn ich nicht diese innere unruhe hätte weiter und weiter ziehen zu wollen/müssen, würde ich auch mal an einem ort bleiben, aber von jedem ort, den ich erreiche, möchte ich sofort wieder weg. es ist wie verhext. :(
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helen

« Antwort #3 am: 06. November 2012, 09:02 »
Du arme. Das klingt echt vertrackt. Ich hatte das in Nepal, etwa nach 8 Reisewochen und meiner Schwester gings genauso. Wir haben dann lange ueberlegt ob wir nach Hause fahren und haben dann als letzten Versuch beschlossen, nach Laos zu fliegen. Der Flug war schweineteuer aber ich habe es keine Sekunde bereut. Wir sind dort erstmal 1 Woche in Vientiane geblieben und dann 2 Wochen in Luang Prabang. Seit dem geht es mir wieder gu. Das Land ist sauber und leise und die Tiere sehen bessr aus und werden besser behandelt als in Nepal (bin auch TA ;-) und natürlich könnte es besser sein aber es ist echt ok). Wir sind dann gut 50 Tage in Laos geblieben und es war toll .
Langer Text kurzr Sinn: wenn es möglich ist würde ich einen Kulturwechsel vorschlagen plus Ruhe und schöne Unterkunft (muss nicht teuer sein). Hat bei mir und meiner Schwester sehr geholfen.

Vombatus

« Antwort #4 am: 06. November 2012, 11:41 »
Hallo kleines Erdbeben.
Für Aussenstehende ist es schwer Ratschläge zu geben. Aber vielleicht hilft dir ja auch schon das "Ausschreiben" deiner Gefühle und die Aufmerksamkeit der Forumsmitglieder.

Mich erstaunt etwas, dass du ausgerechnet in Buenos Aires einen Kulturschock bekommen hast, ist das doch eigentlich eine Stadt, die modern und eher südeuropäisch geprägt ist. Im allgemeinen ist Argentinien, bis auf die Orte im Norden, auch recht "westlich". So mein Eindruck.

Wie auch immer … natürlich gibt es Kulturen, Umgebungen, Bedingungen mit denen man nicht zurechtkommt und auch nicht glücklich wird. Man hat oft falsche oder einfach gar keine Vorstellungen was einen erwartet. Dazu kommen noch (kleine) Rahmenbedingungen wie die eigene Gesundheit, Wetter, Menschen (Begleiter), die über das Wohlfühlen entscheiden.

Ich war noch nie in so einer Gefühlslage wie du was das Heimweh betrifft, aber unwohl fühlte ich mich auch schon an Orten und ergriff dann auch schon mal die (zu schnell) Flucht. Im Nachhinein wünschte ich, ich wäre länger geblieben aber in der Situation fühlte es sich einfach nur richtig an. Und jede Entscheidung, egal welche, bringt dich voran (unbeschriebene Blätter). So gesehen, ist die eine Richtung nicht besser als die andere. Das worauf es ankommt bist du im hier und jetzt. Nicht die Erwartungen an dich selbst.

Wenn es also ums verrecken nicht besser, schöner, spannender, ausgeglichener, wohltuender wird. Du hast es wenigstens versucht. Mach einen größeren Schritt, ein Flug der dich in ein anderen Kulturkreis, nach Hause oder dorthin führt, wo du dich wohl fühlen könntest. Hauptsache keine zu großen Erwartungen daran haben.

Da du dich nach deinem "Zuhause", Freunde, Familie, Haustier … heimisches Weihnachtsumfeld sehnst, weiß ich nicht, ob du das in der Karibik, Afrika, Asien finden kannst?

Am besten nichts überstürzen aber auch nicht an einen (Riese)Plan festhängen, der dich beim Wohlfühlen einschränkt.
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method

« Antwort #5 am: 06. November 2012, 21:30 »
Autsch!
Das hört sich echt schlimm an.  :(

Ich bin ein absolutes Reise-Greenhorn was die Umrundung unseres schönen Planeten angeht, aber folgendes fällt mir dazu ein:

1.) Irgendwann kommt die Zeit, wo auch diese schlechte Erfahrung für Dich eine wertvolle Erinnerung sein wird... auch wenns jetzt Null hilft.

