Thema: Vietnam: Warnung vor Open-Tour-Bus  (Gelesen 7188 mal)

thrones_of_blood

« am: 19. Juli 2012, 14:35 »
Hallo Leute,

heute bin ich schon 6 Tage im Spital in Vietnam, weil unser Open Tour Bus einen Unfall hatte. Mein Knie ist hin, habe schon 2 Eingriffe hinter mir. Sonst geht es aber gut  ;)

Ich rate euch dringend ab, bei Reisen durch Vietnam die Open Tour Busse zu benützen. Die Fahrer fahren wie die Irren, oft entscheiden nur Zentimeter, ob ein Überholmanöver gelingt oder nicht! Ausserdem fährt oft nur ein Fahrer, manchmal 16h Stunden lang. Uns wurde im Nachhinein gesagt, dass die Fahrer manchmal Drogen konsumieren, um wach zu bleiben.

Auch wenn ihr heil am Ziel ankommt, sind die Busse trotzdem nicht zu empfehlen: Sie sind eng, die "Betten" (eher Pritschen) sind viel zu kurz und die Fahrt ist einfach nur unkomfortabel und mühsam. Wenn ihr Pech habt, müsst ihr auf dem Boden schlafen, denn die Busse sind oft überbucht.

Als Alternative kann ich euch den Zug empfehlen. Sicherer und auch relativ komfortabel!

Dies nur ein kleiner Erfahrungsbericht aus Vietnam. Hoffe, dass die Versicherung bald einen Rückflug organisiert hat ;)

Viele liebe Grüsse
thrones

PS: Hier noch ein kleiner Bericht zu unserem Unglück: http://tuoitrenews.vn/cmlink/tuoitrenews/society/at-least-7-foreigners-injured-in-bus-accident-1.79689
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Bella

« Antwort #1 am: 19. Juli 2012, 14:50 »
Oh mann, das tut mir echt leid  :( Gute Besserung!!
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Oli

« Antwort #2 am: 19. Juli 2012, 15:27 »
Klingt heftig. Dir jedenfalls gute Besserung und gute Weiterreise.

netnoise

« Antwort #3 am: 19. Juli 2012, 17:05 »
Das klingt echt hart... Gute Besserung von uns und Danke für die Info... sind so in 2 Wochen in Vietnam, gut zu wissen.
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Sebastian81

« Antwort #4 am: 19. Juli 2012, 19:18 »
Gute Besserung. Echt hefig.
Trotzdem kann ich diese - in deiner Situation nur all zu verständliche - Kritik so nicht ganz stehen lassen.
In vielen unserer liebsten Reiseländern wird gerade bei Busfahrten ein Unglück in Kauf genommen, ganz gleich ob Vietnam, Bolivien, Indonesien oder gerade gestern selber noch miterlebt in Peru, als unser Mini-Van aus den 80ern einen großen Touribus auf kurviger Straße überholt hat. Und ab und zu hat dann halt jemand großer Pech. Das ist für die Menschen in diesen Ländern aber Teil ihres Alltags, sie sind halt in vielen Bereichen nicht unsere Sicherheitsstandards gewöhnt und daher sollte sich jeder bewusst sein, dass er seine Geldkatze zwar in 3 Pacsafes verstecken kann, um nicht überfallen zu werden, die wirkliche Gefahr aber im Verkehr lauert. Ich persönlich hatte einen Motorradunfall in Vietnam.

Daher würde ich hier nicht die Open-Tour-Busse anschwärzen.
Deine Aussage zu der Größe der Sitze ist z.B. nicht richtig. Auf der linken der Busse gibt es nämlich einen Liegesitz weniger als auf der rechten, so dass selbst ich mit meinen 1,89m da ganz gut liegen konnte. Falls man also fix ist oder mit entsprechender Größe lieb bitte bitte sagt, ist man da gut aufgehoben.
Überbucht stimmt zwar, aber ich habe nur miterlebt, das Locals, die nur einen Teil des Weges mitfahren auf den Boden müssen, keine Touristen.
Auch die Aussage dass die Fahrt unkomfortabel ist, ist relativ, denn verglichen mit den anderen Bussen in Vietnam oder den Bussen in Laos, Myanmar oder großen teil Indonesiens empfand ich die Open-Tour-Busse als besser.

Generel hast du natürlich Recht, Züge sind sicherer als Busse, kosteten in Vietnam aber glaube ich das 2-3 fache und daher hat man als Backpacker leider auf die Dauer keine Alternative zu Bussen, wobei man hier versuchen sollte in Erfahrung zu bringen welche Gesellschaften empfehlenswert sind.

Litti

« Antwort #5 am: 19. Juli 2012, 23:27 »
Daher würde ich hier nicht die Open-Tour-Busse anschwärzen.
[...]
und daher hat man als Backpacker leider auf die Dauer keine Alternative zu Bussen, wobei man hier versuchen sollte in Erfahrung zu bringen welche Gesellschaften empfehlenswert sind.