2.) Gibt es etwas, dass Du mit "zuhause" verbindest und in der Fremde haben bzw. besorgen kannst? Vielleicht gibts ein Lieblingsbuch oder einen Film oder der gelichen?

3.) Ich denke, ich würde mein Programm "durchziehen" (muss nicht heissen, wie geplant), denn mein Gedanke wäre immer der: "Wann komm ich denn je wieder hier her?" Selbst, wenn die Möglichkeit jedes Jahr bestehen könnte, kannst Du Südamerika von Deiner Weltkarte streichen. Somit kannst Du Dich auf andere schöne Teile der Welt konzentrieren.

4.) Wenn Dein Heimweh nicht unbedingt peronenbezogen (oder ähnlich) ist, dann würd ich mir überlegen, was ich liebe; z.B. einen wunderschönen Strand. Zu dem würde ich aufbrechen & mich mal zwei Wochen "einnisten". Sollte das "Ich-muss-hier-weg-Gefühl" auch an so einem Lieblingsort anhalten, würde ich mir einen Heimflug durch den Kopf gehen lassen.


Aber wie bereits erwähnt, ehrlich gesagt hab ich wahrscheinlich keine Ahnung.
Bleibt nur noch zu sagen: "Du wirst schon den für Dich richtigen Weg einschlagen, denn die Antwort liegt in Deinem Herzen!"  ;)
Toi Toi Toi!!
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Ylarnja

« Antwort #6 am: 06. November 2012, 22:56 »
Auf der Homepage wird ja auch immer wieder davor gewarnt, dass man nicht immer Action haben sollte, sondern auch ab und zu mal etwas Entspannung. Mein Freund und ich haben auch entschieden, dass wir Urlaub im Urlaub machen werden ;D Einfach mal abschalten, entspannen, an den Strand gehen.

Wenn nun die ganze Action gepaart ist mit einem Reiseziel welches man sich eventuell etwas anders vorgestellt hat, kann ich mir gut vorstellen, dass man etwas unglücklich wird. Was ist denn der nächste Punkt in deiner Reise? Kannst du dort schon früher hin? Sonst such dir eine Ecke für die du keinen wahnsinnig großen Umweg machen musst, in der du richtig entspannen kannst und bleib dort bis das nächste ansteht :)
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Nausikaa

« Antwort #7 am: 07. November 2012, 15:52 »
Ojemine, und nun liegst Du auch noch krank im Bett! Kein Wunder, dass Du die Nase voll hast und Dich dabei noch genau darüber ärgerst!

Tja, vielleicht liegt es echt daran, dass Du gerade keinen Nerv für eine eher anstrengende Region mit tendenziell hohem Stresspotenzial hast (z. B. wegen des Gefühls, immer die Hand auf dem Portemonnaie haben zu müssen....). Das finde ich völlig okay und es ist auch nicht sinnvoll, Dein Unwohlsein zu ignorieren. Offenbar hast Du es ja nun auch schon eine ganze Weile versucht und es wird eher schlimmer als besser. DAS ist nun auch nicht der Sinn der Reise, oder?

Vielleicht würde es Dir in Australien gleich besser gehen, vielleicht auch nicht, denn wenn Du wirklich Heimweh hast, bist Du dann erst recht weit ab vom Schuss. Was wäre, wenn Du einen Ausflug nach Kanada machst und Deine Gastfamilie besuchst? Fühlt Du Dich bei diesem Gedanken besser? Wenn nicht: Ab nach Hause! Genieß die Weihnachtszeit auf dem Sofa, Deinen Hund im Arm, Deine Freunde und Familie ganz nah. Und wenn Du willst, ziehst Du danach einfach frisch gestärkt wieder los. Die Welt macht sich nicht aus dem Staub, während Du unter dem Weihnachtsbaum sitzt!  ;) Und wenn Du danach trotzdem keine Lust mehr aufs Reisen hast, dann eben nicht! Klar sind überteuerte Tickets unerfreulich, aber Du hast das Geld gespart, um damit etwas zu tun, was Dich glücklich macht. Und weiter getresst und verspannt durch SA zu hetzen, klingt irgendwie nicht nach dem großen Glück...
Übrigens: dirtsA hat es gerade genau so gemacht, hat ihren "Heimaturlaub" offensichtlich sehr genossen und freut sich jetzt schon wieder mächtig auf die Weiterreise! :)

Wie auch immer Deine Entscheidung ausfällt, ich wünsche Dir eine gute Besserung in jeder Hinsicht!!  :)

Ganz liebe Grüße
Nausikaa
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little_earthquake

« Antwort #8 am: 07. November 2012, 23:18 »
wow danke für eure vielen antworten und anregungen. hab jetzt endlich wieder gescheites netz und kann antworten :)

ja mit weihnachten bin ich immer noch unentschlossen. ist halt ne menge geld. aber wäre andernfalls auch ne schöne sache. mal schaun, wenn dann last minute.

ich habe viel überlegt die letzten 2 tage darüber was mich glücklich machen würde. (außer heim fliegen und mal ausspannen).

ich denke es ist wirklich der kontinent und nicht die reise selber und es ist auch die einsamkeit. so sehr ich gerne alleine dinge unternehme, freue ich mich wie ein schneekönig wenn ich andere backpacker treffe die englsich oder deutsch sprechen und ich mich nicht mit spanisch abquälen muss. und wenn diese dann auch noch das gleiche tagesziel haben, gehts mir recht gut.

ein freund von mir ist auch gerade in australien, meinem übernächsten kontinent und ich denke dort würde es mir auch gut gehen, denn alle sprechen eien sprache die ich hervoragend verstehe und bisher kam ich mit jedem australkier auf reisen super zurecht, was ich von anderen personen aus diversen europäischen regionen nicht behaupten könnte.

ich bin nachdem es mir darmmäßig wieder besser ging heut nacht nach lima und dann direkt nach huacachina gereist und hier gefällt es mir super. werde nun hie 2-3 tage rasten obwohl es nicht viel zu tun gibt. vielleicht auch gerade deshalb. an der oase herumlungern, meine blog updaten, mit famile und freunden schwatzen per skype und irgedwie die souveniere in den rucksack stopfen. das ist echt grausam als frau so viele strände voll mit bunten taschen und sachen präsentiert zu bekommen. ich werd da so schnell schwach.  :-\ männer können das echt schlecht nachvollziehen und die wenigsten die ich treffe kaufen sich dinge... ich bin da leider ganz schnell überzeugt es ist das richtige mitbringsel für freunde, verwandte oder einen selbst.  :-[ :-X

der plan ist und bleibt recht zügig durch die Müllhalde Peru zu reisen und anfang dezember in Argentinien zu sein und auf dem weg Bolivien und nordchile mitzunehmen.

die idee mit daheim, hat einen gedanken mehr bekommen: ich muss so oder so nach Panama fliegen, da die grenzüberschreitung wohl genauso teuer ist. von deutschland her sind die flüge sogar billiger nach panama als von santiago de chile. also wäre die idee für 500-600 euro im Jan/Feb heim zu fliegen und von dort für 300-400 euro nach panama. macht knapp 1000. 500 müsste ich eh für den flug blechen und somit wären es nur 500 für eine heimatrunde statt 1200.

naja es ist eine idee. wie es am ende wird weiß ich nicht.


Zitat
Tja, vielleicht liegt es echt daran, dass Du gerade keinen Nerv für eine eher anstrengende Region mit tendenziell hohem Stresspotenzial hast (z. B. wegen des Gefühls, immer die Hand auf dem Portemonnaie haben zu müssen....). Das finde ich völlig okay und es ist auch nicht sinnvoll, Dein Unwohlsein zu ignorieren. Offenbar hast Du es ja nun auch schon eine ganze Weile versucht und es wird eher schlimmer als besser. DAS ist nun auch nicht der Sinn der Reise, oder?