Na was denn jetzt? ;) Zu einer Busgesellschaft hätten wir doch dann schon ein paar Erfahrungen.

Ansonsten: Auch von mir gute Besserung! Man sitzt auf Reisen so oft in Bussen die offensichtlich von Fahrern mit Selbstmordabsichten gelenkt werden, dass man schnell vergisst dass es doch nicht so selbstverständlich ist, heil anzukommen.
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Vombatus

« Antwort #6 am: 19. Juli 2012, 23:35 »
Leser die mit "open tour bus" nicht viel anfangen können, sollten einfach "open tour bus vietnam" googlen (dort gibt es Bilder). Unter anderen, gerade bei Langstecken/Nachtfahrten, gibt es dreistöckige Liegesitze, "Betten", die je nach Körpergröße und Bus, mehr oder weniger bequem ausfallen.

Ich empfand den Zustand der Busse nicht als so schlecht (im Gegenteil, nur die Toiletten würde ich vermeiden wo es nur geht!), bin schon in ganz anderen Schrottkisten gesessen. Die Fahrweise in Vietnam gehört aber sicher auch zu den perversesten und gefährlichsten in SOA, ich hatte nur in den kleinen vollgestopften Minibussen in Sumatra mehr (Todes)Angst.

Tatsächlich wundert mich auch, dass so wenig passiert … Wie wir lesen konnten passiert eben leider manchmal doch etwas.

Grundsätzlich also besser NIE in den ersten Reihen oder ganz hinten sitzen, am besten in der mittleren Reihe (nicht am Fenster) und ganz wichtig ---> Anschnallen!!!, auch nachts beim schlafen!

Ansonsten ist das "Tourbus-Prinzip" nicht (nur) schlecht. Unfälle mit Reisebussen ist uns in Europa auch nicht unbekannt. Meistens passiert nichts.

@thrones_of_blood. Hoffe, dein Knie ist nicht total Kaputt und du bist auf dem Weg der Besserung.


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Sebastian81

« Antwort #7 am: 20. Juli 2012, 02:03 »
Daher würde ich hier nicht die Open-Tour-Busse anschwärzen.
[...]
und daher hat man als Backpacker leider auf die Dauer keine Alternative zu Bussen, wobei man hier versuchen sollte in Erfahrung zu bringen welche Gesellschaften empfehlenswert sind.

Na was denn jetzt? ;) Zu einer Busgesellschaft hätten wir doch dann schon ein paar Erfahrungen.


Da netnoise und du schon auf die falsche Fährte gelenkt wurden, hier nochmal etwas deutlicher was Vombatus schon erwähnte:
"Open Tour Busse" sind in Vietnam die am häufigsten gewählte Fortbewegungsform für Backpacker. Das Land ist halt sehr schmal und die klassischen Touristenziele sind an einer Perlenkette aufgereiht, so dass viele Reisende im Norden (Hanoi) oder Süden  (HCMS) ihre Reise beginnen und am anderen Ende beenden. Open-Tour-Tickets tragen dem Rechnung und werden von zahlreichen Bus-Gesellschaften angeboten und beinhalten meist die Strecke HCMS - Hanoi mit den gewünschten Zwischenstopps. Somit entscheidet man sich einmalig für eine Gesellschaft und wenn man auf seine Sicherheit acht geben möchte informiert man sich vorher welche Gesellschaften als gut gelten und in der Regel fährt man somit mit einem einzigen Anbieter deutlich sicherer (für vietnamesische Verhältnisse!!!), als wenn man einfach zum Busbahnhof läuft und einfach irgendeinen Bus bucht.

Meersburger01

« Antwort #8 am: 20. Juli 2012, 10:16 »
Hallo thrones_of_blood,

wenn du uns jetzt noch dein Open-Tour-Bus-Unternehmen nennst, können wir das ja vermeiden. Doch ich seh es wie Sebastian81 und hatte auch nie das Gefühl, dass mein Bus jetzt besonders schlecht war oder der Fahrer geheizt ist wie ein Henker. Hab die Busse immer genutzt und bin sehr zufrieden mit dieser Fortbewegungsmethode. Es kann natürlich immer mal in die Hose gehen wie bei dir.
Aber die Fahrweise der Vietnamesen fand ich jetzt allgemein nicht besonders schlimm. Vielleicht auch nur im Vergleich zu Nepal und Indien...