Vielleicht würde es Dir in Australien gleich besser gehen, vielleicht auch nicht, denn wenn Du wirklich Heimweh hast, bist Du dann erst recht weit ab vom Schuss. Was wäre, wenn Du einen Ausflug nach Kanada machst und Deine Gastfamilie besuchst? Fühlt Du Dich bei diesem Gedanken besser? Wenn nicht: Ab nach Hause! Genieß die Weihnachtszeit auf dem Sofa, Deinen Hund im Arm, Deine Freunde und Familie ganz nah. Und wenn Du willst, ziehst Du danach einfach frisch gestärkt wieder los.

Die Welt macht sich nicht aus dem Staub, während Du unter dem Weihnachtsbaum sitzt!  Wink Und wenn Du danach trotzdem keine Lust mehr aufs Reisen hast, dann eben nicht! Klar sind überteuerte Tickets unerfreulich, aber Du hast das Geld gespart, um damit etwas zu tun, was Dich glücklich macht. Und weiter getresst und verspannt durch SA zu hetzen, klingt irgendwie nicht nach dem großen Glück...

oh wie gern würde ich nach kanada gehen, leider haftet die krankenversicherung nur für 2 wochen in nordamerika... ich habe mir schon überlegt.. ich muss sowieso vermutlich über die staaten nach australien fliegen da direktflüge nach australien von zentralamerika sauteuer sind im gegensatz zu LA und LA Sydney zum beispiel. auch von vancouver sind die flüge recht preiswert nach downunder... wäre generell eine idee für einen umweg zum nächsten ziel. jetzt ist da alleridngs strengster winter. ;)

wie gesagt 1200 euro für BA-FRA und FRA-BA. ich würde so gern weihnachten daheim sein bei meinem Hundi. sie ist schließlich sehr alt und ich weiß nicht ob ich sie wieder sehe. habe letztens erfahren dass sie die letzte lebende aus dem wurf ist. der rest ist schon im hundehimmel. :(

 
Zitat
Auf der Homepage wird ja auch immer wieder davor gewarnt, dass man nicht immer Action haben sollte, sondern auch ab und zu mal etwas Entspannung. Mein Freund und ich haben auch entschieden, dass wir Urlaub im Urlaub machen werden Grin Einfach mal abschalten, entspannen, an den Strand gehen.

hab ich ja gemacht. Galapagos!! Das war Urlaub pur. Preislich und von der Gemütslage ist man vollkommen tourist und nicht wirklich backpacker. ;)


Zitat
Ich bin ein absolutes Reise-Greenhorn was die Umrundung unseres schönen Planeten angeht, aber folgendes fällt mir dazu ein:

1.) Irgendwann kommt die Zeit, wo auch diese schlechte Erfahrung für Dich eine wertvolle Erinnerung sein wird... auch wenns jetzt Null hilft.

2.) Gibt es etwas, dass Du mit "zuhause" verbindest und in der Fremde haben bzw. besorgen kannst? Vielleicht gibts ein Lieblingsbuch oder einen Film oder der gelichen?

3.) Ich denke, ich würde mein Programm "durchziehen" (muss nicht heissen, wie geplant), denn mein Gedanke wäre immer der: "Wann komm ich denn je wieder hier her?" Selbst, wenn die Möglichkeit jedes Jahr bestehen könnte, kannst Du Südamerika von Deiner Weltkarte streichen. Somit kannst Du Dich auf andere schöne Teile der Welt konzentrieren.

4.) Wenn Dein Heimweh nicht unbedingt peronenbezogen (oder ähnlich) ist, dann würd ich mir überlegen, was ich liebe; z.B. einen wunderschönen Strand. Zu dem würde ich aufbrechen & mich mal zwei Wochen "einnisten". Sollte das "Ich-muss-hier-weg-Gefühl" auch an so einem Lieblingsort anhalten, würde ich mir einen Heimflug durch den Kopf gehen lassen.

zu1. ja ich hoffe ich kann bald sagen, es war ne gute erfahrung. heute saß ich echt im Nachtbus und fand es mal wieder super nervig dass der bus wieder 2 stunden zu früh da war noch bevor es hell wurde und ich 5 uhr in lima steckte. da dachte ich mir so im terminal... * was machst du hier eigentlich. verstehst keine sau, die umgebung gleicht einer Müllhalde, es stinkt und die landschaft lässt gerade auch zu wünschen übrig. und keiner der diese meinung gerade teilt, mist!* haha. *du könntest auch kostenlos daheim hocken und fotos sortieren*... naja... mal schaun wie es weiter geht.

zu2. oh ich schaue regelmäßig meine lieblingsserie, die hab ich dabei und ich habe diverse filme auf dem stick und netbook ;) und ja das hilft immer super. ohne 'meinen kram' würde ich mich noch fremder fühlen. abschalen können von der reise ist gaaaanz wichtig. nur doof dass die tauschbücher alle so schlecht geschrieben sind. wo ist die gute literatur hin? ich hab schon begonnen selber einen roman zu tippen. prolog und teile von chap 1 stehen schon.

zu3. weiß nicht. herkommen kann ich immer wieder. bis jetzt steht der plan es durchzuziehen aber eben schneller zu reisen als geplant. ob das gut ist weiß ich auch nicht. vielleicht wäre es besser weiter zu ziehen an orte die mir gefallen? ich bin hin und her gerissen um ehrlich zu sein.

zu4. in huacachina gefällt es mir. nicht für 2 wochen, aber für 2 extra tage die nicht im plan standen. mal schaun wie es danach ist.

Zitat
Aber vielleicht hilft dir ja auch schon das "Ausschreiben" deiner Gefühle und die Aufmerksamkeit der Forumsmitglieder.

beides hilft um ehrlich zu sein. fühle mich nicht ganz so allein um ehrlich zu sein. :)

Zitat
Mich erstaunt etwas, dass du ausgerechnet in Buenos Aires einen Kulturschock bekommen hast, ist das doch eigentlich eine Stadt, die modern und eher südeuropäisch geprägt ist. Im allgemeinen ist Argentinien, bis auf die Orte im Norden, auch recht "westlich". So mein Eindruck.

ja ich kam aus der wildnis in Afrika und fand es super. war schon mit kapstadt ne umstellung, buenos aires war zu viel. das ist ja echt krass dort.

Zitat
Ich war noch nie in so einer Gefühlslage wie du was das Heimweh betrifft, aber unwohl fühlte ich mich auch schon an Orten und ergriff dann auch schon mal die (zu schnell) Flucht. Im Nachhinein wünschte ich, ich wäre länger geblieben aber in der Situation fühlte es sich einfach nur richtig an. Und jede Entscheidung, egal welche, bringt dich voran (unbeschriebene Blätter). So gesehen, ist die eine Richtung nicht besser als die andere. Das worauf es ankommt bist du im hier und jetzt. Nicht die Erwartungen an dich selbst.

wenn ich nur wüsste was ich wollte.  :-\ damit hab ich schon im alltag ein problem, auf der reise ist das nochmal was ganz anderes. vor allem spielt das liebe geld so eine enorm große rolle, dass es echt müde macht, den kassensturz zu machen.

Zitat
Wenn es also ums verrecken nicht besser, schöner, spannender, ausgeglichener, wohltuender wird. Du hast es wenigstens versucht. Mach einen größeren Schritt, ein Flug der dich in ein anderen Kulturkreis, nach Hause oder dorthin führt, wo du dich wohl fühlen könntest. Hauptsache keine zu großen Erwartungen daran haben.

Da du dich nach deinem "Zuhause", Freunde, Familie, Haustier … heimisches Weihnachtsumfeld sehnst, weiß ich nicht, ob du das in der Karibik, Afrika, Asien finden kannst?

ich leider auch nicht. ich kann nie so richtig unterscheiden ob es eine flucht ist oder einfach der richtige weg den ich gehen muss. man kann es immer von beiden seiten sehn. es ist schwer. ich will nicht von etwas davon laufen und sehe auch keinen sinn aber genauso wenig sinnig ist es irgendwo zu verweilen, wo man sich nicht wohl fühlt wenn das leben doch so kurz ist.