Gute Besserung und komm gut wieder daheim an. Und versuch es später nochmal mit Vietnam, das Land an sich ist echt schön ;o)

Grüße aus Laos,

Sabine
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Cathrin

« Antwort #9 am: 20. Juli 2012, 13:00 »
Tatsächlich wundert mich auch, dass so wenig passiert

Vietnam verteidigt jedes Jahr eindrucksvoll seinen Spitzenplatz in der weltweiten Statistik der Verkehrstoten. Mit fast 13.000 Menschen fordert der Strassenverkehr mehr als dreimal so viel Opfer als in dem von der Einwohnerzahl vergleichbaren Deutschland. Ich rate schon seit Jahr und Tag von Busfahrten ab und empfehle fuer laengere Strecken den Zug. Regelmaessig berichten die vietnamesischen Medien von schweren Verkehrsunfaellen oft mit mehr als einem Dutzend Toten. Da ist es eigentlich erstaunlich, dass davon nur selten Touristen betroffen sind.
http://cathrinka.blog.de/tags/verkehr/

Züge sind sicherer als Busse, kosteten in Vietnam aber glaube ich das 2-3 fache und daher hat man als Backpacker leider auf die Dauer keine Alternative zu Bussen
Ich kann wiederum nicht verstehen, wie man sich freiwillig in einen Open Tour Bus setzen kann, der nur die ueblichen Touristenzentren abklappert. Und von einem Ort zum anderen faehrt man dann schoen mit dem Touribus am Leben vorbei. Aus dieser Perspektive kann man ein Land sicher nicht einmal ansatzweise kennenlernen.

Der Bahnfahrt von Hanoi nach HCMC kostet zur Zeit in der teuersten Klasse umgerechnet rund 70 Euro. Fuer wen das fuer eine Strecke von mehr als 1.700 Kilometern zu teuer ist, der sollte besser Urlaub auf Balkonien machen. Sorry, aber meine Meinung.

Viele Gruesse
Cathrin

Sebastian81

« Antwort #10 am: 20. Juli 2012, 16:19 »

Züge sind sicherer als Busse, kosteten in Vietnam aber glaube ich das 2-3 fache und daher hat man als Backpacker leider auf die Dauer keine Alternative zu Bussen
Ich kann wiederum nicht verstehen, wie man sich freiwillig in einen Open Tour Bus setzen kann, der nur die ueblichen Touristenzentren abklappert. Und von einem Ort zum anderen faehrt man dann schoen mit dem Touribus am Leben vorbei. Aus dieser Perspektive kann man ein Land sicher nicht einmal ansatzweise kennenlernen.

Der Bahnfahrt von Hanoi nach HCMC kostet zur Zeit in der teuersten Klasse umgerechnet rund 70 Euro. Fuer wen das fuer eine Strecke von mehr als 1.700 Kilometern zu teuer ist, der sollte besser Urlaub auf Balkonien machen. Sorry, aber meine Meinung.

Viele Gruesse
Cathrin

Beeinhaltet die Bahnfahrkarte denn Zwischenstopps? Wenn ja ist das echt ein mehr als fairer Preis (die Open-Tour-Busse kosten glaube ich so um die 40€, je nachdem wieviele Stopps), wenn nicht ist die Info hier halt ziemlich nutzlos, weil keine Alternative zu den OTB.
Und mit einer Reiseroute: Dieng-Bien-Phu - Sapa - Hanoi - Ninh Bin - Hue - Hoi An - Nha Thrang - Mui Ne - Da Lat - HCMS - Delta auf die eine OTB Ticket hervorragend passt kann man sicher jedes 30 Tage Visum mehr als ausreitzen und es hält einen keiner davon ab von diesen Top-Zielen aus das Hinterland zu erkunden (insb. die Easy Rider Trips (da hab ich mir meinen Unfall eingefangen) von Da Lat kann ich nur jedem empfehlen.

Ich will die OTBs nicht hochjubeln, sie sind sicher keine Eierlegendewollmilchsau, aber ich halte sie für ein brauchbares Konzept, dessen Nutzen man für sich - mit Bedacht, aber ohne Panik - prüfen sollte.

migathgi

« Antwort #11 am: 27. Juli 2012, 12:32 »
Ich kann wiederum nicht verstehen, wie man sich freiwillig in einen Open Tour Bus setzen kann, der nur die ueblichen Touristenzentren abklappert. Und von einem Ort zum anderen faehrt man dann schoen mit dem Touribus am Leben vorbei. Aus dieser Perspektive kann man ein Land sicher nicht einmal ansatzweise kennenlernen.

Welch eine arrogante Einstellung!

Die „üblichen Touristenzentren“ sind nicht ohne Grund entstanden, weil es hier Interessantes zu sehen gibt. Und – wie bereits erwähnt – kann man Abstecher machen, aber man muss sicher nicht in Gegenden fahren, wo die Leute noch keine Langnase gesehen haben, um ein Feeling für das Land zu bekommen. Wo ist denn das Leben, an dem man mit dem Bus vorbei fährt?

Mit Busreisen in VN habe ich im übrigen sehr gute Erfahrungen gemacht, vielleicht weil ich jeweils nur die nächste Etappe gebucht hatte und mir so die Gesellschaft aussuchen konnte, auch wenn dies teurer war als ein OT. Im nächsten Winter ich erneut 4 Wochen von Nord nach Süd fahren – mit dem Sleeper, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Züge meistens – so habe ich das erlebt – morgens um 4h an der Destination ankommen, und das finde ich nicht ganz so prickelnd.
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