Zitat
Am besten nichts überstürzen aber auch nicht an einen (Riese)Plan festhängen, der dich beim Wohlfühlen einschränkt.

mal schaun, wie es weiter geht.

Zitat
Du arme. Das klingt echt vertrackt. Ich hatte das in Nepal, etwa nach 8 Reisewochen und meiner Schwester gings genauso. Wir haben dann lange ueberlegt ob wir nach Hause fahren und haben dann als letzten Versuch beschlossen, nach Laos zu fliegen. Der Flug war schweineteuer aber ich habe es keine Sekunde bereut. Wir sind dort erstmal 1 Woche in Vientiane geblieben und dann 2 Wochen in Luang Prabang. Seit dem geht es mir wieder gu. Das Land ist sauber und leise und die Tiere sehen bessr aus und werden besser behandelt als in Nepal (bin auch TA ;-) und natürlich könnte es besser sein aber es ist echt ok). Wir sind dann gut 50 Tage in Laos geblieben und es war toll .
Langer Text kurzr Sinn: wenn es möglich ist würde ich einen Kulturwechsel vorschlagen plus Ruhe und schöne Unterkunft (muss nicht teuer sein). Hat bei mir und meiner Schwester sehr geholfen.

hey cool. sei gegrüßt Kollegin :D:D:D da bi ich ja froh dass es anderen auch so ging. wie schin erwähnt bin ich derzeit in huacachina und es geht besser. ich werde es mir noch bis ich in bolivien bin anschauen und dann entscheiden. wenn es weiter so geht mit der verachtung der natur dann wars das mit südamerika für mich. reise weiterhin zügig und mit weihnachten as stellt sich noch heraus :)

danke fürs antworten nochmal an alle. seit gedrückt
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method

« Antwort #9 am: 08. November 2012, 15:52 »
zu1. ja ich hoffe ich kann bald sagen, es war ne gute erfahrung. heute saß ich echt im Nachtbus und fand es mal wieder super nervig dass der bus wieder 2 stunden zu früh da war noch bevor es hell wurde und ich 5 uhr in lima steckte. da dachte ich mir so im terminal... * was machst du hier eigentlich. verstehst keine sau, die umgebung gleicht einer Müllhalde, es stinkt und die landschaft lässt gerade auch zu wünschen übrig. und keiner der diese meinung gerade teilt, mist!* haha. *du könntest auch kostenlos daheim hocken und fotos sortieren*... naja... mal schaun wie es weiter geht.

 ;D Es scheint Dir daoch wieder zumindest etwas besser zu gehen, denn zumindest hast Du Deinen Humor.  ;)

Ich könnt' mich jedesmal kugeln, wenn ich das lese; vorallem: "und keiner der diese meinung gerade teilt, mist!* haha."

Noch was: Denk an genau diese Situation, wenn Du dann irgendwann daheim tausende von Fotos kostenlos sortierst. *lol*
Viel Spaß und Erholung in Deiner Oase!
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Kavo

« Antwort #10 am: 05. Dezember 2012, 13:46 »
der plan ist und bleibt recht zügig durch die Müllhalde Peru zu reisen und anfang dezember in Argentinien zu sein und auf dem weg Bolivien und nordchile mitzunehmen.

Ich will jetzt ganz ehrlich sein, auch wenn's vielleicht etwas hart ist.
Meiner Meinung nach ist das absoluter Quatsch. Das ist doch wirklich nur Zeit- und Geldverschwendung. Außerdem wird es dir mit dieser Art zu Reisen weder körperlich noch geistig besser gehen. Ich kann dir nur raten, mit dem Jammern aufzuhören und endlich etwas zu tun, um deine Situation zu ändern. Ich meine, wie viele Tage deiner kostbaren Reisezeit hast du jetzt schon unglücklich verbracht? Wie viele willst du denn noch unglücklich verbringen? Wie viele "zweite Chancen" hast du Südamerika bis jetzt schon gegeben? Wie viele willst du der Region noch geben?

Sieh es ein! Du hattest falsche Vorstellungen. Südamerika ist nichts für dich! Na und. Davon wird die Welt nicht untergehen. Blöd wäre nur, wenn du noch weiterhin kostbare Zeit verschwendest, nur weil du an deinem Plan festhalten willst. Wozu? Es ist keine Niederlage, seine Pläne zu ändern. Im Gegenteil, es zeigt Stärke.

Eigentlich ist es ja auch gar nicht so schwer. Du hast ja schon 2 tolle Möglichkeiten angesprochen.
a) Nach Hause fliegen und dort Weihnachten verbringen
b) vorzeitig nach Australien fliegen

Entscheide dich für eine der beiden Möglichkeiten und zwar schnell! Verschwende nicht deine Zeit mit Dingen, die dich nicht glücklich machen! Wenn du dich entschieden hast, kannst du ja recherchieren, wie du am schnellsten zu deinem Ziel kommst. Und wenn es eine dreitägige Busfahrt ist, was soll's. Auf jeden Fall besser, als wochenlang mit einer Trauermiene durch ein Land zu reisen (und du hast dann ja auch etwas, worauf du dich freuen kannst). Das Geld-Argument lasse ich übrigens nicht gelten. Du hattest in Südamerika viel mehr Zeit eingeplant. Dein Budget müsste folglich deutlich im Plus liegen. Die 500 Euro nach Deutschland müssten also locker drin sein. Und auch Australien hat Angebote für den kleinen Geldbeutel (Couchsurfing, Mehrbettzimmer, Selbstversorgung,...). Zur Not verkürzt du halt deine Reise. Eine kürzere Reise mit vielen tollen Erlebnissen ist immernoch besser als eine lange Reise mit dem Gefühl, das du jetzt hast.

Noch einmal, sorry, wenn das jetzt streng klang.

Tu etwas!

Liebe Grüße

Katharina
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little_earthquake

« Antwort #11 am: 13. Dezember 2012, 15:11 »
der plan ist und bleibt recht zügig durch die Müllhalde Peru zu reisen und anfang dezember in Argentinien zu sein und auf dem weg Bolivien und nordchile mitzunehmen.

Ich will jetzt ganz ehrlich sein, auch wenn's vielleicht etwas hart ist.
Meiner Meinung nach ist das absoluter Quatsch. Das ist doch wirklich nur Zeit- und Geldverschwendung. Außerdem wird es dir mit dieser Art zu Reisen weder körperlich noch geistig besser gehen. Ich kann dir nur raten, mit dem Jammern aufzuhören und endlich etwas zu tun, um deine Situation zu ändern. Ich meine, wie viele Tage deiner kostbaren Reisezeit hast du jetzt schon unglücklich verbracht? Wie viele willst du denn noch unglücklich verbringen? Wie viele "zweite Chancen" hast du Südamerika bis jetzt schon gegeben? Wie viele willst du der Region noch geben?

Sieh es ein! Du hattest falsche Vorstellungen. Südamerika ist nichts für dich! Na und. Davon wird die Welt nicht untergehen. Blöd wäre nur, wenn du noch weiterhin kostbare Zeit verschwendest, nur weil du an deinem Plan festhalten willst. Wozu? Es ist keine Niederlage, seine Pläne zu ändern. Im Gegenteil, es zeigt Stärke.

Eigentlich ist es ja auch gar nicht so schwer. Du hast ja schon 2 tolle Möglichkeiten angesprochen.
a) Nach Hause fliegen und dort Weihnachten verbringen
b) vorzeitig nach Australien fliegen

Entscheide dich für eine der beiden Möglichkeiten und zwar schnell! Verschwende nicht deine Zeit mit Dingen, die dich nicht glücklich machen! Wenn du dich entschieden hast, kannst du ja recherchieren, wie du am schnellsten zu deinem Ziel kommst. Und wenn es eine dreitägige Busfahrt ist, was soll's. Auf jeden Fall besser, als wochenlang mit einer Trauermiene durch ein Land zu reisen (und du hast dann ja auch etwas, worauf du dich freuen kannst). Das Geld-Argument lasse ich übrigens nicht gelten. Du hattest in Südamerika viel mehr Zeit eingeplant. Dein Budget müsste folglich deutlich im Plus liegen. Die 500 Euro nach Deutschland müssten also locker drin sein. Und auch Australien hat Angebote für den kleinen Geldbeutel (Couchsurfing, Mehrbettzimmer, Selbstversorgung,...). Zur Not verkürzt du halt deine Reise. Eine kürzere Reise mit vielen tollen Erlebnissen ist immernoch besser als eine lange Reise mit dem Gefühl, das du jetzt hast.

Noch einmal, sorry, wenn das jetzt streng klang.

Tu etwas!

Liebe Grüße

Katharina

wow das ganze ist einen monat her!! und jetzt bekomme ich ne standpauke dass ich 'ständig rumjammere?' Krass, das waren ganze 2 Tage!!!!

Mir gehts super, ich habe bolivien geliebt und finde argentinien klasse, wenn auch arschteuer! Südamerika ist nix für reiseanfänger, soviel ab ich gelernt aber mittlerweile komme ich super klar.

und ganz ehrlich, hätte ich deinen beitrag zu der zeit gelesen als es mir nicht so gut ging, hätt ich ihn ziemlich gemein gefunden! Was man am wenigtsen gebrauchen kann wenn man mit lebensmittelvergiftung im bett liegt und ein reisetief hat, ist ein tritt in den hintern. also ehrlich, man kann die dinge auch netter formulieren.
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Kavo

« Antwort #12 am: 04. Januar 2013, 14:20 »
Sorry, dann war das wohl doch zu hart formuliert  :-[ Aber super, dass es dir wieder besser geht und du doch noch etwas gefunden hast, das dir an Südamerika gefallen hat. Manchmal muss man wohl einfach die Zähne zusammen beißen und dem ganzen Zeit geben. Dass du da so ein Durchhaltevermögen bewiesen hast - Respekt. Ich hätte damals in deiner Situation wahrscheinlich schon eher das Land/die Region verlassen. Aber das ganze scheint sich ja für dich gelohnt zu haben.
Noch eine gute Weiterreise.
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farmerjohn1

« Antwort #13 am: 05. Januar 2013, 18:21 »
Ist auf jeden Fall ein Reiseziel fuer das man Geduld braucht und viele steuern es ausserdem mit falschen Vorstellungen an, indem sie meinen sie muesten ueberall auf einen durch Urwald durchzogenen und von Indianerstammfolklore dekorierten Spanien-Abklatsch unter tropischer Sonne treffen, wo man sich von einem landschaftlichem Hoehepunkt zum naechsten hangelt -
ganz so ist es nun tatsaechlich nicht, sondern man hat es mit bodenschatzreichen, unregelmaessig und vergleichsweise duenn besiedelten Gebieten zutun, deren heutige Kultur aus extrem  gegensaetzlichen Urpsruengen unumkehrbar gemischt ist, deren kulturelle Orientierung hin und wieder zwischen Rom, Paris, Madrid und den USA oszilliert, die jedoch seit geraumer Zeit erkannt haben und mit immer mehr Selbstbewusstsein sehen, dass sie etwas ganz Eigenes sind. Vielleicht nicht mit dem tiefgang Jahrtausende alter Traditionen, aber mit einzigartiger Vielseitigkeit, das ist auch eine ganz schoen komplexe und nicht gerade uninteressante Situation, wenn man sie sich mal naeher betrachtet.
Schlamperei, verschiedene nationale Wirtschaftspolitiken und Vergleichsweise oberflaechliche Weltkenntnis vieler Einheimischer tragen zu bei, dass der Besucher hin und wieder mit einer aergerlichen Abzockermentalitaet konfrontiert wird. Das ist sowohl fuer den ehrlich an der Bereicherung seiner Kenntnis ueber bereiste Gebiete interessierten Besucher als auch fuer den um Wohlfuehlen seiner Gaeste bemuehten lokalen Anbieter touristischer Dienstleistungen eine Erschwernis, allerdings eine die so viel ich weiss ziemlich globalisiert ist.
Es  wuerde mich mal interessieren, little earthquake, inwiefern sich das von deinen juengsten Reiserfahrungen im subhararischen Afrika unterscheidet?
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